Evangelikale und interreligiöser Dialog

Das neue Missionsparadigma, demgemäß Mission nicht mehr nur der Ruf des Sünders zum Glauben an Jesus Christus ist, sickert so langsam zur Basis der evangelikalen Bewegung durch. Anna Lutz kommentiert für das Medienmagazin pro die Tagung „MissionRespekt“ mit den Worten:

Islam und Christentum sind wahrlich nicht dasselbe. Und ja, es ist wichtig, über Christenverfolgung in muslimischen Ländern und salafistische Problemgruppen in Deutschland zu sprechen, auch von Seiten der Allianz. Stehenbleiben dürfen die Gläubigen an diesem Punkt aber nicht. Im Gegenteil, sie müssen zeigen, dass sie es besser können. Dass sie Willens sind, den Kontakt zu Andersgläubigen zu suchen, Unterschiede stehen lassen können und für das Gemeinwohl zusammenarbeiten wollen. Denn auch das ist Mission. Und das sollte zu allererst die Deutsche Evangelische Allianz fördern.

Nein, der gemeinsame Einsatz für das Gemeinwohl oder der Dialog mit Andersgläubigen mag eine gute Sache sein, ist aber eben keine Mission!

Os Guinness: Die Gefahr der „messbare Ergebnisse“

OS PowerNachfolgend ein Zitat aus dem neuen Buch von Os Guinness:

Every age is fooled by its own fashions, and it is time to subject this modern idolatry of opinion and numbers to decisive Christian thinking. For modern people, numbers are the key to control, but humans are more than aides de camp to the almighty computer. We would of course scorn anyone who put their half-baked preferences, momentary whims, and brazen desires above serious concerns for truth. So why do we bow to opinion polls that are mostly just such emotions gathered with statistical scientific precision and expressed under the halo of grand numbers?

Consider the trend toward numbers in the light of original sin, for example, and it would be obvious that any democratic people’s “we” is just as corruptible, if not more so than any autocratic ruler’s “I.” If we do not want mass democracy to degenerate into a new and subtle tyranny of King Demos and his regime of numbers, we must recognize and resist the trend. Ten million ignorant assertions, even when magnified and accelerated in a hundred million tweets and “likes,” still never add up to truth or wisdom.

What matters here, however, is not the danger to democracy but to the church. We therefore need to trace the overall damage of such worldly thinking. It develops Christians with an eye for the bandwagon rather than the Bible, for popularity rather than principle, and with a greater sensitivity to horizontal pressure than to vertical authority. It renders Christians vulnerable to the mob-masters of the virtual age, the high-tech wizards who can corral the opinion of millions within minutes. (This is a crucial factor in the cataclysmic suddenness of the triumph of the sexual revolution over the Jewish and Christian faiths that have shaped Western civilization for 2,000 years.) The result is a church befuddled over the difference between success and faithfulness, hesitant to buck the going trends, fearful to stick her neck out and find herself in the minority, and reluctant to risk the loneliness of pursuing the true and the excellent regardless of all outcomes—in short, a church fatally weakened because it is worldly. In today’s world, the courage of Athanasius contra mundum would be scorned as Athanasius marooned on the wrong side of history.

Mehr hier: thegospelcoalition.org.

Das Nützlichkeitsprinzip

Der Biologe Richard Dawkins empfahl kürzlich über Twitter die Abtreibung aller Föten mit Downsyndrom. Obwohl er sich inzwischen dafür entschuldigt hat und dabei die (nur) 140 Twitter-Zeichen für die Radikalität seiner Aussage verantwortlich machte, werden diesem „Vorstoß“ weitere folgen. Die Kräfte werden sich in diesem Feld ähnlich entfalten, wie in der Sterbehilfe-Debatte: Jeder muss das selbst entscheiden. Keiner darf hier dem anderen reinreden.

Dominik Klenk analysiert diesen Trend auf einer Metaebene und macht den Verlust der „biblischen Gravitation“ verantwortlich.

Unser Problem sind nicht die Dawkinse dieser Welt, sondern der Verlust der biblischen Gravitation und der Sprachfähigkeit in den Gemeinden, die auch vor den Schaltzentralen der verfassten Kirchen nicht Halt macht, wo in ethischen Fragen zunehmend die unsägliche Sowohl-als-auch-Rhetorik Raum greift. Wir müssen darum wieder neu lernen, die Eckpunkte einer Anthropologie grundlegend und klar auf der Basis der biblischen Botschaft zu beantworten und unseren Kompass zu justieren. Hier liegt der Auftrag christlicher Ausbildungsstätten. Wo Christen sprachfähig werden, da können sie sich fröhlich in die öffentliche Diskussion einmischen: nicht nur reagierend, sondern agierend; nicht nur reaktiv, sondern proaktiv; nicht nur defensiv, sondern offensiv und Kultur prägend. Wir sind nicht mit der hoffnungsvollsten Botschaft der Welt ausgestattet, um verlegen darüber zu schweigen. Christen sind keine Endverbraucher der Liebe Gottes. Die Geschichte lehrt nicht nur von ihrem messianischen Ende her: Dawkinse kommen und gehen – die Botschaft der Liebe bleibt.

Sehr lesenswert! Hier mehr: www.fontis-verlag.com.

Das Märchen vom fairen Kaffee

Fairtrade ist „in”. Wer Produkte kauft, die „gerecht gehandelt werden“, macht die Welt ein bisschen besser. Nach der „Bio-Welle” kann die Fairtrade-Branche in Deutschland Umsatzsprünge verzeichnen und wird sich gemäß einer Trendstudie des Zukunftsinstituts Frankfurt ähnlich positiv entwickeln. Die Verbraucher sind bereit, für fair gehandelte und produzierte Waren, tiefer in die Tasche zu greifen. Besonders die Deutschen glauben an diese Idee. In keinem Land der Welt nimmt der Konsum von Fairtrade-Kaffee so rasant zu wie hierzulande.

Die Wochenzeitung DIE ZEIT hinterfragt das jetzt kritisch und spricht sogar vom „Märchen über fairen Kaffee“. Die Zeitschrift schreibt:

Die Idee klingt verlockend. Wer nur ein paar Cent mehr ausgibt, verändert die Welt. Zwar nur ein kleines Stückchen, aber immerhin. Irgendwo auf der Welt geht es einem Arbeiter, der Säcke mit Kaffeebohnen auf einen Lastwagen wuchtet oder Beeren vom Strauch sammelt, besser. Weil er seine Produkte über Fairtrade verkauft. In der Eigenwerbung heißt es: “Bei Produkten mit dem Fairtrade-Siegel haben Sie die Gewissheit, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern und Beschäftigten durch Fairtrade-Preise und -Prämie verbessert werden.”

Besonders die Deutschen glauben dieser Darstellung. In keinem Land der Welt nimmt der Konsum von Fairtrade-Kaffee so rasant zu wie hierzulande. Doch glaubt man einer wachsenden Zahl von Wissenschaftlern, dann sind wir damit vor allem eins: hoffnungslos naiv.

So fanden kürzlich Wissenschaftler der University of London heraus, dass die Löhne in Betrieben in Uganda und Äthiopien ohne Fairtrade-Label zum Teil nicht nur ähnlich hoch, sondern sogar höher und die Arbeitsbedingungen besser waren. “Laut unseren Untersuchungen war Fairtrade kein effektiver Mechanismus, um das Leben der ärmsten Landbevölkerung, der angestellten Arbeiter, zu verbessern”, sagte Studienautor Christopher Cramer dem Guardian.

Der Wirtschaftsjournalist Markus Rohwetter erklärt dem ERF, warum er trotz des Schwindels Fairtrade-Produkte kauft.

Francis Schaeffer: Wohin entwickelt sich die Welt?

Hier ein zumindest mir bisher unbekannter Vortrag von Francis Schaeffer aus dem Jahr 1981:

Kent Brantly dankt für die Gebete

Ich habe kürzlich über Dr. Kent Brantly berichtet, der als Arzt in Westafrika gearbeitet hat und sich dabei mit dem Ebola-Virus infizierte. Die Fürbitten vieler tausender Menschen sind erhört worden und Brantly konnte die Klinik inzwischen verlassen. Während einer Pressekonferenz hat er folgendes beeindruckendes Zeugnis gegeben:

Ich betete, dass in meinem Leben, oder in meinem Tod, er (Gott) verherrlicht würde.

Hier das Statement in englischer Sprache (falls das Video nicht läuft, bitte hier versuchen):

Siehe auch den Bericht von prowww.pro-medienmagazin.de.

Christsein und Sport

Hanniel hat kürzlich ein Buch von Ashley Null über den Sport gelesen und stellt seine Rezension über

hier freundlicherweise zur Verfügung:

Christsein und Sport

realjoy_null„Sportlicher Erfolg wird deine Probleme nicht lösen.“ Christliche Athleten anerkennen den göttlichen Architekten ihrer selbst und ihrer Umgebung. Sie betrachten ihren Körper als Machwerk ihres Schöpfers. Sie sehen ihr Herz, das erfüllt von Verlangen nach Liebe ist – und erkennen dies als Fingerzeig Gottes, der sie in eine Beziehung mit ihm selbst ruft. (164-165)

Ein Seelsorger für Spitzensportler schreibt ein Buch für Spitzensportler

Meine Ohren sind stets für Literaturhinweise gespitzt. Während dem Mittagessen im Rahmen der Vorlesung (hier finden sich meine Notizen zur Vorlesung „Die Rechtfertigungslehre der Reformatoren“) bemerkte Ashley Null beiläufig, dass er ein Buch für Spitzensportler geschrieben hätte. Ich besorgte mir die Ausgabe, um sie im Sommerurlaub zu lesen. Das Buch wurde, soweit mir bekannt ist, anlässlich internationaler Sport-Grossanlässe gedruckt und verteilt. Zum Autoren schreiben die Herausgeber: „Ashley Null hat viele Jahre als Pastor bei internationalen Sport-Großveranstaltungen gearbeitet, unter anderem bei den Olympischen Spielen. Zurzeit lebt er in Berlin, wo er Bibelarbeiten für Profi-Sportler bei SRS (Sportler ruft Sportler) leitet, während er an einem langfristigen Forschungsprojekt für die Oxford University Press an der Berliner Humboldt Universität arbeitet.“

Die Ausgangslage: The Road to Burnout

Die Welt des Sports ist gefüllt mit verheißungsvollen jungen Talenten, die ausgebrannt sind, lange bevor sie ihr volles Potenzial erreicht haben (5). Sobald jemand die Vorteile des Gewinnens kennengelernt hat, weiss er auch, dass diese Privilegien nur so lange zu geniessen sind, wie man Gewinner bleibt (8). Der Druck nimmt zu. Man muss sich auf sich selbst konzentrieren (9). Ebenfalls ist einem bewusst, dass andere nicht glücklich über den eigenen Erfolg sein können (10). Der Selbsthass nach dem Verlieren treibt an, noch härter mit sich zu arbeiten, um wieder auf die Gewinnerseite zu kommen (11). Das führt zu einer starken Ambivalenz, die jemand so auf den Punkt gebracht hat: „Ich hasse mein Leben, aber ich liebe meinen Lebensstil.“ (12) Um Linderung (besser gesagt, Betäubung) zu erfahren, verfallen Sportler gerne dem Alkohol. Das Trinken wird zum Feuerplatz für das innere Feuer („fireplace for their inner fire“, 13). Von ihren engsten Angehörigen erwarten sie, dass diese Verständnis für den steten Vorrang des Trainings aufbringen (16). Sie selber haben kaum Energie für die Beziehungen übrig. Emotionale Nähe wird für den Preis des Erfolgs geopfert (17). Statt lang andauernden Freundschaften muss man sich mit One-Night-Stands zufriedengeben. Manche Gewinner im Sport sind darum Verlierer im (übrigen) Leben.

Wie wir Menschen ticken

Den zweiten Schritt fand ich ebenso gelungen wie den ersten. Null stellt nämlich die Frage: Wie ticken wir Menschen? Ausgangspunkt dafür bildet die Frage: Warum bin ich nicht zufrieden? (23) Wahrhaft sich selbst zu sein bedeutet, als Person und nicht für Leistung wertgeschätzt zu werden (27). Ohne Gott wird sich der Mensch jedoch immer unfertig und „inkonsistent“ fühlen (29). Es ist wichtig zu realisieren, dass die menschliche Natur sich nicht mehr in ihrem Originalzustand befindet. Der Mensch ist an den Spielplan des Gegners verkauft (30). Auch wenn das Gewinnen der einzige bisher bekannte Weg zum Glück bildet: Es wird nie genug sein, um sich vollständig (complete) zu fühlen (38). Wer getrennt von Gott Selbstwert sucht, wird seine Aufmerksamkeit auf eigene Anstrengungen richten müssen (41).

Das Evangelium für Leistungsmenschen

In den nächsten Kapiteln geht Null auf feinfühlige Art auf die Not von Spitzensportlern ein und übersetzt die Antworten des Evangeliums in ihren beruflichen Kontext. Gott schuf dem Menschen das schlechte Gewissen, um ihn vor der Zerstörung des inneren Menschen zu bewahren (52). Ohne Wissen um Gottes Richtung ist es aber nicht möglich zu erkennen, worin man irrt (53). Betäubung ist keine angemessene Antwort auf ein schmerzendes Herz (54). Dazu kommt, dass das Leben jetzt auf das spätere nach dem Tod vorbereitet; so wie die Kamera nach dem Spiel jedes Details eines Spiels ablaufen lässt, werden wir mit den Einzelheiten unseres Lebens wieder konfrontiert sein (59). Im Himmel empfängt Gott die ihm angemessene Ehre. Die Menschen werden dauernde Erfüllung und Wertschätzung finden. Die Hölle ist aber ein Ort der Dunkelheit und der dauernden Strafe (60).

Gott kann die Sünde nicht ignorieren. Das würde bedeuten, dass er uns in unserem verkehrten Zustand belässt (67). Niemand, aber auch wirklich niemand kann sich als Herr der Spielregeln aufspielen. Alle haben Regeln gebrochen (68). Christus hat sich stellvertretend für den Regelbruch geopfert (73). Durch das neue Leben, das er schenkt, kann die Umkehr von dem beginnen, was die Macht der Zerstörung in einem Menschen angerichtet hat (90). Wir würden die Sünde lieber einem anderen bzw. unserer Umgebung zuschreiben als uns selbst (92). Mit der Busse und Wende hin zu Christus fangen wir völlig neu an. Wir unterzeichnen den wichtigsten Vertrag. Es ist Schluss mit dem Vertrauen auf sich selbst. Wir setzen das Vertrauen neu auf den, der uns gemacht hat (94). Während wir unser Leben damit zubringen, es zu einem besseren Ort zu machen, bereiten wir uns auf das kommende Leben vor (96; die deutsche Übertragung hinkt etwas). Weil Jesus gerecht vor dem Vater steht, sind wir in der Lage in Gottes heiliger Gegenwart zu bestehen (98). Die Kraft des Heiligen Geistes bewirkt, dass wir wie Menschen leben können, welche die Seite im Spiel des Lebens gewechselt haben (103).

Der Weg zur Freude

Null belässt es nicht bei diesem wichtigen Teil der biblischen Botschaft. Er beschreibt mehrere Schritte zur Freude (nachzulesen ab S. 107). Der erste und bedeutende Schritt besteht darin, genau hinzuschauen: Darauf, dass Gott andere mehr begabt hat als mich, zum Beispiel. Gott handelt wie ein guter Coach: Er würde dir nie erzählen, dass du gesund und genügend trainiert bist, wenn dein Zustand ganz anders aussieht (121). In einer Kultur, wo Performanz Wert generiert, gewinnt Christus ganz neuen Wert (IX). Wer erkannt hat, dass Gewinnen doch nicht alles ist, darf dies als Fingerzeig Gottes verstehen, dass es einen besseren Weg gibt (20). Die wirkliche Stärke zeigt sich in einem ehrlichen Betrachten des eigenen Lebens – in Gottes Licht (114). Das ist viel schwieriger als eine Defensivreaktion, wenn dich jemand auf die eigene Schwäche anspricht (118). Durch die Kraft des neuen Lebens können wir sogar Enttäuschungen ins Gesicht sehen und Gott danken! (140) Geistliches Wachstum hängt nicht mehr einfach an schierem Fleiss und harter Arbeit (143). Wer sein Leben durch Christus prägen lässt, wird mit der Zeit auch in seinem Umfeld den Ruf erlangen echt zu sein (153). Er wird an Weisheit zulegen, weil er Probleme nicht mehr ignoriert (154).

Fazit

Das Buch ist eine leicht zu lesende, aber keine seichte Lektüre. Es ist graphisch gut gestaltet. Bilder und die farbigen Kästen mit persönlichen Fragen betten den Inhalt optisch ein. Hier sind einige Fragen, die ich mir selbst hinter die Ohren geschrieben habe:

  • Was motiviert dich, Sport zu treiben? (5)
  • Beneide ich andere für ihren Erfolg? Konzentriere ich mich auf das, was ich nicht habe? Fürchte ich, nicht gut genug zu sein? Fürchte ich mich vor einem Wettkampf? Liebe ich meinen Gegner? Glaube ich, dass der Erfolg den Weg ebnet, die Person zu werden, die ich gerne sein möchte? Tue ich mir selbst Leid, wenn ich verliere? Bin ich ans Gewinnen versklavt? Fühle ich, dass mir etwas fehlt? (39)
  • Wie oft habe ich meinen Erfolg schon dazu verwendet, mich auf Kosten anderer gut zu fühlen? Welche Gewohnheiten habe ich mir antrainiert, die ich scheinbar nicht ändern kann? Mit welchen Auswirkungen auf mein Leben und meine Beziehungen? (117)
  • Bist du frustriert über Umstände, die nicht in deiner Kontrolle liegen? Fürchtest du dich nicht genügend gut zu sein? (134)

Während der Lektüre dachte ich dauernd: Dieses Buch mag für Sportler geschrieben worden sein. Doch der Inhalt gilt doch genauso für Berufsleute! Wer weiss, vielleicht setze ich meine Idee um, in absehbarer Zeit ein ähnliches Buch für Lernende und Lehrende zu schreiben?

Themelios 39.2

Them39 2Die neue Ausgabe der Zeitschrift Themelios ist online. Schwerpunktthema ist diesmal Jonathan Edwards (1703–1758).

In seinem Editorial geht D.A. Carson der Fragen nach, was eigentlich eine „Evangeliums-Sache“ ist:

Today it is very common to hear that such-and-such a topic is “a gospel issue.” We must hold to the eternal generation of the Son: it is a gospel issue. We must defend inerrancy: it is a gospel issue. We must espouse complementarianism: it is a gospel issue. We must be sabbatarians: it is a gospel issue. We must hold to a specific eschatological vision: it is a gospel issue. We must hold to substitutionary penal atonement: it is a gospel issue. Alternatively, the weight of some doctrines may be diminished by our pronouncements if we declare that something or other is not a gospel issue. We then hear statements like these: Inerrancy may be important, but it is not a gospel issue. I disagree with your understanding of the role of the nation of Israel in the history of redemption, but that’s all right: it’s not a gospel issue. Why do you make such a fuss over complementarianism? After all, it’s not a gospel issue.

Hier: Themelios39.2.pdf.

Schwesig will noch mehr teure Sozialromantik

Uli Dönch hat für den FOCUS ein aktuelles Interview mit Familienministerin Manuela Schwesig treffend kommentiert. Frau Schwesig will zwar auch in Zukunft die traditionelle Familie akzeptieren, warnt aber Frauen vor den „handfesten Nachteilen“, Kinder großzuziehen. Wir haben eine Familienministerin, die den verfassungsmäßigen Schutz der Familie sehr ernst nimmt.

Das beste hebt sich Manuela Schwesig aber für den Schluss des FOCUS-Interviews auf. Die Frage, ob sie neben der Mutter in “Familienarbeitszeit” auch für die Mutter als “Hausfrau” werben wolle, beantwortet sie spürbar zähneknirschend: “Auch dieses Lebensmodell akzeptiere ich natürlich.”

Aber schon im nächsten Satz warnt sie alle Frauen vor den “handfesten Nachteilen”, wenn sie ihre Kinder zu Hause großziehen – Unterhaltsansprüche, Rente etcetera.

Und die Vorteile? Die gibt’s offenbar nicht. So etwas wie eine enge, vertrauensvolle, stärkende Mutter-Kind (oder auch: Vater-Kind)-Beziehung kommt in Manuela Schwesigs Weltbild offensichtlich nicht vor. Man wundert sich, warum die Chefs Angela Merkel und Sigmar Gabriel ihre aus der Spur geratene Familienministerin nicht abbremsen.

Hier: www.focus.de.

Die Geheimreligion der Jesiden

Was glauben eigentlich die Jesiden, die derzeit im Nordirak terrorisiert werden? Hier eine kurze Antwort des DLF:

Friedrich Engels Abkehr vom Pietismus

Friedrich Engels stammt aus einer pietistischen Familie. Er wurde am 28. November 1820 in Barmen, heute ein Stadtteil Wuppertals, als Sohn eines erfolgreichen Fabrikanten geboren. Noch vor dem Abitur verließ er auf Wunsch des Vaters das Gymnasium und begann eine kaufmännische Ausbildung. 1850 begab er sich auf Dauer nach Manchester. Er arbeitete in einer Fabrik, die zur Hälfte seinem Vater gehörte. Auf dem Wege der Erbfolge wurde er später Miteigentümer und lebte in London.

Der folgende DLF-Beitrag schildert eindrücklich Friedrich Engels Abkehr vom Pietismus.

Zwei kurze Anmerkungen dazu:

(1) Bildungsfeindliche Frömmigkeit. Zur Zeit Engels predigte der große Friedrich Wilhelm Krummacher, der damals Pfarrer in Barmen-Gemarke und Elberfeld war. Unter Krummacher kam es zu aufrichtigen Erweckungen. Leider wurde unter seinem Einfluss aber auch eine unkritische Kulturfeindlichkeit gefördert, unter der insbesondere junge, neugierige Kirchgänger zu leiden hatten. Nicht jede Vergnügung ist Weltliebe und damit verwerflich. Nicht die Verteuflung weltlichen Lebens, sondern die christliche Durchdringung sollte das Anliegen der Prediger sein.

(2) Gespaltene Frömmigkeit. Engels erkannte früh, dass die pietistischen Unternehmer ihre Angestellten, zu denen damals auch Kinder gehörten, schlechter behandelten als umfromme Fabrikanten. Überspitzt: Die frömmsten Fabrikanten waren herzlose und ausbeuterische Arbeitgeber. Ähnliche Eindrücke bekam Engels später in England.

Obwohl ich bezweifle, dass das so pauschal ausgesagt werden kann, hatte ich schon manchmal, wenn ich dazu etwas bei Marx oder Engels las (siehe z.B. Das Kapital), das Empfinden, beide trieb dieses Problem wirklich um und vertiefte verständlicherweise ihre Solidarität mit dem „Proletariat“. Obwohl ein Fabrikant naturgemäß unternehmerisch denken und handelt muss, gilt: die Abspaltung des frommen Lebens vom Alltagsgeschäft ist dem Zeugnis des Glaubens nie förderlich. Jesus Christus möchte Herr im gesamten Leben sein. Kritischer Prüfstein ist nicht der Kirchgang, sondern der Alltag.

Hier der Beitrag:

D. Jackman: Die Autorität und Beständigkeit des Wortes Gottes

IMG 7132In dem Vortrag „Die Autorität und Beständigkeit des Wortes Gottes sowie die Notwendigkeit der biblischen Auslegung“ legte David Jackman aus London die Grundlage für seinen Ausführungen zur Predigtlehre. Wer einmal John Sott zu dem Thema sprechen hörte, wird spüren, dass er Jackman in dieser Frage (und in einigen anderen) geprägt hat.

Auch die anderen Vorträge wurden inzwischen bei Evangelium21 eingestellt: www.evangelium21.net.

David Jackman auf Spurgeon-Konferenz in München

Stefan Beyer hat die Spurgeon-Konferenz besucht und einen Bericht darüber geschrieben, den ich hier freundlicherweise wiedergeben darf:

Predige das Wort!

David Jackman sprach auf Spurgeon-Konferenz in München

Spurgeon_konferenz2014_David_Jackman_beim_Vortrag_übersetzt_von_Matthias_Lohmann

David Jackman spricht über den Galaterbrief. Übersetzt wird er von Matthias Lohmann.

In der Zeit vom 6. bis 9. August veranstaltete das Martin Bucer Seminar in München in Kooperation mit dem Netzwerk Evangelium21 die erste Spurgeon-Konferenz. Sie stand unter dem Thema: „Predige das Wort!“. Insgesamt 40 Teilnehmer aus Deutschland und Österreich hatten das Privileg, von David Jackman, dem früheren Präsidenten des „Proclamation Trust“ in London, und Dr. Michael Clark, Dozent und Co-Leiter des Martin Bucer Seminars in München, zu lernen.

Den großen Rahmen der Konferenz bildete eine Auslegung des Galaterbriefs, durch welche die Teilnehmer geschult wurden, in ihrem eigenen Gemeindeumfeld das Wort Gottes treu zu predigen. David Jackman, der unter J. Alec Motyer und J. I. Packer studierte, verwies zunächst darauf, dass die Gemeinden nicht weniger Predigten, sondern bessere Predigten benötigen. Er setze sich schon seit Jahren im Rahmen des Cornhill Trainingskurses dafür ein, eine neue Generation von Bibellehrern auszubilden. Es gäbe einen Hunger unter den Christen, das Wort Gottes sorgfältig und interessant ausgelegt zu hören. Denn richtig gepredigt tue das Wort Gottes in den Händen des Heiligen Geistes das Werk Gottes.

In der ersten Einheit unterstrich David Jackman, dass das Wort Gottes inmitten des Relativismus unserer Zeit eine völlig gewisse Grundlage für unseren Glauben bilde. Der Apostel Petrus mache in 2. Petrus 1,12–21 deutlich, dass Gott sich uns offenbart hat. Diese Offenbarung bilde das Fundament unseres Glaubens. Dazu käme das Leben Jesu als Fundament der Wahrheit, denn die ganze Bibel konzentriere sich laut Lukas 24,25–27.44–45 auf die Person und das Werk Jesu. Die Frage sei nun, welcher Autorität wir uns unterwerfen. Der unseres Verstandes, der Kirche, der unserer Erfahrung? Oder vertrauen wir dem Licht des Wortes Gottes, welches von außen auf uns scheint. Spurgeon, der auch „Prinz der Prediger“ genannt wird, verglich die Bibel mit einem Löwen, der sich sehr gut selbst verteidigen kann, sobald er freigelassen werde. Gott offenbare sich in der Bibel durch die überlieferten Geschehnisse sowie durch deren Deutung in der Schrift selbst. Weil der auferstandene Herr Jesus seine Herrschaft über unser Leben vermittelt durch die Worte der Heiligen Schrift, ausübt, sei es von äußerster Wichtigkeit, dass die Bibel unser Leben bestimmt. Das tue sie am besten, wenn der biblische Text die Predigt forme. Christliche Lehrer sollten das Wort Gottes lehren und sich auch durch Widerstand nicht davon abbringen lassen (vgl. 2Tim 3,15–4,5).

David Jackman beim Vortrag.

David Jackman beim Vortrag.

Ab der zweiten Einheit nahm David Jackman die Konferenzteilnehmer mit in eine intensive Auslegung des Galaterbriefes hinein. So konnten sie exemplarisch die Vorbereitung einer Predigt üben. Auslegendes Predigen, so Jackman, verlangt immer einen Dreischritt von Erklären (Was steht im Text?), Begründen (Was will der Text?) und Anwenden (Wie können wir den Text heute umsetzten?). Ziel der Predigt sei es, den Verstand anzusprechen, um dadurch das Herz zu beeinflussen und schließlich den Willen zu aktivieren. Wobei der Kontext der Passage meist schon den Rahmen der Anwendung vorgebe. Der Schlüssel zum guten Predigen sei gutes Zuhören. Dabei solle man besonders auf Überraschungen und Schwierigkeiten im Text achten. Der theologische Kontext des Galaterbriefes sei auch heute noch anwendbar. Die falschen Lehrer predigten die Beschneidung aus Menschenfurcht (vgl. Gal 6,12) und verkündeten deshalb ein anderes Evangelium.

Paulus, der das Evangelium direkt vom Herrn Jesus Christus gelernt hat (Gal 1,12), ruft die Gemeinden auf, diesem pervertierten Evangelium nicht zu folgen, egal wie beeindruckend die Lehrer seien (Gal 1,8). Die Botschafter authentifizieren nicht die Botschaft, sondern umgekehrt. David Jackman verwies darauf, dass ein durch die liberale Theologie verunstaltetes Evangelium für den Mitgliederschwund in den Kirchen Westeuropas verantwortlich sei. Viele wollten, wie auch die falscher Lehrer in Galatien, Werke zu dem Evangelium hinzufügen, da sie nicht auf die Genugsamkeit des Evangeliums vertrauten. Das Kommen Jesu, sein vollkommenes Leben, sein Sühnetod am Kreuz und seine Auferstehung (d. h. das Evangelium) hätte alles verändert. Dahinter zurück zu gehen, sei töricht. Paulus war dieser Punkt so wichtig, dass er sich sogar dem Apostel Petrus entgegenstellte (Gal 2,11–14). Petrus ließ sein Verhalten von pragmatischen Überlegungen leiten, während Paulus darauf bestand, dass die Gemeinde von Prinzipien des Evangeliums bestimmt werden müsse. Die Konsequenzen des Evangeliums seien genauso wichtig wie die Wahrheit des Evangeliums selbst.

Konferenzteilnehmer im Gespräch.

Konferenzteilnehmer im Gespräch.

Dr. Michael Clark, der früher als Pastor der St. Andrew’s Anglican Cathedral in Sydney arbeitete und nun als Dozent und Co-Leiter das Martin Bucer Seminar in München betreut, schloss mit einem Vortrag über die neue Paulusperspektive (NPP) an. Laut der NPP hätten die Reformatoren sowohl Paulus als auch das Judentum falsch verstanden, insbesondere in Bezug auf die Gerechtigkeit und die Rechtfertigung im Neuen Testament. Das Judentum zur Zeit des Apostels hätte an eine Erlösung aus Gnade geglaubt, welcher ein Gericht aus Werken folge. Der Konflikt, in dem Paulus und das Judentum des Neuen Testaments standen, drehte sich deshalb weniger um die Rechtfertigung vor dem Tribunal Gottes, als um den Status der Heiden (Ekklesiologie). Paulus wollte die Grenzen des Reiches Gottes neu definieren (wer drin und wer draußen ist). Clark ging bei der Besprechung der NPP insbesondere auf den Theologen N.T. Wright ein, der den Begriff Gerechtigkeit im Neuen Testament in Treue umdeute. Für N.T. Wright schließt die Rechtfertigung nicht nur Jesus Werk für uns am Kreuz ein, sondern auch sein Werk in uns, für welches wir am Jüngsten Tag gerichtet werden. Diesem Verständnis stellte Michael Clark Römer 3 entgegen. Die Art und Weise, wie Paulus dort den Begriff Rechtfertigung gebraucht, signalisiert die gegenwärtige, unmittelbare Gerechtsprechung der Gläubigen.

Neben vielen praktischen Übungen zur Predigtvorbereitung umfasste die Konferenz auch die Teilnahme an einem Einsatz des Forums Evangelisation unter arabischen Touristen in der Münchner Innenstadt. Dort konnten die Teilnehmer in Gesprächen mit muslimischen Besuchern Münchens über das Wunder des Evangeliums sprechen, nämlich dass Christus uns nicht aufgrund unserer guten Werke, sondern durch seine guten Werke mit Gott versöhnt. Es wurden Traktate, Neue Testamente auf arabisch sowie SD-Karten mit christlichem Material verteilt. Außerdem nutzten die Konferenzteilnehmer die Gelegenheit, um für die vielen Menschen zu beten, die noch nie vom Evangelium gehört haben.

Die Veranstalter der Konferenz haben auch für entspannende Momente gesorgt. Nachmittags wurden sportliche Aktivitäten, abends Gesellschaftsspiele, angeboten.

Die erste Spurgeon-Konferenz hat einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass das Wort Gottes in Deutschland deutlicher gepredigt wird und sie hat Interesse geweckt, in Zukunft noch mehr darüber zu lernen, wie man die Bibel treu auslegt und den Menschen nahe bringt. Die nächste Konferenz darf mit Spannung erwartet werden.

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Ein kurzer Bericht über die Konferenz ist in den ideaheute-Nachrichten vom 8. August 2014 erschienen:

Martialischer Buddhismus in Sri Lanka

Während in Sri Lanka die Tourismusbranche wächst, kommt es immer häufiger zu Übergriffen extremistischer Buddhisten auf christliche Gemeinden und Muslime. 

Hier ein DLF-Bericht dazu:

Fokussiert leben

Os Guinness empfiehlt in unserer Multioptionsgesellschaft das fokussierte Leben (Von Gott berufen – aber zu was?, 2000, S. 208):

Aktuelle Entscheidungen und Abwechslung, verstärkt durch die Geschwindigkeit und den Druck des Lebens in unserer heutigen Zeit, drohen ständig, unsere Konzentration zu zerstreuen und unsere Energie zu vergeuden. Es gibt gute Gründe, dass solche Formulierungen wie »ausgebrannt«, die »Tyrannei der Dringlichkeiten« oder die »Diktatur des Terminkalenders« heutzutage so häufig zu hören sind. Und viele Strategien, darauf zu reagieren, sind genauso schlecht wie die Probleme selbst. Die gefährliche Aussage »die Notwendigkeit ist dein Ruf« ist genauso ein sicheres Rezept für Überlastung und Verwirrung wie die verführerische Aussage »du hast dir heute eine Pause verdient« ein sicheres Rezept für Trägheit und Sichtreiben-Lassen ist. Unnötig zu sagen, dass die Lösung für das heutige Dilemma in der Weisheit liegt, sich sinnvolle Ziele zu setzen und alles andere außer Acht zu lassen. Aber wie? Vor langer Zeit schon beobachtete der Schreiber der Sprüche: »Dem Toren ist die Torheit eine Freude; aber ein verständiger Mann bleibt auf dem rechten Wege« (Spr 15,21). Es ist noch gar nicht so lange her, da schrieb der Harvard-Philosoph George Santayana: »Um etwas Bestimmtes zu erreichen, wird ein Mensch alles andere aufgeben.« Die heutige Welt macht das Leben in nur einem Brennpunkt schwieriger, ja fast unmöglich. W. H. Auden, der Dichter und Nachfolger Christi, hielt seine Erfahrung fest: »Wenn ein Künstler heutzutage etwas erreichen will, muss er eine vorbildliche Disziplin in Bezug auf die Zeit entwickeln, die in früheren Zeiten wahrscheinlich als neurotisch oder egoistisch erschienen sein mag, denn er darf nie vergessen, dass er in einem Belagerungszustand lebt.« Ansonsten, so stimmte Solschenizyn zu, »hat ein Künstler keinen anderen Ausweg, wenn er sich nicht mit kurzlebigen Sorgen aufheizen oder verbrennen will.«

Rundum versucht

Jørgen Glenthøj, lutherischer Pfarrer in Dänemark und Bonhoeffer-Forscher (Mitherausgeber der Bonhoeffer-­Gesamtausgabe), war Freund und Lehrer der OJC-Gemeinschaft. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Salzkorn ist seine Auslegung des „Vater unser“ abgedruckt. Darin heißt es:

„Die größte Not und Gefahr, die Jesus und seine­ Jüngergemeinde kennen, ist die Versuchung, den Lock- und Schreckmitteln des Widersachers Gottes nachzugeben. Gegen Jesus unternahm Satan drei Versuche, ihn zum Missbrauch seiner Möglichkeiten zu bewegen. Wir kennen drei Beispiele:

  1. die Versuchung, die Weltherrschaft durch die Huldigung Satans als Lehnherrn zu erlangen,
  2. die Versuchung, die Kraft Gottes zu missbrauchen, um Wunder zum eigenen Vorteil zu wirken oder
  3. die Versuchung zur Selbstverherrlichung, d.h. zu zeigen, dass er nach Wunsch Brot und Schauspiele herbeischaffen könnte.“