„Night Will Fall“

Im Frühjahr 1945 entdecken die Alliierten das Konzentrationslager Bergen-Belsen in der Lüneburger Heide. Aus dem Entsetzen über die dort gesehenen Grausamkeiten entsteht das Verlangen, diese filmisch zu dokumentieren. Renommierte Regisseure wie Alfred Hitchcock und Billy Wilder werden beauftragt, aus dem Rohmaterial Dokumente für die Aufklärung der Bevölkerung entstehen zu lassen.

Unter dem Eindruck des beginnenden Kalten Krieges scheint es plötzlich nicht mehr ratsam, die westdeutsche Bevölkerung nachhaltig mit ihren Verfehlungen zu konfrontieren. Der Film landet unvollendet in den Archiven, eine Filmrolle gilt sogar als verschollen. Nach jahrelangen Recherchen und neu aufgetauchtem Material ist es dem „Imperial War“-Museum nun gelungen, den Hitchcock-Film zu rekonstruieren. Er wurde im Rahmen der Berlinale 2014 erstmals öffentlich in Deutschland aufgeführt.

Der Dokumentarfilm „Night Will Fall“ zeigt die Wiederherstellung des Films und liefert bisher ungesehene Bilder aus den befreiten Konzentrationslagern. Ich habe die Dokumentation, die heute (also am 26.01.2015) um 23.30 Uhr bei der ARD ausgestrahlt wird, bereits gesehen. Mir stockte mehrfach der Atem. Was man dort gezeigt bekommt, ist unvorstellbar abgründig. Obwohl die Bilder und Zeugenberichte fast nicht zu ertragen sind, will ich diesen Blick in das finsterste Kapitel deutscher Geschichte empfehlen.

M. Borg: Was ist ein Christ?

Stirbt ein Mensch, so ist das ein Grund für Traurigkeit und Trauer. Das gilt besonders dann, wenn jemand ohne Auferstehungshoffnung stirbt. Marcus Borg, der am 21. Januar 2015 einer schweren Krankheit erlegen ist, fehlte leider die feste Zuversicht auf das ewige Leben.

Ich habe Marcus Borg nie persönlich gehört. Nach allem, was ich mitbekommen habe, soll er ein freundlicher und den Menschen zugewandter Theologe gewesen sein. In Deutschland erlangte er bei weitem nicht die Bekanntheit, die er im englischsprachigen Raum genoss. Hierzulande war er vor allem dafür bekannt, als Mitarbeiter des Jesus-Seminars auf der Suche nach den ursprünglichen Jesus-Worten zu sein. Vergeblich.

In den letzten Tagen ist Marcus Borg für seine innovative Theologie mehrfach gelobt worden. Borg war einer von denjenigen progressiv-liberalen Theologen – sagt Scot McKnight –, die auch mit Evangelikalen diskutiert haben, insofern diese ihrerseits bereit waren, den Liberalen zuzuhören. Er behält Borg als „Pastor“ in Erinnerung. Brian McLaren sieht in Marcus Borg einen „Evangelisten“, der etliche Zweifler davor bewahrt hat, der Kirche endgültig den Rücken zu kehren.

Wie ich hier schon einmal erklärt habe, finde ich bei Borg weder Neues (wobei Neuheit sowieso kein Kriterium für Bedeutsamkeit oder Wahrheit ist) noch Ermutigendes, sondern eine eklektische Ansammlung dessen, was in psychoanalytischer und existentialer Exegese sowie in liberaler und politischer Theologie bereits geleistet worden ist. Ein „Christsein“ ohne Erlöser, ohne geistliche Umkehr, eben deshalb ohne feste Zuversicht auf die Vergebung der Sünden und das ewige Leben. Um es mit Borgs eigenen Worten zu sagen (Heute Christ sein, 2005, S. 221):

„Ein Christ ist jemand, der das im Rahmen seiner christlichen Tradition tut, so wie ein Jude das im Rahmen seiner jüdischen Tradition tut, ein Muslim im Rahmen der islamischen Tradition und so weiter. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott sich darum sorgt, welcher Religion wir angehören. Bei allen Religionen handelt es sich um Pfade der Beziehung und der Veränderung.“

Mit Bartholomäus Ziegenbalg lernen

NewImageVor vielen Jahren hatte ich das Vorrecht, Niels Peter Moritzen bei der Herausgabe von zwei Werken aus der Frühgeschichte der evangelischen Mission zu unterstützen. Die Schrift „Kurze Beschreibung der Tätigkeit der Mission“ wurde am 21. Juli 1717 in Tranquebar/Südindien in lateinischer Sprache von der Missionsdruckerei veröffentlicht. Als Autoren zeichnen die beiden Indienmissionare B. Ziegenbalg und J.E. Gründler.

Prof. Moritzen, der die Schrift übersetzte und damit erstmals einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machte, schreibt in seiner Einführung: „Diese Darstellung ist ein faszinierendes Beispiel für eine sachliche und werbende Missionsberichterstattung, die sich an Mitchristen wendet. Sie macht nicht nur den äusseren Aufbau der Arbeit, sondern auch das Selbstverständnis der führenden Missionare recht deutlich und ist so als eine Einführung recht brauchbar“ (Bartholomäus Ziegenbalg u. Johannes Ernst Gründler, Von den Anfängen evangelischer Mission, hrsg. von Niels Peter Moritzen, Bonn, 2002, S. 7).

Die beiden Verfasser der Schrift „Kurze Beschreibung der Tätigkeit der Mission“ beschreiben unter Abschnitt XXV die Verkündigung des Evangeliums. Das gefällt mir natürlich:

Durch die Ankündigung des Evangeliums wird den Menschen der übergroße und allerkostbarste Schatz vorgestellt und dargeboten. Wer diesen annimmt und in seinem Gemüt wirklich zu eigen hat, der hat das Brot des Lebens; wer es isst, wird in Ewigkeit leben. Er hat eine Quelle lebendigen Wassers; wer daraus Wasser trinkt, wird in Ewigkeit nicht dürsten. Ja Ströme lebendigen Wassers fließen von seinem Leibe. Er hat das Licht der Welt, und wer dem folgt, wird nicht wandeln in der Finsternis. Er hat den Weg, und nur dieser führt uns zum ewigen Leben. Er hat die Pforte, durch die wir zur Teilnahme am Himmelreich eingehen. Dieser allerkostbarste und himmlische Schatz ist JESUS CHRISTUS, und zwar der gekreuzigt und von den Toten auferstanden ist. Er ist uns von Gott gemacht zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung.

Aber beeindruckend ist auch, was die Missionare über die Zielsetzung der errichteten Schulen kundtun. Es heißt dazu unter XIII.:

Das wichtigste Ziel in diesen Schulen ist: 1) Die wahre Frömmigkeit oder Erkenntnis der Wahrheit nach Art der Frömmigkeit in ihre Seelen zu pflanzen. 2) Das Wort Gottes und die göttlichen Wahrheiten aus der Heiligen Schrift selbst ihnen vertraut zu machen. 3) Die Lehren des wahren Christentums aus der Heiligen Schrift und anderen christlichen Büchern so zu lehren, daß sie den wahren Sinn und Zusammenhang der ganzen Ordnung der Gnade und des Heils erfassen, wie Gott in unseren Seelen das Werk der Erlösung bewirkt. 4) Den wahren Gebrauch und Sinn christlicher Schriften durch die Erziehung der Kleinen in diesen bisher dunklen Ländern einzuführen. 5) Die Schüler zu guten Sitten zu erziehen, damit die eingeübten Sitten der Heiden ausgelöscht und eine christliche Kultur der Seelen begründet werde. 6) Die biblische Geschichte nach ihrem Zusammenhang ihnen einzuprägen. 7) Rechtschreibung und Rechenkunst zu lehren. 8) Ihnen einen guten Stil anzugewöhnen usw.

Es folgt ein – wie ich meine – besonders wertvoller Abschnitt. Unter XIV. beschreiben die Missionare, wie sie einige begabte und fortgeschrittene tamulische Schüler für den Missions- und Pastorendienst vorbereiten. Zu ihren Aufgaben gehört:

1) Täglich halten sie fortlaufende biblische Lesung. 2) Kernstellen der Bibel werden auswendig gelernt. 3) Die thetische Theologie lernen sie ernstlich. 4) An den oben kurz beschriebenen tamulischen Schulen halten sie Katechisationen. 5) Die Predigten, die die Missionare öffentlich halten, schreiben sie in der Kirche aus ihrem Munde eilends mit Eilschrift auf, bedenken sie zu Hause und wiederholen sie vor der Versammlung der Schüler und Katechumenen aus dem Gedächtnis. 6) Gewisse theologische Stoffe und biblische Aussagen werden ihnen zur Erklärung vorgelegt, die sie nach ausreichender privater Verarbeitung und nach tamulischer Niederschrift auf Papier, wohlbedacht zum Vortrag ihrer Überlegungen vor den übrigen Schülern Gelegenheit haben. 7) Die biblische Geschichte machen sie sich durch häufigen Unterricht und Lesung vertraut. 8) Sie besuchen das Collegium Biblicum et Exegeticum, d.h. die Bibelauslegungsstunde bei den Missionaren. 9) Sie bemühen sich um medizinische Kenntnisse nach den Prinzipien der tamulischen Ärzte sowohl theoretisch wie praktisch. 10) Sie lernen das Portugiesische, Geographie und Kenntnis des Globus usw.

Na, da können wir heute viel lernen!

Killjoys

Bei Desiring God gibt es das neue Buch Killjoys: Der Verlag schreibt dazu:

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Our love affairs with sin are not just a matter of morality, but of joy. Sanctification is not just about faithfulness to God, but about finding our deepest, most satisfying fulfillment in him.

We can be infinitely and enduringly more happy with Jesus than with anything or even everything in a world without him — even when that world is filled and overflowing with promotions and bonuses at work, on-demand television, all-you-can-eat sushi, grossly accessible pornography, always new and better technology, and countless other goods become gods.

Our hearts were designed to enjoy a full and forever happiness, not the pitiful temporary pleasures for which we’re too prone to settle. Pride, envy, anger, sloth, greed, gluttony, and lust are woefully inadequate substitutes for the wonder, beauty, and affection of God. They will rob you, not ravish you. They will numb you, not heal you. They will slaughter you, not save you.

Das Buch, dessen Cover von dem großartigen Peter Voth gestaltet wurde, gibt es zum kostenlosen Download in verschiedenen Formaten hier: www.desiringgod.org.

E21-Konferenz mit Greg Gilbert

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Greg Gilbert ist Hauptpastor der Third Avenue Baptist Church in Louisville (Kentucky, USA). Er hat verschiedene Bücher geschrieben, darunter das auch in deutscher Sprache erschienene Buch Was ist das Evangelium?. Im April 2015 wird er der Hauptredner der E21-Konferenz sein.

Hier ein Blick auf das Programm: Flyerv2_web.pdfAnmeldungen sind ab sofort möglich! Hier: www.evangelium21.net.

A. Zahn: Sünde im 1. Johannesbrief

Andreas Gramlich macht uns seit Jahren durch Digitalisierungen alte Schätze zugänglich. Vielen Dank!

Zu finden ist bei ihm auch das wunderbare Buch:

Adolf Zahn: Wanderung durch Schrift und Geschichte, 1891

Im Beitrag „Der Begriff der Sünde im 1. Brief des Johannes“ schreibt Zahn:

Vor allem ist zu fragen, was der Apostel unter „Gesetzlosigkeit“ (Luther: Ungerechtigkeit) versteht. Es ist nicht nur der Zustand, in dem jemand ohne Gesetz ist (Gesetzlosigkeit), sondern auch der, in dem jemand gegen das Gesetz ist (Gesetzwidrigkeit). Der „Gesetzlose“ lebt also ohne und gegen das Gesetz. Welches Gesetz aber hält Johannes durch die Sünde verletzt? Einige, wie Ökumenius, Scholastikus II, Beda, de Wette meinen, das allgemeine Sittengesetz, andere, wie Hilgenfeld, das mosaische Gesetz. Über dies Gesetz wird aber in dem Brief nichts gelehrt, sondern es ist die Rede von dem einen Willen Gottes, der in Ewigkeit bleibt, von dem einen Gebot Gottes, darin der Glaube an Jesum Christum und Bruderliebe untereinander geboten wird (2,7; 3,23 usw.), von der einen Botschaft, welche die Menschen Liebe lehrt (3,11), kurz von dem einen Wort, das von anbeginn der Gemeinde gepredigt ist (1,10; 2,5.7.24). Ein in verschiedene Teile zerfallendes Gebot bleibt es doch dasselbe (2,4; 3,23; 5,2-3; cf. 3,24). Diese Gebote werden „nicht schwer“ genannt, weil sie erfüllt werden durch die Liebe, welche das angenehmste und leichteste ist. Dass darin auch „das vor Gott gefällige“ (3,22) enthalten ist, ist klar. Wer dem folgt, der wird mit Gott so verbunden, dass Gott in ihm und er in Gott ist (3,24), und er zugleich die Wahrheit, die höchste Liebe Gottes, Licht, kurz jegliche Erkenntnis der göttlichen Dinge erlangt. Daher wird aus einem Leben nach Gottes Geboten am besten erkannt, dass jemand aus Gott geboren ist (2,3).

Hier: Wanderung_durch_Schrift_und_Geschichte.pdf.

Jesus Christus schafft die Mitte

Blaise Pascal:

Das Wissen von Gott ohne Kenntnis unseres Elends zeugt den Dünkel. Das Wissen unseres Elends ohne Kenntnis von Gott zeugt die Verzweiflung. Das Wissen von Jesus Christus schafft die Mitte, weil wir in ihm sowohl Gott als unser Elend finden.

Durch und durch Hegelianer

Paul Helm hat einen Vortrag von Jürgen Moltmann besucht und beschreibt in einem kurzen Beitrag, wie weit sich der Tübinger Theologe von der traditionellen Gotteslehre entfernt hat (und wie problematisch es ist, Theologie auf der Grundlage einer Philosophie zu entwickeln):

Afterwards we were able to talk briefly about this and whether there was any time in his career when he was not a follower of Hegel. He said that there hadn’t been. And whether there was any way in which someone (like me, and the majority of the Christian theological tradition) could have a serious conversation with someone for whom God was to be spoken of exclusively in the language of subjectivity. He said that there wasn’t. But perhaps he did not understand me, and we failed to have a conversation about having a serious conversation. Nevertheless I was impressed once again by the way in which a continental Christian thinker will readily make Hegel (or Kant) a foundation stone of his theology, on a par with Scripture, so it seems. This creates a gulf that separates continental ways of thinking, not from English ways of doing theology, but from the main patristic, medieval and reformed way of thinking about the God of Scripture. Not a Greek superimposition, but a gulf arising from the data  of Scripture itself.

Mehr: paulhelmsdeep.blogspot.de.

Nochmal: Wo sind die türkischen Christen?

Der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu hat im Gespräch mit der FAZ seine Sorge darüber offenbart, dass PEGIDA in Deutschland eine exklusive christliche Gesellschaft wolle.

Die Aussagen des Regierungschefs sind in mehrfacher Hinsicht problematisch. Nimmt er nicht wahr, dass sich Deutschland (einschließlich der Kirchen) zunehmend säkularisiert, wir also meilenweit von einer Re-Christianisierung entfernt sind? Es ist selbstverständlich ein völliger Missgriff, die merkwürdig verschwommene Bewegung PEGIDA mit der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu vergleichen (Bitte hier keine Diskussion über PEGIDA starten. Ich kann es nicht mehr hören). Und: Was Ahmet Davutoglu interessanterweise verschweigt oder verdrängt, ist die Tatsache, dass vor knapp 100 Jahren der Anteil der Christen an der Gesamtbevölkerung in der Türkei bei 30 Prozent lag. Heute sind nur noch ca. 0,2 Prozent der in der Türkei lebenden Menschen Christen.

Anlässlich dieser sonderlichen Bemerkung erinnere ich nochmals an den Beitrag der Genozidforscherin Dr. Hofmann über die Entchristianisierung der Türkei: hofmann_auszug.pdf

Seelsorge Vertiefungsseminar II

Es sind noch ein paar Plätze frei:

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Der Seelsorge Vertiefungskurs II, der vom 01.–06. März 2015 im Teencamp-Freizeithaus in Marsberg-Helminghausen (Deutschland, URL: www.tcamp.de  veranstaltet wird, enthält folgende Einheiten:

  • Psychopathologie und Psychiatrie (Referent: Dr. med. Christoph Jung)
  • Pornografie: Grundlagen und Arbeitsmittel für die Gemeindepastoral (Referent: Daniel Röthlisberger)
  • Praxisfelder Ehe- und Familienseelsorge (Referent: Thomas Jeising)

Sollten Sie an diesem Kurs Interesse haben, freuen wir uns über eine möglichst schnelle Anmeldung!

Weitere Informationen finden Sie im Flyer: Vertiefung_II_maerz2015_b.pdf .

Logos 6 in der Praxis

Waldemar ist Pastor und arbeitet seit einigen Wochen mit der Bibelsoftware Logos 6. Er schreibt:

Ich nutze seit einigen Wochen Logos 6 im Pastoren-Alltag und versuche euch mit diesem Beitrag einen kleinen Einblick in das Programm zu geben. (Da ich bislang keine deutschen Werke und Pakete erworben habe, sind meine Screenshots mit englischen Bibelübersetzungen versehen.) Ich bereite jede Woche mindestens eine Predigt und eine Einheit zur Bibelstudienreihe (aktuell die Thessalonicher-Briefe) unseres Bibelgesprächskreises vor. Auch nach einigen Wochen der Logos-Nutzung, habe ich immer noch das Gefühl, dass ich lediglich an der Oberfläche der Software kratze und es noch sehr viel mehr zu entdecken gibt. Im englischen Logos-Forum schrieb jemand eine wie ich finde sehr passende Bemerkung: „Logos is such a powerful program that sometimes I feel like I’m a 16 year old taking a Ferrari out for a test drive.“

Hier geht es zu seinem kleinen „Workshop“: www.jesus24.de.

Das vollständige Interview mit dem dem Marketing-Manager Thomas Reiter gibt es hier: LOGOS6_Reiter.pdf

 

Vom Reichtum des Evangeliums

Johannes Calvin schreibt 1535 in seiner Vorrede zur Olivetanbibel über die Schönheit und den Reichtum des Evangeliums (Calvin-Studienausgabe, Bd. 1, 1994, S. 49):

Ohne das Evangelium sind wir alle unbrauchbar und nichtig; ohne das Evangelium sind wir keine Christen; ohne das Evangelium ist aller Reichtum Armut, unsere Weisheit Torheit vor Gott, alle menschliche Gerechtigkeit von Gott verdammt. Aber durch die Kenntnis des Evangeliums werden wir Kinder Gottes (Gal 4,6), Brüder Jesu Christi, Mitbürger der Heiligen (Eph 25 2,9), Bürger des Himmelreiches (Phil 3,20), Erben Gottes zusammen mit Jesus Christus (Röm 8,17), durch welchen die Armen reich, die Schwachen mächtig, die Törichten weise, die Sünder gerecht, die Verzweifelten getrost, die Zweifler gewiß und die Unfreien frei gemacht worden sind. Das Evangelium ist das Wort des Lebens und der Wahrheit, die Macht Gottes zum Heil allen Glaubenden (Röm 1,16) und der Schlüssel zur Gotteserkenntnis, der den Gläubigen die Tür zum Himmelreich öffnet, indem es sie von den Sünden freispricht, und es den Ungläubigen verschließt, indem es sie in ihren Sünden festhält (Mt 18,18). Selig sind alle, die es hören und bewahren (Lk 11,28); denn dadurch zeigen sie, daß sie Gottes Kinder sind.

5 Dinge über die Wunder von Benny Hinn

Corrie Mitchell, Redakteurin bei OnFaith, hat eine Veranstaltung mit Benny Hinn besucht. Was erwartet dich auf so einem Erweckungsevent? Ihre Beobachtungen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

1. Es wird dein Bibelwissen herausfordern.

2. Du wirst merken, dass Hinn alles kontrolliert.

3. Du wirst mit deinen negativen Gedanken kämpfen.

4. Du wirst entdecken, dass das „Wohlstandsevangelium“ sein Ding ist.

5. Du wirst möglicherweise die Veranstaltung (schnell) wieder verlassen.

Hier mehr: www.faithstreet.com.

Vom Segen der Schwachheit

J.I. Packer spricht über den Weg der Schwachheit (vgl. 2Kor 12):

VD: NK

Staatsfeminismus

Claudia Wirz hat in der NZZ dargelegt, weshalb sie sich als Frau keine staatliche Zwangsbeglückung wünscht.

Vom einstigen Geist der Frauenemanzipation ist nicht mehr viel übrig geblieben. Was früher eine Volksbewegung war – also eine Bewegung hauptsächlich der Bürgerinnen –, ist heute zur Staatsdoktrin geworden. Der Staatsfeminismus, der scheinbar dem Motto nachlebt, dass alles Gute von oben kommt, eröffnet ein weites Feld für Interventionen. Der Staat sucht unentwegt nach neuen Missständen – zu Amtsdeutsch: Handlungsbedarf –, um immer weiter regulieren zu können. Die individuelle Eigenverantwortung, welche am Anfang der Aufklärung und damit auch der Frauenbewegung stand, ist dem gönnerhaften Staatsfeminismus fremd.

Es ist Frauenpolitikerinnen nicht vorzuwerfen, wenn sie mit einem solchermassen paternalistischen Feminismus Politik machen. Beunruhigen aber muss, wie wenig Widerstand solchen Postulaten entgegenweht. Schon die «geschlechtergerechte Sprache» nimmt man willfährig hin, obwohl sie Unfug ist. Wenn heute schon Fünfjährige von ihrer «Kindergartenlehrperson» sprechen, sollte das zu denken geben. Auch dass sich der Bundesrat für die Frauenquote ausspricht, irritiert. Denn mit der Quote wird nicht nur die Freiheit weiter demontiert. Mit ihr werden die Frauen abqualifiziert, weil man ihnen unterstellt, dass sie es aus eigener Kraft nicht schaffen und deshalb etwas «Spitex» brauchen. Und es werden neue Diskriminierungen geschaffen. Die Quote ist nichts anderes als eine staatliche Umverteilung zulasten der Männer.

Das Ziel des heutigen, staatlich forcierten Feminismus ist nicht mehr wie einst die rechtliche Gleichstellung der Geschlechter, die eine Gleichheit im Anderssein postuliert. Heute geht es um die Nivellierung jedes Geschlechterunterschieds im gesellschaftlichen Zusammenleben. Dabei weiss gar niemand, wie eine vollkommen gleichgestellte Gesellschaft überhaupt aussehen würde. Wahrscheinlich wäre sie ziemlich langweilig – und gefährlich, weil überall Fehltritte und Klagen lauern.

Mehr: www.nzz.ch.

Stasi Mediathek

Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) hat einige Unterlagen der Staatssicherheit online stellen lassen. Obwohl der Umfang der zugänglichen Dokumente überschaubar ist, sind ganz interessante Sachen zu finden. Leider scheint bei etlichen Filmen, ich rede nicht von Überwachungsaufnahmen, sondern z.B. von Schulungsfilmen, die Tonspur zu fehlen. Schade.

Mein Favorit ist der Mitschnitt einer Diskussion der Mitarbeiter der Bezirksverwaltung Cottbus aus dem Jahr 1989. Die Mitarbeiter der Bezirksverwaltung sprechen mit dem Sekretär für Propaganda bei der zentralen Parteileitung der Stadt, Werner Thomala, über aktuelle politische Probleme. Da wurde doch tatsächlich noch im Herbst 1989 von den propagandistischen Methoden Lenins geschwärmt. Aber ist gibt auch innerhalb des Stabes kritische Rückfragen, z.B. zum Vorwurf der gefälschten Wahlergebnisse.

Hier die Mediathek: www.stasi-mediathek.de.