Die weiche Wissenschaft

In der Zeitschrift SCIENCE ist eine Untersuchung veröffentlicht worden, deren Ergebnis die Fachwelt schockieren dürfte. Nachgewiesen wird dort nämlich durch Stichproben, dass von 100 psychologischen Studien 61 nicht reproduzierbar sind. Die Psychologie ist eine weiche Wissenschaft, die sich hervorragend dafür eignet, zu finden, was man finden will.

Science veröffentlichte Untersuchung eines 269-köpfigen Teams um den amerikanischen Sozialpsychologen Brian Nosek. Das Resultat schockiert eine Disziplin, deren Ansehen nach diversen Betrugsfällen ohnehin nicht das beste ist. Dieser Hinweis durfte in keinem Bericht über die Arbeit des Nosek-Teams fehlen, genauso wenig wie die Forderung, es müsse sich dringend etwas ändern in der experimentellen Psychologie, auf dass mehr Geld, Reputation und Mühe in die wiederholende Überprüfung ihrer Studien gesteckt werde.

Mehr: www.faz.net.

Gemeinsam singen im Gottesdienst

choir-306766_640Im Beitrag „Gemeinsam singen im Gottesdienst“ (STHPerspektive August 2015) gibt Stefan Schweyer folgende Tipps für die Liederauswahl:

1) Gottesdiensttaugliche Lieder auswählen

2) Lieder am richtigen Ort einplanen

3) Instrumentalmusik und Liedvorträge gezielt einsetzen

4) Lieder singfördernd begleiten

5) Ein begrenztes Repertoire mit einem breiten Spektrum pflegen

6) Konflikte um Singen und Musik von der Gottesdiensttheologie her angehen

Der Artikel kann hier heruntergeladen werden: Theologische-Beilage-zu-4.2015_Web.pdf.

VD: FL

Der Christ und sein Selbstwertgefühl

Ein interessantes Gespräch mit William Lane Craig über Themen wie: Der Christ und sein Selbstwertgefühl, Femininisierung der Kirche, Inhaltsarme Gottesdienste:

 

Fundament und Norm dogmatischer Arbeit

Dogmatik ist die möglichst vollständige und zusammenhängende Darstellung der in der Heiligen Schrift vorliegenden Lehre. Dasjenige, was die Bibel in ihrer Vielgestaltigkeit an verschiedenen Orten über einzelne Glaubensartikel aussagt, das stellt die Dogmatik möglichst schlüssig, zweckmäßig und übersichtlich zusammen. Die Bibel ist ihre einzige verbindliche Quelle (Quod non est biblicum, non est theologicum).

Geistgewirkte mündliche oder schriftliche Unterweisung kommt aus dem Wort Gottes und dient der Verherrlichung Gottes durch Jesus Christus. Deshalb schreibt Petrus (1Petr 4,11):

„Wenn einer spricht, dann Worte Gottes; wenn einer dient, dann aus der Kraft, die Gott ihm schenkt, damit in allen Dingen Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus; ihm sei die Herrlichkeit und die Herrschaft in alle Ewigkeit, Amen.“

Martin Luther hat etwa in vielen seiner Schriften diesen Zusammenhang eindringlich herausgestellt. Für den Reformator sind Theologen nichts anderes als Schüler der Propheten. Sie erfinden nichts Neues, sondern predigen das, was sie von den Propheten und Aposteln gehört und gelernt haben. Die Autorität kommt oder schwindet mit dem Maß der Übereinstimmung zwischen ihrer Verkündigung und dem Wort Gottes. Kommt das, was die Lehrer ihren Gemeinden sagen, aus dem Wort Gottes, sind sie von Gott bevollmächtigt und machen die Herzen der Gläubigen fest. Lehren sie etwas anderes, treiben sie Götzendienst und stiften Verwirrung.

Luther schrieb 1541 in einem Brief an Hans Worst dazu (WA, Bd. 51, 518–519, hier sprachlich leicht modernisiert):

„Das ist nun alles mit Bezug darauf gesagt, daß die Kirche allein Gottes Wort lehren und des gewiß sein muß, dadurch sie der Grund und Pfeiler der Wahrheit und auf den Felsen gebauet, heilig und unsträflich heißt, das ist, wie man recht und gut sagt: Die Kirche kann nicht irren, denn Gottes Wort, welches sie lehret, kann nicht irren. Was aber anders gelehret oder zweifelhaft ist, obs Gottes Wort sei, das kann nicht der Kirche Lehre sein, sondern muß des Teufels Lehre, Lüge und Abgötterei sein. Denn der Teufel kann nicht sagen (weil er ein Lügner und Vater der Lügen ist): Dies sagt Gott, sondern, wie Christus [in] Joh. 8, 44 sagt: von und aus sich selbst muß er reden, das ist: lügen. Ebenso müssen auch alle seine Kinder ohne Gottes Wort aus sich selbst reden, das ist: lügen.“

Luther hält es für bedrohlich, wenn etwas Fremdes in die Lehre eindringt. Die Kraft und Gewissheit der Lehre geht nämlich dadurch verloren. So hat er bemerkt, dass die katholische Lehre schon in ihren Grundlagen sehr stark von Aristoteles beeinflusst war, also aus verschiedensten Brunnen geschöpft hat. Der katholische Trienter Konzilstheologe Melchior Canus publizierte 1563 sein berühmtes Werk Loci Theologici, in dem er die Quellen für die dogmatische Arbeit erörtert. Seiner Meinung nach gibt es zehn Erkenntnisorte: (1) die Schrift, (2) die Tradition, (3) den Papst bzw. „katholische Gesamtkirche“, (4) die Konzile, (5) die röm. Kirche, (6) die Kirchenväter, (7) die Scholastiker, (8) die Vernunft, (9) die Philosophie und (10) die menschliche Geschichte.  Obwohl diese Erkenntnisorte nicht gleichbehandelt werden, formen „Schrift und Tradition, Liturgie und Lehramt“ keine abgrenzbaren Bereiche (siehe dazu: P. Hofmann, Katholische Dogmatik, 2008, S. 151).

All diese Quellen darf die Dogmatik berücksichtigen, aber sie wird sie immer vor dem Forum der Bibel prüfen und verwerfen, was ihre nicht entspricht. Schon eine Portion falsche Philosophie kann, so wie ein wenig Sauerteig den ganzen Teig verdirbt, die Theologie madigmachen. Luther schreibt in seiner Auslegung von Gal 5,9: „Darum muß die Lehre sein wie ein beständiger und runder goldener Ring, in dem kein Riß ist; wenn ein solcher Ring den geringsten Riß bekommt, ist er weiter nicht mehr ganz unversehrt.“  Ähnlich äußert sich Melanchthon: „Denn rechte Lehre dichten nicht neue oder besondere Lehre von Gott, sondern bleiben stracks in dem einigen Verstand, wie sich Gott durch diese Reden offenbart hat, die in den Schriften der Propheten und Apostel und in den Symbolen gefasst sind.“

Die Schriftgemäßheit der Dogmatik zeigt sich nicht nur durch ihre Herkunft vom Wort Gottes, sondern auch dadurch, dass sie nichts verschweigt, was dort steht (und zugleich nicht über sie hinausgeht).

Als der Apostel Paulus sich von den Ältesten der Gemeinde zu Ephesus verabschiedete, sprach er zu ihnen: „… ich habe es nämlich nicht versäumt, euch den ganzen Ratschluss Gottes mitzuteilen“ (Apg 20,27). Nach seiner Auferstehung befahl Jesus seinen Jüngern (Mt 28,19–20): „Geht nun hin und macht alle Völker zu Jüngern: Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Ein Text bringt besonders eindrücklich zum Ausdruck, dass die gesamte (hier alttestamentliche) Schrift bei der Unterweisung zu berücksichtigen ist (2Tim 3,16–17, Elberfelder ÜS):

„Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig zugerüstet.“

„Die Lehre“, – ich zitiere nochmals Luther – „gleicht einem mathematischen Punkt und kann also nicht geteilt werden, d. h. sie verträgt keine Wegnahme und keine Hinzufügung.“

Freilich erntet so ein schriftbezogener dogmatischer Ansatz heute viel Häme. Franz Pieper beklagte bereits Anfang des letzten Jahrhunderts die Preisgabe des Schriftprinzips (F. Pieper, Christliche Dogmatik, 1946, S. 31):

„Niemand gründet seine Dogmatik in altprotestantischer Art auf die norma normans“, das ist, die Bibel (Nitzsch-Stephan, Dogmatik, S. 12 ff.), und sie bezeichnen das Festhalten am Schriftprinzip als Abnormität und als Repristination eines überwundenen theologischen Standpunktes. Wie ernstlich die Lossagung von der Schrift und damit von der doctrina publica seitens der modernen Theologen gemeint ist, geht daraus hervor, dass sie nicht bloß defensiv auftreten (z. B. durch die Behauptung, dass sie nur alte Wahrheit in neuer Weise lehren), sondern auch zu einer stark ausgeprägten Offensive übergehen und das Beziehen der christlichen Lehre aus der Schrift mit solchen Namen belegen wie:Intellektualismus, Biblizismus, Buchstabentheologie, mechanische Schriftauffassung, Auffassung der Schrift, als ob sie ein Lehrgesetzbuch, ein vom Himmel gefallener Gesetzeskodex, ein papierner Papst usw. wäre.“

Die Vorstellung, biblischer Lehre ließe sich einfach in der Schrift vorfinden, gilt folglich vielen als naiver Biblizismus bzw. als Wunschvorstellung oder gar als Fundamentalismus. Hinter dieser Kritik steht die Annahme, dass wir in der Bibel gar keine einheitliche Theologie finden. Die Bibel sei nicht die uns von Gott anvertraute Offenbarung, sondern lediglich das Zeugnis der Offenbarung. Die Bibel enthalte viele unstimmige oder gar widersprüchliche Erzählungen und Glaubenserfahrungen frommer Menschen. Die Leistung der Dogmatik liege gerade darin, hinter dieses Zeugnis zurückzugehen und dort die eigentliche Offenbarungswahrheit zu suchen. Emil Brunner, unbestritten einer der besten deutschsprachigen Dogmatiker des 20. Jahrhunderts, schreibt beispielsweise (E. Brunner, Die christliche Lehre von Gott, Bd. 1, 1953, S. 14–15.):

„Die Kirche hat ja nicht zu lehren, was Matthäus, was Paulus oder was Johannes lehren, sondern sie hat das Wort Gottes zu verkünden und also zu lehren, was in diesen verschiedenen, voneinander abweichenden apostolischen Lehren die Verschiedene Lehrtypen der Bibel eine göttliche Wahrheit ist. Gäbe es eine unbedingt einhellige und in ihrer Einhelligkeit unmissverständliche ‚apostolische Lehre‘ oder ‚Lehre des Neuen Testamentes‘, so möchte sich vielleicht die Arbeit der Dogmatik erübrigen.“

Sogar die Worte Jesu oder die Briefe eines Paulus können keine verlässlichen Bezugspunkte in der dogmatischen Arbeit mehr sein. Sie sind letztlich nur eine Folie, hinter der wir die Wahrheit zu suchen haben oder vielmehr „herstellen“. Brunner schreibt: „Auch hinter den Lehren Jesu und der Apostel, steht die rechte Lehre als das immer erst zu Suchende.“

Ganz ähnlich argumentiert aktuell Siegfried Zimmer, wenn er fordert, dass die Bibel von Jesus Christus her zu kritisieren sei. Es sei immer zu fragen: „Entspricht die Aussage dieses Bibeltextes dem Evangelium von Jesus Christus?“  Er schreibt weiter (S. Zimmer, Schadet die Bibelwissenschaft dem Glauben?, 2012, 4. Aufl., S. 91):

„Biblische Texte, die etwas Anderes für richtig halten, als Jesus uns gelehrt hat, dürfen unser Gewissen nicht binden. Das Gottesverständnis Jesu, der Lebensstil Jesu und das Evangelium von Jesus Christus sind für uns der Maßstab, an dem wir alles Andere in der Bibel messen. Dann können wir nicht mehr alle Geschehnisse, die in biblischen Texten auf Gott zurückgeführt werden (…), auf Gott zurückführen. Was wir auf Gott zurückführen können und müssen, entscheidet sich an dem, wie Gott sich in Jesus offenbart hat.“

Zimmer blendet aus, dass Jesus die Schrift nicht nur nicht kritisiert, sondern sie in allem bestätigt und erfüllt hat (vgl. Mt 5,17). Er übersieht ausserdem, dass wir Jesus nur aus der Schrift kennen. Der Jesus, von dem her seiner Meinung nach die Schrift zu beurteilen ist, ist das Produkt der menschlichen Phantasie, denn er ist nicht der Christus der Schrift, sondern der, der hinter der Schrift vermeintlich gefunden wurde. Wir finden aber die Wahrheit nicht hinter der Schrift, sondern nur in der Schrift. Deshalb bleiben wir bei der Schrift. Die Bezeugung der Gesamtlehre der Bibel ist das Anliegen der Dogmatiker. Sie sind unermüdlich darum bemüht, ihrer Generation die Lehre der Schrift verständlich zu erklären und zu lehren. Selbstverständlich gehen sie dabei auf Fragen ihrer Zeit ein. Ihre Antworten auf diese Fragen kommen aber aus dem Wort Gottes. Der christliche Lehrer rückt nicht von der göttlichen Wahrheit ab und verlegt die Antworten in den Bereich der subjektiven und zeitabhängigen Meinung. Die christliche Lehre ist ja gerade Gottes Wort im Gegensatz zu von Menschen erdichteten Lehren. „Denn“ – so heißt es in 2Petr 1,20 „das sollt ihr vor allem andern wissen – keine Weissagung der Schrift verdankt sich menschlicher Anschauung. Denn was an Weissagung einst ergangen ist, geht nicht auf den Willen eines Menschen zurück, vielmehr haben, getrieben vom Heiligen Geist, Menschen im Auftrag Gottes gesprochen.“

Es ist geradezu das Hervorstechende der kirchlichen Lehre, dass sie Gottes Sichtweise zur Sprache bringt. Schauen wir uns dazu einige Bibeltexte an:

Jer 14,14:

„Und der HERR sprach zu mir: Lüge prophezeien die Propheten in meinem Namen! Ich habe sie nicht gesandt und sie nicht beauftragt, und ich habe nicht zu ihnen gesprochen. Sie prophezeien euch Lügenschauung und leere Weissagung und selbst ersonnenen Betrug. Darum, so spricht der HERR über die Propheten, die in meinem Namen prophezeien, obwohl ich sie nicht gesandt habe, und die sagen: Schwert und Hunger wird es nicht geben in diesem Land! — Durch das Schwert und durch Hunger werden diese Propheten ihr Ende finden.“

Jer 23,16:

„So spricht der HERR der Heerscharen: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie täuschen euch, sie verkünden die Schauung ihres eigenen Herzens, nicht das, was aus dem Mund des HERRN kommt.“

Jer 27,14–16:

„Und hört doch nicht auf die Worte der Propheten, die euch sagen: Ihr werdet dem König von Babel nicht dienen müssen! Denn Lüge ist, was sie euch weissagen. Denn ich habe sie nicht gesandt, Spruch des HERRN, und verlogen weissagen sie in meinem Namen, damit ich euch versprenge und ihr umkommt, ihr und die Propheten, die euch weissagen. Und zu den Priestern und zu diesem ganzen Volk habe ich gesprochen: So spricht der HERR: Hört doch nicht auf die Worte eurer Propheten, die euch weissagen: Seht, in Kürze werden die Geräte des Hauses des HERRN zurückgebracht aus Babel! Denn Lüge ist, was sie euch weissagen.“

Hes 13,2–3:

„Du Mensch, weissage für die Propheten Israels, die da weissagen! Und sprich zu denen, die aus sich heraus weissagen: Hört das Wort des HERRN! So spricht Gott der HERR: Wehe den törichten Propheten, die ihrem eigenen Geist folgen, ohne etwas gesehen zu haben!“

1Tim 6,3–5:

„Wer aber andere Lehren verbreitet und sich nicht an die gesunden Worte unseres Herrn Jesus Christus hält und an die Lehre, die der Frömmigkeit entspricht, ist ein Narr. Nichts hat er verstanden, sondern krank ist er vor lauter Streitereien und Wortgefechten, bei denen nichts anderes herauskommt als Neid, Streit, Lästerungen, üble Verdächtigungen – ein fortwährendes Gezänk verwirrter Menschen, die sich um die Wahrheit gebracht haben, weil sie meinen, die Frömmigkeit sei ein einträgliches Geschäft .“Hätte die Gemeinde Jesu diese Anweisungen befolgt, würde es möglicherweise deutlich besser um die Verkündigung bestellt sein. Die Bibel fordert nicht nur die Lehrer auf, Sprachrohre Gottes zu sein, sie warnt außerdem davor, Lehrern, die das nicht sind, Aufmerksamkeit und Gemeinschaft zu geben.

2Joh 8–11:

„Gebt acht auf euch, dass ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben, sondern den vollen Lohn erhaltet. Jeder, der darüber hinausgeht und nicht in der Lehre Christi bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. Wer zu euch kommt und nicht diese Lehre bringt, den nehmt nicht ins Haus auf und den Gruß entbietet ihm nicht. Denn wer ihm den Gruß entbietet, hat schon teil an seinen bösen Werken.“

Röm 16,7:

„Ich ermahne euch aber, liebe Brüder und Schwestern: Habt ein Auge auf die, welche Anlass zu Spaltung und Ärgernis geben; sie widersprechen der Lehre, die ihr gelernt habt. Geht ihnen aus dem Weg!“

Eduard Böhl (1836–1903) beschrieb die Situation der modernen Dogmatik bereits 1887 mit strengen Worten zutreffend:

„Unsere älteren Theologen hatten noch den Mut, die Dogmen oder die Glaubenslehre selbständig aus der heiligen Schrift zu schöpfen, und sie getrösteten sich der Hilfe des heiligen Geistes, der sie nicht verlassen werde (Joh 16,13). Calvin nennt seine Dogmatik institutio, d.h. Unterricht. Diesen Mut haben die neueren Theologen schon seit einem Jahrhundert verloren. Es ist ihnen ergangen wie dem Elymas (Apg 13,11). Sie suchen andere Führer, nachdem sie durch göttliches Verhängnis blind geworden, oder mit anderen Worten, nachdem die Erleuchtung von oben ausblieb.“

Prüfstein der Dogmatik wie der Theologie überhaupt ist also die Heilige Schrift. Dogmatik will sich nicht von der Schrift emanzipieren, sondern sie verstehen und zusammenhängend lehren. Zugleich müssen wir allerdings die Lehre der Bibel von unserer Dogmatik unterscheiden. Dogmatik ist und bleibt eine menschliche Leistung.

Die lutherische Orthodoxie brachte m. E. diesen Kontrast gebührend zum Ausdruck, indem sie zwischen vorbildlicher und nachbildlicher Theologie unterschied. Die rechte Theologie ist ein Abdruck der urbildlichen Theologie (theologia archetypos). Dogmatik soll demnach ein Abdruck (theologia ektypos) von dem sein, was Gott denkt und uns in seiner Gnade offenbart hat.

Freilich können sie diesen „Dienst des Abdrucks“ nur mehr oder wenig gut verrichten. Auch wenn Dogmatiker sich gerade nicht vom Geist der Zeit treiben lassen sollten, sind sie Kinder ihrer Zeit; sie erreichen die Wahrheit der Schrift mal mehr oder mal weniger. Jesu Worte werden nicht vergehen (vgl. Mt 24,35), die Erkenntnisse der Dogmatik bleiben dagegen Stückwerk (vgl. 1Kor 13,9). Gelegentlich machen Dogmatiker Fortschritte, verstehen also Dinge der Schrift besser, als sie bisher verstanden wurden. Das sollte ihr Anliegen sein: mehr und klarer vom Wort Gottes zu reden. Leider fallen sie jedoch allzu oft hinter die Leistungen der Väter zurück. Das gilt vielleicht gerade für die Neuzeit, die sich durch Grundentscheidungen gegenüber der göttlichen Offenbarung verschlossen hat bzw. sich über die Offenbarung erhöht. Dogmatiker sind deshalb gut beraten, wenn sie die „Weisheit der Väter“ kennen und schätzen und in ihre Untersuchungen einfließen lassen. Auch wird die Dogmatik darüber hinaus den Dialog mit philosophischen und theologischen Strömungen suchen. Jedoch nicht, um Wahrheit auszuhandeln, sondern sie angesichts der aktuellen geistesgeschichtlichen Herausforderungen zu bezeugen. Grund und Norm der Dogmatik bleibt allein Schrift.

Margaret Sanger: Die größte Sünde ist …

Margaret Higgins Sanger (1879 – 1966) war eine US-amerikanische Krankenschwester und Frauenrechtlerin. Sie war vor allem eine Aktivistin der Bewegung für Geburtenkontrolle und begründete 1921 die American Birth Control League, aus der 1942 die Organisation Planned Parenthood (dt. Geplante Elternschaft) und später auch die deutsche Pro Familia hervorgingen, bei der sie Gründungsmitglied war (Quelle: Wikipedia).

Weiter Informationen zu Margaret Sanger gibt es in englischer Sprache hier: www.thegospelcoalition.org.

Wurzeln dogmatischer Arbeit

Wo hat, wenn die Schrift selbst keine Dogmatik ist, diese Disziplin ihren Ursprung? Wir können in Anlehnung an Emil Brunner drei Wurzeln nennen:

(1) Die erste Wurzel der Dogmatik ist der Kampf gegen falsche Lehren. Hören wir einmal auf Emil Brunner, der dies so klar zur Sprache bringt, dass es nur schwerlich besser gesagt werden kann (E. Brunner, Die christliche Lehre von Gott, Bd. 1, 1953, S. 11–12):

„Die sündige Eigenwilligkeit des Menschen bemächtigt sich des Evangeliums und verändert, zunächst unbemerkt, ja vielleicht auch unbewusst, den Inhalt, den Sinn der Botschaft von Jesus Christus und seiner Erlösungstat, vom Gottesreich und der Bestimmung des Menschen. Es entstehen Evangeliumssurrogate, Vermischungen mit Fremdem, Abschwächungen, Verdünnungen, Abweichungen; den biblischen Worten wird ein ihnen fremder, ein ihrer Absicht widersprechender Sinn unterschoben. Die christliche Gemeinde ist in Gefahr, ihren göttlichen Wahrheitsschatz gegen menschliche Erfindungen zu vertauschen. Sollten also die, die um die ursprüngliche Wahrheit wissen, sich nicht aufgerufen fühlen, zwischen Schein und Wahrheit, zwischen ‚Gold‘ und ‚Katzengold‘ zu unterscheiden? Diese Nötigung der Unterscheidung und warnenden Abgrenzung macht der ursprünglichen Naivität ein Ende. Vergleichung, Reflexion wird notwendig, und ihr Anteil wird um so grösser, je raffinierter die Fälschungen sind. Wo die biblischen Wörter zu Gefässen fremder Inhalte werden, genügt keine Berufung auf Bibelworte; wo ganze fremde Systeme in die kirchliche Verkündigung eingeschmuggelt werden, wird es notwendig, das Ganze auf der einen dem Ganzen auf der andern Seite gegenüberzustellen und die systematischen Zusammenhänge dort und hier blosszulegen. Die Irrlehre, die Lehrverfälschung ruft [nach] der dogmatischen Begriffsbildung und Systematik. Aus dem Kampf gegen die Irrlehre ist die Dogmatik der alten Kirche entstanden; aus dem Kampf gegen die römische Verfälschung der biblischen Botschaft erwuchs die Dogmatik der Reformationszeit.“

Wir erkennen hier den apologetischen Gehalt der Dogmatik. Die Verteidigung der gesunden Lehre gehört zu ihren wichtigen Aufgaben. Während sich die Apologetik mehrheitlich nach außen wendet, richtet sich die Dogmatik überwiegend an die Gemeinde der Christusnachfolger.

(2) Eine zweite Wurzel ist die biblische Unterweisung (Katechese). Die Christen haben Jesu Befehl, Menschen aus allen Völkern zu taufen und sie zu lehren (vgl. Mt 28,19–20), ernst genommen und ihre Glieder unterwiesen. Wo Kirche keine lehrende Kirche ist, verliert sie ihre geistliche Kraft sehr schnell. Deshalb wurden Neubekehrte, frisch Getaufte, aber auch Interessierte, gründlich in der Lehre unterwiesen. Bald entwickelte sich ein formalisierter Taufunterricht, der auch Katechese genannt wurde.

Gregor von Nyssa (ca. 335/340 – 394) schreibt in seiner Großen Katechese über die Aufgabe der Unterweisung (G. v. Nyssa, Große Katechese, generiert von der elektronischen BKV, URL: www.unifr.ch. Der Text wurde sprachlich leicht modernisiert.):

„Die Unterweisung in der Glaubenslehre ist eine Pflicht für die Vorsteher des Geheimnisses der Religion, damit die Kirche durch den Zuwachs der Auserwählten dadurch voll werde, dass das Wort des Glaubens auf dem Wege des Unterrichtes dem Ohr der Ungläubigen vermittelt wird. Doch nicht dieselbe Art des Unterrichtes wird für alle, die zu dem Worte herantreten, passen, sondern man muss die Belehrung jedes Mal nach der Verschiedenheit ihrer Religion einrichten, so dass man zwar dasselbe Lehrziel im Auge hat, aber bei allen nicht die nämliche Lehrmethode in Anwendung bringt. Von einer anderen Ansicht ist ja der Jude befangen und von einer anderen der im Heidentum Lebende; … Vielmehr muss man, wie gesagt, auf die Meinungen der einzelnen Rücksicht nehmen und die Belehrung jedes Mal im Hinblick auf die besonderen Irrtümer des betreffenden Gegners einrichten; dazu gehört ferner, dass man bei jedem Unterricht gewisse Grundwahrheiten und wohlbegründete Prämissen im Voraus feststellt, so dass man, von dem von beiden Teilen Zugestandenen ausgehend, in Form von Folgerungen die ganze Wahrheit entwickelt.“

Sehr bekannt ist auch die Schrift Vom ersten katechetischen Unterricht des Kirchenvaters Augustinus.  Er gilt als Erneuerer der Einführungskatechese und erörtert dort viele methodische und pädagogische Fragen, z. B. die Frage, wie oft der Stoff wiederholt werden sollte und ob die Freude am Lehren Voraussetzung für einen gelingenden Unterricht ist.Deutlich wird sowohl bei Gregor als auch bei Augustinus, dass die eine Lehre auf unterschiedliche Weise vermittelt werden muss. Die Unterweisung nimmt Rücksicht auf die Meinungen der Adressaten, setzt sich mit den Irrtümern der „Gegner“ auseinander, um ihnen beim Erschließen der Evangeliumswahrheit zu helfen. Das ist bereits dogmatische Arbeit. Sie fördert die Erneuerung des Denkens, damit der Mensch den Willen Gottes erkennt und zu allem guten Werk geschickt ist (vgl. Röm 12,1–3; 2Tim 3,16f).

(3) Die dritte Wurzel ist die exegetische Arbeit mit biblischen Texten. Mit der Kanonisierung der Heiligen Schrift wuchs das Bedürfnis, Begriffe, Themen und Zusammenhänge tiefer zu verstehen. Es genügte nicht mehr, zu verstehen, was beispielsweise Paulus mit dem Begriff „Gerechtigkeit“ im Römerbrief meinte. Man glich Formulierungen und Themen mit anderen Briefen ab, wollte ein gesamtbiblisches Verständnis für „Gerechtigkeit“ usw. entwickeln. So erlernte man das konkordante Arbeiten, erarbeitete theologische Themen und entwickelte erste kleine dogmatische Schriften zu bestimmten Thematiken.

Kirche verliert Gottes Möglichkeiten aus den Augen

Die Nachrichtenagentur idea hat kurz über die Spurgeon-Konferenz 2015 berichtet:

Der alttestamentliche Prophet Jesaja hat auch den christlichen Gemeinden heute Wichtiges zu sagen. Das betonte der englische Theologe David Jackman (London) auf der Spurgeon-Konferenz, die vom 5. bis 8. August in München stattfand. Jesajas große Themen seien etwa Selbstgerechtigkeit und Unglauben im Volk Israel sowie die Verheißung eines gerechten und siegreichen Königs aus dem Geschlecht Davids, sagte Jackman und zog Vergleiche zur Gegenwart. So wie das Volk Gottes damals auf die eigene Weisheit und menschliche Bündnisse vertraute, neige die Kirche von heute dazu, die großen Möglichkeiten Gottes aus den Augen zu verlieren. Das sei besonders tragisch, da der Messias Jesus Christus bereits erschienen sei und Gott damit uneinholbar bewiesen habe, dass er zu seinen Verheißungen stehe. „Der Grund, weshalb wir Gottes Geboten nicht gehorchen, ist, dass wir Gottes Verheißungen nicht glauben“, sagte Jackman, der viele Jahre Direktor des „Proclamation Trust“ in London war.

An der Tagung, die vom Netzwerk „Evangelium 21“ und vom Martin-Bucer-Seminar veranstaltet wurde, nahmen knapp 60 Personen teil. Benannt ist sie nach dem englischen Erweckungsprediger Charles Haddon Spurgeon (1834-1892), der als bekanntester Prediger des 19. Jahrhunderts gilt. Anliegen der Konferenz ist es, vollzeitliche und ehrenamtliche Verkündiger zur textausiegenden Predigt zu ermutigen und dafür praktische Hilfen zu geben. Während der Tagung erhalten die Teilnehmer einen gründlichen Einblick in jeweils ein biblisches Buch und lernen, wie sie dessen Inhalt lebensnah in Predigt und Lehre weitergeben können.

Nachfolgend ausserdem ein Bericht von dem Konferenzteilnehmer Andreas Münch (Vielen Dank!):

Gottes Wort kehrt nicht leer zurück

Bericht von der 2. Spurgeon-Konferenz 2015 in München Hochsommer im August.

IMG 7927Im Foyer unseres Konferenzraums in München staut sich die Hitze. Ventilatoren werden aufgestellt, um die knapp sechzig aufmerksamen Zuhörer mit frischer Luft zu versorgen. Obwohl das Wetter eher zu einem Besuch im benachbarten Biergarten einlädt, lauscht man den Vorträgen von David Jackman über den alttestamentlichen Propheten Jesaja.

Wir befinden uns auf der Spurgeon-Konferenz, die dieses Jahr vom 5.–8. August in München stattfand. Die Konferenz, benannt nach Charles Haddon Spurgeon, dem „Fürsten der Prediger“, startete im Sommer 2014 zum ersten Mal und wird gemeinsam vom Martin Bucer Seminar München und dem Netzwerk Evangelium21 veranstaltet. Während dieser Tage bekommen interessierte Studenten einen gründlichen Einblick in ein biblisches Buch und lernen, wie sie dessen Inhalt praktisch in Predigt und Lehre weitergeben können.

Dieses Jahr dreht sich alles um den Propheten Jesaja, den Evangelisten im Alten Testament. David Jackman, für lange Jahre Direktor des „Proclamation Trust“ in London sowie erfahrener Pastor und Autor, erklärt seinen Zuhörern zuerst die Botschaft und das Hauptanliegen dieses großen Bibelbuches. Einzelne Bibelstellen aus Jesaja sind bei den hauptsächlich jungen Männern und Frauen bekannt, doch während David Jackman den roten Faden des Buches erklärt, erscheint die Botschaft des alttestamentlichen Propheten in einem ganz neuen Licht. Jesaja ermahnt zur Umkehr von falschen Wegen, verheißt aber auch den endgültigen Sieg Gottes durch das Werk seines Sohnes Jesus Christus, dessen Kommen in Jesaja bereits Jahrhunderte im Voraus auf detaillierte Weise prophezeit wurde. David Jackman versteht es meisterhaft die Brücke von Jesaja zum Leben im 21. Jahrhundert zu schlagen. „Die Verheißungen Gottes sollen unser Leben im hier und heute beeinflussen“, so ein immer wiederkehrendes Prinzip an das Jackman seine Zuhörer erinnert.

Trotz der Hitze hört man dem Engländer bereitwillig zu. Denn seine Leidenschaft für die Zurüstung der nächsten Generation von Predigern spürt man deutlich. Fragen werden ernst genommen und hilfreich beantwortet, auch während der Pausen. Die Ergebnisse der Gruppenarbeiten wurden konstruktiv bewertet und Jackman spart nicht an brauchbaren Tipps für die Gemeindepraxis. Ob erfahrener Prediger oder Neueinsteiger in den Verkündigungsdienst – jeder profitiert von der jahrzehntelangen Erfahrung des Redners. Wie aktuell die Botschaft des alttestamentlichen Propheten für unsere Tage ist, macht Ron Kubsch in einem Vortrag deutlich, wenn er der Frage nachgeht, was mit Gemeinden passiert, die das Evangelium, die frohe Botschaft von Jesus Christus, aus den Augen verlieren. Neben erbaulichen Vorträgen kommt die Gemeinschaft unter den Teilnehmern nicht zu kurz. Während den Mahlzeiten, in Pausen und Freizeiten lernt man sich besser kennen und tauscht über eigene Erfahrungen im Verkündigungsdienst aus. Die Tage sind intensiv, aber lohnenswert. Man ist sich einig. Nächstes Jahr wollen die meisten wieder nach München kommen, um mehr über Gottes Wort und deren Verkündigung zu lernen.

Planned Parenthood VI

Die Nachrichtenagentur idea berichtet über den Skandal um Planned Parenthood:

Der Skandal um den größten Abtreibungsanbieter in den USA, Planned Parenthood (Geplante Elternschaft), weitet sich aus. Zum einen kommen immer grausamere Aufzeichnungen von Organentnahmen bei abgetriebenen Kindern ans Licht. Ferner prüft ein Untersuchungsausschusses des Kongresses jetzt auch mögliche Verbindungen der Regierung von Präsident Barack Obama zu der umstrittenen Organisation. Ihr wird vorgeworfen, Körperteile ungeborener Kinder an Forschungseinrichtungen zu verkaufen, etwa an Stammzell-Labore. Das „Center for Medical Progress“ (Zentrum für medizinischen Fortschritt) hat bereits sieben Enthüllungsvideos solcher Eingriffe veröffentlicht; fünf weitere sollen folgen. Unter anderem beschreibt die medizinisch-technische Assistentin Holly O’Donnell, wie sie angehalten wurde, bei einer Gehirnentnahme mitzuwirken. Sie war für die frühere Partnerorganisation von Planned Parenthood „StemExpress“ in einer Abtreibungsklinik in Alameda (Kalifornien) tätig. Dort habe sie erleben müssen, wie einem Kind, dessen Herz noch schlug, der Kopf aufgeschnitten wurde, um das Hirn zu entfernen. StemExpress bietet Forschern „hochwertiges“ Organmaterial zum Kauf an. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben die Zusammenarbeit mit Planned Parenthood wegen der in der Öffentlichkeit aufgeworfenen Anfragen beendet.

Mehr: www.idea.de.

Von der Notwendigkeit dogmatischer Arbeit

Die Bibel ist kein dogmatisches Buch. Die Bücher der Bibel gehören verschiedenen Gattungen, im Alten Testament finden wir Geschichtsbücher, Lehrbücher, Psalmen und Prophetenbücher. Das Neue Testament enthält die Evangelien, die Geschichte der ersten Gemeinden und Mission, die verschiedenen Briefe und das Buch der Offenbarung. Selbst der Römerbrief des Paulus, zweifellos ein Werk, das in sehr schlüssiger Weise Gedanken entfaltet, ist keine Dogmatik, sondern ein Schreiben mit konkreten Anlässen und Adressaten.

Auf der Grundlage dieses Sachverhalts kann man fragen, ob wir denn so etwas wie Dogmatik überhaupt brauchen. Tatsächlich habe ich mal auf einer Tagung ein Gespräch mit einem Theologen geführt, der fest davon überzeugt war, dass die Christenheit fast alle Streitereien der Dogmatik verdanke und der Zeitpunkt gekommen sei, diese von den Lehrplänen zu streichen. Warum hat Gott uns kein dogmatisches Lehrbuch offenbart? Vielleicht will er ja gar keine Dogmatik?

Viele Christen hegen Vorbehalte gegenüber der Dogmatik. Warum brauchen wir die klaren Definitionen und komplizierten Aussagesätze (Propositionen) und Argumente? Das Evangelium ist so einfach, so dass jeder Laie es verstehen kann. Die ersten Jünger Jesu waren keine Professoren, sondern Fischer. Das Evangelium von der vergebenden Barmherzigkeit Gottes ist für das Herz und Leben des Menschen gedacht, nicht für sein Bedürfnis, Verstandesdispute zu führen. Dogmatik führt doch nur in das abgehobene, theoretische Debattieren. Gott aber will uns in die Gemeinschaft rufen und zu Werken der Barmherzigkeit anstiften. Es geht dem Christentum nicht um die reine Lehre, sondern um den Glauben an die Person Jesus Christus. Die dogmatische Lehre, so häufig zu hören, widerspreche dem Leben, fördere die Intoleranz und ersticke die tätige Liebe (vgl. dazu W. Künneth, Fundamente des Glaubens, 1980, S. 40–42).

Solche und ähnliche Vorbehalte sind schon alt und nicht gänzlich unberechtigt. Lehre kann lebensfremd sein. Tatsächlich warnt bereits die Bibel vor dem unnützen Gezänk streitsüchtiger Menschen (vgl. 1Tim 6,5). Dogmatische Streitigkeiten spiegeln manchmal nur das Bedürfnis nach Selbstdarstellung, Gewinnsucht (vgl. Tit 1,11; 2Petr 2,3) oder auch Manipulation von Menschen. Auch unter den Dogmatikern gibt es „böse Leute“ und „Scharlatane“, die zum Schlechten hin „verführen“ und „verführt werden“ (2Tim 3,13).

Dennoch dringen diese Vorbehalte nicht zum Kern der Sache vor.

Einmal können wir einwenden, dass die Heilige Schrift, obwohl sie kein dogmatisches Lehrbuch ist, gleichwohl den unschätzbaren Wert der Lehre herausstellt. Nachfolger Jesu sollen die Zuverlässigkeit der Lehre erkennen (vgl. Lk 1,4), an der Lehre der Apostel festhalten (vgl. Apg 2,42), der Lehre gegenüber von ganzem Herzen Gehorsam werden (Röm 6,17). Alles, was uns im Römerbrief geschrieben ist, ist „uns zur Belehrung geschrieben“ (Röm 15,4). Wir finden in den Pastoralbriefen die aufschlussreiche Wertschätzung der „gesunden Lehre“ (2Tim 4,3), so dass ein Ältester am Wort festzuhalten hat, das „zuverlässig ist und der Lehre entspricht“ (Tit 1,9).

Noch einschneidender ist die Beobachtung, dass die Wirklichkeit so geschaffen ist, dass wir ohne Dogmatik nicht leben können. Kurz: Jeder Mensch ist durch die Welt, in die er hineingestellt ist, gezwungen, „Dogmatiker“ zu sein. Walter Künneth spricht von einer anthropologischen Grundbestimmtheit der Lehre und schreibt (W. Künneth, Fundamente des Glaubens, 1980, S. 42):

Von ausschlaggebender Bedeutung ist die Einsicht, daß das Menschsein in seiner Tiefe und Hintergründigkeit von einer dogmatischen Weichenstellung nicht zu lösen ist. Es gibt demnach keinen Menschen, der sich nicht unbewußt oder bewußt, indirekt oder direkt von einer geheimen dogmatischen Überzeugung leiten ließe. Die Behauptung einer Grundsatzneutralität muß als Selbsttäuschung durchschaut werden. Jedes menschliche Denken und Handeln wird von irgendwelchen vorausgegebenen Grundsätzen, die man auch als ‚Lehren‘ bezeichnen könnte, unterbewußt oder willensmäßig gesteuert. Die Quellorte dieser den Menschen dirigierenden Prinzipien und Lehren sind unendlich mannigfach, zu denken ist an Tradition und Sitte, Umwelteinflüsse, tiefenpsychologisch zu analysierende Urgründe der menschlichen Psyche, seine persönlichen Überzeugungen und Erfahrungen, die sich zu normgeladenen Lebensgrundsätzen verdichten. So entstehen und wirken ‚dogmatische‘ Leitbilder, die auf Verhaltensweise und Lebensgestaltung einen zielsetzenden Einfluß ausüben. Niemand kann daher dieser Grundbestimmtheit durch eine ‚Lehrerkenntnis‘ oder ein ‚Lehrurteil‘ entfliehen. Die Ausrichtung des Daseins durch irgendeine ‚Lehre‘ ist unvermeidbar.

Folglich geht es gar nicht um Dogma versus Leben, sondern um Dogma versus Dogma, Irrtum und Lüge versus Wahrheit. Die wesentliche Frage ist: Lenken falsche oder gesunde Glaubenssätze unser Leben? Immer werden es Glaubenssätze sein, die unserem Leben Richtung und Sinn geben. Die falsche Lehre knechtet uns, macht uns geistliche krank und lenkt in das Verderben. Jesus als der wahre Lehrer und Erlöser führt uns durch seine Worte in die Wahrheit und damit auch in die Freiheit.

Überdenken wir zur Illustration kurz den geläufigen Einwand, es komme auf die Liebe und nicht auf die Lehre an. Der Rückzug auf die „Liebe“ entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als eine zutiefst dogmatische Entscheidung. Was ich auch immer unter „Liebe“ verstehe, meine Auffassung von Liebe ist ein dogmatische. Der eine versteht unter Liebe, dass ich die Interessen des Nächsten in jedem Fall zu achten habe. Ein anderer verbindet mit Liebe möglicherweise ein bestimmtes Gefühl. Wieder ein anderer möchte um der Liebe willen einen Menschen vor seinen selbstsüchtigen Sehnsüchten schützen. Was auch immer wir unter Liebe verstehen, unsere Deutung und Verwirklichung der Liebe ist von Einsichten, Erfahrungen und Urteilen über den Menschen und seine Beziehungen getränkt, die dogmatischer Natur sind. Liebe ersetzt Erkenntnis also nicht, sondern setzt sie voraus. Lehre im Sinne von dogmatischen Grundentscheidungen ist deshalb unausweichlich. Auch wer Lehre ablehnt, lehrt. Die entscheidende Frage ist: Welche Lehre bestimmt unser Denken und Handeln? Dogmatik will unsere Herzen unter die Herrschaft der Wahrheit bringen. Deshalb entfaltet sie uns die unüberbietbare Lehre, die uns Christus gebracht hat.

Jetzt kommt die Sprachpolizei

Redner werden ausgeladen, Wörter verbannt, Ideen unterdrückt: An amerikanischen Universitäten grassiert eine beängstigende Form politischer Korrektheit. Sie ist – zum Beispiel von Obama – gewollt. Letztlich ist es aber ein schwerwiegender Eingriff in die Freiheit und leider eben auch eine Steilvorlage für Leute wie Donald Trump.

Martin Killan schreibt für den schweizer TAGESANZEIGER:

Bestimmte Bücher werden als verletzend empfunden und aus den Seminaren verbannt. Die Sprachpolizei patrouilliert den Campus und registriert selbst kleinste «Mikroaggressionen». Lehrende sollen vorsorglich «vor Auslösern» warnen, wenn in Vorlesungen Stoffe behandelt werden, die bei Studenten psychologische Traumata hervorrufen könnten. Und Identitätspolitik wie politische Korrektheit, beides eigentlich alte Hüte, sind wieder da. «Etwas Merkwürdiges passiert an amerikanischen Universitäten und Colleges», melden der Sozialpsychologe Jonathan Haidt und der Anwalt Greg Lukianoff in einem kürzlich im «Atlantic Monthly» publizierten Artikel.

Ideen werden verboten, weil sie womöglich verletzend sind, Professoren beschuldigt, keine Rücksicht auf das emotionale Wohlbefinden ihrer Studenten zu nehmen: Im amerikanischen Elfenbeinturm kracht es vernehmlich. Immer lauter werden die Beschwerden derjenigen, die an den Hochschulen eine gefährliche Mischung von Identitätspolitik und politischer Korrektheit beobachten. Ziel der neuen Bewegung sei es, «den Campus in eine Sicherheitszone zu verwandeln, wo junge Erwachsene vor Ideen und Wörtern geschützt werden, die ihnen Unwohlsein bereiten», so Lukianoff und Haidt.

Mehr: www.tagesanzeiger.ch.

NIV Zondervan Study Bible

41RVOe8eJ5L._SX334_BO1,204,203,200_Hier gibt es einen Sampler zur neuen NIV Zondervan Study Bible: NIV-Zondervan-Study-Sampler.pdf.

Die Bibel enthält folgende 28 theologische Essays:

  • The Story of the Bible: How the Good News About Jesus Is Central (Timothy Keller)
  • The Bible and Theology (D. A. Carson)
  • A Biblical-Theological Overview of the Bible (D. A. Carson)
  • The Glory of God (James M. Hamilton Jr.)
  • Creation (Henri Blocher)
  • Sin (Kevin DeYoung)
  • Covenant (Paul R. Williamson)
  • Law (T. D. Alexander)
  • Temple (T. D. Alexander)
  • Priest (Dana M. Harris)
  • Sacrifice (Jay A. Sklar)
  • Exile and Exodus (Thomas R. Wood)
  • The Kingdom of God (T. D. Alexander)
  • Sonship (D. A. Carson)
  • The City of God (T. D. Alexander)
  • Prophets and Prophecy (Sam Storms)
  • Death and Resurrection (Philip S. Johnston)
  • People of God (Moisés Silva)
  • Wisdom (Daniel J. Estes)
  • Holiness (Andrew David Naselli)
  • Justice (Brian S. Rosner)
  • Wrath (Christopher W. Morgan)
  • Love and Grace (Graham A. Cole)
  • The Gospel (Greg D. Gilbert)
  • Worship (David G. Peterson)
  • Mission (Andreas J. Köstenberger)
  • Shalom (Timothy Keller)
  • The Consummation (Douglas J. Moo)

VD: AN

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Preis: EUR 31,95

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Schutz von Ehe und Familie aufgekündigt

Politik und Rechtssprechung hebeln den besonderen Schutz von Ehe und Familie immer mehr aus, meint Prof. Dr. Werner Münch, früher Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt und Abgeordneter im Europa-Parlament. Hier einige Zitate aus einem Vortrag, den der heutige Unternehmensberater kürzlich gehalten hat:

In Deutschland werden z. Z. jährlich über 12.000 künstlich gezeugte Kinder geboren. Homosexuelle Paare, die ein „Recht auf ein Kind“ für sich reklamieren, nutzen zahlreiche Samenbanken im Inland und die Möglichkeit der Besorgung von Eizellen im benachbarten Ausland. Dass auf das Einpflanzen einer fremden Eizelle hierzulande bis zu drei Jahre Haft stehen, kümmert niemanden mehr. Der Staat schaut einfach weg. Ich bin mir ziemlich sicher: Nach der Gleichstellung aller gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mit der heterosexuellen Ehe werden bald die Aufhebung des Verbotes der Leihmutterschaft und die Polygamie gefordert werden.

Was treibt den Staat eigentlich überhaupt dazu, unsere Kinder zu erziehen und sich dabei noch einzubilden, er könne das besser als die Eltern? Natürlich gibt es unterschiedliche Notwendigkeiten für die Betreuung von Kindern durch Dritte. Aber diese Entscheidung liegt bei den Eltern und nicht beim Staat. Ist heute eigentlich familienfreundlich nur das, was die Familie ersetzt? Wir brauchen keine flächendeckenden 24 – Stunden Kitas in Deutschland, und sollen wir eine Entwicklung akzeptieren, an deren Ende uns vielleicht eines Tages der Zwang auferlegt wird, dass wir einen Antrag beim Staat stellen müssen, wenn wir unsere Kinder wenigstens noch zeitweise selbst betreuen wollen. Was ist an dieser Familienpolitik eigentlich modern?

Unter dem Verkaufsschlager „sexuelle Vielfalt“ haben sich seít langem sog. schulfremde „Experten“ an die Arbeit gemacht, um der sexuellen Anleitung, nicht Aufklärung!, in den Schulen ihren Stempel aufzudrücken. Eine solche Diktatur der Sexualpädagogik erleben wir seit einiger Zeit in zahlreichen Bundesländern. In schamzerstörenden Übungen sollen z. B. 10 – 15 – jährige Schüler über ihre Lieblings-Sexualpraktiken und – erfahrungen berichten, „dirty talks“ und Stöhnen üben, Analsex in einem Theaterstück darstellen, über das Thema „ein neuer Puff“ diskutieren sowie „galaktische Sexualpraktiken“ erfinden, die auf der Erde verboten sind. In einem Projekt „Gänsehaut“ werden mit 10 – Jährigen Massagen geübt. In der Anweisung dazu steht, dass „dünne Kleidung genügt, damit der unterschiedliche Druck und die verschiedenen Streichrichtungen auch erspürt werden können. Und wer dann noch nach all dem Schund die theoretische und praktische Sex – Prüfung besteht, erhält am „Tag des Kondoms“ in der Schule einen „Kondomführerschein“. Unabhängig von Alter und Entwicklungsstufe wird die Würde und das Schamgefühl des Kindes grob missachtet. Statt eine Erziehung zur Verantwortung im Umgang mit der Sexualität zu leisten, wird diese primitiv banalisiert.

Was ist eigentlich los in unserer Gesellschaft? Sind wir inzwischen von einer perversen Lust an unserer Selbstzerstörung befallen?

Mehr: www.i-daf.org.

VD: MM

Der Mythos von der virtuellen Realität

Das habe ich bei TheoKonservativ gefunden:

Was wir an einem Display machen, ist nicht virtuell, genau so wenig, wie unsere Gedanken oder Worte virtuell sind. Nur weil wir keinen körperlichen Kontakt mit anderen Menschen haben, handeln sie nicht außerhalb der Realität, sondern empfinden ganz reale Gefühle, Hoffnungen, Kränkungen, Enttäuschungen – ebenso wie Hass, Eifersucht und Mordfantasien.

Das Internet ist als Teil der Realität zu sehen, wenn wir einkaufen, weil wir mit realem Geld reale Güter kaufen. Der Computer-Konsum hat realen Einfluss auf unseren Körper und oft auch indirekt auf unsere Ernährung, wenn neben dem Spielen bei manchen keine Zeit mehr für eine geregelte Mahlzeit bleibt.

Die schrecklichsten Formen, wie Menschen über das Internet in das Leben anderer eingreifen, sind sexuelle Folter an Kindern. Ich weiß, dass sich unter Pädophilen längst die Vorstellung breit gemacht hat, Kinder-Pornos „nur“ zu „konsumieren“, sei harmlos und müsse unbedingt von Sexualstraftätern unterschieden werden. Aber mit diesem „Konsum“ werden Vergewaltiger finanziert. Ist das nicht real? Wer Kinderpornos ansieht, ist ebenso mitschuldig am Leid und oft an den lebenslangen schweren Schäden der Gewaltopfer, wie jemand, der einen Auftragsmord begeht.

Mehr: blog.theocons.de.

Probleme der Gemeinschaftsschule

Ein Gutachten stellt dem Vorzeigeprojekt Gemeinschaftsschule ein vernichtendes Urteil aus. Vor allem das individuelle Lernen erweise sich als denkbar ineffektiv. Heike Schmoll, die in den letzten Jahren zu Unrecht viel Verriss ertragen musste, schreibt für die FAZ:

Landesregierung in Stuttgart schlechthin. Sie soll nicht nur das gemeinsame Lernen ganz unterschiedlich begabter Schüler ermöglichen, sondern dient angesichts der sinkenden Schülerzahlen an vielen Orten des Flächenlandes Baden-Württemberg dazu, den Schulstandort zu sichern. Viele Gemeinschaftsschulen finden sich deshalb im ländlichen Raum, ganz gleich, welche Partei den Gemeinderat gerade regiert.

Nun wurde ein vernichtendes Gutachten über die Gemeinschaftsschule bekannt, das vom Kultusministerium bisher unter Verschluss gehalten wird, den Vermerk „nur intern verwenden“ trägt und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt. Danach gelingt weder die neue Unterrichtsform des selbständigen Lernens mit Lehrern als Lernbegleitern noch die Inklusion oder die besondere Förderung der Schwächsten und Stärksten. Auch die Leistungsbeurteilung ist mehr als fragwürdig. In den Fremdsprachen kommt das Sprechen zu kurz.

Mehr: www.faz.net.

Wie das Gehirn die Seele formt

Gene, vorgeburtliches Erleben und die Erfahrungen mit Bindungen und Stress in der frühen Kindheit prägen das Gehirn – und bestimmen, ob jemand psychisch krank wird. Gerhard Roth beschreibt für die FAZ die Verbindung von Gehirn und Seele. 

Wenig überraschend setzt Roth dabei die Identitätstheorie von Seele und Hirn voraus. Demnach ist das Gehirn identisch mit der Seele, anders gesagt: das Gehirn unmittelbarer „Produzent“ des Psychischen. Das ist zunächst nur mal eine Behauptung. Beweisen kann man sie auch mit bildbgebenden Verfahren kaum, wenn sich die Seele dem naturwissenschaftlichen Zugriff entzieht.

Nichtsdestotrotz halte ich einige Erkenntnisse aus der Neurobiologie für zutreffend und sehr nützlich. Zum Beispiel:

Der dritte und wohl wichtigste Faktor für die Entwicklung unserer Psyche und unserer Persönlichkeit sind die Erfahrungen in den ersten zwei bis drei Jahren nach der Geburt. Hier findet auf der „mittleren limbischen Ebene“, auf der die Amygdala (emotionale Konditionierung), das mesolimbische System (Belohnungslernen) und die Basalganglien (Ausbildung von Gewohnheiten) in der engen Interaktion mit der primären Bezugsperson – meist, aber nicht notwendig, der Mutter – die Ausgestaltung der noch undifferenzierten Gefühlswelt des Säuglings und Kleinkindes statt, ebenso die Entwicklung der vorerst nichtsprachlichen Kommunikation (Mimik, Blick, Lautäußerungen, Gesten) und die Bindungsfähigkeit. Hierbei prägt die primäre Bindungsperson über ihr Verhalten ihre Persönlichkeit dem Kleinkind in beträchtlichem Umfang auf. Dies erklärt, wie psychische Defizite der Bindungsperson, etwa Angststörungen oder Depressionen, an das Kleinkind je nach dessen Temperament und der Schwere der psychischen Belastung der Bindungsperson weitergegeben werden.

 

Ein vierter Faktor ist die sich anschließende psychische Erfahrung in der Familie, in Kindergarten, Schule usw., die allgemein als „Erziehung“ und „Sozialisierung angesehen wird. Dieser Prozess vollzieht sich auf der oberen limbischen Ebene, nämlich im orbitofrontalen, cingulären und insulären Cortex. Hier wird das egozentrierte Fühlen, Denken und Handeln des Kleinkindes nach dem Prinzip „ich will alles, und zwar sofort“ den Erfordernissen des familiären und gesellschaftlichen Zusammenlebens angepasst, soweit das Temperament und die frühkindliche Prägung dies zulässt. Es entwickeln sich die Fähigkeiten zur Kooperation, zu Empathie, zum Einhalten gesellschaftlich-moralischer Regeln und zur Berücksichtigung der Konsequenzen eigenen Handelns für einen selbst und die Anderen. Diese Ebene entwickelt sich bis zum Erwachsenenalter und darüber hinaus.

Mehr: www.faz.net.

 

Themelios Vol. 40 Issue 2 online

ThemeliosDie neue Ausgabe der Zeitschrift Themelios enthält neben zahlreichen Rezensionen folgende Beiträge:

  • Editorial
  • Some Reflections on Pastoral Leadership (D. A. Carson)
  • Off The Record: Can Antigone Work in a Secularist Society? (Michael J. Ovey)
  • Editor’s Note: Adam in Evangelical Theology (Brian J. Tabb)
  • Pastoral Pensées: Five Truths for Sufferers from the Book of Job (Eric Ortlund)
  • Adam, the Fall, and Original Sin: A Review Essay (Stephen N. Williams)
  • Another Riddle without a Resolution? A Reply to Stephen Williams (Hans Madueme)
  • The Lost World of Adam and Eve: A Review Essay (Richard E. Averbeck)
  • Response to Richard Averbeck (John H. Walton)
  • Communicating the Book of Job in the Twenty-First Century (Daniel J. Estes)

Die Ausgabe gibt es hier als PDF-Datei: Themelios40-2.pdf. Eine Ausgabe für die Logos-Software gibt es hier:  www.logos.com.