T. Tennant: Schluss mit der Kontextualisierung

Der Missionswissenschaftler Tim Tennant hält den Begriff „Kontextualisierung“ inzwischen für so untauglich, dass er es für angemessen hält, den Begriff durch das Wort „Übersetzung“ (engl. „Translation“) auszutauschen. Schon 2010 hat er in seinem Buch Invitation to World Missions: A Trinitarian Missiology for the Twenty-First Century  geschrieben:

Heutzutage verwenden einige Kontextualisierung, um die Idee zu verbreiten, dass ebenso wie Latinos die  Befreiungstheologie haben, die Koreaner eine ming jung-Theologie entwickeln sollten, Frauen eine feministische Theologie, die Farbigen eine farbige Theologie, Indianer ein Dalit-Theologie, und so weiter. Doch jede authentische Theologie muss nicht nur die Erkenntnisse der eigenen Besonderheit hochhalten, sondern auch das Allgemeine, das von allen Christen überall geteilt wird, spiegeln. Wie Andrew Walls gesagt hat: „Der Herr der Heerscharen ist kein territorialer Baal.“ Wenn Jesus wirklich Gott ist, dann ist er Herr von uns allen; wir sind alle Glieder des gleichen Leibes.

Mehr bei Nicholas McDonald: scribblepreach.com.

Invitation to World Missions: A Trinitarian Missiology for the Twenty-First Century (Invitation to Theological Studies) von Timothy C. Tennent

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Planned Parenthood III

Die Geschichte geht weiter, leider. Es ist so bedrückend. Mir wird schlecht. Warum schweigen die Medien?

Gott-ständiges Leben

Ein umwerfendes Zitat von Emil Brunner (Das Gebot und die Ordnungen, 1939, S. 64):

Das ist der Glaube, daß der Mensch nunmehr sich, sein Leben, sein Selbst als ein Leben von Gott her, nicht mehr als ein Leben zu Gott hin weiß. Daß im Menschen diese Umdrehung der Lebensrichtung um 180 Grad, diese Umkehrung oder Bekehrung stattfindet, das ist die Wiedergeburt, die göttliche Setzung des neuen Menschen. Daß aber diese Wiedergeburt als Bekehrung, als Selbstverständnis und Selbstwendung stattfindet, das ist der göttliche Geiststempel dieses Geschehens, wodurch es von Zauberei unterschieden ist. Glauben heißt: so wiedergeboren sich wissen, das Leben als ein geschenktes und die Gerechtigkeit als die „fremde“ hinnehmen. Das neue Leben ist das Leben im Indikativ, statt im Imperativ Gottes, im von Gott her Sein, nicht mehr im zu Gott hin Streben. Erst jetzt ist es wahr geworden: das Gute ist das, was Gott tut, nicht das, was der Mensch tut.

Damit ist, im Blick auf das Sittliche, ein Doppeltes gesagt. Erstens ist jetzt endlich der Mensch nicht mehr „selb-ständig“, sondern „gott-ständig“. Er hat ja seine Gerechtigkeit als eine fremde; „Christus ist meine Gerechtigkeit“, mein neues Ich. Nicht mehr sich selbst traut er das Gute zu, sondern Gott allein. Nicht mehr sich selbst hat er, wie vorher, im Zentrum, sondern Gott. Damit ist er — endlich — geworden, was er auf dem gesetzlichen Weg immer vergeblich zu werden versuchte, vergeblich darum, weil es mit der Gesetzlichkeit unvereinbar ist: frei von sich selbst, vom Sich-selbst-suchen. Bevor er etwas tut, ist er schon bei Gott. Bei allem, was er tut, darf er — ohne erst zu Gott hin zu müssen — von Gott herkommen. Er hat Gott sozusagen immer im Rücken, statt, wie als Gesetzlicher, vor sich. Das ist die Freude und der Friede des neuen Lebensstandes.

Emil Brunner. Theologe im 20. Jahrhundert von Frank Jehle

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Total Circus Feeling

Ich habe gelernt, „Abrechnungen“ mit ehemaligen Gemeinden vorsichtig zu lesen. Manchmal wird ziemlich dramatisiert. Nicht alles, was als erlebter „Machmissbrauch“ deklariert wird, war Machmissbrauch. Hin und wieder fehlt der Blick für die eigenen Anteile in den Eskalationsphasen. Das ist alles nachvollziehbar. Wenn die Dinge kochen (beispielsweise in einer Ehekrise), sind wir Menschen eben selten sachorientiert.

Trotzdem können Erlebnisberichte gelegentlich helfen und aufklären. Heute möchte ich auf so einen hilfreichen Bericht hinweisen. Verfasst wurde er von Elisabeth aus Oslo (Norwegen). Sie beschreibt in einer dreiteiligen Artikelserie ihre Erfahrungen mit einer Hipster-Gemeinde, die eines Tages von Hillsong übernommen wurde. Ihre Beobachtungen sind wirklich aufschlussreich und konfrontieren uns mit den Schattenseiten der gekünstelten Popkultur, die immer machtvoller in viele Gemeinden einzieht.

I began to read and dig into the word of God in a new way. I really liked the structure and order I saw in the church in the pages of the Bible.  It seemed simple and more like a bigger scale of what family and home life should be. Church is like your extended spiritual family.

Contrasted with that, what I found in the mega type churches is that they are not conducive to older people. They talk about being a church for everyone. But I find older generations being a part of the church a total myth. They are non-existent. I remember seeing some older people come to the leadership conference and I felt they must have come because they were very loyal grandparents of some of the kids in leadership… I mean why ever else would they listen to a volume cranked up 100 times over their hearing aids!!??  I realized it was not a church my own grandfather would have felt comfortable in. The pumped up music and disco lights would have been very overwhelming for him.

Even I got exhausted with the loud concert setting music every single week! It becomes such a performance. There was no point to sing along because I couldn’t hear myself sing, much less the person beside me! Even the Christmas service was pumped up, without a single slow classic song that we associate with Christmas. I asked the band why they had cut even the one classic they had done last year and I was told because there was not time in the program. And I thought, well there would be time if they would cut all the endless advertizing for upcoming events and the tithing pep talk!!!

Because when you look at the church on a micro level:

1.) Nobody noticed if I came to church or not, not even to the events for my own ministry team! And to be honest, I didn’t either notice if others came or not. One didn’t get to know people well enough to ask why they hadn’t come or was everything okay in their life or simply last week!!! Norwegians are reserved to begin with so it takes forever to get to know them anyway and in a mega church they really can hide away!

2.) All the joking about Holy things seriously made me feel unwell. It depressed and stressed me.

3.) We were all organs in a great machine called “the church” But over time I began to feel that my effort on the cafe team didn’t mean that much to anyone. People had to pay for the cakes and that bothered me how things cost. Like even the Christmas dinner people had to pay for. I did not get a church family feeling at all. When it all had to be so fancy and impressive. . .it all cost. Over time the disillusionment grew.

4.) To feel a part of the church one was meant to go to the cell group they assigned to you so you could “connect” with people. For me it just felt rather artificial and those five women or so at the cell group are not really people one met at church on Sunday anyway. It just was not filling the gap of making church feel like home. . .my spiritual family.

The lighting was often so dim I could hardly read my Bible. Most people brought their phones so that they could read the text glowing in the dark.

Hier geht es weiter (am Ende des Artikels finden sich die Links auf die weiterführenden Artikel): churchwatchcentral.com.

G. Gilbert: Könige und Königreiche

Hauptredner der Evangelium21-Konferenz 2015 war der Pastor Greg Gilbert. Er hielt mehrere aufeinander aufbauende Vorträge über den Auftrag der Kirche heute. Im diesem zweiten Vortrag geht es um das Thema: „Könige und Königreiche: Gottes erlösende Herrschaft verstehen“. Es geht also um die Frage: Was ist eigentlich das Reich Gottes?

Zu blöd für die Liebe

Die App Tinder ist für schnellen Sex gedacht und wird mit großer Romantik beworben. Das Netzwerk bedient die Ansprüche junger Menschen, die sich nicht festlegen wollen. Isabell Prophet hat für die FAZ die Bindungsunfähigkeit ihrer eigenen Generation beschrieben:

Ich glaube: Großstädte sind die Schmelztöpfe der Vollidioten. Meine Generation ist zu blöd, um sich zu verlieben. Nein, vielleicht wird diese Beziehung nicht halten. Nein, die nächste hat bestimmt straffere Oberschenkel oder stärkere Nerven, wenn sie warten gelassen wird. Wir sehen so viele Möglichkeiten, dass unsere Gehirne sich gar nicht mehr trauen, Liebeshormone auszuschütten. Dabei liegt in der Kooperation in der Regel die glücksoptimale Lösung – beide geben, beide vertrauen darauf, etwas zurück zu bekommen. Vertrauen schafft Wachstum, aber Vertrauen haben wir verlernt. Auf die Generation der Eheverträge folgt nun die Generation der Liebesverweigerer.

Mehr: blogs.faz.net.

VD: WH

Berner Thesen

Die sogenannten 10 Berner Thesen von 1528 belegen den vorläufigen Abschluss der Reformation in Bern. Hier die ersten drei Thesen:

  1. Die heilige christliche Kirche, deren einziges Haupt Christus ist, ist aus dem Worte Gottes geboren und hört nicht die Stimme eines Fremden [vgl. Joh 10,5].
  2. Die Kirche Christi macht nicht Gesetze und Gebote ohne Gottes Wort. Deshalb binden alle Menschensatzungen, die man Kirchengebote nennt, uns nicht weiter, als sie im göttlichen Wort begründet und geboten sind.
  3. Christus ist unsere einzige Weisheit, Gerechtigkeit, Erlösung und Bezahlung für aller Welt Sünde. Deshalb bedeutet, einen anderen Verdienst zur Seligkeit und eine andere Genugtuung für die Sünde zu bekennen, Christus zu verleugnen.

Abschiedsvorlesung von Herbert Klement

Am 30. Mai 2015 fand im Rahmen der Abschlussfeier des 45. Studienjahres die Emeritierung von Prof. Dr. Herbert H. Klement statt. Klement hat über zehn Jahre hinweg als Professor und Bereichsleiter für Altes Testament das Gesicht der STH Basel mitgeprägt. Dafür wurde ihm nun, zur Beendigung seiner Lehrtätigkeit an der STH Basel, der Titel „Professor emeritus“ verliehen.  Er spricht über das Doppelgebot der Liebe als Summa der Theologie des Alten Testaments:

VD: FL

Wie diskutieren Christen in einem säkularisierten „Klima“?

Ravi Zacharias geht in 10 Minuten auf einige Fragen ein, die viele Christen bewegen: Wir können wir in einer Kultur leben, die sich nicht nur von ihren christlichen Wurzeln löst, sondern sich sogar gegen sie auflehnt. Wie können wir so debattieren, dass wir respektvoll miteinander umgehen und zugleich leidenschaftlich für den Wahrheitsanspruch der eigenen Sichtweise eintreten?

Geschäfte mit abgetriebenen Kindern

Es ist auch in Deutschland kein Problem, abgetriebene Kinder zu besorgen. Dies meint die hier bereits erwähnte Alexandra Maria Linder in einem Gastbeitrag für kath.net:

Es ist auch in Deutschland kein Problem, abgetriebene Kinder zu besorgen. Unter dem Vorwand der Forschung haben wir es vor einigen Jahren selbst versucht und erhielten von einem Profiabtreiber problemlos sieben Kinder an einem Tag.

Angesichts der Überalterung und neurodegenerativen Erkrankungen in unseren westlichen Gesellschaften werden sowohl der Bedarf als auch das Angebot in den nächsten Jahren steigen. Für die Behandlung eines Parkinson-Kranken zum Beispiel werden die Gehirnzellen von 6-12 abgetriebenen Kindern benötigt, die Behandlung kostet in den USA um die 15.000 Dollar, ist also für Anbieter und leere Krankenhäuser ein interessanter Zukunftszweig.

Eine Sofortmaßnahme, um dies zu vermeiden, wäre die Bestattungspflicht aller abgetriebenen Kinder, egal welchen Alters, was auch der dringend notwendigen sauberen Statistik, der Trauerarbeit der Eltern und einem öffentlichen Gedenken und Nachdenken dienlich wäre.

Mehr: www.kath.net.

5 Jahre Timotheus Magazin

18 Geld Besitz EwigkeitTimotheus, ein Magazin für junge Christen, ist 5 Jahre alt geworden. Ich habe letzte Woche für Evangelium21 darüber mit Peter Voth, Mitgründer und Gestalter der Zeitschrift, gesprochen.

Wir waren ein Bibelkreis von vier jungen Männern aus zwei Gemeinden, der entgegen der Theologie unserer „Herkunft“ sehr reformatorisch geprägt war. Aus dem Bibelkreis entstand die Idee für ein theologisches Magazin. Zuerst dachten wir, dass wir es in geringer Auflage selber herstellen und es in unserer Jugend verteilen. Wir verwarfen diesen Gedanken aber wieder, weil die Theologie unseres Magazins nicht die Theologie unserer Gemeinde wäre. Das würde zu viel Konfliktpotential mit sich bringen.

Also beschlossen wir, dass wir ein PDF-Magazin herstellen und es dann einfach kostenlos online zu Verfügung stellen. Durch meinen damaligen Blog „TheYoungReformer.de“ hatten wir schnell ein kleines Publikum. Es sollte ein kostenloses und reformatorisches Onlinemagazin sein.

Das Magazin freut sich über Unterstützung! Wie geht das? Der einfachste Weg ist es, ein Abo für sich selbst oder Freunde zu bestellen. Peter sagt:

Da wir auf Spenden verzichten, ist der Erwerb eines Abos aus finanzieller Sicht die größte Hilfe für uns. Leider kündigen immer wieder Leser ein Abo wegen kleinen theologischer Differenzen. Hier wünsche ich mir auch mehr Verständnis und Gebet für unser Magazin. Obwohl wir uns ständig Hilfe von guten Theologen holen, darf man nicht vergessen, dass wir eigentlich nur ein Haufen junger Typen ohne Theologiestudium sind. Feedback zu den Ausgaben ist auch eine große Unterstützung. Es hilft mehr als die meisten glauben. Unser Traum ist es, irgendwann 1000 Abonnenten zu haben. Davon sind wir momentan noch weit entfernt. So Gott will, klappt es ja vielleicht irgendwann.

Hier mehr: www.evangelium21.net.

Diese furchtbare Gleichmacherei

Alles soll gleich sein. Gleich relevant, gleich viel wert, gleich richtig. Damit sich alle gleich wohlfühlen können. So einfach ist das aber nicht, sagt ausgerechnet eine Soziologin. Vielen Dank Frau Irmhild Saake!

Hier einige herausragende Zitate:

Das Moderne an unserer Gesellschaft ist, dass wir uns als Menschen alle als gleich empfinden wollen. Dieses große Versprechen der Gleichheit sensibilisiert uns aber nicht nur für Fragen der sozialen Ungleichheit, sondern mittlerweile sogar für Ungleichheiten jeglicher Art. Es ist für meine Studenten etwa so, dass sie es schon als komisch empfinden, dass sich am Ende einer Diskussion ein gutes Argument durchsetzt.

Ja, wenn ich es jetzt mal ein wenig übertreiben darf, dann haben sie sozusagen Mitleid mit den ausgeschlossenen Argumenten. Sie fordern Gleichheit auch für Argumente, Anerkennung auch für andere Positionen. Das macht eine klare wissenschaftliche Argumentation schwierig. Man kann nicht mehr so recht sagen, dass man eine wirklich unsinnige Behauptung für Quatsch hält. Es ist eher die Idee da, dass irgendetwas Gutes schon auch in dem Quatsch drin stecken wird.

In der Soziologie gibt es seit Kurzem die Human Animal Studies. Also die Frage danach, was Tiere sind, und wie das Verhältnis der Menschen zu Tieren ist. Diese Fragen sind für die Studenten ein echtes Anliegen: Was mache ich mit meinem Reitpferd? In dem Moment, wo ich es reite, bin ich dominant – darf ich das als Mensch? Wie fühlt sich dann das Tier? Das Interessante an der Diskussion ist, dass den Studenten überhaupt nicht auffällt, dass sie selbst die ganze Zeit erzählen, was in dem Tier alles vorgehen soll. Wenn ich dann sage, dass man das Pferd ja nicht fragen kann, gucken sie fast böse, als wollten sie sagen: Ist das jetzt ein Vorwurf an das Pferd?

Man kann zum Beispiel sehen, wie stark das Bild vom Pferd dem Bild von Kindern ähnelt. Ich muss das Pferd erziehen. Aber dafür schäme ich mich. Dasselbe bei Kindern. Eltern wollen nicht mehr erziehen. Sie hätten es am liebsten, dass das Kind sagt: Ich habe das verstanden, warum du das sagst, du kannst das gerne machen.

In dem Klima der Gleichmacherei, dass wir alltäglich ertragen müssen, klingt das recht erfrischend!  Prädikat lesenswert!

Hier das vollständige Interview mir Dr. Irmhild Saake aus München:  www.faz.net.

„The Bible Project“

Waldemar Henschel beschreibt für uns in einem Gastbeitrag das interessante „The Bible Project“:

„The Bible Project“

Tim Mackie, Jonathan Collins und Gerry Breshears sind überzeugt, dass die Bibel vom ersten bis zum letzten Buch eine zusammenhängende Geschichte erzählt. Deshalb hat das Team „The Bible Project“ ins Leben gerufen, auf dass ich kürzlich gestoßen bin. Das Ziel des Projektes besteht darin, den Blick für die Zusammenhänge und die übergreifende Geschichte der Bibel zu ermöglichen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird in ca. 5-minütigen, animierten Videos das Thema und die Struktur von jedem Buch der Bibel auf anschauliche und einprägsame Art dargestellt und sein Kontext innerhalb der großen Geschichte aufgezeigt. Daneben wird durch Themen-Videos illustriert, wie sich bestimmte Motive (z.B. Heiligkeit) wie ein roter Faden durch die Bibel ziehen. Zu jedem Video wird außerdem ein Study Guide angeboten.

Ich glaube, dass bei der Beschäftigung mit der Bibel der Blick für das Ganze allzu schnell verloren geht und der Fokus sich stattdessen auf einzelne Begebenheiten und Details verschiebt. Statt die große Rettungsgeschichte Gottes zu erkennen, werden dann aus dem Text nur moralische Handlungsanweisungen gewonnen und die frohe Botschaft des Evangeliums gerät in den Hintergrund. Außerdem ist man schnell frustriert und verwirrt, wenn sich die einzelnen Puzzleteile nicht zu einem großen Bild zusammenfügen lassen.

Diese frei zur Verfügung gestellten Videos können das eigene Bibelstudium bereichern und dabei helfen, wieder den Blick für Gottes einzigartige Heilsgeschichte zu gewinnen. Ich kann mir den Einsatz der Materialien aber auch in Gemeinden, Hauskreisen und Jugendgruppen sehr gut vorstellen. Meine Erfahrung ist, dass selbst vielen Christen der Blick für die große Geschichte Gottes in der Bibel fehlt und sie dankbar sind, wenn ihnen die Zusammenhänge erklärt werden. Warum also nicht mal mit Hilfe der Materialien Bibelarbeiten durchführen, bei denen man aus der Vogelperspektive über die Bücher der Bibel schaut? Das wird den Fokus wieder zurechtrücken und das Evangelium ins Zentrum stellen! Leider steht das Material bislang jedoch größtenteils nur in englischer Sprache zur Verfügung.

Die ersten Videos sind bereits online. Hier das Video zu 3. Mose:

Weitere Videos und Infos über die Möglichkeit, das Projekt zu unterstützen, findet man hier: www.jointhebibleproject.com.

Planned Parenthood II

Ein Leser dieses Blogs, Simon G., hat sich freundlicherweise die Mühe gemacht, die Rede von Senator James Lankford zu transkribieren und zusätzlich zu übersetzen (siehe dazu unbedingt hier).

Übrigens berichten die nordamerikanischen Medien nur sehr spärlich von den Vorfällen bei Planned Parenthood. Von den größeren Medienanstalten in Deutschland habe ich dazu noch gar nichts gehört. Falls jemand da einen Bericht gelesen, gehört oder gesehen hat, würde mich das sehr interessieren.

Hier aber nun die Rede:

 

Transskription und Übersetzung der Rede von Senator James Lankford vor dem US-Senat am 16.7.15

 

„Mr. President, I’d like to take just a moment to be able to speak about a subject that’s very, very difficult for me to speak about, and quite frankly difficult for a lot of Americans to talk about and hear about. It connects to all of us, in extremely personal ways.

Herr Präsident (Obama), ich bitte Sie um einen Moment Ihrer Aufmerksamkeit. Es fällt mir sehr, sehr schwer, über dieses Thema zu sprechen und – ganz ehrlich – es dürfte es für viele Amerikaner schwierig sein, sich damit auseinanderzusetzen. Es ist von zutiefst persönlicher Natur und berührt uns alle.

Let me set some context. Not long ago a group of animal rights activists gathered around a research facility, a research facility that was using animals for their testing. The activists gathered around the facility and chanted and has signs that they held up saying ‘it’s not science, it’s violence.’ And other signs that said ‘animal lives are their right, we have just begun to fight.’ As they protested to protect the lives of the animals that were being used in that facility for research.

Eine Vorgeschichte: vor nicht allzu langer Zeit versammelte sich eine Gruppe von Tierrechtlern vor einer Forschungseinrichtung, in der Tierversuche durchgeführt werden. Die Aktivisten riefen Parolen und hielten ihre Schilder hoch: „Das ist keine Forschung, das ist Gewalt!“. Oder: „Tiere haben ein Recht auf Leben – und wir werden für ihr Recht kämpfen“. Sie demonstrierten, um das Leben der Tiere in dieser Forschungseinrichtung zu schützen.

Now, I understand their frustration there. But let me put it into context of some things that came out this week. We learned that this week an organization called Planned Parenthood is using children that are aborted and sending the bodies of those aborted children to research facilities, sometimes for sale, different body parts, to be used in research. These are not mice, these are not lab rats, these are children. Children that have gone through the process of a horrific abortion.

Ich verstehe das Anliegen und die Besorgnis dieser Menschen. Lassen Sie mich allerdings den Zusammenhang zu einer Geschichte herstellen, die in dieser Woche öffentlich geworden ist:

Wir mussten erfahren, dass die Organisation „Planned Parenthood“ die Körper abgetriebener Kinder zu Forschungszwecken vertreibt, teilweise gegen Bezahlung. Die Körperteile von Kindern, die in den Einrichtungen dieser Organisation abgetrieben wurden, können zur weiteren Verwendung in der Forschung an entsprechende Einrichtungen verschickt werden. (Anm.: Planned Parenthood, „geplante Elternschaft“, ist das großteils steuerfinanzierte „Pro Familia“ der USA). 

This morning in an Appropriations hearing, that the President and I both were in, we had extensive conversation about the rights of orca whales. And this protracted conversation went on and on, that many people were also connected to, about the rights of orca whales and the care for them. Then we had a protracted conversation about horse slaughter and how horses would be humanely put down.

Heute morgen haben der Herr Präsident und ich an einer Sitzung teilgenommen, in der umfangreich über die Rechte von Orka-Walen diskutiert wurde. Diese Diskussion zog sich endlos in die Länge, eine Menge Menschen waren beteiligt, um sich über die Rechte der Orkas und ihren Schutz Gedanken zu machen. Danach schloss sich eine wiederum lange Diskussion über die möglichst „humane“ Schlachtung von Pferden an.

But in the middle of all that conversation happening today, there were children still being aborted with an instrument reaching into a mother, tearing apart a child but carefully protecting certain organs because those organs would be valuable to sell. Now, the challenge that we have on this as a nation is, the argument is for that baby. That baby’s really not a baby, it’s just a fetus, it’s tissue. That’s not a human baby is what everyone is told. That’s just tissue and it’s up to the mom to determine what happens to that tissue.

Aber in der Zeit, in der wir solche Themen heute diskutiert haben, wurden gleichzeitig Kinder abgetrieben. Mit einem Instrument, das in die die Mutter eingreift, um ein Kind auseinanderzureißen, dabei aber sorgfältig DIE Organe zu schützen, die sich gegen genügend Bezahlung verkaufen lassen! 

Die Herausforderung, vor der wir als Nation jetzt stehen, ist eine Auseinandersetzung um dieses Baby! Das Baby ist in Wirklichkeit gar kein Baby, es ist nur ein Fötus. Gewebe. Das ist gar kein „richtig menschliches“ Baby – das wird uns allen immer wieder versichert. Das ist nur organisches Gewebe – und die Mutter kann entscheiden, was mit diesem Gewebe passiert.

And then on the flip side of it moments later they take that tissue and then sell it because it’s human organs that are needed for research. You can’t say in one moment that’s not a human and then sell it for the next moment as a human organ and say now suddenly it is. It was a human all the way through. There was never a time that wasn’t a child, never a time that wasn’t a human, and it seems the ultimate irony to me that we spend time talking about humane treatment of animals being put down like in horse slaughter and we completely miss children being ripped apart in the womb and their body parts being sold.

Andererseits nimmt man dieses „Gewebe“ und verkauft es, weil es ja menschliche Organe sind, die zu Forschungszwecken verwendet werden können. Man kann doch nicht in einem Moment behaupten, dass wir es hier NICHT mit menschlichem Leben zu tun haben, um es dann – im nächsten Moment – als menschliche Organe zu verkaufen. Jetzt also doch. Nein, es war menschlich vom Anfang bis zum Ende. Zu keiner Zeit war das kein Kind, zu keiner Zeit war das kein Mensch. Für mich ist das die bitterste Ironie, dass wir eine Menge Zeit darauf verwenden, um darüber zu reden, wie sich das Leben von Tieren möglichst human beenden lässt – wie bei der Pferdeschlachtung. Und dabei übersehen wir vollständig, dass Kinder in der Gebärmutter auseinandergerissen werden, um einzelne Körperteile verkaufen zu können. 

So here’s how it happens. A mom comes into a facility, gives consent to have an abortion, makes that request. After that request is made, to some moms — and we don’t know exactly how they choose which moms — to some moms they then ask consent for their child after it’s aborted to be used for research purposes.

Und das läuft wie folgt ab: eine Mutter kommt mit der Anfrage für eine Abtreibung in eine entsprechende Einrichtung (von „Planned Parenthood“) und gibt ihre Einwilligung, diese durchzuführen. Nachdem diese Anfrage gestellt wurde, werden einige Mütter um Einwilligung gebeten, ihr Kind nach der Abtreibung für Forschungszwecke zur Verfügung zu stellen. Wir wissen allerdings nicht, nach welchen Kriterien hier selektiert wird. 

From the video that was put out this week, they said that was actually comforting to some moms that they would know how traumatic the abortion is, at least some good would come out of it, that those body parts would then be used for research to hopefully save other children, which again comes back to this ultimate irony that we would literally tear one child apart in an abortion with the assumption that hopefully would help some other child in the future, missing out on the significance of the child that’s right there that could be helped by protecting their life.

Dem Video nach zu urteilen, das in dieser Woche veröffentlicht wurde, sei es wohl tröstend für einige Mütter, dass die traumatische Erfahrung der Abtreibung wenigstens einem guten Zweck dienen könnte. Dass die Forschung mit diesen Körperteilen helfen könnte, andere Kinder zu retten. Womit wir wieder bei dieser bittere Ironie wären, dass EIN Kind durch Abtreibung buchstäblich auseinandergerissen wird, in der Annahme, damit hoffentlich einem zukünftigen Kind helfen zu können. Dabei wird die Bedeutung des Kindes übersehen, dass schon da ist. Dem könnte schon geholfen werden, indem man sein Leben schützt. 

And then the doctor in this particular video gives the details of how once they get that consent from the mom, they would be careful to reach in and actually crush the head of the child to kill the child in the womb so they could preserve the rest of the organs because the kidney has value, the liver has value, because the lungs have value, because the muscles in the legs have value.

Und dann erklärt die Ärztin in diesem Video detailliert, was nach der Einwilligung der Mutter geschieht. Vorsichtig greift man nach dem Kind im Mutterleib und zerquetscht (wortwörtlich) den Kopf des Kindes, um das Kinder in der Gebärmutter zu töten und den Rest der Organe zu erhalten. Weil die Niere ihren Wert hat. Die Leber hat Wert, die Lungen haben Wert, sogar die Beinmuskulatur. 

I would tell you that child has value. And that every single adult that can hear me right now was once 20 weeks old in the womb and we can look at each other and understand the difference between that child in the womb and any of us now is time. That’s a human being we’re talking about. And it doesn’t bring me comfort to know that one child is torn apart so that maybe they can do research on the child’s organs to in some future moment help a different child.

Ich möchte Ihnen zurufen: das Kind hat einen Wert! Und jeder einzelne Erwachsene, der mir jetzt zuhört, war einmal 20 Wochen alt und in der Gebärmutter. Wir sollten uns gegenseitig in die Augen schauen und einsehen: der Unterschied zwischen dem Kind in der Gebärmutter und uns ist ausschließlich – Zeit! Das ist ein menschliches Wesen, über das wir hier reden. Und es tröstet mich in keinster Weise zu wissen, dass ein Kind auseinandergerissen wird, damit – möglicherweise – mit seinen Organen Forschung betrieben werden kann, die irgendwann einmal einem anderen Kind helfen könnte.

Not every woman is being asked that her aborted child would be used for research and we really don’t know the whys. Maybe they’re looking for particularly healthy moms. Maybe they’re looking for very mature, healthy babies. Maybe it’s a situation where a particular mom couldn’t afford to have the abortion procedure and so they swap off and say if you can’t afford to have the abortion procedure maybe we can cover the cost by then possibly selling some of these organs then. We don’t know.

Nicht jede Frau wird um die Zustimmung zur „weiteren Verwendung“ ihres abgetriebenen Kindes gebeten – und wir haben keine Ahnung über die Gründe. Vielleicht suchen sie nach besonders gesunden Müttern. Oder vielleicht benötigen sie besonders gut entwickelte, gesunde Babys. Vielleicht kann auch eine Mutter die Kosten für die Abtreibungsbehandlung nicht aufbringen. Und dann bietet man ihr an, mit dem Verkauf von Organen für die Kosten aufzukommen. Wir wissen es nicht.

But I think maybe the question needs to be asked. Why this Congress would spend time today debating horse slaughter and debating orca whales, but yet we’ve become so numb to children that the other debate doesn’t seem to come up. Maybe we need to start again as a nation, asking a basic question. If that’s a child, and in our Declaration [of Independence] we said every person that we believe is endowed by our Creator to life, liberty, and the pursuit of happiness, maybe we need to ask as a nation again, do we really believe that?

Aber ich denke, dass diese Frage vielleicht gestellt werden sollte: warum kann dieser Kongress heute soviel Zeit dafür aufbringen, um über Pferdeschlachtung und Orkawale zu debattieren, wenn wir andererseits so abgestumpft gegenüber Kindern geworden sind, dass DIESE Debatte gar nicht erst geführt wird? Vielleicht sollten wir als ganze Nation damit beginnen, eine ganz grundlegende Frage zu stellen: wenn es sich hier um ein Kind handelt und wir in unserer Unabhängigkeitserklärung bezeugen „wir glauben, dass jeder Mensch von unserem Schöpfer begabt ist mit Leben, Freiheit und dem Ziel glücklich zu sein“ – glauben wir das wirklich? 

Let’s start with some basic things. How about a child at 20 weeks that we know scientifically can feel pain? We cannot have their limbs ripped apart in an abortion. There are only seven countries in the world that allow that. We’re in a prime group like North Korea and China with nations that still allow abortions that late. We should ask that question again – is that really who we are as America?

Lassen sie uns mit einigen Grundlegendem Fakten beginnen: was ist mit einem Kind im Alter von 20 Wochen, dass – wissenschaftlich erwiesen – Schmerz empfinden kann? Wir dürfen ihm niemals bei einer Abreibung die Gliedmaßen abreißen lassen! Es gibt nur sieben Länder weltweit, in denen das erlaubt ist. Wir sind hier in Gesellschaft mit Ländern wie Nordkorea und China, die eine so späte Abtreibung noch gestatten. Noch einmal diese Frage: sind das wirklich WIR, Amerika?

Maybe we need to ask the question again with Planned Parenthood, who we give half a billion dollars in funding to, maybe this is not a good idea. And other organizations that serve people all over the country who raise their funds separately, and don’t do it by federal funds. Maybe that’s a legitimate question that we need to ask? Mr. President… we have hard questions to deal with as a Nation. Budget, regulations, future direction that we’re going. Why don’t we add to the list, do we really care about children or not? And on a day that we passed an education bill, before we pat ourselves on the back saying how much we care about children, let’s make sure we’re dealing with a compassion for children at every age, not just at certain ages. Have we really become this numb? How do we turn it around? With that I yield back.“

Vielleicht sollten wir wieder einmal die Frage nach der Organisation „Planned Parenthood“ stellen, die wir als Staat mit jährlich einer halben Milliarde $ unterstützen – vielleicht keine so gute Idee? Andere Organisationen dienen Menschen im ganzen Land und werden nur privat finanziert, ohne Unterstützung aus öffentlicher Hand. Ist das vielleicht eine legitime Frage, die einmal gestellt werden sollte?

Herr Präsident… es gibt schwierige Fragen, mit denen wir uns als Nation befassen müssen. Finanzen, Regulierung, unsere zukünftige Ausrichtung. Warum fügen wir dieser Liste nicht die Frage hinzu: kümmern wir uns wirklich um Kinder, oder nicht? Bevor wir uns auf die Schultern klopfen, nachdem wir ein neues Erziehungsgesetz erlassen haben und uns versichern, wie sehr wir um Kinder bemüht sind, sollten wir sicher gehen, dass unser Mitgefühl Kinder jeden Alters umfasst. Nicht nur ein bestimmtes Alter. Sind wir inzwischen denn wirklich so abgestumpft? Wie finden wir einen Weg zurück? 

Damit gebe ich ab.

IATG3

Nachfolgend eine Rezension zu dem Buch:

41XTAibx9BL SX356 BO1 204 203 200Wer theologische Aufsätze, Hausarbeiten oder Bücher schreibt, sucht nach Möglichkeiten, wiederkehrende Titel von Zeitschriften, Serien, Lexika der Quellenausgaben einheitlich abzukürzen. Ein Beispiel: Sind häufig Werke aus der Reihe „Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament“ zu zitieren, wird man darum bemüht sein, den langen Serientitel zu verkürzen, z. B. durch die die Wahl der Abkürzung „WUzNT“. So spart man sich viel Mühe und Platz. Allerdings ist man als Autor gezwungen, selbst solche Abkürzungen, auch Sigel genannt, zu entwickeln und ein entsprechendes Verzeichnis in die schriftlichen Arbeiten einzufügen. Der Leser wiederum muss sich jeweils mit den Abkürzungen des Autors vertraut machen.

Um sowohl das Schreiben als auch das Studium der Literatur zu vereinfachen, wurden im Laufe der Jahre Verzeichnisse mit einheitlichen Abkürzungen erarbeitet. Der Autor kann beim Verfassen seiner Abhandlung damit auf ein vorhandenes Verzeichnis zurückgreifen und sich durch einen entsprechenden Hinweis die Erstellung eines eigenen Verzeichnisses ersparen. Der Leser wiederum kann mit Hilfe des Instruments die Sigel schnell entschlüsseln. Liest er viel und hat etwas Übung bei „Entschlüsseln“, lernt er zahlreiche Sigel auswendig und kommt mit den Abkürzungen schnell zurecht. So weiß ein Theologe, dass die Abkürzung für die Serie „Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament“ zitiert, nicht WUzNT, sondern WUNT, heißt.

Im deutschsprachigen Raum gibt es zwei etablierte Abkürzungsverzeichnisse für theologische Literatur (neben dem Verzeichnis aus der Theologische Realenzyklopädie (TRE), das auch von Siegfried Schwertner erstellt wurde). Das umfangreichste Register ist das Internationale Abkürzungsverzeichnis für Theologie und Grenzgebiete (IATG). In der ersten Auflage von 1974 gebrauchte sein Herausgeber Siegfried Schwertner Abkürzungen aus dem Handwörterbuch Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG3) und verbesserte und erweiterte diese. Das RGG griff in seiner 4. Auflage demgegenüber auf die 2. Auflage des IATG zurück und auch die (TRE) machte vom IATG gebraucht, um es seinerseits zu erweitern.

Bis 2012 hat Siegfried Schwertner deshalb eine 3. Auflage des IATG besorgt, die schlussendlich im vergangenen Jahr beim Verlag Walter de Gruyter erschienen ist. Es war die letzte Herausgabe von Siegfried Schwertner, denn der promovierte Bibliothekar ist im Sommer 2012 im Alter von 76 Jahren verstorben.

Die 2. Auflage enthielt bereits 14.000 Titel. Die 3. Auflage ist noch einmal um 4000 Titel erweitert worden. Auf Wunsch des Verlags wurden im Hinblick auf die Encyclopedia of the Bible and Its Reception (EBR) die Abkürzungen des SBL Handbook of Style berücksichtigt. Wo diese vom IATG abweichen, wurde sie kursiv wiedergeben. Zur Anpassung an nordamerikanische Gewohnheiten wurde der Punkt zwischen Ober- und Unterserien aufgegeben. Wenn es beispielsweise früher ATLA.BS hieß, heißt es nun: ATLABS.

Das Buch enthält verschiedene Abkürzungsverzeichnisse zu den biblischen Büchern und ein Verzeichnis der biblischen Quellenschriften und Textausgaben. Abkürzungen für außerkanonische Schriften, Qumrandokumente, Philo, Josephus, rabbinisches Schrifttum und die Nag-Hammadi-Bibliothek sind ebenfalls enthalten. Den größten Raum bekommen freilich die Abkürzungen für Zeitschriften, Serien, Lexika und Quellenwerke. Allein ihre Abkürzungsauflösungen benötigen 191 Seiten.

Autoren kleinerer Schriften werden mit dem bei Mohr Siebeck separat erschienen Abkürzungsverzeichnis der RGG4 gut zurechtkommen. Verfasser umfangreicher theologischer Werke werden auf das IATG nicht verzichten wollen. Die 3. Auflage enthält mit ca. 18.300 Titeln nahezu alle bedeutenden Publikationen aus den Gebieten Theologie, Philosophie und Religionswissenschaft und bleibt damit das Standardwerk für wissenschaftliches Arbeiten im theologischen Bereich.

Krippensong

Wer hat folgenden Satz gesagt? „Keine Mutter kann ihrem Kind das bieten, was eine Krippe bietet?“ Nein, der Satz stammt nicht aus der aktiven Zeit der DDR-Bildungsministerin Margot Honecker, sondern von ihrer bundesrepublikanischen Amtskollegin aus Rheinland-Pfalz, Vera Reiß (SPD). In der Debatte um das Betreuungsgeld sind sich alle verdächtig einig. Eigentlich erstaunlich, wenn die Quintessenz die ist, dass Kinder mit ihren Eltern möglichst wenig zu tun haben sollen.

Hier ein guter Kommentar von Michael Hanfeld:

Denn von links bis neoliberal: Alle drängen zur Krippe, am besten zu einer, die vierundzwanzig Stunden am Tag aufhat. Und das Betreuungsgeld? Finanziell gut Situierte brauchen es nicht und kassieren nur ab, die nicht so gut Betuchten scheinen als Erzieher zu wenig geeignet, sie eröffnen ihren Kindern ja kaum Chancen auf Bildung und auf dem Arbeitsmarkt! Es ist schon erstaunlich, auf welch eindeutige ideologische Stoßrichtung sich hier Gruppierungen verständigen, die einander sonst spinnefeind sind. Die Krippe ist ein Menetekel der Frauenrechte und der Gleichberechtigung oder aber des zu hundertfünfzig Prozent jederzeit und überall verfügbaren, sich selbst und seine Familie optimierenden Mitarbeiters.

Mehr: www.faz.net.

VD: AW