Ändergender gegen Gott

Heike Schmoll hat für die FAZ das Liederbuch des 36. Evangelischen Kirchentags studiert. Diesen Kommentar sollten Mann und Frau lesen. Hier ein Auszug (Ausgabe vom 29.05.2017, Nr. 123, S. 9):

Wer, des seichten Sakropops der Kirchentagslieder überdrüssig, die vertrauten Lieder im Liederbuch des Deutschen Evangelischen Kirchentags sucht, traut seinen Augen nicht: Unweigerlich wird er auf die „Variationen/Alternativen in gerechter Sprache“ stoßen. Nicht einmal vor Matthias Claudius‘ „Der Mond ist aufgegangen“ macht der Genderwahn halt. Zwar bleiben einem die Möndin oder Mondgöttin erspart, doch „so legt euch denn, ihr Brüder“ wird in eine nichtssagendes „so legt euch Schwestern, Brüder“ umgemünzt und die Konkretheit des „und unsern kranken Nachbarn auch“ muss der Allerweltsformulierung „und alle kranken Menschen auch“ weichen, die den Geist des Gutmenschentums atmet und im Zweifel keinen Funken Mitgefühl zu wecken weiß. Das ist Kulturfrevel in einem Liederheft, das sich im Vorwort auf das Singen als Kernanliegen der Reformation (Luther: „Wer singt, betet doppelt“) beruft und die Pflege des alten Liedguts hervorhebt.

In der Logik der beiden Frauen, die für die sprachlichen Missgriffe verantwortlich zeichnen und der Hamburger Gruppe „Lesben und Kirche (LuK)“ angehören, darf auch „Lobet den Herren“ nicht stehen bleiben. Stattdessen soll „Lobet die Ew’ge“ gesungen werden. Dass damit der Reim „alle, die ihn ehren“ hinfällig ist, kümmert die Gesinnungstäterinnen ebenso wenig wie ein holpriges Versmaß. Und weil es so unmöglich ist, wiederholen sie ihren Eingriff gleich in der dritten Strophe noch einmal, wo nun statt „O treuer Hüter“ „O treue Hütrin“ gesungen werden soll, womit der Reim zu „Brunnen aller Güter“ aufgegeben wird. Die absurden Beispiele ließen sich fortsetzen, …

Mehr: www.faz.net.

Gender Mainstreaming von Christoph Raedel

Preis: EUR 7,95

4 gebraucht & neu erhältlich ab EUR 5,49

Kannst Du Gottes Stimme noch hören?

Die geräuschvolle Lebenskultur nimmt uns Christen so in Beschlag, dass wir Gottes Stimme leicht überhören. Wer sich etwa jede Woche eine Netflix-Serie gönnt und vor lauter Serienstress keine Ruhe mehr findet, um über Gottes Wort zu meditieren, hat unserer sinnlichen Kultur bald nichts mehr entgegenzusetzen.

Ein paar gute Tipps zum Thema von David Mathis:

Illusion Inklusion

Heike Schmoll schreibt in der FAZ (Ausgabe vom 23.05.2017, Nr. 119, S. 1), dass die Schulen wieder einmal zum Schauplatz einer Ideologie geworden sind. Der pädagogische Großversuch der Inklusive stoße  sowohl bei den Eltern der Kinder als auch bei den Lehrern auf wachsende Ernüchterung. Was wohl gemeint war, widerspreche viel zu oft dem Kindeswohl.

Es heißt in dem Kommentar:

[Die Gruppe zu integrierenden Kinder], die am meisten Aufmerksamkeit braucht, wird immer größer. Das sind Kinder mit emotional-sozialer Entwicklungsstörung, die man früher als schwer erziehbar bezeichnet hätte. Zwischen 2005 und 2015 ist diese Gruppe um 86 Prozent auf 85 500 gewachsen. Jeder Zweite davon besucht eine Regelschule.

Das schadet dem Unterricht, aber am meisten den betroffenen Schülern selbst. Der Berliner Psychoanalytiker Bernd Ahrbeck hat in einer Expertise davor gewarnt, die Verfassung dieser Kinder zu bagatellisieren. Die meisten seien bindungsgestört und „stark beeinträchtigt“. Viele von ihnen seien anfällig für frühen Drogenmissbrauch und schwänzten ganz ‚ einfach die Schule. Allein durch stärkere Toleranz und gutgemeinte Integration lassen sich die Probleme dieser Kinder nicht lösen.

„Du siehst mich“

Aus dem „Du bist ein Gott, der mich sieht“ (Gen 16,13) ist das „Du siehst mich“ geworden. Abgeleitet wird von dem Kirchentagsmotto dann schnell der „Auftrag an uns alle, einander anzusehen“. Johann Hesse hat den Evangelischen Kirchentag, der derzeit in Berlin und Wittenberg stattfindet, scharf, aber durchaus treffend, kommentiert:

Vom 24.-28.5. findet der Evangelische Kirchentag in Berlin und Wittenberg unter dem Motto „Du siehst mich“ (1 Mose 16,13) statt. Warum nur, fragt man sich, haben die Verantwortlichen gerade „Gott“ aus dieser Losung herausgekürzt. Eigentlich heißt es doch: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“ Es ist anzunehmen, dass diese kleine aber gewichtige Auslassung bereits zur Programmatik gehört. Möge Gott nur nicht zu genau hinsehen. Schon in der Kommentierung des Losungswortes stellt die Generalsekretärin des Kirchentages Ellen Ueberschär pflichtschuldig fest, dass „die Geschichte der Hagar, aus der die Losung stammt, sowohl im Koran als auch im Neuen Testament aufgegriffen“ wird.

Das Losungswort soll offensichtlich auf den interreligiösen Dialog einstimmen, der auch auf diesem Kirchentag gepflegt werden soll. So kann der Kirchentagsteilnehmer beim Podium „Vielfalt und Zusammenhalt“ mit Houaida Taraji, der Frauenbeauftragten des Zentralrats der Muslime, der Frage nach selbstbestimmter Sexualität im interreligiösen Dialog nachgehen. Bei der drängenden Frage nach „Toleranz und friedlichem Zusammenleben“ soll ausgerechnet Sheikh Ahmad al-Tayyeb, Großscheich an der al-Azhar-Universität in Kairo wegweisende Orientierung geben. Wer es bevorzugt, interreligiöse Dialoge an gedeckter Tafel und bei vegetarischer Kost zu führen, der kann am 25.5. (Christi Himmelfahrt!) an der „Langen weißen Tafel der Religionen“ Platz nehmen und sich im Anschluss an einem der zahlreichen Stände über das Christentum, den Islam, den Hinduismus oder den Buddhismus informieren. Kinder und Jugendliche lernen auf der Mitmachbaustelle „Young House of One“ am Petriplatz wie die interreligiöse Zukunft gemeinsam gestaltet werden kann.

Mehr beim Gemeindenetzwerk: www.gemeindenetzwerk.de.

Die Rückkehr der Zensur

Mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz will der Justizminister Heiko Maas lästige Kritiker und Hetzer im Netz zum Schweigen bringen (vgl. hier). Jan Figel, seit 2016 EU-Sonderbeauftragter für Religionsfreiheit, hat in der FAZ (Ausgabe vom 23.05.2017, Nr. 119, S. 8) seinen Missmut über das Vorhaben trefflich zum Ausdruck gebracht:

Mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz soll allerdings die Grundlage dafür geschaffen werden, freie Rede unter dem unklaren Begriff von „Hasskriminalität“ ohne richterlichen Beschluss und im Schnellverfahren innerhalb von 24 Stunden von Onlineplattformen zu löschen. Unternehmen zu verpflichten, Meinungen auf vager Grundlage und unter Androhung hoher Strafen im Schnellverfahren zu entfernen, bedeutet eine Privatisierung der Rechtsprechung, und hat eine abschreckende Wirkung auf öffentliches Reden im Allgemeinen. Aufgrund der Rechtsunsicherheit, die dadurch entsteht, werden die Bürger davon absehen, sich bei „sensiblen“ oder möglicherweise „beleidigenden“ Themen im Internet zu äußern – aus Angst, dass ihre Kommentare als „Hasskriminalität“ eingeordnet werden könnten. Unternehmen werden bei drohenden hohen Geldstrafen geneigt sein, Inhalte zu entfernen, um nicht das Risiko gravierender finanzieller Folgen einzugehen. Dies stellt eine Form der Zensur dar, da die freie Äußerung der Meinungen, Gedanken und persönlichen Überzeugungen nicht mehr ohne das Risiko von Sanktionen möglich wäre.

Nur unbedenkliche Meinungsäußerungen zu schützen oder solche, die von einer Mehrheit geteilt werden, ist jedoch nicht Meinungsfreiheit. Demokratie kann nur existieren, wenn das Recht robust den freien Austausch von Ideen schützt.

Zwischen Sponsoring und Staatskohle

Der Evangelischen Kirchentag wird von Konzernen wie VW oder DM gesponsert. Vor allem die öffentliche Hand finanziert die Großveranstaltung maßgeblich mit. Das Land Berlin gibt trotz desaströser Verschuldung achteinhalb Millionen Euro, Brandenburg eine Million, der Bund zwei. Zusammengenommen ist das die Hälfte des Gesamtetats. Kirchenkritiker halten es für einen Fehler, dass so viele Steuergelder in ein Projekt der Kirche fließen.

Ellen Ueberschär vom Kirchentag hält allerdings dagegen. Was sie sagt, ist so selbstoffenbarend, dass ich es zitieren will:

„Dann könnte man sämtliche Kultur- und gesellschaftlichen Veranstaltungen absagen und sagen, das ist aber nicht die Aufgabe der öffentlichen Hand. Also was ist die Aufgabe der öffentlichen Hand? Ein partizipatives Leben zu ermöglichen, wo viele Menschen über gesellschaftliche Fragen diskutieren. Dass wir in Deutschland ein offenes, liberales Klima haben, das hat auch mit solchen Veranstaltungen wie Kirchentagen zu tun. Und insofern ist das immer gut investiertes Geld.“

„Es ist auch für Atheisten gut investiertes Geld“, sagt Ueberschär. „Es ist logisch, dass eine öffentlich finanzierte Veranstaltung offen ist für jeden und jede. Wer das Programmheft aufschlägt, wird sehen, dass genau die Themen, die alle Menschen umtreiben – wie erfüllen wir die Nachhaltigkeitsziele, was ist mit diesem Gender-Kram, geht uns das was an, ist das wichtig, wie wird Frieden, was passiert in Syrien – all diese Dinge werden auf dem Kirchentag verhandelt und jede und jeder ist eingeladen, daran zu partizipieren.“

Also, worum geht es beim Evangelischen Kirchentag? Es geht um Themen, die alle Menschen umtreiben: ein offenes, liberales Klima, Nachhaltigkeitsziele, Gender-Kram, Frieden, Syrien usw. Das sind alles interessante Dinge. Allerdings möchte ich zurückfragen: Brauchen wir für die Diskussion solcher Themen eine Kirche?

Hier der DLF-Beitrag:

 

Geschichte der westlichen Philosophie und Theologie ausgezeichnet

51foGIlO8QL SX354 BO1 204 203 200Das Buch:

ist von The Evangelical Christian Publishers Association (ECPA) ausgezeichnet worden: christianbookexpo.com.

J.I. Packer hatte das Buch herzlich empfohlen:

John Frame has done it again! In the lucid and comprehensive style of his Theology of Lordship volumes, he here presents a full overview of Western thought about knowledge of God as it must appear to all who receive Holy Scripture, as he does, as the record, product, and present reality of God speaking …

Ich selbst habe von John M. Frame sehr profitiert. Gerade in den 90-er Jahren, als ich intensiv mit einigen erkenntnistheoretischen und fundamentaltheologischen Fragen gerungen habe, hat er mir vorbildlich geholfen, unter anderem, indem er sich für meine Fragen Zeit genommen und mir verständnisvolle, auf die Schrift und die Vernunft bezogene Antworten gegeben hat. Ich bin ihm dankbar und empfehle seine Schriften nach wie vor gern. Frame sollte dennoch – wie andere Autoren auch – mit einer prüfenden Haltung studiert werden. Gerade Spannungen wie die „zwei Reiche“, die „Unterscheidung von Gesetz und Evangelium“ oder die „Theonomy“ (Transformation/Eschatologie) wurden oder werden von ihm m.E. nicht angemessen aufgelöst. Die Kritik von Michael Horten zur Frame’s The Escondido Theology kann Anregung sein, zu eigenen Bewertungen zu kommen (siehe auch die Stellungnahme von Robert Godfrey).

Ich wünsche John M. Frame für seinen Ruhestand von Herzen Gottes Segen!

A History of Western Philosophy and Theology von John M Frame

Preis: EUR 45,79

15 gebraucht & neu erhältlich ab EUR 33,50

Postmoderne: Härtetest nicht bestanden

Die Postmoderne mit ihrer Auflösung des Wahrheitsbegriffs hat etlichen Politikern mit ihren Inszenierungen den Boden bereitet. Nun reagieren die einstigen Apologeten der Beliebigkeit empört und wollen die schöne alte Wahrheit zurück. Karl-Heinz Ott zieht in der NZZ eine nüchterne Bilanz:

Im intellektuellen Milieu der letzten Jahrzehnte hat sich immer mehr die Meinung durchgesetzt, dass alles, was wir für Wahrheit halten, bloss vom sozialen Kontext abhängig ist. Meist nennt man diesen Kontext inzwischen Diskurs. Man könnte ihn auch als gängiges Sprachspiel oder als kulturellen Mainstream bezeichnen oder einfach mit Richard Rorty behaupten: «Wahrheit ist, womit deine Zeitgenossen dich davonkommen lassen.»

Wer sich konsequent zum Pluralismus bekennt, nimmt die Welt am besten bloss noch horizontal wahr und bohrt nicht mehr allzu tief nach, wenn es um so alte metaphysische Dinge wie Wahrheit geht. Längst haben wir uns in einem munteren Nietzscheanismus eingerichtet, der uns die Freiheit gibt, zu denken und zu glauben, was wir wollen. Wir sind Kosmopoliten, die mit urbaner Lässigkeit grösstmögliche Diversität geniessen und deshalb ungern unnötige Grenzen ziehen. Schliesslich ist das angenehmer, als mit heiligem Ernst über das Richtige und das Falsche zu wachen.

Ohnehin sind die meisten von uns mit Nietzsche überzeugt, dass hinter dem hohen, hehren Begriff der Wahrheit sich vor allem Interessen tummeln. Wir alle haben Foucault, Deleuze und Derrida gelesen und von ihnen gelernt, dass der Kampf um die Wahrheit nichts als ein Machtspiel ist und ohnehin jedes Wort unendlich viele Bedeutungen besitzt. Mit dieser Einsicht im geistigen Handgepäck tanzen wir überm Bodenlosen und verkünden der Welt, dass Vielfalt besser als Einheitsbrei ist und jeder nach seiner Façon glücklich werden soll, solange er den andern leben lässt.

Unsere postmodernen Gedankenspiele sollten befreiend wirken und niemandem in die Hände spielen, der in eine andere Richtung marschiert. Sie sollten biologische Mythen entsorgen, die behaupten, dass die Natur Frau und Mann eindeutige Rollen zuweist. Sie sollten alle Arten vermeintlicher Wahrheiten zertrümmern, hinter denen sich hierarchische Weltbilder verbergen. Sie sollten aus unseren Gehirnen den letzten Rest von reaktionären Ansichten hinauspusten, die dort noch herumspuken.

So war das gedacht. So und nicht anders. Doch auf einmal schlägt man uns mit den eigenen Waffen. Jetzt stehen wir da und können nur stammeln: So war das nicht gemeint! Fragt sich nur, ob man es sich damit nicht zu leichtmacht. Insgeheim haben wir vermutlich nie wirklich geglaubt, dass Wahrheit nichts als ein soziales Konstrukt ist. Aber es hat uns gefallen, die andern damit in Rage zu bringen.

Mehr: www.nzz.ch.

– – –

Siehe dazu auch den Beitrag vom 09.07.2017 (ja, 10 Jahre ist das her): Über Lüge, Bullshit und die Wahrheit.

E21 und T4G feiern das 500-jährige Reformationsjubiläum

The Gospel Coaltion (TGC) hat einen Beitrag über die Evangelium21 Konferenz 2017 in Hamburg veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem:

In his second talk, Mohler exhorted evangelicals to devote more time, energy, and seriousness to preserving and nourishing their beliefs. Drawing from the recent history of the conservative turnaround in his own denomination, the Southern Baptist Convention, Mohler offered 10 timeless lessons of doctrinal and spiritual renewal. Biblically faithful churches can so easily and quickly waver from their foundations if sound doctrine and practice isn’t nurtured, he warned. This was what had happened to many Southern Baptist churches in the mid-20th century, and it almost split the denomination. As liberal theology gained a foothold in the SBC’s theological seminaries, some of the denomination’s most influential church leaders began questioning the authority of the Bible. By God’s grace, however, courageous men and women successfully labored to recover the denomination’s doctrinal foundations, giving rise to one of the greatest spiritual renewals in recent history.

Mehr: www.thegospelcoalition.org.

Von Alvin Plantinga lernen

Der Philosoph Kelly James Clark beschreibt in einem Artikel, wie er als Student die Vorlesungen von Alvin Plantinga erlebt hat. Platinga hat in der Tat eine Renaissance der Religionsphilosophie in den USA ausgelöst und viele junge Leute dazu animiert, das Fach Philosophie zu studieren. Zu den Studenten zählen etliche bekennende Christen.

Kelly:

I remember that first day of class like it was yesterday. I had enrolled in Notre Dame’s PhD program in philosophy to learn from Alvin Plantinga. The first time I saw him, he strode into the classroom, pulled out a chair, set his feet on the seat and his bottom on the back, rolled up his sleeves, and started lecturing in his deep, resonant voice. As the semester went on, we started taking bets on when he might pitch backward off his precarious position. But he never did. Most of us first-year students, however, weren’t so lucky. Plantinga had such a huge reputation as a philosopher that advanced graduate students and even a few professors were taking his class. Plantinga was already world-famous for his work in the philosophy of religion, metaphysics, epistemology and logic. His high-level conversations with those professors both exhilarated and intimidated us beginners. Perched as we were on the precipice of understanding, we often found ourselves teetering over the edge.Sensing our desperation, Plantinga would shush the professors and then pick up our pieces and put us back together. With patience and good humor, he’d start again, this time at the beginning, and slowly bring us along to greater understanding.

Clarks Buch, Return to Reason: A Critique of Enlightenment Evidentialism and a Defense of Reason and belief in God ist stark von Plantinga geprägt und erhielt irgendwann den Ruf, eine Einführung zu Plantinga für Dummies zu sein.

Plantinga hat übrigens kürzlich den renommierten Templeton-Preis erhalten. Ein Artikel von Plantinga in deutscher Sprache ist hier zu finden: mbstexte184_a_01.pdf.

Marianische Christen

Papst Franziskus ist ein Meister der kryptischen Worte. Auf seiner Pilgerreise zum „Heiligtum von Fatima“ hat er jedoch beachtenswert klar gesprochen (vorausgesetzt, Worte bedeuten etwas): Ein Christ muss marianisch sein, denn nur mit Christus und Maria bleiben wir in Gott.

Den Pilgern rief er zu:

[Niemand] hat über sich das Antlitz Gottes aufstrahlen sehen wie [Maria], die dem Sohn des ewigen Vaters ein menschliches Gesicht gegeben hat. Wir können es nun in einer Reihe von freudenreichen, lichtreichen, schmerzhaften und glorreichen Momenten ihres Lebens betrachten, die wir beim Beten des Rosenkranzes durchgehen. Mit Christus und Maria bleiben wir in Gott. In der Tat, »wenn wir Christen sein wollen, müssen wir auch marianisch sein. Das heißt, wir müssen die wesentliche, lebendige und von der Vorsehung bestimmte Beziehung anerkennen, die Maria mit Jesus verbindet und die uns den Weg eröffnet, auf dem sie uns zu ihm führt« (Paul VI., Ansprache während des Besuchs des Heiligtums der Muttergottes von Bonaria, Cagliari, 24. April 1970). So nimmt das Evangelium, jedes Mal wenn wir den Rosenkranz an dieser segensreichen Stätte oder an jedem anderen Ort beten, seinen Weg im Leben eines jeden Einzelnen, der Familien, der Völker und der ganzen Welt auf.

Seminare der E21-Konferenz 2017 online

Evangelium21 hat die Mitschnitte einiger Seminare von der E21-Konferenz 2017 online gestellt, so dass sie nachgehört werden können:

Christ & Politik

Ich lade herzlich zur Vorlesung: Christ & Politik: Historische Entwicklungen, aktuelle Sichtweisen, konkrete Herausforderungen mit Prof. Dr. Harald Seubert (STH) in München ein.

Die Ergebnisse einer neuen Barna-Umfrage über den Einfluss nicht-christlicher Weltanschauungen auf das Denken und Leben von Christen haben bestätigt, dass Christen, auch wenn sie sich aus der Welt zurückziehen (Vielleicht gerade dann?), in der Gefahr stehen, von anderen Weltanschauungen vereinnahmt zu werden. Viele Gemeinden verlieren ihre Jugendlichen, weil die Vergewisserung des christlichen Glaubens und die apologetische Auseinandersetzung mit prominenten denkerischen Strömungen nicht stattgefunden hat (siehe dazu hier). Deshalb ist es wichtig, sich mit Herausforderungen der Gegenwart auseinanderzusetzen, auch mit dem Thema Politik.

Prof. Seubert ist als Philosoph und Religionswissenschaftler ein profilierter Experte für das Thema Christ & Politik. Der Kurs wird in seinem ersten Teilsegment in die Geschichte des Verhältnisses christlichen Glaubens und Politik von der römischen Antike bis in die globale Postmoderne einführen. Im zweiten Teil werden zentrale Stücke einer Systematik dieses Verhältnisses thematisiert. Abschließend wird es um die besonders drängenden Fragestellungen vor dem Horizont christlicher Ethik im globalen Zeitalter gehen.

Die Vorlesung beginnt um 10.00 Uhr und geht bis ca. 17.00 Uhr. Weitere Einzelheiten über den Kurs können dem digitalen Flyer entnommen werden: seubert_vorlesung2017.pdf. Das Studium der vorbereitenden Literatur ist freiwillig.

GEZ: Fickt euch!

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland ist gebührenfinanziert. Für Bürger ab 18 Jahren gilt: eine Wohnung – ein Beitrag, nämlich derzeit 17,50 Euro im Monat. Dafür bekommen wir dann Nachrichtensendungen, Sport, Helene Fischer, ein paar Filme und ganz viele „wunderbare“ Quiz-Sendungen in HD geliefert.

Ich möchte jetzt nicht darüber diskutieren, ob so eine Finanzierung nützlich ist oder nicht. Ich selbst bin da hin und hergerissen. Einerseits möchte ich keine Verhältnisse wie etwa in Italien, andererseits gehen mir die öffentlich-rechtlichen Sendungen mit einigen Formaten ziemlich auf die Nerven. (Außerdem sind die Mitarbeiter ziemlich teuer.) Darüber können wir vielleicht auch mal diskutieren.

Jetzt geht es mir um’s  Informieren. Ich sehe nämlich eine Grenze überschritten, wenn ich mit meine Gebühren TV-Formate finanzieren muss, die weit über die Grundversorgung der Bevölkerung hinausgehen. Das ist für mich der Fall, wenn sich Sendungen quasi als Erziehungsratgeber in die Kinderzimmer einschleichen.

Nicht alle Eltern werden mitbekommen haben, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland inzwischen eine Internet-Plattform ins Leben gerufen hat, die vor allem junge Leute erreichen soll. Die Formate der Plattform sind nicht über Kabel oder Satellit zu empfangen, sondern ausschließlich über das Internet. Es geht um „funk“.

funk schreibt:

Die Formate von funk richten sich nicht an eine Gruppe, sondern an viele verschiedene. Zuerst einmal wird zwischen vier Altersgruppen unterschieden: 14- bis 16-Jährige, 17- bis 19-Jährige, 20- bis 24-Jährige und 25- bis 29-Jährige. Denn das Leben mit 29 ist eben ganz anders als das Leben mit 14. Dazu kommen unterschiedliche Interessen und Lebenswelten.

funk will Menschen unter 30 eine Stimme geben, ihnen die Möglichkeit bieten, sich zu orientieren, zu informieren und zu unterhalten. Das zeigt sich in der Themenwahl, aber auch in der Unterstützung junger, talentierter MedienmacherInnen, die die Gesichter von funk sind. Die NutzerInnen von funk bestimmen die Formate mit. Sie werden bei der Entwicklung einbezogenen und beeinflussen durch ihr Feedback die weiteren Entwicklungen.

Dafür werden jährlich bis zu 45 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, zunächst bis 2020.

Soweit, so gut. Ich finde so etwas nicht grundsätzlich verwerflich und habe unter funk auch einige interessante und lustige Beiträge gefunden. Einige Angebote sind allerdings wirklich schräg. Sehr speziell ist beispielsweise das Format „Fickt euch!“. Während früher die jungen Leute die Bravo kaufen mussten, um an die Tipps von Dr. Sommer zu kommen, werden über „Fickt euch!“ die Aufklärungsvideos frei nach Hause geliefert. Die GEZ-Sender machen also der Bravo Konkurrenz. Der normale Haushalt bezaht es.

Wer es mir nicht glaubt, kann sich hier selbst überzeugen. Mal ein paar Themen aus dem Jugendformat:

  • Bin ich schwul?
  • Sexting, so geht es richtig.
  • Analsex – Das müsst ihr beachten!
  • Mein Sexleben als Single.
  • Selbstbefriedigung ist super!

Na klar, unter den verschiedenen Formaten gibt’s noch viele andere Themen im Angebot, z.B. „Feminismus für alle“.

Wie Weltanschauungen Christen heute beeinflussen



Die Ergebnisse einer neuen Barna-Umfrage über den Einfluss nicht-christlicher Weltanschauungen auf das Denken und Leben von Christen überraschen nicht. Beunruhigend sind sie trotzdem. Sie demonstrieren flagrant, dass in den letzten Jahrzehnten in den Ausbildungsstätten, Gemeinden und Familien sehr viel falschgelaufen ist.

Kurz: Sowohl die Vergewisserung des christlichen Glaubens als auch die apologetische Auseinandersetzung mit prominenten denkerischen Strömungen hat so gut wie nicht stattgefunden. Nun driften vor allem die jungen Leute – besonders im urbanen Umfeld – munter ab.

Hier ein paar Einblicke in das Denken, Fühlen und Leben eher „lebendiger Christen“ aus Nordamerika:

  • 61 % stimmen mit Ideen überein, die in der Strömung der neuen Spiritualität verwurzelt sind (z.B. therapeutischer Deismus, Ideen wie „Wenn du Gutes tust wirst du belohnt.“).
  • 54 % akzeptieren postmoderne Ansichten (z.B.: Relativismus: „Es gibt keine objektive Ethik.“).
  • 36 % stimmen mit dem Marxismus verbundenen Ideen zu (z.B. mehr Staat: „Die Regierung, statt Einzelpersonen, sollte möglichst viele Ressourcen kontrollieren, um sicherzustellen, dass jeder seinen fairen Anteil bekommt.“).
  • 29 % glauben an Vorstellungen, die auf dem Säkularismus beruhen (z.B. Konzentration auf die materielle Welt: „Mache so viel wie möglich aus deinem jetzigen Leben.“)

Wir benötigen radikale Umdenkprozesse. Wir brauchen etwa:

  • eine vertiefte Beschäftigung mit der (heute so unbeliebten) biblisch-christlichen Dogmatik;
  • eine apologetisch-konfrontative Auseinandersetzung mit nicht-christlichen Weltanschauungen, zu der auch die Schulung im philosophischen Denken und die Kulturapologetik gehören (z.B. Medienkritik);
  • eine Kampfansage an das Wohlfühlchristentum, welches meint, mit Entertainment, versöhnter Verschiedenheit, populistischem Lobpreis und Lebenshilfepredigten erfülle Gemeinde ihre Berufung;
  • eine Wiederbelebung der Katechese unter Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Familien- und Gemeindeumfeld;
  • radikale und greifbare Modelle einer schöpferischen Gegenkultur, die die Wahrheit und Schönheit des evangelischen Glaubens gerade auch für junge Menschen greifbar werden lässt;
  • ein Jüngerschaftstraining, welches Nachfolge nicht auf Fragen persönlicher Frömmigkeit reduziert;

Das alles kostet übrigens neben Mut und Disziplin auch Geld. Das Geld ist prinzipiell sogar da. Leider wandert viel Vermögen gerade in jene Programme, die das fromme Amüsement anstatt die christliche Bildung fördern (wer es nicht glaubt, mute sich mal einschlägige TV- oder Radioformate zu).

Hier die Zusammenfassung der Barna-Umfrage: www.barna.com.

E21-Konferenz: Q & A

Während der Evangelium21-Konferenz 2017 in Hamburg gab es mehrere Fragerunden mit den Hauptrednern Al Mohler, Ligon Duncan, David Platt, Mark Dever und zusätzlich Wolfgang Wegert. Die Frage- & Antworten-Runden (Q & A) sind aufgenommen worden und können hier nachgehört werden.

E21Q A

Eine Fragerunde mit David Platt und Ligon Duncan. Links Matthias Lohmann als Übersetzer, Ron Kubsch als Moderator rechts (Bild: E21).