»Die Liebe überwindet alles«

Robert Spaemann gilt als einer der bedeutendsten deutschen Philosophen der Gegenwart. Im Gespräch mit Paul Baddespricht er über das Höchste der Gefühle, Homosexualität und Eros:

Liebe des Begehrens ist das, was die Antike Eros nennt – und der Eros ist bedürftig. Er sucht, was ihm fehlt. Darum liebt der Mensch Gott, aber Gott liebt nicht den Menschen. Die Liebe geht von unten nach oben, nicht von oben nach unten. Das Christentum aber lehrt eine Liebe, die auch von oben nach unten geht. Danach scheint mir die strikte Zweiteilung zwischen Begehren und Geben oder Wohlwollen nicht gerechtfertigt zu sein. Denn zur Liebe im vollen personalen Sinn gehört eben auch, dass man dem anderen die Möglichkeit gibt, selbst Geber zu sein. Einer, der immer nur geben und nicht nehmen will, der gibt nicht genug. Er muss auch dem anderen die Möglichkeit geben, seinerseits zu geben und zu schenken. Das scheint mir eine wichtige Erkenntnis zu sein, Liebe des Wohlwollens und Liebe des Begehrens hängen im Grunde tief miteinander zusammen.

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Kommentare

  1. Bettina Klix meint:

    Das ist ein wunderbares Interview. Spaemann ist ein einsamer „Riese“. Aber zum Glück ist sein Wert (selbst bei Atheisten) unbestritten und seine Stimme oft zu hören.
    Zum Beispiel wurde er auserwählt den Begleitband zum Funkkolleg „Wozu Gott? Religion zwischen Fundamentalismus und Forstschritt“ sozusagen „strahlend“ zu eröffnen. Auf unnachahmliche Weise trägt er zusammen, was FÜR das „Gottesgerücht“ spricht, wobei er wie nebenbei Zweiflerstimmen zitiert und auf die Plätze verweist.

    Danke für den Link!

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