1000 Kreuze in die Spree

feminismus.jpgAm 26. September 2009 zogen ungefähr 1000 harmlose Abtreibungsgegner beim »Marsch für das Leben« durch die Hauptstadt Berlin. Nicht allen hat das gefallen: »Hätt‘ Maria abgetrieben, wärt Ihr uns [gemeint sind die Christen] erspart geblieben.«

Hier Einblicke in die Perspektive der Gegendemonstranten: www.youtube.com.

Kommentare

  1. Roderich meint:

    Lieber Ron,
    es waren eigentlich ca. 1000 Teilnehmer, denn wie ich verstanden habe, waren alle 1000 Kreuze an Teilnehmer vergeben, und einige liefen auch ohne Kreuz mit. (Zwei Teilnehmer aus meiner Familie waren dabei, so habe ich das aus erster Hand gehoert). Die Presse hat die Teilnehmerzahl nach unten veraendert.
    Aber – die 1000 waren friedlich, gar keine Frage.

    Dass die Gegner der Christen sich des Themas Abtreibung so intensiv annehmen, zeigt zwei Dinge:
    – Dass Abtreibung kein Nebenthema ist, sondern dass es eines der Themen ist, die symbolische und philosophische Bedeutung hat. Denn wenn der Materialismus wahr ist, dann hat der Mensch halt keinen Wert (oder der Wert definiert sich nur „gesellschaftlich“, d.h. in der Funktion, die der Mensch in der Gesellschaft einnimmt), und dann kann man natuerlich abtreiben.

    – Dass die Materialisten viel besser wissen als wir, wie wichtig das Thema Abtreibung ist, und auch welche Konsequenzen sich aus der christlichen Weltsicht ergeben, und warum die christliche Sicht fuer die Durchsetzung der materialistischen (linken) Weltanschauung in der Gesellschaft ein Hindernis ist. Wuerden wir als Christen unseren eigenen Glauben ernster nehmen, und die Tatsache mehr beruecksichtigen, dass Gottes Gebote fuer alle Menschen gelten, dann wuerden wir uns mehr in der Politik engagieren.

    Wie ein christlicher Philosoph aus Stuttgart sagte: dass Lenin und Stalin die Christen verfolgte, zeigte zumindest, dass sie das Christentum ernst nahmen. Sie hatten nicht den gleichen postmodernen Wahrheistbegriff, den nicht nur die Volkskirchen, sondern „sogar“ die sich selbst als bibeltreu bezeichnenden Christen oftmals uebernommen haben.

  2. Danke Roderich für den Hinweis. Nach Angaben des Verbandes waren es sogar 1300 Teilnehmer. Ich habe, da das mit den Zahlen immer so eine Sache ist, nun auf 1000 Teilnehmer korrigiert.
    Liebe Grüße, Ron

  3. Andreas meint:

    Das ist echt traurig! Die Menschenrechte, die hier so hoch gehalten werden, gelten scheinbar nur für die Auserwählten, welche 9 Monate Schwangerschaft (oder zumindest die erste drei) heil überstanden haben. Laut deutscher (Verfassungs)Rechtsprechung gilt Art. 1 Abs. 1 GG „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ aber ab dem Augenblick der Zeugung! Ist das heute den Leuten überhaupt noch klar? So hohe Ideale werden vertreten, aber wenn es um die eigene Lebensplanung geht, dann macht man halt auch mal Menschenleben weg, will heißen tötet einen anderen Menschen. Dabei geht es ja nicht einmal um Fälle, bei denen Frauen in echter Not sind, die berühmten Fälle von Gefahr für Gesundheit und Leben der werdenden Mutter, Vergewaltigung, Inzest etc. – darüber könnte man zumindest reden (über ersteren Fall auf jeden Fall, bei den beiden letzteren mit Bauchschmerzen, aber trotzdem). Nein: Es geht um die Lebensplanung! Die viel beschworene Verantwortlichkeit für sich und andere Menschen, v.a. schwächere und wehrlose Menschen, sieht anders aus.

    Leider haben auch die Lebensschützer in dem Video keine glückliche Figur gemacht. Auch sie haben rein utilitaristisch argumentiert und nicht von der Würde und dem Wert des menschlichen Lebens her. Das mag verständlich sein, man will ja relevant sein in der eigenen Argumentation, aber das allein reicht nicht! BTW, mir ist schon klar, dass Auswahl der Aussagen vermutlich nicht unbedingt repräsentativ war.

    Seit ich das erste Mal Bilder abgetriebener Föten gesehen habe verstehe ich die Welt nicht mehr…

  4. @Andreas: „Auch sie haben rein utilitaristisch argumentiert“. Ist mir auch aufgefallen. Aber das ist die Freiheit des Schnitts. Wahrscheinlich sind überzeugendere Antworten durch das Sieb gefallen. So ein Regisseur im Schnittraum muss sich wie „ein Gott“ fühlen.
    Liebe Grüße, Ron

  5. Radiosendung zum Thema:
    http://www.vafk.de/medien/Radio/2009/vr10-09.mp3

    Marsch für das Leben
    Frauenrechte kontra Lebensrechte

    Die Fristenreglung mit Zwangsberatung der Mütter bezüglich der Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung hatte der Bundestag 1993 beschlossen, die Entscheidung allerdings allein der Mutter überlassen. Väter können ihre Kinder gegen den Willen der Mütter nicht schützen.

    Diese Gesetzesänderung mit Beratungszwang sollte Schwangerschaftsabbrüche statistisch zurückdrängen, das Gegenteil ist allerdings der Fall. Aus diesem Grunde haben etwa 1000 Lebensschützer am 26. September mit 1000 weißen Kreuzen auf die täglichen Abtreibungen im Lande aufmerksam gemacht. Mittlerweile ist diese Aktion eines Schweigemarsches schon zur Tradition geworden. Verschiedene Organisationen unterstützen den Bundesverband „Lebensrecht“ dabei.

    Ein Aktionsbündnis von Antifaschisten, Feministen und pro familia hatten zu einer Gegendemonstration aufgerufen. 1000 Kreuze in die Spree war ihre Antwort auf den Schweigemarsch für das Leben. Probleme lassen sich allerdings nicht durch eine „Abtreibung“ in die Spree lösen.

    Problematisch sind die Ausgrenzung der Väter bezüglich der Entscheidung für oder gegen die Kinder, die wirtschaftlichen Interessen an abgetriebenen Kindern für Forschung, Medizin und Kosmetik, und die Gefühle nach einer Abtreibung.

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