Wir brauchen Bibel und Verstand

Martin Reakes-Williams führt in Leipzig eine internationale Gemeinde und gehört zum Leitungskreis von Evangelium21. Ich hatte kürzlich die Gelegenheit, mich mit ihm über seine Berufung in den geistlichen Dienst und die bevorstehende E21-Konferenz in Hamburg auszutauschen.

Nachfolgend das Interview:

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Wir brauchen Bibel und Verstand

Ein Interview mit dem anglikanischen Pfarrer Martin Reakes-Williams

Theoblog: Es gibt nicht viele anglikanische Geistliche in Deutschland. Kannst du erzählen, warum du in Leipzig gelandet bist? 

Als erstes Studium hatte ich Germanistik und Russistik studiert, einschließlich ein Jahr Studium in Heidelberg. Es war während dieser Zeit, dass das Gefühl, in den Pastorendienst berufen zu sein, sich entwickelt und gefestigt hat. Darauf folgten das Auswahlverfahren der „Church of England“, ein Jahr Praktikum in einer Gemeinde, drei Jahre Theologiestudium an einem kirchlichen Seminar und drei Jahre Vikariat in einer Gemeinde am Rand von London.

Im Hinterkopf schwebte immer der Gedanke, dass der Herr vielleicht einen Grund hatte, aus dem er mich zum Lernen und Studieren der deutschen Sprache und Kultur geführt hatte. Dieses Gefühl reifte langsam zu einer Überzeugung, so dass ich nach dem Vikariat eine Stelle in Deutschland suchte. Damals dachte ich: Vielleicht einige Jahre in einer englischsprachigen Gemeinde bleiben und dann schauen, ob der Herr eine Tür zu einem deutschsprachigen Dienst öffnet. Die erste Tür hat er geöffnet, die zweite noch nicht. Eine Missionsgesellschaft der „Church of England“ bekam eine großzügige Spende, um eine englischsprachige Gemeinde hinter dem ehemaligen „eisernen Vorhang“ zu gründen. Nach einem Gespräch mit dem Bischof hat die Missionsgesellschaft mich ausgesandt um zu schauen, ob der Herr etwas in Leipzig vorhatte. „And the rest is history“, wie wir auf Englisch sagen.

Theoblog: Welcher Diözese ist deine Gemeinde unterstellt?

Sie heißt „die Diözese in Europa“ (nicht von Europa, wohl bemerkt; die „Church of England“ versteht sich als Gast auf dem europäischen Festland). Es gibt noch einen kleinen Flecken des Festlandes, der uns gehört: Gibraltar. Die dortige Kathedrale ist offizieller Sitz des Bischofs. Er heißt daher „Bischof von Gibraltar in Europa“, wohnt aber in der Nähe vom Flughafen London Gatwick.

Theoblog: Darf ich noch weiter zurückfragen? Warum hast du dich überhaupt für den Theologenberuf entschieden?

Ich bin während der Universitätszeit als Christ stark gewachsen. Ich war damals reich beschenkt: Ich hatte eine gute Gemeinde, einen Studentenkreis, wo jeden Samstag etwa zweihundert Studenten für eine Bibelauslegung von eingeladenen Predigern zusammenkamen, Jugendfreizeiten, wo ich die praktische Seite des geistlichen Dienstes erlernte, und vor allem viele gute christliche Freunde, die mich „geschliffen“ haben (vgl. Spr 27,17).

In dieser Zeit fing ich an, die Frage zu beantworten, die jeder Christ sich stellen sollte: Wie werden meine Gaben am Besten für das Reich Gottes eingesetzt?

Am Anfang des Berufungsprozesses war ich ziemlich überzeugt, dass ich eine Katastrophe als Pastor wäre. Ich glaubte, dass ich in einem „weltlichen Beruf“ besser aufgehoben wäre. Damals war das mein Wunsch! Freunde und Mentoren hatten jedoch eine andere Meinung. Langsam keimte und wuchs der Same, bis ich zum Ende des Studiums nichts anderes mehr machen wollte. Das Auslandsjahr in Heidelberg war ein wichtiger Bestandteil dieses Prozesses, nicht nur weil ich Zeit zum Reflektieren hatte, sondern auch, weil mein Glaube ohne die obengenannten Stützen geprüft und geläutert wurde.

Theoblog: Hast du dir im Studium besondere Schwerpunkte gesetzt?

Bei uns in England erleben wir jetzt zunehmend, was hier in den Landeskirchen längst der Fall war und nun auch in einigen freikirchlichen Ausbildungsstätten eintritt: das Verlangen nach staatlicher Anerkennung und Wertschätzung. Leider hat diese Entwicklung dazu geführt, dass viele Sachen zum Studium gehören, die ein Pastor in seinem späteren Dienst nicht gebrauchen kann. Hinzu kam, dass das College, das ich besuchte, zwar von Evangelikalen gegründet worden war, aber theologisch später andere Wege ging.

Deswegen war vieles, was ich lernen musste, für den Dienst in der Gemeinde nutzlos. Es gab glücklicherweise einige Wahlmöglichkeiten. So habe ich Fächer ausgesucht, die mit der Bibel zu tun hatten. Kirchengeschichte war auch hilfreich. Aber da gibt es bekanntlich nichts „Neues unter der Sonne“. Die meisten Abweichungen von der biblischen Lehre gab es schon Mal irgendwann.

Bei uns war nur Griechisch Pflichtfach, aber da ich dies schon in der Schule gelernt hatte, durfte ich stattdessen Hebräisch lernen. Ich wünschte mir, dass ich mehr Zeit dafür investiert hätte, aber es war mir auch wichtig, Teilhaber des praktischen Lebens zu bleiben. Das Leben im Elfenbeinturm war nichts für mich. Wichtiger war mir die Mitarbeit in der Studentenmission (in Deutschland „SMD“).

Theoblog: Was schätzt du an der Gemeindearbeit in Deutschland? Was fordert dich besonders heraus?

Meine direkte Erfahrung von Gemeindearbeit in Deutschland ist natürlich etwas begrenzt, da unsere Gemeinde englischsprachig und international ist und deswegen nicht typisch. Es ist gleichzeitig eine Bereicherung und eine Herausforderung, in einer Gemeinde zu dienen, wo Menschen aus allen Ländern und Konfessionen zusammenkommen. Keiner fühlt sich voll zu Hause, jeder muss die Bereitschaft mitbringen, aus der eigenen Bequemlichkeit herauszutreten und auf Menschen, die anders sind, zuzugehen. So werden wir durch die Umstände gezwungen, das zu tun, was eigentlich zum Christsein gehört.

Theoblog: Was macht einen guten Pastor aus?

Er hat ein starkes Vertrauen zu Gott, also betet er viel. Er glaubt, dass Gott durch die Mittel wirkt, die er uns zugesagt hat, also verbringt er viel Zeit mit dem Wort Gottes. Das reicht aber nicht aus, denn dieses Wort Gottes muss im Leben der Menschen ankommen. Folglich bemüht er sich die Welt zu verstehen und dadurch das Wort so zu lehren, dass es bei den Menschen von heute gut „landet“.

Ein Pastor konzentriert sich auf das „Kerngeschäft“. Er lässt sich nicht von Nebensachen ablenken, die kurzfristig Erfolg versprechen (und dabei vielleicht auch sein „Ego“ streicheln), langfristig jedoch keine reife Christen hervorbringt.

Er hat zudem eine gute Selbstwahrnehmung und ist fähig, sich in andere hineinzuversetzen. Vor allem ist er nicht jemand, der Wasser predigt und selbst Wein trinkt. Er ist transparent und integer, damit alle sehen, dass er selbst lebt, was er anderen predigt (vgl. 1Tim 4,15).

Theoblog: Bestimmt kennst du die Rede vom „Blinden Fleck“. Wir in Deutschland nehmen möglicherweise bestimmte Dinge nicht mehr wahr, verdrängen vielleicht auch unangenehme Themen. 

Eine direkte Frage verdient eine direkte Antwort. Nur kurz im Voraus: Ich sehe viel Gutes hier und viele Schwachpunkte in meinem eigenen Land und in meiner Tradition.

Ich bewundere die Pietisten, die unter dem enormen Druck der modernen Theologie christus- und bibeltreu geblieben sind. Die Gefahr in solchen Situationen ist allerdings, dass wir die Vordertür zur falschen Lehre dichtmachen, aber nicht merken, was inzwischen durch die Hintertür einschleicht. Zum Beispiel glauben viele noch an die Autorität der Heiligen Schrift, wenige aber an derer Vollmacht und Kraft. So bleibt „das Schwert des Geistes“ allzu oft unbenutzt in seiner Schwertscheide.

Ein gewisser Hang zu einem menschenzentrierten Verständnis vom Evangelium scheint inzwischen auch manche Freikirchen erreicht zu haben. Jeder Arzt weiß es: Eine falsche Diagnose führt zu einer falschen Behandlung. Ähnlich ist es mit unserem Verständnis von Sünde und Kreuz. Die Sünde wird allzu oft als fehlerhaftes Verhalten verstanden oder als Versagen, mein volles Potential auszureizen. Tatsächlich ist Sünde aber Rebellion gegen Gott. Folglich verschreibt man die falsche Medizin: Therapie anstelle von Vergebung; Streicheleinheiten statt Sühnetod. Unser Herr Jesus wird oft mehr als ein „Kuschel-Jesus“ betrachtet, der nur da ist, um das zu tun, was unseren Selbstwert erhöht. Die Gnade ist selbstverständlich und billig geworden.

Zu viele Predigten sind fromme Gedanken, die an einem Vers aufgehangen werden. Es geht zu oft nicht darum, den ursprünglichen Sinn des biblischen Textes zu erfassen, um ihn dann für die Gemeinde zu aktivieren. Oft fehlt zudem eine fundierte biblische Theologie, die dafür sorgt, dass wir „das Wort der Wahrheit recht teilen“ (2Tim 2,15). Die langfristige Frucht davon sind Christen, die nicht biblisch denken und deren Weltanschauung nicht von der Schrift her geformt ist. So werden sie leicht „umhergetrieben von jedem Wind der Lehre“.

Noch etwas: Deutsche Tugenden wie Gründlichkeit und das „Durchplanen“ (beides schätze ich sehr!) haben eine Kehrseite: Überhöhte Angst vor angemessenem Pragmatismus sowie einen Hang zur Sicherheit anstelle von Risikofreude.

Theoblog: Du gehörst zu den Initiatoren von Evangelium21. Warum arbeitest du in diesem Netzwerk mit?

Evangelium21 steht für viele Inhalte, die mir wichtig sind. Vieles habe ich gerade genannt. Ich bin bei Evangelium21 auf Brüder aus sehr unterschiedlichen Hintergründen gestoßen, die dieselben Sorgen und dieselbe Vision teilen. Gott hat uns von Anfang an eine tiefe Einheit und Verbundenheit geschenkt. Ich bin überzeugt, er hat Wichtiges mit und für uns vor. Gott baut sein Reich nach dem Prinzip des Hefeteigs oder des Senfkorns. Seine Kraft ist in den Schwächen mächtig!

Theoblog: Was erwartest du von der Konferenz mit D. A. Carson und John Piper im Mai 2012?

Um es überspitzt auszudrücken: Viele glauben, dass man entweder ein Evangelikaler ist, der das Gehirn ausschaltet oder ein Liberaler, der die Bibel „ausschaltet“. Ich möchte Gehirn und Bibel „einschalten“. Mein Gehirn sagt mir, dass, wenn Gott gesprochen hat, dann wird er dies in einer klaren Art und Weise getan haben. Deshalb ist es empfehlenswert, mein Denken dem Wort Gottes unterzuordnen. In unserer Welt zu diesem Standpunkt zu gelangen, ist für viele ein schwieriger und steiniger Weg. D. A. Carson und John Piper sind hervorragende Beispiele für Menschen, die diesen Weg gegangen sind und uns helfen, der Bibel und unserem von Gott geschenkten Verstand treu zu sein.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Hier das Interview als PDF-Datei: Interview_MR-W.pdf.

Kommentare

  1. Martin meint:

    Ron, vielen Dank für das interessante und erfrischende Interview! Ich freue mich
    auf meine erste E21-Konferenz. Und daß es solche Gemeinden im Osten gibt, freut mich auch sehr.

  2. Hanno Berg meint:

    Danke für das Interview und die Arbeit, die ihr da investiert habt. Es ist ermutigend und macht einen froh.

  3. Roderich meint:

    Super Interview – vielen Dank! Das macht noch mehr Vorfreude auf die Konferenz.
    (Dear Anglican Church, please send more such people to Germany ;-))

    Viele sehr gute Punkte in dem Interview. Die Kombination von Verstand und Heiliger Schrift ist in der Tat sehr notwendig, und auch die Einsicht, dass in unserer heutigen Welt der Weg zu einer solchen Sichtweise (wenn man sie begruendet vertreten koennen will) sehr steinig ist, ist sehr treffend.
    Wenn man sich diese Sichtweise erareitet hat, heisst das, dass man sich naemlich durch einen ganzen Wust an liberaler Literatur und durch viele (von Liberalen) geaeusserte Zweifel an der Heiligen Schrift durcharbeiten musste, und trotzdem an der Ehrfurcht vor dem Wort Gottes festhaelt. UND dass man die ganze heutige Evangelikale Literatur durcharbeitet, OHNE dabei (im falschen Sinne) zu eng zu werden oder antiintellektuell zu werden.

    Auch dieser Punkt ist sehr wichtig:

    Zum Beispiel glauben viele noch an die Autorität der Heiligen Schrift, wenige aber an derer Vollmacht und Kraft. So bleibt „das Schwert des Geistes“ allzu oft unbenutzt in seiner Schwertscheide.

    Hier wuerde mich noch interessieren, wie der Autor konkret meint, dass man das Schwert des Geistes besser benutzen kann.

  4. Und noch ein guter Punkt:

    Deutsche Tugenden wie Gründlichkeit und das „Durchplanen“ (beides schätze ich sehr!) haben eine Kehrseite: Überhöhte Angst vor angemessenem Pragmatismus sowie einen Hang zur Sicherheit anstelle von Risikofreude.

    Gute Gedanken, vielen Dank für die Arbeit!

  5. Ein Gedanke hierzu:

    Zum Beispiel glauben viele noch an die Autorität der Heiligen Schrift, wenige aber an derer Vollmacht und Kraft. So bleibt „das Schwert des Geistes“ allzu oft unbenutzt in seiner Schwertscheide.

    Mir fällt bei Predigten oft auf, dass sie zu wenig Aktion sind, viel zu sehr Erklärung. Es wird nicht mehr gepredigt: “Glaube!” sondern mehr “Es steht, wir sollen glauben.” Im Gebrauch der Schrift liegt die Kraft. Ob der Autor das damit meint, weiß ich nicht, aber ich muss daran denken.

  6. Roderich meint:

    @Rami,
    nun ja, wir Deutschen habe nun mal eine gewisse Art – mit allen ihren Vor- und Nachteilen. Ich denke, das unmittelbare Ziel ist es aber nicht, dass wir unsere deutsche Kultur oder Art ändern – sondern dass wir solche Fehler ausmerzen, die an einer falschen Theologie liegen.

    Ein falsches Verständnis von “Glaube vs Vernunft” lässt sich sehr gut ausmerzen, indem man einfach sein Denken verändert. Da muss man noch gar nicht da ran und seine gute geliebte deutsche Art ändern… :-))

    Ich glaube sogar, dass die deutsche Kultur und Denkweise grossartige Vorteile bietet. Es ist aber so, dass der Teufel durch eine Verführung zu falschem Denken die beste Kultur zur Inaktivität bringen kann. Gott möchte die Vorteile und (positiven) Eigenheiten jeder Kultur voll zur Geltung bringen; ein erster Schritt dazu ist die Befreiung von falschem Denken bzw die Erneuerung des Denkens. Dazu gehört das Kennenlernen von Gott und eine Befreiung von eigengebauten babylonischen Gefängnissen, etwa die falsche Trennung von weltlich und geistlich oder ein mangelndes Verständnis des Reiches Gottes. Es gibt viele theologische Konzepte, mit denen man sich selber des vollen Potentials der Heiligen Schrift bzw. des Volkes Gottes berauben kann.

  7. Schandor meint:

    @Roderich

    “die falsche Trennung von weltlich und geistlich” –

    Meintest Du: die falsche Unterscheidung zwischen ›weltlich‹ und ›geistlich‹? oder prangerst Du hier die Trennung zwischen weltlich und geistlich an?

    Das interessiert mich. Hättest Du zu dieser Thematik irgend einen Link?

    lgs

  8. Roderich meint:

    @Schandor,
    als Link: siehe die Bibel ;-)
    Natürlich wird “weltlich” und “geistlich” in der Bibel getrennt.
    Aber es gibt eine richtige und eine falsche Trennung. Bei der falschen Version sieht man nur bestimmte Lebensbereiche als “geistlich”, z.B. “Kirche und Krankenhaus und Familie”, aber andere Bereiche (Politik, Wirtschaft, Recht) sind ungeistlich etc.

    In der aus meiner Sicht richtigen Sicht glaubt man, dass das Reich Gottes sich auf alle Lebensbereiche bezieht. Das Reich der Finsternis aber auch. Ziel des Christen ist es, Gottes Herrschaft in alle Lebensbereiche zu bringen.

    Das ist ja keine besondere neue Einsicht – für Dich jedenfalls nicht, nehme ich an. :-))

  9. Schandor meint:

    @Roderich

    Du meinst nicht Trennung, sondern Unterscheidung. Wenn Du die beiden Begriffe austauschst, ja, dann stimme ich aus ganzem Herzen (=Denken) zu! :)

    gbs

  10. Roderich meint:

    Hallo Schandor,
    ja, “Unterscheidung” ist das, was ich meine. (Ich hatte aber gedacht, Trennung meint in diesem Zusammenhang das selbe – aber gut, da lasse ich mich gerne belehren).
    Anscheinend hat man in Österreich guten Grammatikunterricht… ;-)

    (Man darf sich zwar von seiner Ehefrau nicht trennen, aber man darf sich von ihr unterscheiden :-))

  11. Wir brauchen Bibel und Verstand?
    Nein! Christen brauchen mehr Herz und Zuverlässigkeit!

  12. Roderich meint:

    @Gast,
    kannst Du das begründen?
    - Wenn ja: dann hast Du ja auch eine verstandesmäßige Herangehensweise.
    - Wenn nein: dann ist Deine Sicht unbegründet, warum sollte man sie dann übernehmen? :-)

  13. MicroHirn meint:

    Wenn @Gast schreibt Christen bräuchten mehr Herz und Zuverlässigkeit, dann macht das schon nachdenklich. Ist es ein beobachteter Mangel? Sind es Erfahrungen? Hat er/sie recht?

  14. @ Hirn,
    Ich glaube, Gast wollte nicht argumentieren. Es ist auch schwer, sich auf einen in sich widerspruechlichen Gedankenfetzen einzulassen. So was soll eher zum Nachdenken anregen. Da spricht in der Tat bestimmt eine persoenliche Erfahrung mit rein. Denn es handelt sich ja um zwei verschiedene Kategorien. Das “mehr an Verstand” soll ja zu besser durchdachter biblischer Lehre und damit gerade zu mehr Herz und Zuverlaessigkeit fuehren.

  15. MicroHirn meint:

    @MegaHirn,

    ‘Gast’ hat eine Botschaft hinterlassen, das ist erstmal unabhängig von einem Willen zu diskutieren. Wer weiß, vielleicht auch die Lust verloren nachdem Roderich ‘Gast’ in eine ‘logische’ Schleife schicken wollte.
    Ob Verstand der Herzensbildung dient? Fraglich, in meinen Augen.

  16. MegaHirn führt zu MegaHerz meint:

    Ob Verstand der Herzensbildung dient? Fraglich, in meinen Augen.

    Indirekt ja. Falsches Denken kann zum falschen Leben führen. Richtiges Denken kann zum richtigen Leben führen. Es gibt eine ziemlich starke Korrelation zwischen beiden.
    Wenn man in der Bibel “Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst” liest, und sich dadurch “sein Denken erneuern” lässt (Römer 12,1.2), und entsprechend handelt, dann hat richtiges Denken zu richtigem Handeln geführt.
    Eigentlich muss das sogar so sein. Wer falsch denkt, dennoch richtig handelt, handelt eigentlich irrational…
    Es kann doch niemand wollen, dass man nur aus “Zufall” (und gegen das Denken an) das richtige tut.
    Was “Herzensbildung” angeht: Das Wort müßte man erst mal definieren. Hoffentlich meint man damit nicht Hollywood-mäßig “irgendwie erwärmte Gefühle bezüglich des Gutes tun” oder so ähnlich.
    Herzensbildung sollte eigentlich im Kern den Charakter meinen. Und der ist ja definiert als die gesamthafte Antwort des Menschen gegenüber Gott, was sich wiederum u.a. im Halten der Gebote ausdrückt, aus Dankbarkeit heraus.
    Es wäre meines Erachtens vollkommener Quatsch (mit Verlaub gesagt), zu versuchen, das “Herz zu bilden”, ohne sein Denken in Ordnung zu bringen.
    Aber ich glaube auch nicht, dass das jemand hier so meinte.

  17. MicroHirn meint:

    @MegaHirn,

    falsches bzw. richtiges Denken, nun kommt eine weitere Instanz hinzu, die im Grunde ungeklärt ist. Und vor allem, wie kann man die Verbindung darstellen, um den Zusammenhang zwischen ‘Denken’ und ‘Fühlen’ plausibel zu machen. Für mich wäre es ja eher eine Ahnung, worum es sich handeln könnte.
    Und eigentlich stellt sich für mich die Angelegenheit viel einfacher dar, indem ich die kognitiven Fähigkeiten (richtiges Denken?) als Klugheit identifiziere und damit dem biblischem Erfordernis einer Entwicklung zur Liebe quasi als Hindernis ansehe. Und wie ich finde, auch etwas, was die Erfahrung mit Menschen zeigt. Vermutlich habe ich auch deshalb den Gedanken von ‘Gast’ aufgegriffen.
    Die Liebe, die empathische Fähigkeit, wird meiner Ansicht nach von Gott als Quelle dieser höchsten aller Fähigkeiten als entscheidendes Kriterium angesehen, um einen Menschen zu beurteilen. Darüberhinaus sind es die Einfältigen und Unbedarften, die besondere Erwähnung in der Bibel finden. Analog zur Körperertüchtigung würde ich sogar behaupten, der Verstand ist nur zu wenigem nütze. Immerhin verführt er sehr häufig zum Rechthabenwollen und insgeheim halte ich ihn für ein Schlitzohr.
    Wie auch immer, deinem geäußertem Gedanken über den Zusammenhang zwischen Verstand und Herz und Erneuerung finde ich interessant und werde dem noch mal nachgehen. Ich glaube, in dieser Thematik ist noch vieles verborgen, was uns noch gar nicht so bewußt ist.
    Vorerst vielen Dank für deine Reaktion, auch ich wollte eigentlich gar nicht diskutieren, was ich wahrscheinlich hinsichtlich der Bibel auch gar nicht ausreichend könnte, dennoch schien mir die Bemerkung von ‘Gast’ bedenkenswert und im Kontrast dazu die Art wie er/sie mit Verstand ‘abgebügelt’ wurde. :-)

  18. Einzelne Gehirnzelle meint:

    @MicroHirn,

    falsches bzw. richtiges Denken, nun kommt eine weitere Instanz hinzu, die im Grunde ungeklärt ist.

    Eigentlich nicht ungeklärt. Richtiges Denken ist solches, welches mit der Bibel und der biblischen Weltanschauung in Einklang steht. (“Thinking God’s Thoughts after him”, sagte Augustinus).

    die kognitiven Fähigkeiten (richtiges Denken?) als Klugheit identifiziere und damit dem biblischem Erfordernis einer Entwicklung zur Liebe quasi als Hindernis ansehe.

    Total falsch. Alle angeborenen Fähigkeiten sind dem Menschen von Gott gegeben, dazu gehört auch der Verstand, und “alle guten Gaben kommen von Gott”, Jak. 1,17. Gottes Gaben können mißbraucht werden, das gilt für alle Gaben Gottes, aber primär sind sie etwas Gutes, für das man dankbar sein sollte, und das man für Gott einsetzen sollte. Ich glaube, was Du beklagst, ist der Missbrauch der Vernunft, nicht die Vernunft selber.
    Liebe ist nicht ein Gefühl. Sondern es handelt sich um diszipliniertes Handeln zum Wohle des Nächsten. Das erfordert auch Nachdenken, wie man dem anderen Gutes tun kann. Gegenüber Gott drückt sich die Liebe im Halten der Gebote aus, Johannes 15.

    Darüberhinaus sind es die Einfältigen und Unbedarften, die besondere Erwähnung in der Bibel finden.

    Du solltest vielleicht doch noch mal in die Bibel reinschauen. Waren Abraham, David, Salomo, Jesus, Paulus, Petrus einfältig und unbedarft?
    Richtig ist, dass jeder – unabhängig von Bildung, Verstand etc. – zu Gott kommen darf und der Wert des Menschen nicht in der Vernunft bemessen ist, und Gott aller Hochmut zuwider ist. Aber das spricht noch nicht per se gegen den Verstand.
    Was die Bibel sagt, ist: “Liebe Brüder, seid nicht Kinder, wenn es ums Verstehen geht; sondern seid Kinder, wenn es um Böses geht, im verstehen aber seid vollkommen“. (1. Kor. 14,20)
    „Prüft aber alles, und das Gute behaltet“. (1. Thess. 5, 21). Wie soll man etwas prüfen – etwa ohne den Verstand einzusetzen? Nur mit dem Gefühl?

    deinem geäußertem Gedanken über den Zusammenhang zwischen Verstand und Herz und Erneuerung finde ich interessant und werde dem noch mal nachgehen.

    Gegenfrage: wie willst Du dem “nachgehen”? Etwa mit Deinem Verstand? Dann aber Vorsicht – der ist nämlich gefährlich, böse und nutzlos ;-)
    Spaß beiseite. Wenn Du näher darüber nachdenkst, wirst Du sehen, wie selbstwidersprüchlich und unhaltbar eine Position ist, die sich prinzipiell gegen den Verstand ausspricht.

    Paulus spricht von den Ungläubigen, deren “Verstand verfinstert” ist (Eph. 4,18). Was sie also brauchen, ist nicht, den Verstand abzuschalten, sondern ihn zu erneuern – ihr Denken also an die Bibel anzugleichen.
    In Römer 12,1.2 ermahnt Paulus die Römer zu einem “vernünftigen Gottesdienst”, sie sollen ihr Denken “erneuern”, nicht abschalten.

    In Markus 5,15 wird beschrieben, wie der besessene Gerasener nach Austreibung der Geister “dasaß, bekleidet und vernünftig“. Offenbar ist vernünftig sein also auch eine Folge einer Begegnung mit Gott. Unvernunft ist eher dämonisch konnotiert.

    Lies doch noch mal die Bibel und prüfe, ob Du das nicht auch feststellen kannst: Vernünftigkeit wird überall positiv konnotiert.

    Das Problem ist höchstens der Missbrauch der Vernunft. Auch der wird thematisiert. Die Antwort darauf ist:
    - Demut vor Gott
    - Ein Wissen um die Grenzen der Vernunft
    - Sich nichts auf die Vernunft einbilden
    - Die Vernunft ständig anhand von Gottes Wort erneuern
    - Gottes Wort über die eigene Vernunft stellen
    - Für seine Vernunft (wie auch für alle anderen Gaben) stets dankbar bleiben, sie erneuern und in den Dienst Gottes stellen
    - Die Vernunft nicht gegen den Heiligen Geist ausspielen. (König David war zwar klug, aber er fragte doch stets Gott (und forschte in Gottes Wort), was er tun sollte).

  19. MicroHirn meint:

    Liebe einzelne Gehirnzelle,

    leider verdrischt du hier eine Strohpuppe, die du auch noch selber gebastelt hast. :-)

    Allein um eine Gabel unfallfrei zum Mund zu führen, brauche ich eine gewisse Portion Verstand und eine hinreichende Verdrahtung neurologischer Beschaffenheit.
    Worum es aber geht ist die Balance zwischen Verstand als ‘gesteigerter Klugheit’, eine Eigenschaft wie ich sie bei den biblisch erwähnten Schriftgelehrten sehe und das, was sich im Herzen befindet. Im Hinblick darauf, frage ich mich, welche Eigenschaften nun förderlich sind und welche nicht.
    Oder anders ausgedrückt, brauchen wir mehr Verstand oder brauchen wir mehr Herz?
    Ein Kluger wird mir natürlich beweisen wollen, wie sehr seine Klugheit von Nutzen ist. Aber ist sie das wirklich? In der Bibel lesen wir nun mal die Bevorzugung einer Beurteilung des Herzens bei Gott und somit ergibt sich die Frage, ob es Bedingungen gibt, die ein Herz in Gottes Augen belasten könnten.
    Ich denke, der Verstand ist in dieser Beziehung trügerisch und führt den Menschen in die Irre und ich lese nirgends in der Bibel, dass Gott einen Menschen nach seiner Denkfähigkeit, Intelligenz oder Klugheit beurteilt.

  20. Einzelne Gehirnzelle meint:

    Worum es aber geht ist die Balance zwischen Verstand als ‘gesteigerter Klugheit’, eine Eigenschaft wie ich sie bei den biblisch erwähnten Schriftgelehrten sehe und das, was sich im Herzen befindet.

    Die Schriftgelehrten hatten viel Wissen. Das ist per se nicht falsch. Bei ihnen fehlte nur die Einsicht. Sie brauchten erleuchtete Augen des Herzens. Beides – Wissen und Gehorsam, sowie der Heilige Geist, der uns die Bibel aufschließt, sind nötig. Paulus hatte beides, und es war von enormem “Nutzen” (weil er seinen Verstand zunächst Gott unterordnete, ihn danach aber nutzte – etwa in seinen Diskussionen gegen die Pharisäer, in der Strukturierung seiner Briefe, im Durchdenken der Theologie unter Führung des Heiligen Geistes etc.)
    Auch Du brauchst beides – das Wissen, was in der Bibel steht, und natürlich auch den Gehorsam. Gesunde Lehre und Denken ist Voraussetzung für richtiges Handeln.

    Oder anders ausgedrückt, brauchen wir mehr Verstand oder brauchen wir mehr Herz?

    Wir brauchen beides. Es geht nicht nur um “mehr Wissen” (Paulus sagt auch: Erkenntnis bläht auf, Liebe baut auf). Sondern das Denken muss auch korrigiert werden, in Bezug zum Haupt – Christus – gesetzt werden. Zeige mir jemanden, der falsch handelt, und ich zeige Dir jemanden, dessen Denken an gewissen Stellen korrigiert werden muss.

    Ein Kluger wird mir natürlich beweisen wollen, wie sehr seine Klugheit von Nutzen ist. Aber ist sie das wirklich?

    Ja, aber nur, wenn man als Nachfolger Christi lebt. So wie jede Gabe, muss man auch seine Klugheit einfach in den Dienst Christi stellen, dann – und nur dann – ist sie “nützlich”. Ist Reichtum nützlich? Handwerkliche Begabung? Aussehen? Das sind – so wie Klugheit – alles Begabungen. Sie sind zum Benutzen gemacht worden, und können daher auch nützlich sein.
    “Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben”, sagt Jesus. Die ganze Bibel ermahnt zur Weisheit, auch das hat – zum Teil – auch mit Wissen zu tun, ist jedenfalls auch eine kognitive Fähigkeit bzw. Eigenschaft. In Hosea 4 sagt Gott: “Mein Volk geht zugrunde aus Mangel an Erkenntnis”.
    Was die Bibel nicht gut findet ist ein Wissen, das vom Gehorsam getrennt ist.

    ich lese nirgends in der Bibel, dass Gott einen Menschen nach seiner Denkfähigkeit, Intelligenz oder Klugheit beurteilt.

    Nein, sondern nach dem Maß der Treue gegenüber dem, was Gott uns gegeben hat. (Dazu gehören wie gesagt alle Gaben. Hat man nur eine Gehirnzelle, sollte man die immerhin treu einsetzen für das Gute ;-)).
    Und die Bibel verurteilt nicht nur ein verkehrtes Herz, sondern auch falsches Denken. Denn falsches Denken ist oft die Ursache von Sünde. Daher musst Du ja gerade Dein Denken erneuern lassen.
    Ja, “Herz” und “Denken” sind sowieso nicht zu trennen. Laut Bibel ist das Herz das Zentrum der Persönlichkeit. Das Denken hat also sehr viel mit dem Herzen zu tun. Der Herr gab z.B. Salomo ein „weises und einsichtsvolles Herz”. 1. Kö. 3,12.

    Was Gefühle angeht – die sind laut Bibel eher in der Bauchgegend angesiedelt. Hollywood sieht das natürlich anders.

  21. MicroHirn meint:

    Hallo EinzelneGehirnzelle,

    klingt ja alles wunderbar, allerdings auch sehr sehr idealisiert und damit wirklichkeitsfremd. Ich denke, die Anmahnung oder besser die Beobachtung eines mehr an Herz bildet realistischer ab, dass innerhalb der Christenheit ein Manko vorhanden ist und damit auch der Verstand quasi im Vakuum agiert. Die Forderung nach mehr Verstand würde dieses Ungleichgewicht noch bestärken.
    Natürlich ist dies meine unmaßgebliche Auffassung, aber ich denke, so manche Erfahrung im christlichen Bereich, könnte mir recht geben.

  22. Einzelne Gehirnzelle meint:

    @MicroHirn,

    klingt ja alles wunderbar, allerdings auch sehr sehr idealisiert und damit wirklichkeitsfremd.

    Welchen Teil meiner Ausführungen findest Du – ganz konkret – wirklichkeitsfremd? Die Bibelzitate selber? Oder meine Interpretation dieser Bibelzitate?

    dass innerhalb der Christenheit ein Manko vorhanden ist und damit auch der Verstand quasi im Vakuum agiert

    Ich denke, dann hat der Verstand einfach “falsches Denken”. Oder nenne doch einfach mal ein paar Beispiele davon, wo Du ein “Ungleichgewicht” zwischen Herz und Verstand siehst. Ich denke, wir würden uns dann einig werden, dass “mangelndes Herz” auch mit falschem Denken zu tun hat.
    Denke an die Reformation – dem ging großartiges Denken voraus (Martin Luthers Kämpfe bis zum Thesenanschlag 1517 waren nicht rein mystisch, noch nur Gebet, sondern sowohl Gebet, Bibelstudium, Disziplin, und intellektuelle Anstrengung. Er studierte eingehend die Sprachen, die Kirchengeschichte, die päpstlichen Bullen, etc. – oder denke an Calvin’s Institutio, ein denkerisches Meisterwerk, wobei allerdings das Denken stets der Herrschaft Gottes untergeordnet blieb. Oder denke an die pietistischen Erneuerungen – im Pietismus gab es auch stets das Bildungsideal. Auch darum gründete man Schulen, etc.

    Natürlich gibt es auch “kopflastige” Christen. Zum Beispiel solche, die viel Sekundärliteratur lesen, aber nicht mehr die Bibel selber lesen. Es gibt welche, die gut “über Gott” reden können, aber nicht “mit ihm” reden. Ganz klar. Aber:

    - Es gibt Christen, die sehr viel wissen, aber wenig gehorsam sind.
    - Und es gibt Christen, die wenig wissen, und viel gehorsam sind.
    - Und es gibt Christen, die sehr viel wissen, und gehorsam sind.
    - Und es gibt Christen, die wenig wissen, und dem auch noch ungehorsam sind.

    Das heißt, ein weniger-Wissen ist noch gar kein Garant, um heiliger oder mehr gehorsam gegenüber Gott zu werden. (Ein Mehr-Wissen ist auch kein Garant für moralischen Fortschritt, aber wenn es sich um das “richtige Wissen”, also biblisches Denken handelt, dann ist das auch für den rechten Wandel förderlich).

    Wie wäre es denn, wenn es heute in Deutschland zu einer Erweckung kommen würde? Wäre das nur eine Gefühlssache? Denkst Du nicht, dass wir dazu auch ein verändertes Denken bräuchten?

    Jedes Halten der Gebote geschieht ja beim Menschen auch unter Einsatz seiner Vernunft; und gemäß einer gewissen Motivation und Willensentscheidung – dieser Wille braucht ja erst mal gewisse Kriterien in der Vernunft, um irgendetwas entscheiden, z.B. “Gutes tun”. Wie setzt man das um, “Liebe deinen Nächsten wie dich selbst”, ohne denn nachzudenken, wie man ihm gutes tun kann und was ihm auf lange Sicht eher schadet?

    Ich würde also empfehlen, Verstand und Herz nicht so zu trennen. (Abgesehen davon, dass wie gesagt in der Bibel das “Denken” ja sowieso zum Teil auch im Herzen stattfindet…)

    Aber nenne doch mal ein paar Beispiele, dann könnte man darüber “nachdenken” (wieder dieses blöde Wort…) und dann darüber sprechen.

    Und vielleicht solltest Du noch einmal den Begriff “Herz” näher durchdenken oder im Bibellexikon mal nachschlagen.

  23. MicroHirn meint:

    Liebe EinzelneGehirnzelle,

    als wirklichkeitsfremd empfinde ich es, wenn die gute Rede, wie etwas sein soll, im normalem Lebensalltag nicht oder kaum wiederzufinden ist. Ich habe beispielsweise mal im kirchlichen Bereich gearbeitet und bin kuriert. Frommes Umgarnen für mehr freiwilliges Engagement zusätzlich zu der Arbeit, die man ohnehin schon leistete und schlaues Taktieren bei der Abweisung von Ansprüchen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten.
    Mehr Herz und weniger Verstand hätten hier einen weniger katastrophalen Eindruck hinterlassen, in welchem Geisteszustand sich manche Christen befinden. Dies Beispiel soll nun nicht exemplarisch sein, aber die Erfahrung aufzeigen, dass hier der Verstand listig benutzt wurde, um Maximalforderungen zu stellen.
    Womit wir wieder bei meinem Thema sind, nämlich die Korrumpierbarkeit des Verstandes. Mehr Wissen ist eigentlich weniger das Problem, sondern die Anfälligkeit des Verstandes für Ideen, die für den Glauben und den Gläubigen schädlich sind.
    Der Verstand ist für mich Angriffspunkt, Quelle und somit Ausgangspunkt für allerlei Schaden, der unter anderem darin bestehen kann das Herz zu verdunkeln. Und dies passiert nach meiner Auffassung in besonderem Maße Christen, womit eine Kluft entsteht in dem, wie es sein soll und wie es ist. Vergleichen würde ich es mit dem einseitigen Trainieren eines Muskels, welches ihn hypertrophiert, ihn in seiner Ausdauerleistung aber schwächt.
    Beim Verstand ist es noch schlimmer, weil das Gehirn lernt und gleichzeitig damit Veränderung erfährt und in manchen Fällen ein ‘umprogrammieren’ sehr schwer fällt.
    Worauf ich also hinaus möchte ist die Auswirkung, bzw. die Wechselwirkungen, die sich durch vielerlei Einflüsse ergeben können und zwar in Hinsicht darauf, dass sich Herz und Verstand gegenseitig beeinflußen und in einer Gleichgewichtsreaktion voneinander abhängig sind.

    Nehmen wir mal ein Beispiel für ein solches Zusammenspiel, wie es in der Bibel beschrieben wird:

    Epheser 4:17,18
    Vers 17
    Dieses nun sage und bezeuge ich im Herrn, daß ihr forthin nicht wandelt, wie auch die übrigen Nationen wandeln, in Eitelkeit ihres Sinnes,
    Vers 18
    verfinstert am Verstande, entfremdet dem Leben Gottes wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verstockungk ihres Herzens, …

    Die Verfinsterung des Verstandes, d.h., die Einbuße des Beurteilungsvermögens hinsichtlich geistiger Dinge, aufgrund der Verstockung des Herzens ist keine Einbahnstrasse. Es funktioniert auch anders herum, indem der Verstand hypertropherweise Gebrauch macht von weltlichem Wissen, um geistliche Dinge zu beurteilen. Hier sehe ich beispielsweise das Hereintragen weltlichen Wissens, welches vom Verstand auserkoren wurde, die Bibel zu erklären und zu interpretieren und somit die Funktion des ‘Schwert des Geistes’ zu vermindern oder gar auszulöschen. Gottes Wort zielt auf’s Herz und ist eine Funktion des Glaubens, wird dieses fragmentiert oder zerredet durch Erklärungen die der Verstand ersonnen hat, wird es unbrauchbar und ein Buch, wie jedes andere.
    Glauben, der sich am Verstand orientiert, wird es schwer haben bestehen zu bleiben. Und ich denke sogar, in Zukunft wird sich dies noch mehr als bisher bewahrheiten.

  24. Einzelne Gehirnzelle meint:

    @m.h.,
    Deine Beispiele sind meines Erachtens zu wenig durchdacht. Es ist unklar, ob es sich damit um Suende, die aus dem Herzen kommt, oder um Suende aus dem Verstand handelt; auch muss man differenzieren zwischen Missbrauch des Verstandes und dem Verstand.
    Das “Umgarnen im kirchlichen Bereich”-Beispiel: was hat das nun genau mit dem Verstand zu tun?

    Der Verstand ist für mich Angriffspunkt, Quelle und somit Ausgangspunkt für allerlei Schaden, der unter anderem darin bestehen kann das Herz zu verdunkeln.

    Du siehst Missstaende, und schiebst sie irgendwie alle auf den Verstand. Die Bibel sagt, die boesen Gedanken kommen aus dem Herzen. Wie dem auch sei, ich sage ja auch, dass wir den Verstand erneuern sollen. Gerade WEIL der Verstand viel Einfluss hat und wichtig ist. Wenn man den Verstand links liegen laesst und nicht erneuert, nicht benutzt, denkst Du, der Mensch wird dadurch besser? Nochmals – wer hat dem Menschen die Gabe des Verstandes gegeben, und wozu?

    Falls Du Dich da ein wenig einlesen willst: vielleicht kann Ron Dir ein wenig Literatur dazu empfehlen.
    Jedenfalls scheint mir Deine anti-Verstandes-Haltung sehr schaedlich, und auch nicht auf der Bibel, sondern mehr auf Deinem Gefuehl zu basieren. Auch fehlt mir da von Dir ein Vorschlag, was man denn konkret machen soll.

  25. @MicroHirn

    Ja, es ist wirklichkeitsfremd das „Ist“ nicht wahrzunehmen und dafür blauäugig ein „Soll“ zu setzen. Das wird Keiner bestreiten und unsere Bibel tut dies auch nicht.
    Dabei muss man nur exemplarisch an Jakobus 2 denken. Aber wie korrigiert Jakobus? Nicht mit einem eingeengten Aufruf an Gefühle – sondern mit einem „seid ihr da nicht in Zwiespalt (oder: Widerspruch) mit euch selbst geraten …“ Er erinnert an Überzeugungen, die ohne Verstand nicht denkbar sind.
    Wenn jetzt ein Mangel an Mitleid, Barmherzigkeit … zu beklagen ist, wo soll korrigiert werden? Am Gefühl in Abkopplung vom Verstand? Das wäre für mich total wirklichkeitsfremd, denn allein der Appell muss ja bereits verstanden werden.
    Auf mich selbst geworfen, ist alles korrumpierbar, ob jetzt Verstand, Gefühl oder …
    Es gibt im Menschen keine diesbezüglich „freie Zone“.

    Es ist schwer über „Herz“ im Verhältnis zum Verstand zu sprechen, wenn die Ausgangsbasis nicht klar abgesteckt ist.
    D. h. doch zuerst den biblischen Befund zu „Herz“ ermitteln, bevor ….
    Da möchte ich doch gern den Gedanken aufgreifen, Literatur zu empfehlen.
    Da wäre die frei verfügbare biblisch-theologische Studie in Deutsch:
    http://www.bernhard-kaiser.homepage.t-online.de/downloads/herz.pdf
    Dort findet man u. a. eine Graphik, die bzgl. „Herz“ folgende „Komponenten“ umfasst: Denken/Verstehen, Gewissen, Wille (Trachten), Wertbindung, Vertrauen, Gesinnung, Gefühl.

    Nicht frei verfügbar, aber in Deutsch zu bekommen und empfehlenswert ist das Büchlein von Thomas Schirrmacher: „Wie erkenne ich den Willen Gottes?“ – hier besonders das 4. Kapitel: “Das Denken und der Wille Gottes” mit den Unterpunkten:
    1. Verstand und Herz
    2. Das Denken als Ebenbild Gottes
    3. Gottes Gedanken und die Gedanken der Menschen
    4. Das böse Denken
    5. Das neue Denken
    6. Das böse Denken der Christen
    7. Der vernünftige Gottesdienst (Röm. 12, 1 – 2).

    Ganz speziell mit Gefühlen beschäftigt sich folgendes Buch in Deutsch:
    Jonathan Edwards: „Sind religiöse Gefühle zuverlässige Anzeichen für wahren Glauben?“
    Dieses Buch wurde hier bereits vorgestellt:
    http://theoblog.de/wie-zuverlassig-sind-gefuhle/19846/

  26. MicroHirn meint:

    Es ist schon schwierig jemanden mit EinzelneGehirnzelle anzusprechen, wie ich nun feststelle. Mein Nickname ist wohl daher auch etwas unglücklich gewählt. :-)
    Aber da müssen wir jetzt durch.

    Liebe Einzelne Gehirnzelle,

    Beispiele, die auf eigene Erfahrungen beruhen akurat darzustellen, so dass sie verständlich die Motive und Gegebenheiten wiedergeben, ist schwierig, da es sich natürlich auch um interpretierte Anteile dreht.
    Die Missstände, die ich sehe, sind wie ich meine, tatsächlich dem Verstand geschuldet, denn meine Bestandaufnahme lautet, dass die Überbetonung des Verstandes durch Wissenschaft, Technik, Aufklärung und diverse weitere Einflüsse eine Überreizung darstellt, zu deren Auswirkungen unter anderem gehört, ein ‘denklastiges’ Gehirn zu schaffen. Ein Gehirn reagiert auf diese Ansprüche nicht nur mit gesteigerter neuronaler Betätigung, sondern schafft neue Verbindungen, während gleichzeitig andere Bereiche vernachlässigt werden. Gleichzeitig werden andere Bereiche der Wahrnehmung, wie beispielsweise die Reaktionen des Herzens, nicht mehr verspürt. Sie werden durch Einseitigkeit verschüttet, könnte man sagen.
    Diese Zusammenhänge könnte man auch exakt in einer wissenschaftlichen Sprache aufführen, dies würde dann aber wahrscheinlich zu tief führen.
    Die Vernunftlastigkeit einer wissenschaftlich-technisch orientierten Zivilisation hat ohne Zweifel Auswirkungen auf unsere geistige Beschaffenheit und damit auf die Wahrnehmung. Im christlichen Bereich führt es zu Verwirrung und Zerfaserung oder besser gesagt zur Zersplitterung. Nicht nur, das es unzählige christliche Strömungen gibt, mittlerweile ist jeder einzelne auch gleichzeitig Bibellehrer und so mancher hält sich für den einzig wahren Vertreter der richtigen Lehre.
    Die Gelehrsamkeit ist in der Tat sehr groß, allerdings scheint niemand zu realisieren, dass dies auf Kosten anderer Bewußtseinsanteile geht.
    Ich hatte dies schon als einseitigen Trainigseffekt angedeutet.

    Die Notwendigkeit den Verstand zu erneuern ist richtig und zeigt natürlich genau das an, was ich meine. Ansonsten gäbe es diesen Rat nicht. Aber man sollte auch wissen und das Unterscheidungsvermögen entwickeln, was in den Verstand gehört und was nicht. Die Prägung auf Verstandeskräfte intellektueller Art macht uns zu Spezialisten, aber nicht unbedingt zu ‘runden’ Menschen, auch nicht im biblischem Sinne. Wer sich auf den Verstand verläßt, ist verlassen, sagt in abgewandelter Form auch die Bibel.

    Die Frage, wer dem Menschen den Verstand gegeben hat, ist aus christlicher Sicht natürlich eindeutig. Er ist Ausdruck der Beschaffenheit Gottes. Dennoch ist dies nicht der springende Punkt, denn trotz eines gottgebenen Verstandes haben Adam und Eve es geschafft zu sündigen und damit Erkenntnis von ihrem eigenem Verstand abhängig gemacht. Seitdem ist der Mensch pfiffig, schlau und klug, aber auf einer Verstandesebene, die Gotterkenntnis verschüttet und sogar als überflüssig darstellt.
    Es geht also nicht um die Installation des Verstandes, sondern um den Gebrauch und inwieweit er noch tauglich ist, geistig-göttliche Dinge zu erfassen.

    Warum meine Anti-Verstandes-Haltung schädlich sein sollte, weiß ich nicht. Ich denke einfach, es ist nicht so sehr Anti, sondern eine Vorsicht-Verstand-Haltung oder mehr die Ahnung, wie sehr der Verstand zum Stolperstein werden kann.

    Was man konkret machen sollte? Ist aber eine schwierige Frage. Ich frage mich immer, wohin etwas führt oder führen kann und wozu es nützlich ist und versuche zu spüren, welche Regungen des Herzens sich dabei bemerkbar machen.
    Das Bewußtsein seinem eigenem Denken auch mißtrauisch zu begegnen, ist vielleicht ein guter Anfang.

  27. MicroHirn meint:

    Hallo Lutz,

    Gefühle haben ja eine Richtung und Dimension, die sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Daher fasse ich dies lieber als ‘Herz’ zusammen, um mit diesem Symbol ein Sammelbegriff zu haben.
    Ich denke, was wir vorfinden ist eine Abkoppelung des Verstandes vom Herzen, also genau andersherum. Die Trennung der beiden ist in jedem Fall als ein Fehler anzusehen und ich dachte, dies wäre bei meinen bisherigen Erklärungen auch klar geworden. Eine einseitige Beurteilung durch die Herzinstanz kann sogar fürchterliche Folgen in geistigen Dingen haben und zu einer Beeinträchtigung der Urteilskräfte führen. Das Überbetonen von bestimmten Fähigkeiten bringt nach meiner Ansicht Menschen aus dem Gleichgewicht und ganz speziell im Glaubensbereich auf die schiefe Bahn.
    Dein Hinweis war also völlig richtig und notwendig, um dies einmal klarzustellen.
    Ich bin sogar unbedingt dafür, Dinge mit größter Nüchternheit anzugehen, um eben nicht auf euphorisierende Zustände hereinzufallen. Dies wäre dann genau die andere Seite der Medaille.

    Bei der Anwendung des überbetonten Verstandes, wobei ich immer eine intellektuelle Färbung meine, sehe ich einfach die Gefahr einer egozentrierten Erhöhung, die sich mit christlicher Demut nicht vereinbaren läßt. Und den anderen höher achten als uns selbst, stellt sich damit als unlösbare Aufgabe dar.
    Über Demut zu reden oder Demut zu empfinden sind zwei so völlig verschiedene Planeten, dass es kaum Verständigungsmöglichkeiten gibt, um mal eine mögliche Verstandes-Auswirkung darzustellen.

    Deinen Literaturvorschlägen werde ich nachgehen. Das PDF-File habe ich schon überflogen. Der Titel von Schirrmacher lautet allerdings komplett:
    “Wie erkenne ich den Willen Gottes – Führungsmystik auf dem Prüfstand”
    ansonsten landet man bei dem Autoren Hagin.

  28. @MicroHirn

    Hallo,

    wir reden doch in Bezug auf Gläubige und nicht in Bezug auf Heuchler oder andere „listige Schlangen“.
    Eine Abkopplung des Verstandes vom Herzen ist für mich ebenso anzusiedeln, wie eine Abkopplung des Gläubigen von seiner Liebe zu Gott. Kurz: das ist unmöglich, wenn die Prämisse „Gläubiger“ noch biblische Aussagekraft haben soll.

    Sind Schieflagen ausgeschlossen? Mitnichten, die Briefe der Apostel sind Zeugnis genug.
    Unverständnis wird gerügt, immer noch Milch nötig statt fester Speise, seid nicht nur Hörer – sondern auch Täter …

    Jede Korrektur diesbezüglich nimmt ihren Anfang im Wort (Verkündigung, Erinnerung, Ermahnung …). Damit ist deutlich, es muss verstanden werden.

    Die Ansicht es gäbe ein zuviel an Verstand, zuviel an Verstehen, man könne Verstehen (Verstand) überbetonen, ist doch in dem Zusammenhang gerade destruktiv.
    Gefühle haben doch neben Richtung und Dimension zuerst einen Bezugspunkt. Dieser Bezugspunkt wird doch gerade durch das Wort vermittelt zusammen mit der Richtung (Freude bzw. Trauer …).
    Wenn das Wort Bezugspunkt und Richtung vermittelt, wie kann dann eine Trennung denkbar sein?
    Eigentlich wäre sie doch nur denkbar, wenn das Wort an sich keine persönliche Bedeutung mehr hat. Nur für welchen Gläubigen soll das zutreffen?

    Ein Problemfeld möchte ich aber noch zum Schluss antippen, weil ich denke, dass hier eine ganze Menge Zündstoff für Aufsplitterung liegt:
    Wer beurteilt oder diagnostiziert auf welcher Grundlage mit welcher Autorität?
    Der, der meint der Gläubige A hat zu wenig Herz (also jetzt im Sinne von Gefühl), woran macht er es fest? An seinen eigenen Erwartungen? An seinem Empfinden, was rüberkommt? …
    Böse Handlungen sind im Vergleich dazu leicht zu benennen. Wenn es in den Bereich Gesinnung, Trachten, Empfindungen geht – wird es mehr als einfach nur problematisch.
    Das kann zutiefst zerstören und es zerstört immer wieder.
    Wer einmal unter solchen subtilen Anklagen stand, wird mir vielleicht zustimmen:
    Da musst du felsenfest in deiner eigenen Rechtfertigung vor Gott stehen, um zu überleben.
    Das Gegenteil kannst du dem Ankläger nämlich kaum beweisen.
    Mit diesem „von Demut reden und Demut empfinden“ ist es ähnlich. Man muss sehr aufpassen, dass ein überzeugter Gläubiger, der seinen Standpunkt energisch verteidigt, nicht automatisch in der Ecke „Hochmut“ landet. Das ist heute ein „beliebtes Gesellschaftsspiel“.
    Wer beurteilt das Herz eines Anderen? Wer hat die Autorität und den klaren Blick? Nur Einer.

  29. Diese Zerstückelung des Menschen und vor allem das Gegeneinander-Ausspielen von Verstand und Gefühlen ist eines der ganz großen Probleme unserer Zeit. Sobald wir die Bibel auf einen dieser Bereiche beschränken, verleugnen und schwächen wir die Macht des Evangeliums. Wichtig wäre es, unser ganzes Leben UNTER das Wort Gottes zu stellen. Also alle unsere Gedanken, Gefühle, Worte, Taten, Erlebnisse und Erfahrungen am Wort Gottes zu prüfen. Sobald wir anfangen, irgend einen Teil von uns zum Maßstab zu erheben, stellen wir ihn über die Schrift und beraubenen uns damit jeglichen festen Fundamentes im Leben – wir beginnen quasi haltlos im luftleeren Raum zu schweben. Und das ist das Gefährliche. Leider wird heute auf der einen Seite die “Wissenschaft” als “gemeinsame Erfahrung” (Falsifizierbarkeit) und auf der anderen Seite die Erlebniszentriertheit als “einzelne Erfahrung” in den Mittelpunkt gestellt und damit zum Götzen gemacht. Was wir brauchen, sind ein klarer Verstand und eine be-geist-erte Leidenschaft, die beide gleichermaßen unter dem Wort Gottes stehen. Ein Vorbild ist mir hierin der Erweckungsprediger Jonathan Edwards geworden.

  30. MicroHirn meint:

    Leider habe ich keine Zeit mehr auf die letzten Beiträge einzugehen. Aber ich sehe eure Ausführungen als wertvolle Hinweise und Erklärungen. Vielen Dank dafür!
    Wenn ich wieder da bin, schaue ich gern wieder hier im Blog vorbei.

    Viele Grüsse und Dank auch für eure Zeit und Mühe

  31. Einzelne Gehirnzelle meint:

    @M.H.,
    Dir auch besten Dank für Deine Beiträge und Anregungen zum Weiterdenken !

    (Allgemein: Wir sollten so eine Sache später mal auf drei Ebenen angehen:
    1.) Wie kann man überhaupt die Bibel zu solchen Dingen befragen? (Mir scheint, dass es wesentlich ist, dass wir uns grundsätzlich darauf einigen, DASS man aus der Bibel solche Fragen überhaupt zuverlässig beantworten kann, und WIE man so etwas grundsätzlich angeht, also was die konkrete Vorgehensweise ist, so etwas anhand der Bibel zu studieren).
    2.) Wir sollten das dann anhand der Bibel jeweils durchstudieren.
    3.) Auch die Philosophie hat da etwas zu sagen. Schließlich ist “Verstand” und “Glaube” ein wiederkehrendes Thema bei Philosophen (wie auch bei führenden Theologen). Man sollte also auch gläubige Philosophen mal “konsultieren”, sowie auch die Kirchenväter, Reformatoren, Glaubensvorbilder etc. dazu nicht verachten.)

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