366 Liebesbriefe von Jesus – oder?

Sarah Youngs Andachtsbuch Jesus Calling (dt. Ausgabe: Ich bin bei Dir: 366 Liebesbriefe von Jesus) ist ein Phänomen. Obwohl die Entstehung des Buches allerlei Fragen aufwirft, lässt es sich seit Jahren hervorragend verkaufen. Leider.

Tim Challis erklärt, warum das Buch gefährlich ist:

Das Buch Jesus Calling gibt es nur, weil Sarah Young eine tiefe Sehnsucht danach hatte, neben der Bibel noch mehr von Gott zu hören. In der Einführung schreibt sie, wie Jesus Calling entstand: „Im folgenden Jahr fragte ich mich, ob ich in den Zeiten, in denen ich vor Gott still wurde, auch Botschaften empfangen könnte. Ich hatte schon seit Jahren Gebetstagebücher verfasst, aber es war eine einseitige Kommunikation gewesen: Der Einzige, der hier sprach, war ich. Ich wusste, dass Gott durch die Bibel zu mir spricht, aber ich sehnte mich nach mehr. Immer mehr wollte ich hören, was Gott mir an einem bestimmten Tag persönlich zu sagen hat.“ Mit diesen wenigen Sätzen erzeugt sie eine unnötige Konkurrenz zwischen ihrer Offenbarung und dem, was die Bibel in 2. Timotheus 3,16-17 sagt: „Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.“ Von seinem Geist und Wesen ist ihr Buch biblisch nicht einzuordnen. Von der Bibel her gesehen ist es weder erforderlich noch gibt es einen Grund, ein solches Buch zu erwarten oder zu beachten.

Mehr hier: www.evangelium21.net.

Kommentare

  1. Martin Zeindl meint:

    Warum ist es unter Evangelikalen so verpönt, die Stimme Gottes zu hören? Welche Angst steckt dahinter … und welche Motivation, vor solchen Büchern zu warnen? Ich habe sehr von Menschen profitiert, die mir vorgelebt haben, dass die Beziehung zu Gott nicht kompliziert ist und dass es „ganz einfach“ ist, Ihn zu hören (u.a. http://www.thefreedomassignment.com) … und nun genieße ich die Gespräche mit Ihm auch. Schade, dass durch solche evangelium21-Beiträge der Eindruck entstehen könnte, dass man Gott nur noch in der Bibel findet.

  2. @Martin: Brauchst Du denn die Bibel überhaupt noch? Geht doch auch ohne, oder?

    Liebe Grüße, Ron

  3. @Martin: Woher weiß Du, dass wirklich Gott zu Dir spricht? Wie prüfst Du das (vgl. 1. Thess. 5,21)?

  4. Christian meint:

    Stimmt, man kann das Buch so lesen und so auslegen. Aber es geht auch anders:
    Meine Frau hat dies Buch für ein Jahr so +/- täglich gelesen und es half ihr neu die Freude an Gott zu wecken, der interessierter ist an unserem Alltag als wir meinen, der mehr Hingabe aus Liebe wünscht, als wir geben und der konkreter und direkter durch die Bibel spricht als wir erahnen.
    Meine Frau hat nach einem Jahr das Buch zur Seite gelegt und meinte, nun brauche sie diese Krücke nicht mehr. Und doch sei es ein hilfreicher Schritt in ihrem Leben gewesen, der ihr die Augen für die Beziehung mit Gott neu öffnete.
    Ich bin dankbar um das Buch, denn dadurch wurde meine Frau wach für ein tieferen und verwurzelteren Glauben. Also geschah genau das Gegenteil wovor hier gewarnt wird!

    Natürlich darf das Buch nicht zum Ersatz der Bibel werden! Aber mich stimmt es traurig zu lesen, wie du Ron in das selbe Horn wie Tim bläst und ein solches Buch als „gefährlich“ be- oder gar verurteilst. Woher nehmt ihr euch diese Autorität und den Auftrag so über die Glaubensgeschwister und ihre Arbeit zu werten?

  5. @Adler: Ich würde entgegnen, dass der Paulus, der in 1Thess 5,20 davon spricht, dass man Weissagungen nicht verachten solle (!) denselben Empfängern in 2Thess 2,15 mitteilt, was die unerschütterliche Grundlage ihres Glaubens ist („Überlieferungen, die ihr gelehrt worden seid, sei es durch Wort oder durch unseren Brief“) und sie demnach laut 2Thess 2,2 sowohl „Geist“ als auch „Wort“ und „Brief“ anhand des „ein für alle Mal überlieferten Glaubens“ (Jud 3) prüfen müssen.

  6. @Christian: Inwiefern ist denn das, was Jesus sagt, eine Krücke?

    Liebe Grüße, Ron

  7. ..tja, vielleicht herrscht einfach zu wenig Liebe und Empathie unter Christen, dass solche Bücher entstehen können.
    Ich habe zumindest wenig echtes Interesse und Liebe von Mitchristen erfahren.
    Viel Anspruch von Gemeinden, dass man sein Christsein beweisen muss, dadurch dass man Leistung bringt.
    Ebenso verwirrt es mich, wenn dauern von „christlicher“ Philosphie und Ethik die Rede ist.
    Ich dachte immer, dass ich als Christ diese Gedankenspiele nicht mehr brauche.
    Unser Glaube ist einfach. Nur habe ich manchmal den Eindruck, das genügt nicht, es ist zu einfach – wir müssen Theologien, christliche Philosophien usw entwerfen.
    Und wir sind oft nicht in der Lage, uns momentan Unverständliches auszuhalten.
    Wie jemand zB zum Glauben kommt … und wie er den Glauben dann lebt.
    Und ich denke auch, wir glauben viel zu wenig kindlich.
    Da sind uns so manche Amerikaner voraus.
    Obwohl ich solche Bücher wie oben genannt nicht unbedingt befürworte.
    Aber wer hat sich nicht schon gefragt: was hat Gott mir ganz persönlich, zugeschnitten auf meine Situation, zu sagen ?

  8. Ich habe einen überblickenden Post mit Material zu vier Büchern zusammengestellt, von denen ich rate: „Hände weg!“
    http://hanniel.ch/2016/10/20/standpunkt-haende-weg-von-diesen-vier-buechern/

  9. Weil es so gut passt:

    Es gehört gerade im Unterschied zum Atheismus zum Wesen der Häresie, christlich sein zu wollen. Dieser Umstand war auch für die neutestamentliche Situation kennzeichnend, denn darin bestand ja die ungeheure Bedrohung der Gemeinde, daß die falsche Lehre aus dem Raum der christlichen Gemeinde selbst ausgegangen ist (Apg. 20,30; 1. Joh. 2,19), weil „Männer“ aufstanden, „die da verkehrte Lehren reden, die Jünger an sich zu ziehen“. Es ist daher geradezu kennzeichnend und grundsätzlich damit zu rechnen, daß sich „Irrlehrer“ innerhalb der Kirche im Gewände der Christlichkeit präsentieren. Dem entspricht die apostolische Warnung vor „falschen Propheten“ und „nicht einem jeglichen Geist zu glauben“, sondern vielmehr „die Geister zu prüfen“ (1. Joh. 4,1; 1. Thess. 5,21; 1. Kor. 2,12–14)

    Quelle.

    Liebe Grüße, Ron

  10. Jordan Cooper hat ein Interview mit seiner Frau zu dem Buch gemacht. Fazit ist dasselbe wie hier und es lohnt sich, hinzuhören, besonders bei einem so für Frauen vermarkteten Buch:
    http://www.patheos.com/blogs/justandsinner/a-review-of-jesus-calling/

  11. Johannes Strehle meint:

    Alternative zum Marketing:
    Es gibt heute viele nachhaltig oder vorüberhinkend gehbehinderte Christen,
    die auf Krücken angewiesen sind. Auch Krücken hinken mit der Zeit.
    Hier ist die zeitgemäße erfolgreiche Krücke!
    Oder sind 15 Millionen verkaufte Exemplare kein Erfolg?
    Werfen Sie Ihre alte Krücke weg
    und kaufen noch heute „366 Liebesbriefe von Jesus“.
    Risiken und Nebenwirkungen wurden,
    wie bei christlichen Ersatzhilfsmitteln üblich, vor Markteinführung nicht getestet.
    Mündige Christen sind darauf nicht angewiesen. Im Übrigen
    werden sich Risiken und Nebenwirkungen im Lauf der Zeit herausstellen.
    Dafür wird es zur rechten Zeit (nach Einschätzung der Marketing-Experten)
    ein neues Produkt geben.
    Dass Krücken dauerhafte Haltungsschäden verursachen können,
    weiß ohnehin jeder Käufer und Nutzer, der nicht von gestern ist.
    Immerhin haben wir jetzt erfahren,
    dass ein Patient nach regelmäßiger Anwendung auf die Krücke verzichten konnte.
    Über Folgeschäden ist uns nichts bekannt.
    Wir werden unserer Verantwortung gerecht werden
    und kündigen „366 neue Liebesbriefe von Jesus“ an.
    Stellen Sie sich vor, wie die Kirchengeschichte verlaufen wäre,
    wenn Johannes statt seiner destruktiven Briefe an die Gemeinden
    „366 Liebesbriefe von Jesus“ verfasst hätte!
    Kein Wunder, dass die Christen in Ephesus ihre erste Liebe verlassen haben.

    („Nelson (der Verleger) hat inzwischen eine große Marketingkampagne
    mit einer neuen Website und täglichen Radioandachten gestartet.
    Die ECPA (Evangelical Christian Publishers Association) berichtet,
    dass „Thomas Nelson Geschäftspartner der Salem Media Gruppe geworden ist,
    um jeden Tag 60-Sekunden-Andachten
    in der Eric Metaxas Show verbreiten zu können,
    die von mehr als 100 US-Radiostationen
    und weltweit über den SiriusXM Radiokanal gesendet wird.
    Über diese Segmente erreicht die Jesus Calling-Radioandacht
    täglich über 500.000 Zuhörer“.
    Mit 15 Millionen verkauften Exemplaren
    hat sich dieses Andachtsbuch zu einem einzigartigen Geschäft entwickelt.“)

  12. Zu dem Buch findet man schon seit Jahren genügend Kritik, insbesondere der aus der Esoterik kommende Ansatz der Entstehung, der durch nichts biblisch begründbar ist. Oder anders gesprochen: wenn es keine neue Lehre enthält, dann ist es überflüssig, und wenn es neue enthält, dann ist die falsch.
    Leider kenne ich auch Leute, die mehr mit diesem Buch (und vergleichbarer Literatur) arbeiten als mit der Bibel und dabei auch nicht in der Lage sind, die Aussagen des Buches im Sinne der Beroer zu prüfen. Ich sehe über solche Sachen seit Jahren, wie eine einstmals bibeltreue Gemeinde ihr bibeltreues Profil verloren hat, aber auch nicht bemerkt, dass sie deshalb aussterben wird. Oberflächlichkeit finde ich auch in anderen Gemeinden / Kirchen, allerdings in noch schönerer Verpackung.
    Wir haben mit der Bibel eine tolle Primärliteratur, warum also mit Sekundär- und Tertiärliteratur die Lebenszeit vergeuden? Natürlich arbeite ich auch gerne mit guten Auslegungen und Studienbibeln, aber dabei prüfe ich immer, ob die dortigen Ausführungen zu allen biblischen Aussagen (soweit ich sie verinnerlicht habe) konsitent sind. Und wenn zu häufig dabei ein Nein entsteht, fliegt die Auslegung raus aus der Büchersammlung, weil ich mich nicht unbemerkt vergiften möchte.

  13. @Johannes:

    Stellen Sie sich vor, wie die Kirchengeschichte verlaufen wäre,
    wenn Johannes statt seiner destruktiven Briefe an die Gemeinden
    „366 Liebesbriefe von Jesus“ verfasst hätte!
    Kein Wunder, dass die Christen in Ephesus ihre erste Liebe verlassen haben.

    Herrlich!

    Liebe Grüße, Ron

  14. @Ron … warum so sarkastisch? Nur weil ich Gott hören kann, heißt das nicht, dass ich die Bibel nicht mehr brauche/lese …

    @Adler … kann ich manchmal nicht genau sagen. Ist für mich auch nicht heilsentscheidend, und wenn es der Bibel widerspricht, verwerf‘ ich den Gedanken. Dennoch wird die Stimme mit der Zeit vertrauter … und ich halte daran fest, dass die Schafe auch heute noch die Stimme ihres Herrn hören können. Was wäre denn das für ein Gott (oder besser: Vater), der sich seinen Kindern nicht auch in Gedanken/Worten offenbaren kann?
    Wie lebt/gestaltet ihr denn die Beziehung zum Vater? Ist Jesus nicht gekommen, dass wir Gemeinschaft mit Vater haben können?

    Und auf meine ursprünglichen Fragen habe ich keine Antworten bekommen: Warum diese Angst?

  15. @Martin: Das ist nicht sarkastisch gemeint. Warum brauchst Du die Bibel noch, wenn Du einen direkten Draht zu Gott hast? Du bist doch viel besser dran als der einfache Christ. Die Bibel kann nur ein abstraktes und antikes Buch sein, wenn Du täglich Gottes Stimme hörst. Die Bibel muss, wenn schon nicht überflüssig, dann zumindest langweilig werden. Das alte Buch redet zu allen Gläubigen, diese göttliche Stimme in Dir meint Dich allein.
    (Nebenbei: Ich habe in den Blog von Martin V. reingelesen (http://www.thefreedomassignment.com/marks-blog.html. Das ist wirklich gruselig. Es fordert meine Phantasie bis an ihre Grenzen heraus, zu glauben, dass Menschen meinen, es handele sich dort um authentische, göttliche Offenbarungen.)

    Kommen wir zu dem Hirten und den Schafen (Joh 10), auf die Du Dich berufst. Gibt es irgendeine exegetische Grundlage dafür, aus diesem Text auf eine innere Stimme zu schließen, durch die Jesus zu seinen Jüngern (regelmäßig) spricht? Ich höre und lese das immer wieder. Tatsächlich hat dieser Text nichts mit einer göttlichen Stimme im Herzen zu tun. (Siehe dazu auch die Diskussion hier: http://theoblog.de/drei-tipps-fur-das-horende-gebet/9058/).

    Angst ist – meine ich – kein passender Begriff. Angst ist eher ungegenständlich. Es ist tatsächlich eine konkrete Sorge. Die Sorge nämlich, dass die verführerische Macht des eigenen Herzens grob unterschätzt wird (vgl. Jer 17,19) und ein Erkenntnisprinzip das Leben bestimmt, dass Gott nie zugesagt hat. Anlass zu dieser Sorge geben nicht nur entsprechende Warnungen (und fehlende Aufträge) in der Schrift, sondern auch das praktische Scheitern, dass ich schon viel zu oft erlebt habe.

    Deshalb ermutige ich, ohne übrigens die Geistesgaben abzulehnen, auf das feste prophetische Wort zu vertrauen (2Pet. 1,19). Wir tun gut daran, auf dieses Feste zu achten als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort.

    Liebe Grüße, Ron

  16. „Wenn [das Buch] keine neue Lehre enthält, ist es überflüssig“

    Nach dieser Argumentation ist jedes (gute christliche) Buch außer der Bibel überflüssig. Und radikal zuende gedacht, enden wir bei einer christlichen Boko Haram-Mentalität. Ich kenne das Buch von Young nicht, aber bei vielen „Gegenargumenten“ die ich bei Challis und andren lese, entsteht bei mir der Eindruck einer Strohmannargumentation – zumindest scheinen mir die Buchzitate die Vorwürfe oft nicht hinreichend zu stützen. Oder man nimmt an, dass Young ein so gerissener Wolf im Schafspelz ist, dass man zwischen den Zeilen zu lesen hat. Was allerdings zu einer problematischen, weil sich selbst stützenden Argumentation führen kann.

    Was ist denn der Unterschied von Young zu: Ich lese morgens meine Bibel, denke und bete darüber und über meinen gestrigen und meinen heutigen Tag mit seinen Aufgaben und Entscheidungen, frage Gott, wie er dies sieht und wie ich mich da entscheiden soll. Da gibt es den Input aus Gottes Wort, da gibt es meine Gedanken – da gibt es aber auch den Heiligen Geist, der mir Gottes Wort (ggfs gegen meine bisherigen Gedanken) erklären und mir helfen will, im Denken, Wollen und Handeln dieses Tages Jesus ähnlicher zu werden, das Wort Gottes und mein CHristsein in diesem Alltag zu Gottes Ehre anzuwenden. Der Heilige Geist ist hier nicht vom Wort zu trennen, aber er ist davon unterschieden – denn um einen Text zu lesen und zu verstehen braucht man nur den menschlichen Geist – und geht bisweilen davon aus darüber hinaus – denn meine Aufgaben und Entscheidungen im heutigen Alltag sind oftmals nicht das Thema der biblischen Texte und der Kontext ist immer verschieden. Gibt es also nicht einen Input des Heiligen Geistes, ein Einwirken auf mein Denken, WOllen, Handeln, der bisweilen sogar zu einem inneren Ringen und Streiten führt, in welchem diese Stimme von außen (im Unterschied zu meinen Gedanken) deutlich wird? Und gehört es nicht zum christlichen Wachstum dazu, mit dieser Stimme vertraut zu werden, dh sie zu verstehen und zu unterscheiden (zu lernen), auch außerhalb von solchen „lauten“ Streitsituationen, wo sie offensichtlich ist?

    Oder auch: Lebt Christus unter Umgehung meines Denkens und meiner Selbstwahrnehmung in mir?

  17. @Jörg: Gute christliche Bücher erheben ja gerade nicht den Anspruch, einen neuen Glauben oder eine neue Lehre zu bringen, sondern die gesunde Lehre zu erläutern, zu erklären, zu illustrieren etc. Deswegen müssen sie sich an der Schrift messen lassen.

    Der Unterschied ist demnach, dass Deine Deutung (oder der Input) sich vor dem Forum der biblischen Texte bewähren muss, Du also zwischen den Ebenenen „Offenbarung“, „Eindruck“ und „Deutung“ unterscheidest. Der hermeneutische Zirkel lebt gewissermaßen, da Du offen bist für Korrekturen durch die HS. Das Andachtsbuch von Young tritt mit dem Anspruch auf, dass Jesus dirket zu Dir spricht (also mit dem Anspruch, selbst Offenbarung zu ein, er war es ja, der ihre Hand (ihren Stift) beim Schreiben geführt hat). Der Anspruch ist also nicht: So habe ich Jesus verstanden (ich kann auch falsch liegen), sondern: Jesus sagt.

    Liebe Grüße, Ron

  18. @Martin: Zur Klarstellung: Ich bestreite überhaupt nicht, dass Gott zu uns redet. Ich bestreite nur, dass Gott außerhalb der Bibel heute zu uns redet. Deswegen habe ich auch keine Angst davor, Gottes Stimme zu hören. Aber noch mal: Gott redet nicht außerhalb der Bibel zu uns.

    Du sagst, dass Du es selbst „manchmal nicht genau sagen“ könntest, ob Gott zu Dir spreche. Für Dich sei das auch nicht heilsentscheidend, und wenn es der Bibel widerspreche, verwerfest Du den Gedanken.

    Und wenn es der Bibel nicht direkt widerspricht, was ist dann? Nach welchen Kriterien gehst Du dann vor? Gefühl, Gewohnheit, Tradition?

  19. Christian B. meint:

    Bin heute „zufällig“ auf diesen Artikel gestoßen, der hier ganz gut rein passt.

    „The Morning I Heard the Voice of God“ von John Piper. Der Artikel ist in Gänze lesenswert. Hier zwei Zitate daraus:

    „It has increased my love for the Bible as God’s very word, because it was through the Bible that I heard these divine words, and through the Bible I have experiences like this almost every day. The very God of the universe speaks on every page into my mind — and your mind. We hear his very words.“(…)

    „Something is incredibly wrong when the words we hear outside Scripture are more powerful and more affecting to us than the inspired word of God. Let us cry with the psalmist, “Incline my heart to your word” (Psalm 119:36). “Open my eyes, that I may behold wondrous things out of your law” (Psalm 119:18). Grant that the eyes of our hearts would be enlightened to know our hope and our inheritance and the love of Christ that passes knowledge and be filled with all the fullness of God (Ephesians 1:18; 3:19). O God, don’t let us be so deaf to your word and so unaffected with its ineffable, evidential excellency that we celebrate lesser things as more thrilling,(…)“
    http://www.desiringgod.org/articles/the-morning-i-heard-the-voice-of-god

    In erster Linie muss ich das zu mir selbst sagen: Warum bin ich oft so lau dem Wort Gottes gegenüber? Gott spricht durch die Bibel zu uns. Warum bin ich nicht viel mehr über diese grandiose Wahrheit begeistert? Sollte ich nicht eifrig darin forschen, fragen, suchen und darüber beten? Sollte ich nicht voller Dankbarkeit und zu Tränen gerührt sein, dass mir dieses Wort zur Verfügung steht? Warum fällt es mir so leicht in Sekundärliteratur (in Buchform oder im Internet) zu lesen, aber so schwer längere Zeit im Wort Gottes zu bleiben?
    „Herr, erbarme Dich über mich und öffne mir die Augen, dass ich sehe die Wunder an Deinem Gesetz.“

    Lieben Gruß
    Christian B.

  20. @Adler: Wenn deine Prämisse ist, dass Gott heute nur noch durch die Bibel spricht, werden meine Erfahrungen nicht in dein Bild passen, egal wie ich sie beschreibe.
    Zu meiner Gundannahme: So wie ich die Bibeltexte verstehe, hat Gott immer wieder auf verschiedenste Weise geredet (und meist wird nicht dazugesagt, wie der Empfänger wusste, dass Gott gesprochen hat …) – und ich sehe keinen Grund, warum Gott seine Kommunikationswege mittlerweile eingeschränkt haben soll. Wie kommst du zu deinem Schluss?

  21. @ Ron: Wenn deine Frage ehrlich (und keine Fangfrage) ist: Ich brauche die Bibel, weil sie mir sagt, wie Gott sich in der Geschichte geoffenbart hat – und ich bin mithineingenommen in diese Geschichte, das gehört für mich ganz natürlich dazu. Zudem sind es historische Dokumente mit ewig gültigen Aussagen, die meinem Leben (Verhalten) einen klaren Rahmen geben.
    Schön, dass du in Marks blog reingelesen hast, ist aber wirklich nicht gruselig. Warum sollte Gott nicht mit Menschen so reden können? Biblische Beispiele gäbe es doch dazu. … und wenn deine abfälligen Bemerkungen zum hörenden Gebet eine Begründung sein sollen, dass Joh 10. nichts mit Gottes Stimme hören zu tun haben, spare ich mir meine Ausführungen.
    Ich kann deine Sorge nachvollziehen, dass die verführerische Macht des Herzens unterschätzt werden könnte. Meine Sorge (und das meine ich auch so und deshalb hab ich mich auch hier zu Wort gemeldet) ist jedoch, dass hier das Kind mit dem Bad ausgeschüttet wird. Knapp 15 Jahre meines Christseins war Gott für mich (gefühlsmäßig) so weit weg. Gleichzeitig habe ich alles sehr argwöhnisch betrachtet, was irgendwie nach gelebter Beziehung aussah (zB Gott direkt hören, sich als Kind des himmlischen Vaters zu bezeichnen … und es auch wirklich zu meinen, …). Und dann habe ich meine Schutzschilde und alten Vorurteile ablegen können … und erlebe eine ganz neue Qualität, ja Intimität mit Gott. Es ist viel eher das versprochene „Leben in Fülle“ als in den früheren Jahren. Meine Theologie hatte mich an der Beziehung gehindert … und ich wünsche allen Lesern hier, eine bessere Theologie, als ich sie damals hatte.
    Liebe Grüße, Martin

  22. @Martin

    Zu meiner Grundannahme: So wie ich die Bibeltexte verstehe, hat Gott immer wieder auf verschiedenste Weise geredet (und meist wird nicht dazugesagt, wie der Empfänger wusste, dass Gott gesprochen hat …) – und ich sehe keinen Grund, warum Gott seine Kommunikationswege mittlerweile eingeschränkt haben soll. Wie kommst du zu deinem Schluss?

    Ganz einfach: Ich glaube, dass der Kanon abgeschlossen ist. Würde Gott heute noch zu uns sprechen, wie kann der Kanon dann abgeschlossen sein?

  23. @Waldemar
    1Thess 5,20 geht aber noch weiter, mein Freund! Der Satz ist noch gar nicht zu Ende: In 1Thess 5,21 heißt es: „prüft aber alles, das Gute haltet fest,“ Und dann noch 1Thess 5,22: „von aller Art des Bösen haltet euch fern!“

    Was sollen wir prüfen? Alles! Also auch Weissagungen. Dürfen wir auch falsche Weissagungen nicht verachten?

    Und auch noch mal an Dich die Frage: Wie prüfst Du denn, wenn etwas der Bibel nicht direkt widerspricht? Was ist dann Dein Maßstab/Kriterium?

  24. @Martin: Wie sagte doch Feuerbach: Der Mensch schafft sich Gott nach seinem Bilde.

    Liebe Grüße, Ron

  25. Das Kernproblem bei Young ist doch, dass es persönliches Reden Gottes ausserhalb dem Gesamtzeugnis der Heiligen Schrift gibt. Das ist eben genau das, was hörendes Gebet und Prophetien in der charismatischen Bewegung sehr oft nicht ausschliessen. Das wäre mal ein Grundkonsens, der über die Frage, ob es persönliches Reden Gottes gibt oder nicht hinausgeht. Dies war aber teilweise am Anfang der charismatischen Bewegung so. Da wurde wirklich anhand der Schrift geprüft, ob Eindrücke usw. richtig sind. Dies findet nach meiner Beobachtung eben immer weniger statt. Wenn diese Theologie wie bei Young immer noch weiter Bahn greift ist man von denen nicht mehr weit weg, die Zusatzoffenbarungen neben dem Wort Gottes in schriftlicher Form haben und diese als gleichwertig anerkennen.

  26. @Adler: Ich bemühe mich mal deine Worte „mein Freund“ nicht kämpferisch zu lesen, sondern wohlmeinend und wohlwollend.

    Wie aus meinem obigen Post unschwer zu erkennen ist, sind mir die Thessalonicherbriefe alles andere als unbekannt. Und ja: Deine zitierten Passagen sind mir wohl bekannt. Deine Zeilen zeigen mir jedoch, dass du meinen Post entweder nicht aufmerksam gelesen oder nicht wirklich verstanden hast. Wenn du genau nachliest, wirst du erkennen, dass ich auf 2Thess 2,2 einging, und die Gemeinde selbstverständlich sowohl „Geist“ als auch „Wort“ und „Brief“ prüfen muss. Jegliche Quellen, egal ob natürlicher oder übernatürlicher Art müssen geprüft werden. Gehören dazu auch Weissagungen? Freilich!

    Dürfen wir falsche Weissagungen verachten? Natürlich, du zitierst richtigerweise 1Thess 5,22. Eine Prüfung durchzuführen geht ja automatisch davon aus, dass ich am Ende des Prüfungsprozesses zu einem positiven oder einem negativen Ergebnis gelange. Ansonsten würde eine Prüfung keinen Sinn haben. Wer also Prüfungen mit einem positiven Ergebnis verneint, muss anhand des NTs (und nicht anhand schlechter Erfahrungen) darlegen, dass die echte Gabe der Weissagung nicht mehr existiert, was aber ein anderes Thema wäre.

    Auch deine letzte Frage nach meinem Maßstab/Kriterium hatte ich in meinem ersten Post bereits beantwortet: Paulus bezieht sich in 2Thess 2,15 auf die unerschütterliche Grundlage ihres Glaubens: „Überlieferungen, die ihr gelehrt worden seid, sei es durch Wort oder durch unseren Brief“. Das, was den Thessalonichern gebracht wurde, war der „ein für alle Mal überlieferten Glauben“ (Jud 3). Das ist der Maßstab, den Paulus in 2Thess 2 den Verführungen entgegenhält.

    Wer aufmerksam beide Thessalonicherbriefe liest, wird erkennen, dass Paulus alles andere als gegen Weissagungen im Gemeindezeitalter ist. Gleichzeitig fordert er zur Prüfung auf und erinnert den Leser in dem Zuge an die unveränderlichen Überlieferungen. Ein ziemlich simples Prinzip wie ich finde. 🙂

    Ich kann hierzu den Kommentar von G.K. Beale empfehlen, den ich seinerzeit durchgearbeitet hatte: https://www.amazon.com/1-2-Thessalonians-Ivp-Testament-Commentary/dp/0830840133

    Gottes Segen
    Waldemar

  27. @Ron: Schade, wenn du jeden, der Gott hört, gleich in die Feuerbachschublade steckst … ich habe oben gesagt, was mir für dich und deine Leser am Herzen liegt, und werde es damit bewenden lassen. Liebe Grüße und Gottes Segen, Martin.

  28. @Martin: Ich kenne Christen, die Gott einige Male in ihrem Leben gehört haben, klar und deutlich (also nicht gefühlig diffus, wie die typische „innere Stimme“). Ich glaube, was sie mir bezeugt haben. Einige von ihnen leben, andere sind schon beim Herrn. Paulus gehört zu ihnen. Er hat z.B. Gottes Ansprache mehrmahls sehr klar vernommen.

    Leuten, die Gottes Stimme täglich hören und dann auch noch mit Gott plaudern, wie Martin V. es tut, empfehle ich Feuerbach und Freud. Beide habe die Projektion recht gut beschrieben.

    Liebe Grüße, Ron

  29. Johannes meint:

    @ Martin

    Ohne tiefer in die Diskussion einsteigen zu wollen, wollte ich Dir zumindest die Erklärung liefern, warum Joh. 10 NICHTS mit hörendem Gebet zu tun hat.

    Erstens benutzt Jesus an dieser Stelle den Indikativ. Es ist also eine klare Aussage, kein “meine Schafe können meine Stimme hören“, auch kein “meine Schafe sollen meine Stimme hören“. Jesu Schafe hören Seine Stimme. Das ist einfach so. Da gibt es nichts dran du rütteln. Man muss nicht erst bestimmte Techniken erlernen um sie zu hören. Man muss auch nicht “die richtige Frequenz einstellen“ (wie viele Lehrer des hörenden Gebets gerne sagen, wenn sie den Vergleich zu einem Radio ziehen). Man muss einfach nur ein Schaf des guten Hirten sein. Wenn Jesus redet, dann hören wir Christen das. Ohne Technik, ohne Anleitung, ohne Gebetstagebuch, ohne vorher den Kopf zu leeren.

    Zweitens muss man den Kontext betrachten. Hier kommen Juden zu Jesus und wollen, dass Er ihnen sagt, ob Er der Christus ist. Jesus entgegnet ihnen in Vers 25: “Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt nicht.“ Er hat es ihnen gesagt, aber weil sie nicht zu Seinen Schafen gehören, haben sie Seine Stimme nicht gehört. Wer zu Jesu Schafen gehört, der hört Seine Stimme und weiß deshalb auch, dass Jesus der Christus ist.

    Der dritte Punkt wirft die komplette Interpretation über den Haufen. Als westlicher Theologe aus einer Industrienation kann man diese Stelle tatsächlich leicht missverstehen. Es fehlt einfach die Kenntnis über den Hirtenberuf. Doch eigentlich gibt Jesus die Erklärung einige Verse vorher (ab Vers 2): “Wer aber durch die Tür hineingeht, ist Hirte der Schafe. Diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören seine Stimme, und er ruft die eigenen Schafe mit Namen und führt sie heraus. Wenn er die eigenen alle herausgebracht hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern werden vor ihm fiehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.” In vielen Ländern ist es heute noch so, dass, wer eine fremde Herde hütet, hinter den Schafen läuft. Er treibt die Herde an und sieht sofort, wenn ein Schaf zurückbleibt oder weg läuft. Der Hirte, dem die Schafe gehören, verhält sich ganz anders. Er läuft vor seinen Schafen her. Es sind ja seine Schafe, sie kennen seine Stimme. Der Hirte redet, damit die Schafe ihn erkennen und ihm folgen können. Genau das meint Jesus wenn Er sagt: “Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; “ Es geht nicht darum, dass Er uns großartige Dinge offenbaren oder uns detaillierte Anweisungen geben wird, sondern es geht um Nachfolge. Es geht um die Stimme, die uns auffordert einander zu lieben. Es geht um die Stimme, die uns anfleht und ermutigt, in der Versuchung stark zu bleiben. Um diese Stimme zu hören braucht man keine Erfahrung und und erst recht keine besondere Technik, man muss nur ein Kind Gottes sein. An dieser Stelle erkennt man auch die Herkunft des hörenden Gebets: die Esoterik. Dort ist es ganz normal, dass man Kurse belegen muss und Anleitung von einem “Meister“ braucht um die richtigen Techniken zu erlernen. Dort braucht man jahrelange Erfahrung um immer höhere Level der Entspannung zu erreichen und immer weiter in sein Unterbewusstes vorzudringen. Das passt nicht zu dem Gott, an den ich glaube. Vor Ihm zählen ein reines, demütiges Herz und ein Lebensstil, der Ihn ehrt.

    Ja, biblische Beispiele gibt es genug, wo Gott mit Menschen geredet hat. Aber alle biblischen Beispiele deuten auf ein absolut klares Reden Gottes hin, nicht auf ein Geflüster, das ich durch Stille hören muss (und entsprechend schwerwiegenderen Strafen z.B. als Mittagessen eines Wals oder eines Löwen zu enden bei Ungehorsam). Samuel hörte Gottes Stimme total klar, hat sie aber so wenig erwartet, dass er sie nicht richtig zuordnen konnte. Wie passt das zu dem, was uns das hörende Gebet verkaufen will? Interessant in dem Kontext auch Kap. 3, 1b: „Und das Wort des HERRN war selten in jenen Tagen; ein Gesicht war nicht häufig.“ Gott hat also Seine Kommunikationswege in der Vergangenheit schon eingeschränkt, wie kommst Du darauf, er würde das nie wieder tun?

    Außerdem kann Gottes direkte Anweisung sehr wohl der Bibel widersprechen. Petrus‘ Vision widersprach Gottes Reinheitsgeboten. Hoseas Eheschließung mit einer Prostituierten entsprach auch nicht wirklich Gottes Vorgabe, die Ehe nicht zu brechen. Also wenn Gott hören, dann bitte richtig. Dann darf man einen Gedanken nicht einfach verwerfen, weil er der Bibel widerspricht.

  30. @Waldemar
    Dann mal ganz konkret: Jemand sagt zu mir: „Ich habe die Weissagung, dass Du nach Japan gehen sollst!“ Wie prüfe ich das nun? Japan kommt in der Bibel ja noch nicht einmal als Wort vor.

  31. Roderich meint:

    @Adler,
    Die Frage an Dich wäre dann auch: Wie hat Philippus anhand der Bibel prüfen können, ob Gott wirklich sagte: „Gehe auf die Straße nach Süden“? Oder wie konnte Paulus prüfen, ob es wirklich von Gott war, dass er nach Mazedonien gerufen wurde? Was war ihr Kriterium?
    – Erstens: Es darf nicht der Bibel widersprechen. („Gehe nach Süden“ widerspricht der Bibel nicht, steht aber auch nicht explizit drin).
    – Zweitens: Es sollte dem generellen Willen Gottes entsprechen – in beiden Fällen betraf es Evangelisation, was Gott auf dem Herzen liegt. (Hätte er gehört „gehe nach Süden, da wird man Dir vom Polytheismus erzählen“, hätte er die Stimme als dämonisch identifizieren können).
    – Drittens: So etwas geschieht meist (nur), wenn man ohnehin sehr tief in Gottes Wort drin ist, wenn man Gott treu ist, etc.

    Noch eine Gegenfrage: Wie oft gehst Du auf die Straße zum Evangelisieren, Adler? (Hart gesagt: Wenn Du nur am Computer sitzt und über Evangelisation „theoretisierst“, aber nie rausgehst, brauchst Du auch keine Führung Gottes. 🙂 )

    Zu Deinem Japan-Beispiel:
    – Es widerspricht der Bibel nicht konkret, aber das alleine ist nur ein notwendiger, kein hinreichender Grund, dass es von Gott kommt bzw. überhaupt kommen kann.
    – Man kann z.B. seine eigene Motivation prüfen, bzw. es hängt von den sonstigen Worten ab, die man erhält. Wenn es ist „Gehe nach Japan, um dort das Evangelium zu predigen“, wäre es wahrscheinlicher wahr als „… denn dort findest Du einen reichen Ehemann“. (Das wäre dann ein Fall von Hes. 14,4 (Gott wird den Menschen nach den Götzen in ihren Herzen antworten)).
    – Ich würde die Berufung „geh nach Japan“ auch nie ausschließlich auf so einem Wort basieren lassen, sondern da muss schon eine lange Vorgeschichte dabei sein, z.B. dass man seit langem Gott sucht, dass man schon hier evangelistisch tätig ist, dass man Gott treu ist. Und ich würde parallel dazu auch rationale Überlegungen anstellen, ob dies die richtige Berufung sein kann. (Hat man die Gabe als Prediger? Liegt es einem auch auf dem Herzen? Etc.)
    Ich denke, in so extrem wichtigen Fragen wird Gott es gerne auch mehrere Male bestätigen.

    Es gibt meines Erachtens aber auch Unterschiede, wie deutlich Gottes Stimme hörbar ist. Auf eine Art „vages Gefühl“ oder einen vagen einmaligen Traum hin würde ich nicht nach Japan gehen; das kann nämlich davon abhängen, was man gestern abend gegessen hat (Pizza mit zu viel Pepperoni), etc.
    – Ein Kriterium ist auch: vergisst man so ein Wort schnell wieder? Oder „brennt“ es im Herzen?

    Halten wir uns einfach primär an das Wort Gottes. Seien wir gehorsam, dann kommen auch viel mehr Führungen.

    Nebenbemerkung: Augustinus hat ein Kind reden hören „tolle, lege“ (nimm und lies (die Bibel)), was ein Kind normalerweise nicht sagen würde. Vermutlich das Reden Gottes außerhalb der Bibel zu ihm.

    Patrick von Irland hat in einem Traum die Weisung bekommen, nach Irland zurückzugehen und dort zu predigen.

    Das Problem ist also nicht, dass Gott heute nicht mehr reden kann. Problem ist eher ein sehr oberflächliches Christentum, was sich nicht mehr für die Bibel interessiert, das auch Schwierigkeiten aus dem Weg geht, anthropozentrisch predigt, und DANN meint, Gottes Stimme zu hören, was diesen Lebensstil noch bestätigt. (Ich habe das Buch von Sarah Young noch nicht gelesen, aber wenn die Rezensionen stimmen, könnte es auf dieses Buch zutreffen, dass es dieses oberflächliche anthropozentrische Christentum fördert.)

  32. Wir müssen uns damit abfinden, dass Gott/Jesus heute zu manchen Christen spricht.

    Warum müssen viele Christen so missgünstig sein? Sie wollen nicht wahrhaben, dass Gott zu ihnen einfach nicht spricht, und deshalb darf er auch nicht zu anderen sprechen.

    Normale Christen hören Gottes Stimme nicht, sondern sie sind auf die alten Texte angewiesen. Sie machen etwas nicht richtig. Entweder sie glauben nicht richtig oder sie können einfach nicht zuhören.

    Die Bibel ist einfach zu wenig, denn unsere heutige Zeit ist viel komplizierter geworden, und da muss Gott einfach Zusatzerklärungen abgeben, sonst geht’s nicht. Von einer Allgenugsamkeit der Bibel kann freilich längst keine Rede mehr sein, und wir wissen das auch längst.

  33. Roderich meint:

    @Jana,

    Die Bibel ist einfach zu wenig, denn unsere heutige Zeit ist viel komplizierter geworden, und da muss Gott einfach Zusatzerklärungen abgeben, sonst geht’s nicht. Von einer Allgenugsamkeit der Bibel kann freilich längst keine Rede mehr sein, und wir wissen das auch längst.

    Das würde ich jetzt nicht sagen. Welche „Zusatzerklärung“ brauchen wir denn heute? Das, was die Bibel aussagt, ist für alle Zeiten gültig.
    Nichts am menschlichen Herzen ist „komplizierter“ geworden seit 2000 Jahren.

    Was sollte sich v.a. an der Ethik geändert haben? Natürlich müssen wir die bleibend gültigen Prinzipien der Bibel auf neue technische Entwicklungen / Situationen anwenden (Internet, Fernsehen, etc.), aber das ändert ja nichts an den ethischen Prinzipien.

    Kannst Du mal ein konkretes Beispiel nennen von etwas, wo Du Gottes Stimme gehört zu haben meinst und was der Bibel widerspricht?

  34. Ernst Rauter meint:

    Ich bin schon desöfteren bei Leuten vorstellig geworden, die Gottes Stimme hören. Hab sie gebeten, sich für mich im Sinne einer Interzession zu verwenden.

    Entweder haben sie es rundweg abgelehnt oder sie haben keine Antwort erhalten.
    Also entweder verweigert Gott denen, die ihn nicht hören, auch auf die Anfrage seiner Sonderlieblinge hin die Aussage, oder … ja, da weiß ich auch nicht mehr weiter.

    Jedenfalls ersuche ich alle Christen, zu denen Gott/Jesus tatsächlich spricht, um eine Beglaubigung. Ich meine: das ist ja nur legitim, oder nicht? Jeder Diplomat braucht eine Beglaubigung seiner Regierung!

    Wie diese Beglaubigung aussähe? Je nun, das ist ganz einfach: Ich würde dem, der sich für mich bei Gott verwendet, eine Frage mitgeben, deren Beantwortung nur für Gott möglich ist. Dann wüsste ich: ja, der Mensch ist in engerem Kontakt mit Gott.

    Kann jemand so etwas anbieten, meinetwegen auch gegen einen Unkostenbeitrag?

  35. Roderich meint:

    Ernst Rauter,
    Gott ist kein bezahlbares Orakel. Gott ist souverän, und was Sie vorschlagen, würde darauf hinauslaufen, ihn zu testen. (Das machen höchstens Wahrsager, von denen einige Scharlatane sind, andere echt, aber dann vom Teufel beeinflusst).

    Natürlich KANN Gott das tun (1. Kor. 14,25), aber das hängt dann sehr stark von Ihrer Motivation ab. (Denn angenommen, Sie wären gar nicht offen für ein Wort, und Gott würde Ihnen tatsächlich eines geben, und Sie würden es dann ablehnen, dann hätten Sie ein ernsthaftes Problem).

  36. Ernst Rauter meint:

    Aber nein, da haben Sie mich gründlich missverstanden.
    Es geht mir doch nicht ums Geld. Es soll aber Menschen geben, die sich leichter bewegen lassen, wenn man ihnen auf diese Weise eine Zeitentschädigung in Aussicht stellt. Aber lassen wir das, ich nehme das gerne zurück, wollte nur sicherstellen, es nicht hieran scheitern lassen zu wollen.

    Ich bezweifle auch nicht das Können des Allmächtigen. Was mir vorschwebt, wäre eine Art Interzession, ein Fürbittgespräch, nachdem meine eigenen Bemühungen in diese Richtung, nun, sagen wir mal, etwas kläglich und recht erfolglos waren. Möglich, ich habe etwas nicht richtig gemacht oder muss mich mit einer persönlichen Barriere herumschlagen, die mir zum gegebenen Zeitpunkt nicht recht erinnerlich ist.

    Was ich nur nicht will, ist ein vorgebliches und sehr vages Wort-Gottes-Orakel, das mir jemand unter dem Vorwand anbietet, ich müsse „offen für ein Wort“ sein und dürfe nicht nach dessen Legitimation fragen. Sie sehen sicher selbst, dass das keine überzeugende Option darstellt.

    Ich denke sehr pragmatisch zur Sache. Da gibt es nun viele Leute, und auch hier im Forum, die sagen, Gott spricht zu ihnen. Das will ich zunächst nicht bezweifeln. Der Zweifel kommt erst dort, wo man nicht helfen will oder kann. Ein Bekannter, der Gottes Stimme ebenfalls hört (zugegeben nicht akkustisch), weicht mir aus, wenn ich ihn frage, was Gott denn genau sage, bleibt stets sehr, sehr vage. Das verstehe ich nicht, denn wenn ich mit jemandem spreche, weiß ich zumeist recht genau, worum es im Gespräch ging.

    Ich denke, Sie haben mich verstanden. Offen gestanden, ich habe mir nicht viel erhofft und sehe mich hiermit bestätigt.

  37. Johannes Strehle meint:

    @ Jana
    Ich gehe davon aus, dass Dein Kommentar satirisch gemeint ist.
    Das finde ich auch: 500 Jahre sola scriptura sind genug.
    Wir brauchen Päpste, und wir brauchen das Papsttum aller Gläubigen.
    Und Manfred Diener ist ihr Prophet.
    Jeder klärt persönlich mit Gott, ob gelebte Homosexualität Sünde ist oder nicht.
    Die Zeit ist heute wirklich kompliziert.
    Was war das in der schlechten alten Zeit doch übersichtlich,
    als das Volk Gottes auf zwei Seiten hinkte.
    Heute sind wir für Vielseitigkeit.
    Und diese Schwarz-Weiß-Malerei von Licht und Finsternis
    – heute sind wir gräulich in vielen Schattierungen.
    „Welche Gemeinschaft haben Licht und Finsternis?“
    O lieber Paulus, jede Menge!
    Wenn du wüsstest, wie kompliziert das heute ist!
    „Da muss Gott einfach(!) Zusatzerklärungen abgeben, sonst geht’s nicht.“
    Kalt oder heiß?
    Wir haben’s heute gerne lauwarm, jeder nach seiner Temperatur.
    Und morgen in der Hölle.
    Allgenugsam ist heute selbstverständlich nur die gendergerechte Bibel
    – 500 Jahre nach der Vorarbeit Luthers wissen wir:
    Die Gendergerechtigkeit kommt nicht aus der Werklichkeit,
    sondern aus dem Glauben an die Gender-Ideologie:
    Und Facebook schuf das Mensch und schuf es in 66 Geschlechtern,
    nach dem Bilde der User schuf es es.
    Und es stellte fest: Alles war sehr geliked.
    Und Pippi schuf die Welt, widdewidde, wie sie ihr gefällt.
    Und siehe, wir erfinden uns immer wieder neu.

  38. Roderich meint:

    Lieber Herr Rauter,

    oh, dann bitte ich um Entschuldigung, dass ich Sie falsch verstanden habe. (Es ist nur so, dass ich niemanden kenne, der ernsthafter Christ ist und nur gegen Bezahlung für einen Mitmenschen beten würde 🙂 Aber es war gewiss gut gemeint von Ihnen, dass Sie dafür Bezahlung angeboten haben :-))
    Also, ich finde es generell sehr schön, dass Sie offenbar Gott suchen. Da sind Sie ja auf einem christlichen Blog sicher an der richtigen Stelle. Ich werde auch gerne mit für Sie beten. Ein persönliches „Wort von Gott“ kann ich Ihnen nicht versprechen, aber Sie machen mich neugierig auf Ihre „Frage“, die Sie den Leuten mitgeben, die für Sie beten.
    Ob Gott etwas besonderes offenbaren will, liegt ja bei Gott; „Worte für andere“ würde ich eher als seltene Ausnahme ansehen, und man kann sie sicher nicht aus eigener Kraft produzieren!

    Vielleicht darf ich aber noch kurz erwähnen, dass alles, was wir wissen müssen – wie wir gerettet werden können, wie wir ein gottgefälliges Leben führen können – in der Bibel bereits offenbart ist. Christus ist übrigens der vollkommene Mittler zwischen dem Vater und uns; Hebr. 4,14-16. Ich will Sie also ermutigen: alle Verheißungen der Bibel gelten auch Ihnen – Sie können sich direkt an Gott wenden. Bitten Sie Gott, Ihnen alles zu offenbaren, was Sie an der Beziehung zu Gott hindert. Das wird Gott Ihnen sicher offenbaren (v.a. wenn Sie in der Bibel lesen).

    (Falls Sie die Zeit dazu haben, würde ich sehr empfehlen, das Neue Testament einmal ganz durchzulesen; vielleicht mit den Fragen im Hinterkopf: Was sagt die Stelle über Gott aus? Welche Gebote werden erwähnt, welche positiven / negativen Vorbilder? Welche Haltung sollte ich ändern? Gibt es eine Verheißung / Versprechung Gottes im Text?)

    Bei Gelegenheit würde mich näher interessieren, was Sie gerne von Gott wissen wollen, aber das kann man gewiss nicht unbedingt „online“ klären.

    (Den Besuch bei einer lebendigen christlichen Gemeinde, bei der Gottes Wort gepredigt wird, könnte ich auch sehr empfehlen; aber vielleicht ist Ihnen das ja nicht neu.)

    Gebete nach Gottes Willen werden erhört; das, was Sie brauchen, um (wieder?) ganz zu Gott zu kommen, will Er Ihnen meines Erachtens gerne geben, wenn Sie darum bitten. Lk. 11,13. Siehe aber auch Joh. 7,17.

  39. @ Johannes: Danke für deinen Kommentar – von nachvollziehbaren Argumenten kann ich einiges mitnehmen. Vielleicht habe ich mich auch unnötig in die Nähe des sog. „hörenden Gebetes“ gestellt (mit all seinen Techniken, die ich nicht kenne). Ich bin lediglich der Überzeugung, dass Gott (auch nach Abschluss des Kanons) immer noch redet, ja mehr noch, dass man mit ihm sogar plaudern kann (auch wenn Ron mich dann an die Religionskritiker verweist).

    Der Indikativ „hören“ in Joh. 10 schließt meiner Meinung nach „können … hören“ ein. Und ja, genau: Das ist einfach so. Irgendwie kommen dann jene in einen Erklärungsnotstand, die sagen, dass sie ihn nicht hören … Wenn ich dich recht verstehe sagst du: Das ist die Stimme des Hirten, die mich auffordert, andere zu lieben, mich ermutigt in der Versuchung stark zu bleiben … das sehe ich auch so. Ich „höre“ auch Sätze mit solchen Inhalten in meiner „Plauderzeit“ mit Gott … Wenn du dich nur an den angebotenen Kursen oder esoterischen Techniken zum Thema „Gott hören“ gestoßen hast, sind wir uns eh einig. Die für mich interessante Frage in dem Zusammenhang ist: Wie sieht dieser Indikativ („hören“) bei den Schafen in der Praxis aus? … und meine Antwort ginge in die Richtung, es nicht so kompliziert zu machen sondern einfach von der Tatsache auszugehen, dass man Gott hört (also auch hören kann) und das sogar regelmäßig (das passt für mich besser ins Bild eines Schafes, das hinter dem Hirten hergeht) und nicht nur in Ausnahmefällen … und warum nicht auch mal „großartige Dinge und detaillierte Anweisungen“? (Jer. 33,3)

    Ich bin nicht sicher, ob 1.Sam 3,1 meint, dass Gott (von sich aus) damals wenig Worte und Bilder geschenkt hat, oder ob die Menschen Gott damals nicht ernst genommen haben (vgl. 8,18 im Gegensatz zu Jes. 30,19/65,24). Vielleicht hat nicht Gott die Kommunikation eingeschränkt, sondern die Menschen wollten nicht hören … natürlich kann ich nicht ausschließen, dass Gott so eine Einschränkung nach dem Abschluss des Kanons vorgenommen hat, aber die Ausgießung des Geistes auf alles Fleisch deutet für mich eher in die andere Richtung: Jetzt mit dem Hl. Geist in uns sollte die Kommunikation doch besser funktionieren, oder nicht?

    Dein „Wenn Gott hören, dann bitte richtig …“ würden vermutlich nicht viele hier so sehen. Das gehörte Wort Gottes hebelt m.M.n. nicht das geschriebene aus. Warum sollte Gott sich selber widersprechen? Das Bsp. von Petrus zeigt, dass mit Jesus die Zeremonialgesetze nicht mehr gelten, und gehört für mich eindeutig zum Übergang vom alten zum neuen Bund (mit den damit verbundenen Adaptierungen: zB sollten im NT Weissagungen geprüft werden und von Steinigung falscher Propheten ist nichts mehr zu lesen) … und ich erwarte keine weiteren solchen Änderungen. (und zu Hosea: Ich denke nicht, dass er die Ehe gebrochen hat … sondern – wie Gott selbst eben – eine Ehe geschenkt hat, mit jemandem der das nicht verdient – wie wir eben.)

    Insgesamt kann man die Sache mit „Gott hören“ sicher so oder so sehen – und jeder möge mit seiner Sichtweise glücklich (od. zumindest zufrieden) sein. Wie schon weiter oben erwähnt, ist mein Glaubensleben erfüllter geworden, seit ich überzeugt wurde, dass es normal und ganz einfach ist, Gott regelmäßig zu hören … und es passt für mich auch besser zu einem Vater, der seine Kinder liebt (1Joh 3,1)

  40. @Ernst Rautter
    Schade dass Ihr Bekannter vage bleibt, wenn Sie konkret nachfragen … auf der anderen Seite kann ich es auch verstehen, wenn Details aus einem vertraulichen Gespräch nicht weitererzählt werden. Aber es gibt genug Menschen, die ihre Gespräche mit Gott veröffentlichen (https://www.facebook.com/thefreedomassignment/)… nicht weil sie glauben bessere Christen zu sein, sondern um andere zu ermutigen, ihre eigenen Gespräche mit Gott anzufangen. Auf diesem blog wird das leider mit Projektion gleichgesetzt.
    Falls Sie dennoch Interesse haben: Nur Mut! Als Christ hören Sie selbst seine Stimme.

  41. Roderich meint:

    @Ernst Rauter,
    noch eine kurze Nachfrage. Wenn ich Sie recht verstehe, haben Sie zwei Anliegen:
    1.) Sie möchten Ihre persönliche Beziehung zu Gott erneuern.
    2.) Sie möchten wissen, ob andere, die sagen, sie hören Gottes Stimme, sie auch tatsächlich hören, und bieten als Test an, dass jemand etwas über Ihr Leben von Gott „hören“ soll.

    Ich würde persönlich die beiden Fragen getrennt angehen.
    Frage 1.) ist von existentieller Wichtigkeit für Sie persönlich. Die Beziehung zu Gott können Sie anhand der Bibel in Ordnung bringen – dazu brauchen Sie kein spezielles Wort von Gott. (Tipps: Lesen Sie das Neue Testament. Verbringen Sie viel Zeit mit Bibel und Gebet – sagen wir, zu Anfang, morgens 45-60 Minuten. Bitten Sie Gott, Ihnen zu vergeben (für das, was Sie als falsch erkannt haben), bringen Sie Dinge mit Mitmenschen in Ordnung, die noch in Ordnung zu bringen sind (Leute um Vergebung bitten; Gestohlenes zurückgeben etc.); bitten Sie Gott, Ihnen beim Lesen der Bibel die Augen zu öffnen und zu zeigen, was Sie evtl. in Ordnung bringen müssen – das Gebet wird Gott sicher erhören).
    Als Nachfolger Christi kommen wir um die tägliche Zeit mit Gott sowieso nicht herum, also könnten Sie gleich damit anfangen.

    Frage 2.) ist theologisch interessant. Ich würde aber eine persönliche Umkehr nicht von der (kontingenten) Tatsache abhängig machen, ob mir Christen begegnen, die ein Wort von Gott für mich haben. Sonst schiebt man am Ende noch den „lauen Christen“, oder gar Gott, die Schuld in die Schuhe, dass man nicht von ganzem Herzen Christus nachfolgt.

    Im übrigen:

    Ich würde dem, der sich für mich bei Gott verwendet, eine Frage mitgeben, deren Beantwortung nur für Gott möglich ist. Dann wüsste ich: ja, der Mensch ist in engerem Kontakt mit Gott.

    Sagen Sie ruhig Ihre Frage (wenn das über den Blog überhaupt geht und nicht zu persönlich ist). Oder geben Sie Ron Kubsch Ihre email-Adresse, dann kann man Sie anschreiben.

    Was mir vorschwebt, wäre eine Art Interzession, ein Fürbittgespräch, nachdem meine eigenen Bemühungen in diese Richtung, nun, sagen wir mal, etwas kläglich und recht erfolglos waren. Möglich, ich habe etwas nicht richtig gemacht oder muss mich mit einer persönlichen Barriere herumschlagen, die mir zum gegebenen Zeitpunkt nicht recht erinnerlich ist.

    Das ist eine ganz legitime Anfrage. Ich denke, einige, die dies gelesen haben, werden jetzt auch für Sie mitbeten. Ich vermute aber, wenn Sie die Gemeinschaft echter Christen suchen, könnten Sie vieles auch in einem vertraulichen seelsorgerlichen Gespräch klären, dazu brauchen Sie nicht unbedingt eine „Sonderoffenbarung“.

    Oder sagen Sie ruhig, wenn ich Sie missverstanden habe.

  42. @Johannes Strehle

    Danke. Ja, mein Kommentar war tatsächlich satirisch gemeint.

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