Robert Spaemann äußert sich über Intelligent Design

evolution.jpgDer aus einer vom Protestantismus zum Katholizismus konvertierten Familie stammende Philosoph Robert Spaemann (* 1927) nimmt in einem Interview mit der WirtschaftsWoche zu Kreationismus und Intelligent Design (ID) Stellung. Während die Redaktion des Journals ein „Berufsverbot“ für ID-Wissenschaftler zu befürworten scheint, setzt Spaemann sich für den Dialog mit Leuten ein, die ihr Fachgebiet beherrschen und trotzdem ungewohnte Denkwege einschlagen. Für problematisch hält Spaemann es dagegen, dass Wissenschaft oft in Scientismus umschlägt und einen Totalitätsanspruch erhebt.

Zum ganzen Interview mit Robert Spaemann geht es hier: Fantastische Annahmen.

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Bild mit freundlicher Genehmigung: jela65 (Photocase)

Kommentare

  1. Gerhard Eichhorn meint:

    Ich habe bei Professor Spaemann studiert in Wigratzbad. Schon damals fiel mir auf, wie wenig er vom Aristotelismus und Thomismus verstanden hat, die er zu kennen behauptet. (Die Beweiskraft der Gottesbeweise hat er nicht verstanden. Das wuerde ihm hier sehr helfen!)
    Auf der Wiki zu Intelligent Design habe ich gegen den Autor der WIKI Stellung genommen und dachte R.Spaemann auf meiner Seite zu haben. Nach dem Artikel kann ich dies nicht mehr behaupten.

    Wer behauptet, dass es Kausalprozesse geben koenne ohne Zielgerichtetheit (sic!!!), hat von den vier Kausae NICHTS verstanden.

    DIe finale Kausalitaet ist eine Kausalitaet im Vollsinne des Wortes. Wer die finale Kausalitaet nicht angeben kann hat ein Problem nicht vollstaendig erklaert. Erklaeren heisst ALLE vier Kausae anzugeben.

    Spaemann ist hier selber Scientist! Fuer ihn gibt es nur die Kausa effiziens.

    ID und Evolutionisten stehen keineswegs auf dem gleichen Argumentationsniveau, wenn erstere eine kausale Erklaerung verlangen aber nicht bieten koennen, waerend zweitere abstreiten, dass es eine eine solche Kausalitaet gaebe.

    Die Evolutionisten verstossen damit gegen die Grundlagen des menschlichen Denkens: die Kausalitaet und letztlich das Nichtwiderspruchsprinzip. Aus nichts wird nichts. Ohne finale Kausalitaet kann nichts existieren. Die ID verstossen hingegen gegen kein Denkgesetz, sondern erklaeren nur richtig, was sie nicht kennen.

    Dies haette Spaemann an zahlreichen konkreten Beispielen dem ungeuebten Leser leicht veranschaulichen koennen.

    Ob eine Entwicklung sprunghaft durch aeusseres Eingreifen stattfindet oder kontiniuierlich, ist eine Frage des WIE. Sie aendert nichts an der grundsaetzlichen philosophischen Problematik. Spaemann ist nicht in der Lage das Problem philosophie-technisch richtig einzugrenzen. Seine philosophische Denktechnik ist nicht scholastisch geschult.

    Natuerlich verdankt die Welt ihre Existenz dem schoepferischen Willen Gottes. Ein Film verdankt seine Existenz aber nicht dem Projektor. Das tiefsinnige Hoehlengleichnis uebersteigt in seiner Aussage ohnehin die Kompetenz des Professors.
    (Das Hoehlengleichnis will letztlich behaupten, dass es hinter der Existenz noch eine Superexistenz gibt, deren Beschraenkung die Existenz ist, wie wir sie sehen. Aristoteles zeigt, dass Plato irrt. Die Existenz ist die hoechste Vollkommenheit und nicht wieder die Beschraenkung einer noch hoeheren. Aber Spaemann ist offensichtlich noch bei Platos Irrtum verblieben und hat den wissenschaftlichen Fortschritt durch Aristoteles verschlafen.)

    Mit seinem begrenzten Instrumentarium kann Spaemann die Problematik der ID nicht behandeln. Vor allem kann er damit die wesentliche TRANSZENDENZ der Teleologie nicht verstehen, welche der fuenfte Gottesbeweis des heiligen Thomas von Aquin trefflich zum Ausdruck bringt.

    M. l´abbé
    Lic. Theol, Lic. iur. can, Dipl. Informatik-Mediator
    Gerhard Eichhorn

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