A. Kuyper: „Dein Reich komme“

Abraham Kuyper über das Gebet „Dein Reich komme“:

Bei der Bitte „Dein Reich komme“ wird an das eigene Ich kaum gedacht. Die Bewegung der Seele richtet sich auf Gottes Ehre, nicht auf unsere Seligkeit, und was unsere Seele verzehrt, ist nicht der Wunsch, es selbst gut zu haben, sondern den Tag sich nähern zu sehen, an dem Gott herrschen wird als der ewige König.

Kommentare

  1. Schandor meint:

    Ob wir nicht kirchengeschichtlich tatsächlich auf einer schwierigen Stufe angelangt sind, so dass wir bei dieser Bitte – zu recht, wie ich meine – teils den Anbruch pneumatischer Verwirklichungen im eigenen So-sein, teils aber auch an einen ökopolitischen und gesellschaftlichen Strukturwandel denken, wo es – nach Kypers Sichtweise, wie mir scheint – tatsächlich nicht um Zeitlich-Gegenwärtiges, sondern um eschatologische Letzterfüllung geht? Problematisch finde ich Kuypers Aussage, die vom eigenen Es-gut-haben absehen möchte, versteckt aber genau das intendieren muss, wenn anders jener Tag, an dem Gott herrschen wird als der ewige König, das eigene Es-gut-haben mit sich bringt. Ferner ist die Aussage insofern noch problematisch, als sie nicht von diesem Tag selbst zu sprechen scheint, sondern von der Annäherung dieses Tages. Woran aber sollte man ein Näherkommen erkennen? Doch sicher nicht aus der begrenzt-subjektiven Analyse gegenwärtiger geopolitischer Entwicklungen? Woran dann? Welche Maßstäbe zum Erkennen legte Kuyper selbst an? Immerhin war er ja Politiker …

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