A. Kuyper: Reinheit der Gemeinde

Abraham Kuyper schreibt über die Reinheit der Gemeinde:

Besser, dass die kleine Schar [der Gemeinde] zu einer Handvoll zusammenschmilzt, als dass wir durch falsche Losungen oder unsittliche Kompromisse die Hilfe des mächtigen Bundesgenossen im Himmel einbüßen.

Kommentare

  1. Kuyper spricht hier wohl eher von der Reinheit der Lehre? Bei der lohnt es sich häufig auf unpopulärer Wahrheit zu bestehen (wenn es nicht lieblos passiert). Aber die Reinheit der Gemeinde? Die scheint mir häufig auch ein unrealistisches Ziel zu sein. Ich halte Augustins Unterscheidung von sichtbarer und unsichtbarer Gemeinde für hilfreicher. Die sichtbare Gemeinde wird niemals völlig rein sein. Und auch die unsichtbare Gemeinde ist es nur, weil Gott uns in Jesus reinigt, aber nicht, weil wir immer ohne Kompromisse die richtigen Losungen hätten.
    Und: Ist die Hilfe Gottes so simpel davon abhängig, ob Christen sich von falscher dogmatischer und ethischer Lehre fernhalten? Wir sind sicherlich in unserer Zeit nicht mehr so sensibel dafür, was für einen geistlichen Schaden unsere Lehre auch anrichten kann. Aber dass wir gleich die ganze Hilfe einbüßen? Das halte ich doch für etwas kleingläubig. Gott kommt zu Hilfe, wenn wir uns demütigen, zu ihm umkehren und nach ihm rufen, nicht wenn wir immer die rechte Lehre haben – und erst recht nicht erst dann, wenn wir rein sind.

  2. @Helge: Ja, diese Unterscheidung halte ich auch für biblisch begründet und Kuyper hat es auch so gesehen. Das heißt aber nicht, dass in einer Gemeinde alles zu dulden ist. Auch dafür gibt es biblische Beispiele.

    Liebe Grüße, Ron

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