Allensbachstudie: Der Mann 2013

Für Frau Prof. Dr. Renate Köcher, Geschäftsführerin des IfD Allensbach, ist die Sache ziemlich klar: „Der Abschied von den Festlegungen der Geschlechterrollen wird von Männern wie Frauen eher als Befreiung denn als Belastung empfunden.“ Zwar öffnen die neuen Optionen für beide Geschlechter auch – wie man heute euphemistisch sagt – „neue Herausforderungen“. Die überwältigende Mehrheit der Männer sei jedoch „gerne Mann, nur ganze 6 Prozent wären im nächsten Leben lieber eine Frau“. Das schlussfolgert Frau Köcher aus der Allensbachstudie „Der Mann 2013“, die vom Axel-Springer-Verlag in Auftrag gegeben wurde.

Moment mal? Soll die Antwort auf die Frage, „Wenn Sie noch einmal auf die Welt kämen, möchten Sie dann lieber ein Mann oder eine Frau sein?“, tatsächlich den Gemütszustand der Männer repräsentieren? Männer sind zwar kompliziert, aber ob sie gleich das Kind mit dem Bade ausschütten wollen, ist eine andere Sache?

Sandra Immoor und Bianca Pohlmann, beide für BILD der Frau tätig, urteilen in ihrem Vorwort nüchterner:

„Und trotzdem sagen schon jetzt 64 Prozent der deutschen Männer: ‚Es reicht mit der Gleichberechtigung!‘ 28 Prozent von ihnen klagen: ‚Was da passiert, ist übertrieben.‘ Und sechs Prozent fühlen sich bereits benachteiligt. Unverbesserliche Machos? Hoffnungslos rückständig? Nein. Die Männer sind verunsichert. Ihnen schwimmen die Felle davon.“

Der Interessenverband für Jungen, Männer und Väter liegt richtig, wenn er eine Schwäche der Studie aufdeckt:  „Was Jungen, Männer und Väter aus ihrer eigenen Perspektive für problematisch halten, das bleibt leider weitgehend im Dunkeln. Hier lässt das Studiendesign deutlich zu wünschen übrig.“

Wer sich gern selbst ein „Bild“ machen möchte, kann sich die Datensammlung herunterladen: BdF_Studie_Ma__776_nner1-86_finale_Version.pdf.

Kommentare

  1. rolf eicken meint:

    Danke, Ron, für dieDatensammlung.
    Das ist ja alles ganz interessant, wird aber die individuele Einstellung des einzelnen Mannes kaum ändern. Gleichberechtigung ist unbedingt erforderlich. Was die Damen der Schöpfung allerdings in den letzen 10 Jahren aufführen, führt zu dem, was überall zunehmend festzustellen ist: es gibt immer mehr Singles ! Warum wohl? Weil, wie in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, sich die jungen Männer „das nicht mehr antun wollen“ (heiraten). Das ist die andere Seite der Überforderung, wie sie von den Männern empfunden wird: Verweigerung. Da haben sich die Damen wohl auf einen Trohn gehoben, von dem sie nun selber nicht mehr herunterkommen können. Das heute Männer im Haushalt und bei der Kinderbetreuung mehr tun als früher, ist völlig in Ordnung. Wie der Konsenz darüber zustande kommt macht den Unterschied aus.
    MfG
    Rolf

  2. rolf eicken meint:

    Beim nochmaligen Durchlesen: es muss „Thron“ heißen.
    Pardon.
    MfG
    Rolf

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