Als Single in der Gemeinde

Wir reden in unseren Gemeinden zurecht viel über Kinder, Ehen und Familien. Aber denken wir auch gründlich genug darüber nach, wie es den Singles geht? Chelsea Patterson, selbst Single, öffnet uns in einem Artikel, der bei Evangelium21 erschienen ist, die Augen für die Anliegen und Nöte von Alleinstehenden und das Thema ihrer Gemeindemitgliedschaft.

Viele ledige Frauen in Ihren Gemeinden leben weit weg von ihren Familien. Deshalb können Sie uns etwas Gutes tun, wenn Sie uns beispielsweise zu sich nach Hause einladen und wir Teil Ihres Lebens werden dürfen. Es ist ein echtes Geschenk für uns, wenn wir Sie und Ihre Familien kennen lernen können. Wenn ich andere Gemeindeglieder daheim besuche, kann ich direkt miterleben, wie christliche Ehen geführt werden, wie sich christliche Eltern verhalten und sogar wie Christen miteinander Konflikte lösen.

Bitte fragt uns auch, wie es uns als Singles geht. Es gibt Zeiten, in denen ich mein Alleinsein nur schwer aushalte. Vielleicht bin ich schon lange nicht mehr eingeladen worden, mit jemandem auszugehen. Vielleicht kämpfe ich mit der Versuchung, einen Mann zu begehren, der mit einer anderen Frau in einer Beziehung oder verheiratet ist. Vielleicht bin ich auch wegen meines Alleinseins frustriert gegenüber Gott und muss an Gottes Verheißungen erinnert werden. Jede Frau hat andere Probleme mit ihrem Ledigsein. Lernen Sie deshalb unterschiedliche Single-Frauen kennen und fragen Sie diese, wie es ihnen persönlich damit geht.

Beten Sie mit und für uns. Es war mir eine große Ermutigung, als ich erfuhr, dass unsere Pastoren regelmäßig Sonntagabends für die Single-Frauen in ihrer Gemeinde beten. Es ist ermutigend zu wissen, dass uns jemand ganz bewusst im Gebet vor unseren himmlischen Vater trägt.

Mehr hier: www.evangelium21.net.

Kommentare

  1. Sergio Castelberg meint:

    Das ist ja sehr schön, dass die Ältesten in jener Gemeinde regelmässig für Single-Frauen beten. Interessanterweise gibt es aber auch männliche Singles in den Gemeinden, die mit ihrer Situation zu kämpfen haben, beispielsweise wenn sie erst später im Leben zum Glauben kommen und deshalb „logischerweise“ zu alt sind, um auf dem üblichen Weg mit christlichen Single-Frauen in Kontakt zu kommen.

  2. Bitte berücksichtigen, dass dies der persönliche Bericht einer Frau ist. Natürlich beten Älteste auch für Männer. 😉

    Liebe Grüße, Ron

  3. Sergio Castelberg meint:

    Danke für den Hinweis 😉
    Ein Grund dafür, dass man solches mehr von Frauen liest, ist möglicherweise der Umstand, dass wir Männer tendenziell weniger offen darüber sprechen …

  4. Das wird ein Grund sein, in der Tat.

    Liebe Grüße, Ron

  5. Johannes Strehle meint:

    Für eine Frau, die „in einer christlichen Familie aufgewachsen“ ist
    und ihr „Leben lang Gottesdienste besucht“ hat,
    ist „vieles“, was in einer Gemeinde nach der Bibel als Wort Gottes völlig normal ist,
    „völlig neu“. Das wundert mich nicht, aber vielleicht
    bringt es doch den einen oder anderen Verantwortlichen zum Nachdenken,
    bevor ihn einst Christus auf Versäumnisse und ihre Folgen ansprechen wird.
    Chelsea Patterson beschreibt und schreibt viel Gutes und Wichtiges.
    Eine Ergänzung auf Grund der Erfahrungen,
    die meine Frau und ich gemacht haben:
    Es ist wichtig und eine Bereicherung für beide Seiten,
    dass Familien Singles ein offenes Haus und damit praktisch Familienanschluss
    anbieten. Dieses Angebot wird nicht jeder annehmen,
    aber für manche ist es genau das Richtige.
    Der Verzicht auf den Besuchs- und Besucherstatus
    führt zur Entspannung der Gastgeber und des Gastes.
    Der Single verhält sich wie ein Familien-Mitglied und wird auch so behandelt.
    Das ist zugleich eine beiläufige Demonstration der missionarischen Folgen
    des neuen Liebesgebotes Jesu, die er ausdrücklich damit verbindet.

  6. Vielen Dank für diese Einstellung. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, und ich bin erst spät zum Glauben gekommen und habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass mit mir niemand etwas anfangen kann und man es nicht „als Aufgabe sieht“ sich um einen Single zu kümmern.
    Ich habe mich von mir aus bemüht, in Kontakt zu kommen, den Mut zu behalten Fragen zu stellen – auch zB die etwas schwierigeren über die Kopfbedeckung und das Schweigen der Frauen in der Versammlung am Sonntag. Keiner der Ältesten hat sich Zeit genommen, mich in Ruhe zu unterrichten, wie sie zu ihrer Meinung ( in einer der Gemeinden wurde den Frauen „nahegelegt“ sich nicht zu bedecken ) aus der Bibel abgeleitet gekommen sind. Der im Internet beworbene Grundlagenkurs zur Bibel wurde nicht erfüllt, auch sonst wurde mir viel eher das Gefühl vermittelt, dass ich zu anspruchsvoll und aufdringlich wäre.
    Eine von der „Gemeinde“ ausgehende Nachfrage mal unter der Woche wie es mir geht: Fehlanzeige, ich könne ja in die Versammlung kommen, da kann man dann ja reden. Dass in vielen Versammlungen aber selbst Sonntags geklüngelt wird, die die sich kennen … gibt man nicht zu.
    Ich verstehe mittlerweile gut, dass die charismatischen und „moderneren“ Gemeinden mehr Zulauf haben, weil man sich dort ganz anders um die Menschen kümmert.
    Ich kann damit aber nichts anfangen, halte dort vieles für falsch … und bin Gott sei Dank gewöhnt, an das Alleinsein und weiss mich trotz allem geführt und geborgen in Gottes Hand. Ich gehe in keine Gemeinde momentan. Und eine Brüdergemeinde gibt es hier in meiner Nähe nicht, denn zu allem Ungemach besitze ich auch kein Auto, sprich, bin angewiesen auf Abholung und Heimbringung.
    Ebenso finde ich es sehr schwierig, in Anbetracht der Single Männer, die wie auch oben schon erwähnt, möglicherweise erst spät zum Glauben gekommen sind, dass auch in christlichen Gemeinde sehr oft die Kleiderordnung zu wünschen übrig lässt und Zuneigung unter Ehepaaren und Verlobten regelrecht zur Schau gestellt wird. Nicht sehr feinfühlig, muss ich schon sagen. Ich habe das nie verstanden.
    Ebenso als ob ma nicht dienen könne, wenn man in keine Ortsgemeinde geht und dort keinen Dienst hat. Mir wurde auch schon um die Ohren gehauen, nach Jakobus, dass mein Glaube tot wäre, da ich keine Werke vorzuweisen hätte. ( In einer Gemeinde mit vielen Frauen, die gut kochen und backen können, mit Kindern umgehen, die Bibel gut kennen, zB, die Hausfrauen sind, Kinder haben und nicht ihr Geld selbst verdienen müssen — was soll ich da zB für Dienste leisten, weil ich ja vieles erest lernen muss ? .. nicht falsch verstehen: ich liebe Mütter, und ich finde es gut und richtig, dass sie zu Hause bleiben… und ich weiss, dass sie sehr viel arbeiten und zu tun haben … ) … und ich habe gefunden, dass man sich um ( jüngere ? ) Singlemänner viel eher kümmert, da sie leichter zu „gebrauchen“ sind .. man kann sie predigen lassen, die Einführungen machen lassen, im Arbeitskreis sprechen lassen — was ich auch alles richtig finde.
    Aber eine Frau Mitte 50 ? Die noch nicht mal Ersatzoma spielen könnte, weil keine Erfahrung mit Kinder vorhanden, die nicht kochen kann, weil sie es nicht musste, die auch sonst keine großartigen Begabungen hat ?
    Gut, dass ich wissen darf, dass GOTT mich liebt.

  7. Johannes Strehle meint:

    @ Jutta
    Die „normalen“ abschreckenden Gemeinde-Erfahrungen …
    Wenn Du einmal in unsere Gegend kommen solltest
    (Niedersächsisches Hamburger Umland, Adresse über Ron),
    bist Du herzlich eingeladen.
    Leider haben wir, nachdem wir im Zusammenhang mit dem Älterwerden
    aus einem Haus in eine Wohnung umgezogen sind, kein Gästezimmer mehr.
    Das ist hier für uns nicht bezahlbar.
    Eine Nachbarschaft von Christen (Singles, Ehepaare ohne Kinder, Familien),
    die sich Gästezimmer und Ferienwohnung teilen, haben wir nicht gefunden,
    auch keine Gemeinde, die sich dafür interessiert.
    Das einzige nicht-christliche Angebot für Mehr-Generationen-Wohnen am Ort
    war ausgebucht.

  8. Danke, lieber Johannes.
    Das ist wirklich nett.
    Ich hoffe, dass ihr euch wohl fühlt in der Wohnung.
    Verlassen die Christen die erste Liebe ???
    Hier, nun „poste“ ich es hier, denn es geht ohnehin jetzt rasend schnell bergab:
    https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2016/muezzin-soll-mit-allahu-akbar-christlichen-gottesdienst-eroeffnen/
    …. und es gab eine Meldung, wo Eltern 300 Euro Bussgeld zahlen müssen, weil sie ihrem Sohn den geplanten Moscheebesuch ersparen wollten.
    Ebenso aber einen Bericht, in dem ganz klar kommuniziert wurde, dass man Kinder nicht zwingen kann, christliche katholische Unternehmungen zu besuchen.

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