Augustinus: Lehrer der Gnade (Teil 2)

Mit der Bekehrung des Herzens begann bei Augustinus auch die Bekehrung des Denkens. Die ersten Schriften sind von den Auseinandersetzungen mit dem Manichäismus geprägt und deutlich platonisch. Nach und nach wächst der Einfluss der biblischen Schriften und es gelingt Augustinus, das Verhältnis von Erfahrung, Vernunft und Glauben auf höchstem Ni­veau zu durchdenken und zu systematisieren.

Sehr bewegend ist die Schrift Über den Nutzen des Glaubens, die er – ent­weder 391 o. 392 verfasst –, an seinen ehemaligen Studienkollegen Honora­tus schrieb. Augustinus hatte Honoratus während seiner Studienzeit für den Manichäismus gewonnen. Inzwischen Christ, hörte er davon, dass Honoratus öffentlich gegen das Christentum polemisierte. So ver­suchte er mit dieser Schrift seinen Freund davon zu überzeugen, dass das Christentum die Wahrheit ist. Sein Werk Der Gottesstaat gilt als das Meis­terstück der altkirchlichen Apologetik und gehört zu den bedeutendsten Büchern für die abendländische Kultur überhaupt. Gegen Ende seines Lebens verfasste er die Retractationes (426–427), ein Werk, in dem er seine Lehrirrtümer benennt und Teile seiner Schriften korrigiert.

Von großer Bedeutung für die Apologetik ist Augustinus’ Behandlung der Frage nach der Beziehung von Glaube und Wissen. Das Verhältnis von Glaube und Wissen (oder Glaube und Vernunft) spielt durch die ganze Philosophiegeschichte hindurch eine zentrale Rolle. Die Philoso­phie gilt als die Vernunftswissenschaft, die Erkenntnis rational zu be­schreiben und zu begründen versucht. Dem gegenüber steht die Religion oder die Theologie, die vorrangig einen Glaubensanspruch und keinen Erkenntnisanspruch stellt. Wie können wir die Dialektik von Glaube und Wissen auflösen? Augustins Lösungsvorschlag entwickelte sich zu einem »Meilenstein« der christlichen Theologie und hat den Weg des christlichen Denkens bis in die Gegenwart hinein geformt.

In der Diskussion um das dialektische Verhältnis von Glaube und Wis­sen haben sich zwei große Traditionen herausgebildet. Die erste große Tradition ist sich darin einig, dass zwischen Glaube und Wissen ein Wi­derspruch oder zumindest eine problematische Spannung besteht. Der Widerspruch oder die Spannung wurden innerhalb dieser Tradition bis zu Augustin in zwei Richtungen aufgelöst. Gemäß der ersten Lösung steht das Wissen über dem Glauben. Wir kön­nen diese Auflösung Rationalismus nennen, da die Vernunft innerhalb dieser Tradition maßgebliches Leitprinzip ist. Der Rationalismus möchte gerade den unsicheren Glauben oder das bloße Meinen (doxa) überwin­den und zur Erkenntnis vordringen (episteme). Für Platon ist beispiels­weise die Meinung nur einer Vorform des Wissens. Glaube ist vage, Wis­sen dagegen ist sicher. Demgegenüber behauptet die zweite Lösung, dass der Glaube über dem Wissen steht. Wir können diese Auflösung Fideismus nennen, auch wenn der Fideismus als Bewegung sich erst im Frankreich des 18. und 19. Jh. ausbildete. Für den Fideismus ist der übernatürliche Glaube die einzige Quelle des Glaubens und Ursprung wahren Wissens. Das Christentum steht im Widerspruch zur Philosophie. Zwischen der korrupten mensch­lichen Vernunft und der Weisheit Gottes wird ein unüberwindbarer Ab­stand postuliert. Glaube ist nicht vollendete Philosophie, Glaube zer­trümmert alle Philosophie. Die Weisheit dieser Welt ist dem wahrhaftig Glaubenden bloße Torheit (vgl. 1Kor 1,18ff). Bis heute gilt Tertullians »credo quia absurdum« (dt. »Ich glaube, weil es unvernünftig ist.«) als uner­reichter Leitspruch der fide­istischen Denktradition (Von Tertullian selbst ist der Ausspruch nicht überliefert, siehe dazu hier und die Kommentare zu diesem Beitrag).

Beide Lösungen konnten den Kirchenvater Augustinus von Hippo nicht überzeugen. Er suchte nach einem ausgewogenes Verhältnis von Glaube und Wissen (oder Glaube und Vernunft). Anregungen von Cle­mens von Alexandria und Origenes aufnehmend entwickelte er eine zweite große Tradition, der gemäß Glaube und Wissen aufeinander bezogen bleiben. Der Akt des Glaubens und der Akt des Wissens sind interaktiv miteinander verwoben. Augustinus wertet damit das Meinen bzw. den Glauben gegen Platon auf. Der Glaube durchdringt den gesamten Er­kenntnisprozeß. Glaube und Vernunft sind für Augustinus nicht zwei psychologisch streng zu unterscheidende Kapazitäten, sondern sie gehö­ren zusammen. Das heißt in der Konsequenz: Wahre Philosophie ist wahre Theologie, wie auch umgekehrt wahre Theologie wahre Philoso­phie ist. In einer Predigt hat Augustinus seine Auflösung der dialekti­schen Beziehungen von Glaube und Wissen auf die Formel »crede, ut intelligas« (dt. »glaube, um erkennen zu können«) gebracht. Diese Formel steht als Leitspruch über der Denktradition, die Raum schafft für eine Vernunftlehre im Rahmen des Glaubens. Die Vernunft regiert nicht den Glauben, sondern die Vernunft wird vom Glauben umschlossen. In sei­nem Werk Über den Lehrer schreibt Augustinus: »Was ich demnach erkenne, das glaube ich auch; aber nicht alles, was ich glaube, erkenne ich auch. Alles aber, was ich erkenne, weiß ich; nicht jedoch weiß ich alles, was ich glaube.« Gewisse Dinge können demnach nur geglaubt werden, andere können dagegen gewusst werden. Die Denkinhalte, die gewusst werden, werden aber zugleich geglaubt. Es gilt also: Ohne Glaube kein Wissen, ohne Glaube kein Wissenserwerb, ja ohne Glaube kein Existieren (vgl. die Kind-Elternbeziehung). So sinnvoll es also sein kann, zwischen Glaube und Wissen zu unter­scheiden, so überflüssig ist die scharfe Trennung der Begriffe. In einem gewissen Sinne sind die Begriffe sogar austauschbar.

Die Lösung von Augustinus lässt sich so darstellen:
Synthese_Ver1.0.jpg

Augustinus ist demnach weder Fideist noch Rationalist. Er stellt die Ver­nunft nicht über den Glauben, will jedoch auch nicht vernunftlos glau­ben. Der wahre Glaube ist ein vernünftiger Glaube (intellectus fidei). Anders als manche Kirchenväter (z.B. Hieronymus) lehnt Augustinus die weltliche Bildung nicht ab. Er relativiert sie und macht den Glauben zum regulativen Prinzip. Er ordnet die »freien Künste« der heidnischen Ge­lehrten der Offenbarung Gottes un­ter.

Kommentare

  1. Bettina Klix meint:

    Nun wird ja allmählich klar, warum ein Augustinus-Motto oben auf dem Theoblog die Besucher begrüßt.
    Eine hilfreiche Grafik ist das! Das (c), das hoffentlich nicht ignoriert wird, erinnert mich in diesen Tagen an den unglaublichen Umgang von sogenannten Christen mit den Geboten.
    Ich kenne einige Menschen, die unglaubliche Opfer für ihre Doktorarbeit brachten, menschlich, finanziell, gesundheitlich. Oder es dann doch nicht schafften und mit diesem Gescheitertsein leben müssen.

  2. Schandor meint:

    Mich würd’ interessieren, ob man bei Augustinus schon präsuppositionelle Züge erkennen kann, wo er weder Rationalist ist (wie etwa Norman Geisler) noch Fideist (m. W. Karl Barth, Sören Kierkegaard, Donald Bloesch usw.)…

    lg
    Schandor

  3. Johannes G. meint:

    Hallo Schandor,

    ich hätte zwei Verständnisfragen: Welche Merkmale definieren einen (christlichen) Rationalisten? Und inwiefern bzw. aus welchen Gründen siehst du Norm Geisler als Rationalist an?

    Gruß
    Jo

  4. Schandor meint:

    @Johannes G.
    Hm, ich wähle den einfachen Weg.
    Kenneth D. Boa hat die bekanntesten Apologeten in seinem umfangreichen Buch zur Apologetik in (mehr oder weniger) vier Bereiche gegliedert:
    * Rationalisten (darunter als Hauptvertreter: Norman Geisler),
    * Evidentionalisten (Hauptvertreter: John W. Montgomery)
    * Präsuppositionalisten (Hauptvertreter: Cornelius Van Til)
    * Fideisten (Hauptvertreter: Sören Kierkegaard).

    Es geht um die Argumentation (“line of reasoning”). Ich empfehle dieses Buch, denn es ist nicht nur in einem Geist der Sanftmut verfasst, sondern versucht, die Vorteile aller Methoden zu sehen, wie dies ein Francis Schaeffer getan hat.

    Bitte betrachte mich nicht als Defätisten, wenn ich an dieser Stelle so ad hoc nicht in der Lage bin, hinlänglich anzugeben, inwiefern sich der Rationalismus definieren lässt. Man hat einem Präsuppositionalisten (Gordon Clark) vorgeworfen, er sei Rationalist. Es hat m. W. Jahre gebraucht, diesen Vorwurf auszuräumen.

    Ein Rationalist geht von der Vernunft als erster und wichtigster Instanz zur Findung von Wahrheit aus. Der Evidentialist verlässt sich auf Fakten oder zumindest auf das, was er dafür hält. Der Fideist lehnt — grob gesagt — die Apologetik ab, da die “Fiducia” ein Werk des Heiligen Geistes ist und nicht auf anderen Wegen gefunden werden kann.
    Bleibt der Präsuppositionalist: Er geht vom Wort Gottes als erster und wichtigster Instanz aus. Und hier beginnen die Probleme, an denen wir uns die Finger wund schreiben könnten… ;-)

  5. Johannes G. meint:

    Hallo Schandor,

    vielen Dank für die kurze Zusammenfassung. Ich finde diese Kategorienbildung schwierig. Geisler selbst z.B. sieht sich sicher nicht als Rationalist im strengen Sinne an. Von daher halte ich es für problematisch ihn als “Hauptvertreter” zu nennen. Er vertritt die Ansicht, dass alle Wahrheit Offenbarung ist – entweder allgemeiner oder spezifischer Natur. Die Vernunft hingegen ist das von Gott geschaffene Werkzeug, um die Wahrheit in der Natur oder in der Schrift erkennen zu können. Dieser Sichtweise kann ich zustimmen. Ich meine ich kann vom Wort Gottes als erste Instanz nur ausgehen, wenn ich es “verstehe”. Um es zu verstehen, muss ich jedoch zwingend von der Vernunft Gebrauch machen.

    Ich habe in Geislers Büchern bisher keinen Hinweis darauf gefunden, dass er seinen eigenen Verstand über die Offenbarung Gottes stellt oder die Ansicht vertritt, dass “eigenes Nachdenken” das Wort Gottes gar ersetzen kann. Ich meine manche Wahrheiten, wie z.B. die prinzipielle Existenz Gottes, sind rationalen Überlegungen durchaus zugänglich (s. z.B. Römer 1, 20). Die rettende Botschaft des Evangeliums ist uns hingegen nur durch spezielle Offenbarung bekannt.

    Ich sehe Vernunft und Wort Gottes als zwei untrennbare Bausteine, die sich ergänzen müssen und nicht gegeneinander ausgespielt werden können (Man kann z.B. argumentieren, dass die Zuverlässigkeit der Vernunft die Existenz Gottes geradezu voraussetzt. C.S. Lewis, Viktor Reppert u. vor allem auch Alvin Plantinga haben dieses Argument aus verschiedenen Perspektiven entwickelt). Stehen Glaube und Vernunft im Widerstreit, fordert uns dies heraus nachzuforschen und herauszufinden, ob ev. unser Verständnis der Schrift falsch ist, oder ob wir uns in unseren Schlussfolgerungen / der Beurteilung sonstiger Indizien geirrt haben. Ich halte dies aus persönlicher Erfahrung für einen sehr fruchtbaren Ansatz :-)

    Schöne Grüße
    Jo

  6. Schandor meint:

    @Jo
    Ich stimme Dir zu. Die Einteilung *ist* problematisch, das bestreitet auch Kenneth Boa nicht. Ihm geht es auch eher um eine pragmatische Darstellung der verschiedenen Denkrichtungen. Dass die Vernunft (die ich vom Verstand unterscheide) ein von Gott geschaffenes “Werkzeug” ist, sehe ich ebenfalls so. Aber, und hier tritt das Problem ein, offenbar kann man sich auf diese Vernunft nicht verlassen, denn wenn man in ihr ein wahrheitserkennendes Werkzeug erblickt, stellt sich sofort die Frage: Weshalb kann es dann kluge Menschen geben, die auf ganz andere Schlussfolgerungen kommen?
    Die Einteilung ist in erster Linie eine Frage der Epistemologie, denke ich. Wenn ich die Vernunft (und sei es nur in zeitlicher Hinsicht) der Wahrheitserkenntnis vorangehen lasse, bin ich per definitionem Rationalist, und dann ist meinem Verständnis auch Geisler ein Rationalist.
    Klar brauche ich meine Vernunft, um die Wahrheit zu erkennen, aber die Wahrheit ist wahr, ob ich vernünftig bin oder nicht, oder anders gesagt: Sie ist unabhängig von meiner Erkenntnis.
    Ob die Bibel die Wahrheit spricht, hat meine Erkenntnis nicht zu beurteilen, sondern nur zu *erkennen* — und das kann sie ganz offensichtlich nicht aus eigenem, sondern das muss ihr durch die Erneuerung geschenkt werden. Man wird hier von den noetischen Auswirkungen der Sünde sprechen dürfen. In dieser Hinsicht kann ich also nicht zustimmen. Wenn jemand Gottes Wort be-urteilt, stellt er seinen eigenen Verstand über Gottes Wort — freilich nicht expressis verbis, aber er tut es — und man kann es sehen (sorry:hören oder lesen).
    Röm 1,20 kann man auch anders verstehen, aber das würde wahrscheinlich zu weit führen. Es geht m. E. nicht darum, Vernunft und Wort Gottes gegeneinander auszuspielen, da diese beiden Dinge kategorial auf völlig verschiedenen Ebenen liegen. Das Wort *schafft* sich seinen Hörer, hat Thielicke einmal (wie ich finde zurecht) gesagt. Ich weiß nur eines, und das dafür genau: Die Vernunft ist das Vehikel, auf welchem das Schiff des Evangeliums in den Hafen des ungläubigen Herzens fährt, um das Herz des Menschen zu verändern — eine Sache des Heiligen Geistes. So sehr sie sich auch ohne Evangelium anschickt, die Wahrheit zu finden, so vergeblich wird sie das tun.
    Viktor Reppert kenne ich leider nicht, und den Argumentationen eines Alvin Plantinga habe ich mich bisher nur oberflächlich gewidmet. Die Argumente C. S. Lewis dagegen kenne ich ziemlich gut — und sie sind sehr überzeugend. Ja, dafür brauche ich die Vernunft. Es ist hier schwer, in Kürze eine adäquate Darstellung aller in Frage stehenden Punkte zu liefern. Man müsste hier (und nur für unseren Zweck) die Grenzen jeden Begriffes abstecken (der Begriff “Glaube” hat dermaßen viele Nuancen und Hintertüren, dass die Mannigfaltigkeit an Missverständnissen, zu welchen dieser Begriff geführt hat, Legion sind). Wissen und Glauben sind auf der untersten Ebene (Epistemologie) möglicherweise (!) komplementäre Instanzen, und dann stehen sie selbstverständlich — richtig verstanden! — nicht im Widerstreit.
    Was mir an Norman Geisler sehr missfällt, ist seine Art, wie er mit dem kostbaren Schatz der Gnadenlehren umgeht (ich meine seine saloppe Vortragsreihe “Why I am not a 5-Point-Calvinist). Seine Argumente sind nicht nur nicht überzeugend, sondern an manchen Stellen geradezu grotesk spöttisch. Ob man hellhörig werden muss, wenn man bedenkt, dass er seine Ausbildung ausgerechnet auf einer Bildungseinrichtung genossen hat, deren Gründer sich verschworen haben, die Errungenschaften der Reformatoren auszulöschen und zu vernichten, kann ich nicht entscheiden. Mich zumindest macht es stutzig.
    Liebe Grüße
    Schandor

  7. Johannes G. meint:

    Hallo Schandor,

    deine Schiffsmetapher gefällt mir sehr gut und ich kann ihr vollumfänglich zustimmen. Ich sehe die natürliche Theologie z.B. als ein Wegbereiter für das Evangelium. Ich habe diese Erfahrung selbst gemacht und ich kenne einige Menschen, bei denen es ebenso war.

    Noch ein Wort zu deinem letzten Absatz: Den Vortrag von Geisler habe ich zufälligerweise letzte Woche angehört ;) Sein entsprechendes Buch “Chosen but Free” habe ich vor einiger Zeit ebenfalls gelesen. Für diese Publikation hat er einiges an Kritik eingesteckt. James White fühlte sich gar genötigt mit einem ganzen Buch zu antworten ;)

    Meine Einschätzung ist, dass Geisler zwar einige gute Argumente vorbringt, jedoch die reformierte Position oftmals nur oberflächlich und teilweise auch falsch charakterisiert. Ein Problem hierbei ist sicherlich auch, dass es “die reformierte Sichtweise” nicht gibt und Geisler hier nicht selten Strohmänner zusammenbaut. Nichtsdestotrotz haben aus meiner Sicht einige seiner Argumente durchaus Substanz und sollten unabhängig von seinen sonstigen inhaltlichen und stilistischen Fehlern ernst genommen werden. Aber da gehen unsere Einschätzungen vielleicht etwas auseinander.

    Was Geisler meiner Einschätzung nach ebenfalls nicht gelingt, ist seine eigene Position transparent darzulegen. Die selbstgewählte Bezeichnung als “moderaten Calvinisten” bringt meiner Meinung nach nur noch mehr Verwirrung in die Begrifflichkeiten. Ich meine es ist nicht verwunderlich, dass ihn viele reformierte Vertreter als verkappten Arminianer bezeichnen.

    Zum Schluss noch mein Coming-Out ;) Ich selbst vertrete in dieser Sache aktuell eine thomistische Position. Ich habe mit der arminianischen und calvinistischen Sichtweise so einige theologische und philosophische Probleme…

    Liebe Grüße
    Jo

    PS: Wenn ich für den (christlichen) Rationalismus einen Hauptvertreter nennen müsste, würde ich wahrscheinlich Richard Swinburne wählen.

  8. Schandor meint:

    @Jo
    Die thomistische Position subsumiert Boa — mit Vorbehalten — unter den Rationalismus, soweit ich mich erinnere.
    Es ist wieder mal eine Sache der Definition: Wenn sich schon Geisler mutatis mutandis als “Calvinisten” bezeichnet (ein Schalk ;-) ), wird’s wirklich etwas schwierig. Die arminianische Sichtweise ist zuletzt inkonsistent und für mich keine Option mehr. Der Calvinismus ist für mich die einzig konsistente (wenn auch nicht transparente) Weltanschauung. Die Probleme, auf die Du da anspielst, kann ich mir denken: Könnte es sich um das Komplementärpaar Souveränität(Vorsehung)/Verantwortung handeln? Es ist prinzipiell lösbar, und ich denke schon seit einiger Zeit an eine Art Handlungstheorie (Was ist “Handlung”, wann und wo beginnt sie bzw. endet sie? Heißt “Handeln” bei Gott kategorisch dasselbe wie beim Menschen usw.).
    Ja, Richard Swinburne dürfte der Hauptvertreter sein, wenngleich sich bei ihm sicherlich auch evidentialistische Züge finden (“reine” Hauptvertreter dürfte es ohnehin nicht geben :-) )
    Norman Geisler — so Boa — ist heute einfach die herausragendste Figur, und ich habe ihn fälschlich “Hauptvertreter” genannt, das war alles. Das dürfte in der Tat eine Fehleinschätzung von mir gewesen sein :-)

    Liebe Grüße
    Schandor

  9. @Bettina: ;-)

    Liebe Grüße, Ron

  10. hildegund meint:

    Liebe Bettina,

    auch ich danke für den Kommentar. Ich kann mir es nur so erklären, dass viele gar nicht wissen, was eine Doktorarbeit, ein Urheberrecht und der Schutz geistigen Eigentums ist. Die Regeln hierfür gelten übrigens auch für Christen, wenn sie etwass verfassen!

    Leider kenne ich nicht nur junge Menschen, die ihre Doktorarbeit trotz großen Opfern nicht zu Ende bringen konnten, sondern auch jene, die eine Ablehnung erfuhren, obwohl sie korrekt gearbeitet haben. Ich hoffe, einige Doktoranden klären jetzt mal auf, damit alle wissen, um was es hier geht.

  11. Johannes G. meint:

    @Schandor,

    deswegen habe ich bei meiner Wahl “müsste” geschrieben ;-) Ich kenne zumindest niemanden, den ich völlig ohne Bedenken ausschließlich einer dieser Kategorien zuordnen könnte oder der dies gar selbst tun würde. Daniel von Wachter z.B. liegt meiner Einschätzung nach recht nahe bei Swinburne. Ich bin mir aber nicht sicher, ob er sich selbst als “Rationalisten” nach der obigen Definition ansehen würde…

    Wenn es nicht zu umfangreich wird, würde mich noch interessieren, in welcher Hinsicht die arminianische Sichtweise nach deinem Verständnis inkonsistent ist.

    Liebe Grüße
    Jo

  12. Schandor meint:

    @Jo
    Achso, verstehe. Wahrscheinlich werden sich wegen der fraglichen Konnotationen eher weniger Denker als “Rationalist” bezeichnen …

    Zu den Arminianern:
    Doch, was *wird* zu umfangreich, wenigstens für mich. Geht es Dir um den Nachweis der Inkonsistenz oder um den Nachweis, dass die Sichtweise unbiblisch ist? (Und ich sage nicht: meines Erachtens, sondern lasse das bewusst weg).
    Die Inkonsistenz lässt sich gegebenenfalls nur anhand einer gegebenen Definition nachweisen, nicht im Allgemeinen, da man da einen Sack mit unvorhersehbar vielen Löchern stopfen müsste.
    lg
    Schandor

  13. AndreasA meint:

    Hallo Ron,

    Danke für die Reihe über Augustinus. Ich bin schon sehr gespannt!

    Ganz kurz zu einer Art kleinem Kollateralschaden dieses Teils der Reihe:

    @ Ron: “Bis heute gilt Tertullians »credo quia absurdum« (dt. »Ich glaube, weil es unvernünftig ist.«) als unerreichter Leitspruch der fideistischen Denktradition.”

    Es mag sein, dass Tertullian oftmals dieser Schuh angezogen wird, das geschieht aber zu Unrecht.

    1.) Tertullian hat diesen konkreten Ausdruck nie verwendet. Was dem am nächsten kommt ist De carne Christi 5,4. Der Satz heißt (mit etwas Kontext):
    crucifixus est dei filius: non pudet, quia pudendum est. et mortuus est dei filius:
    prorsus credibile est, quia ineptum est. et sepultus resurrexit: certum est, quia
    impossibile.

    (http://www.tertullian.org/articles/evans_carn/evans_carn_03latin.htm)
    In Übersetzung (nach H. Kellner, BKV):
    “Gottes Sohn ist gekreuzigt worden —- ich schäme mich dessen nicht, gerade weil es
    etwas Beschämendes ist. Gottes Sohn ist gestorben —- das ist erst recht
    glaubwürdig, weil es eine Thorheit ist
    ; er ist begraben und wieder auferstanden —-
    das ist ganz sicher,
    weil es unmöglich ist.”
    (http://www.tertullian.org/articles/kempten_bkv/extra_13_de_carne_christi.htm#C5)

    2.) Es handelt sich hier um ein gezielt plaziertes Paradox, eingesetzt, um eine Bestreitung der Inkarnation Christi zu widerlegen. Einen allgemeingültigen erkenntnistheoretischen Grundsatz wollte Tertullian hier nach meinem Verständnis nicht aufstellen.

    Zum der Textstelle vgl. Eric Osborne, Tertullian – First Theologian of the West, Cambridge 2003, 48-64 (hier einzusehen: http://books.google.de/books?id=ZW7O0D9E4xQC&printsec=frontcover&dq=Eric Osborne Tertullian&hl=de&ei=5qJoTeikBoXMsgbN96TgDA&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CCwQ6AEwAA#v=onepage&q&f=false).

    Beste Grüße,
    Andreas

  14. Johannes G. meint:

    @Schandor,

    danke, diese Erklärung reicht mir schon bzw. mit diesen Informationen kann ich deinen Standpunkt einordnen. Ich sehe das Problem beim Arminianismus ebenso primär in der Exegese. Je nach Inhalt der Begrifflichkeiten lässt sich jedoch meiner Einschätzung nach durchaus ein konsistentes System bilden.

    Wenn ich meine Probleme mit beiden Systemen plakativ zusammenfassen “müsste” ;-) würde ich wohl folgendes sagen – Bitte nicht als persönlichen Angriff werten :-) – Was dem Arminianer an Theologie fehlt, fehlt dem Calvinisten an Philosophie…

    Ich meine nach wie vor, dass es hier keine einfache oder vollständig transparente Lösung gibt. Wobei die thomistische Position eher näher am Calvinismus als am Arminianismus liegt (doch auch hier gibt es unterschiedliche Ansätze und Auslegungen).

    Liebe Grüße
    Jo

  15. @AnderasA: Vielen Dank für Deine hilfreichen Anmerkungen!

    Wir wissen nicht, ob T. diesen Ausdruck verwendet hat, da in der Tat ein wörtlicher Beleg fehlt. Ich nutze die Phrase durch die Linse der Wirkungsgeschichte (besonders Kierkegaard o. andersherum Deschner: “Ich denke, also bin ich kein Christ”. Ich werde mich damit beschäftigen und das Skript gegebenenfalls überarbeiten.

    Liebe Grüße, Ron

  16. Schandor meint:

    @Jo
    “Was dem Arminianer an Theologie fehlt, fehlt dem Calvinisten an Philosophie…”
    Du siehst mich mehr als nur staunend — mir bleibt glatt der Atem weg!
    (sehe ich übrigens nicht als Angriff, wirklich nicht).
    Aber diese Aussage habe ich wirklich staunend mehrmals lesen müssen, um zu glauben, was meine Augen da sehen.
    Die arminianische Apologetik hat mich jahrelang nicht einmal da überzeugen können, als ich schon glaubte, was sie mir verkaufen wollte. Als ich Bekanntschaft mit der “anderen Seite” gemacht habe, sind mir quasi die “Schuppen von den Augen gefallen”!

    Na, kein Problem; quot capita, tot sententiae …
    lg
    Schandor

  17. Johannes G. meint:

    @Schandor,

    tja, so unterschiedlich können Argumente beurteilt und aufgefasst werden ;-) Zum besseren Verständnis würde mich noch interessieren, welche Autoren der arminianischen Apologetik du gelesen hast. Sagt dir das Konzept des Molinismus etwas?

    Falls du Interesse hast (und es dem Chef des Blogs nicht zu sehr Off Topic wird), kann ich meine Aussage gerne auch noch etwas näher ausführen. Um ein Missverständnis gleich auszuräumen: Mein Problem mit der klassischen reformierten Position besteht nicht aufgrund von irgendwelchen inneren Widersprüchen, sondern in den aus diesem System resultierenden theologischen und philosophischen Implikationen.

    Liebe Grüße
    Jo

  18. Schandor meint:

    @Jo
    Hallo Jo!
    Klar sagt mir das was, und ich lehne es ab. Inwiefern sollte es biblisch sein? Das nämlich sehe ich nicht.

    Deinen letzten Satz: “Mein Problem mit der klassischen reformierten Position besteht nicht aufgrund von irgendwelchen inneren Widersprüchen, sondern in den aus diesem System resultierenden theologischen und philosophischen Implikationen” verstehe ich ehrlich gesagt nicht.

    lg
    Schandor

    ps: Schlagabtausch. Wer argumentativ gewinnt, hat der auch etwas “für” die Wahrheit gewonnen?

  19. Johannes G. meint:

    Hallo Schandor,

    ich bin kein großer Freund von Schlagabtauschen. Dieses Thema halte ich eigentlich auch für zu komplex, um es innerhalb eines Blogs angemessen zu verhandeln. Die Grundannahmen der verschiedenen Richtungen sind einfach zu verschieden und es ist sehr schwer, eine gemeinsame Basis zu finden. Wenn sich das gegenseitige Verständnis verbessert und wir voneinander und miteinander lernen können, ist von meiner Seite aus aber schon viel gewonnen :-) In dieser Hinsicht möchte ich daher meine nachfolgenden Ausführungen gerne verstanden wissen.

    Zum Einstieg möchte ich gerne das Beispiel des Molinismus aufgreifen. Wie ich erwartet habe, lehnst du das Konzept ab – u.a. weil du es für unbiblisch hältst bzw. weil es mit der reformierten Soteriologie kollidiert. Aus thomistischer Sicht kann ich dem Molinismus aufgrund diverser metaphysischer Probleme ebenfalls nicht zustimmen. Ich meine jedoch, dass es nicht ganz so einfach mit biblischen Argumenten ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Zum einen kann man nicht wenige Schriftstellen anführen, die klar bezeugen, dass Gott so etwas wie “Middle Knowledge” besitzt. Zum anderen ist das Konzept, sofern man das Gewicht der Einwände dagegen nicht für überzeugend hält, ein mächtiges Instrument, um einige sehr knifflige Fragen des christlichen Glaubens zu beantworten (dazu unten mehr). Ich halte die Idee daher durchaus für sehr “attraktiv”.

    Auch wenn der Molinismus in seiner ursprünglichen Form sicher nicht mit dem reformierten Ansatz kompatibel ist, gibt es wohl auch reformierte Theologen, wie z.B. D.A. Carson oder J.I. Packer, die versuchen, dieses Konzept in der Form eines Paradoxons in ihr Weltbild zu integrieren (hierzu kann ich jedoch keine Originalquellen-Angabe machen). Ob man dieses Konzept daher für unbiblisch hält, hängt aus meiner Sicht zu einem großen Teil an der Bewertung bzw. Gewichtung diverser in gewissem Konflikt stehender Schriftstellen. Ich meine Gott hat – wie es die Schrift unzweifelhaft bezeugt – durchaus so etwas wie “Middle Knowledge”. Was den Thomisten vom Molinisten unterscheidet, ist jedoch die epistemische Begründung, wie Gott zu diesem Wissen kommt (Stichwort “Grounding Objection”).

    Damit komme ich zu den problematischen Implikationen. Bei meinem Studium der calvinistischen und arminianischen Sichtweise bin ich zu dem Schluss gelangt, dass beide Systeme, wenn sie konsequent zu Ende gedacht und konsistent vertreten werden, in jeweils zwei “Problemzonen” kollabieren. Vertreter des Arminianismus / Wesleyanismus, die z.B. das Konzept des Molinismus für inkonsistent halten, finden sich im “Open Theism” wieder (s. z.B. William Hasker, Gregory Boyd oder eben auch Richard Swinburne). Sie sehen sich gezwungen die Allwissenheit und die absolute Souveränität Gottes abzulehnen bzw. anders zu definieren, um die Freiheit des Menschen gewährleisten zu können.

    Auf Seiten des Calvinismus hingegen steht das Problem der Vereinbarkeit von menschlicher Freiheit / Verantwortung und der Vorherbestimmung / Souveränität Gottes und die Frage, wie es Liebe und Schuld ohne (echte) Freiheit geben kann. In stimme bspw. Daniel von Wachter in dem Punkt zu, dass die Aussage “Schuld setzt Freiheit voraus” ein synthetisch notwendiges Urteil ist. Jonathan Edwards, einer der sicher einflussreichsten Denker der reformierten Tradition, hat die entsprechenden Konsequenzen aus den genannten Problemen gezogen und einen (theologischen) Fatalismus vertreten. D.h. analog zu den “Open Theists” hat er den Freiheitsbegriff mit einer anderen Bedeutung gefüllt (wobei auch er, soweit mir bekannt, keine Erklärung für den Sündenfall geben konnte).

    Edwards bringt z.B. zwei Argumente vor, mit denen er die Unvereinbarkeit von Gottes Allwissenheit und der Freiheit des Menschen begründen möchte. Das erste Argument kann letztendlich auf das klassische Fatalismusargument (logischer Fatalismus) von Aristoteles` Seeschlacht zurückgeführt werden, bei welchem die Gottesfrage eigentlich unerheblich ist. Das zweite Argument hat aufgrund eines sehr anthropomorphen Gottesbildes leicht angreifbare Prämissen (und einen kleinen Formfehler, der aber reparabel ist ;-) ). Vor allem liegt jedoch seit 1997 ein interessantes Kompatibilitätsargument von Ted A. Warfield von der Universität von Notre Dame vor, welches die Vereinbarkeit von Gottes Allwissenheit und menschlicher Freiheit (unter der Voraussetzung, dass ein allwissender Gott existiert) zweifelsfrei belegt. Die Gültigkeit dieses Arguments kann nur bestritten werden, indem ein umfassender bzw. logischer Fatalismus vertreten wird oder wenn die absolute Allwissenheit Gottes geleugnet wird. D.h. im ersten Fall wäre selbst Gott nicht frei in seinen Handlungen bzw. durch den logischen Fatalismus “fremdgesteuert” und im zweiten Fall sind wir im “Open Theism”. Der theologische Fatalismus kann somit nur durch einen logischen Fatalismus aufrechterhalten werden, was ich für einen extrem hohen Preis ansehe und für unvereinbar mit dem christlichen Gottesbild halte…

    Eine weitere sehr problematische Konsequenz dieses Ansatzes ist, dass er Gott zum Urheber der Sünde macht bzw. alle Ereignisse letztendlich auf das unmittelbare Handeln Gottes zurückführt. Die Mehrheit der reformierten Vertreter lehnt diese systembedingte Konsequenz entschieden ab und versucht dieser Schlussfolgerung mit einem Verweis auf die Unterscheidung zwischen Schöpfer und Geschöpf zu entgehen oder indem die Anwendbarkeit der Logik hier einfach für ungültig erklärt wird (s. z.B. Bernhard Kaiser). Beide Ansätze finde ich wenig überzeugend oder hilfreich, da sie eindeutig in die Kategorie des “Special Pleading” fallen – wenngleich ich die Schöpfer-Geschöpf Unterscheidung durchaus für einen berechtigten Punkt halte. Aber einige Vertreter wie z.B. R.C. Sproul Jr. oder Vincent Cheung sind hier sehr konsequent. Als ich z.B. Cheungs Schriften gelesen habe, kam mir recht schnell ein Zitat von Chesterton in den Sinn: “The madman is not the man who has lost his reason. The madman is the man who has lost everything except his reason.” Und das meine ich nicht verächtlich, sondern wirklich mit Bedauern…

    Meine Erfahrung ist zudem, dass reformierte Vertreter oft arminianisches / wesleyanisches Gedankengut nutzen oder auf entsprechende Vertreter verweisen, wenn sie sich genötigt sehen problematische Bereiche im christlichen Glauben zu erklären und zu verteidigen. Die prominenten Vertreter an der (akademischen) apologetischen Front sind meiner Erfahrung nach in der Mehrheit Christen mit arminianischem / wesleyanischem Einschlag. Beispiele hierfür sind William Lane Craig (Molinist), Alvin Plantinga (Molinist), Richard Swinburne, J.P. Moreland (Molinist), Brian Leftow, Paul Copan und aus Deutschland z.B. der katholische Philosoph Robert Spaemann. Zwei der wenigen mir bekannten reformierten Ausnahmen sind Paul Helm, der jedoch nicht gerade einen leichten Stand hat und Greg Koukl von “Stand to Reason”, der als calvinistischer Libertarianer eine gewisse Sonderstellung einnimmt ;-)

    Zurzeit arbeite ich z.B. an einer Predigt über das Problem der Hölle. Dazu habe ich einige sehr gute Ausarbeitungen von Tim Keller studiert. Über viele seiner Ausführungen war ich aber doch erstaunt, da sein theologisches System einige seiner zentralen Argumente eigentlich ausschließt. Ein Calvinist kann z.B. weder Plantinga’s` “Free Will Defense” zur Erklärung des Leids verwenden noch das “Choice Model of Hell” vertreten, um die Existenz der Hölle und deren Bevölkerung zu erklären (Ein Thomist kann Plantinga’s` Variante übrigens auch nicht verwenden, aber er hat ein alternatives Modell). Auch sehr verwunderlich ist, was z.B. J.I. Packer über die Hölle schreibt: “Scripture sees hell as self-chosen . . . [H]ell appears as God’s gesture of respect for human choice. All receive what they actually chose, either to be with God forever, worshipping him, or without God forever, worshipping themselves.” Korrigiere mich bitte, wenn ich hier falsch liege, aber ich dachte Gottes Respekt vor der Wahl des Menschen ist ein Konzept, welches eindeutig dem Arminianismus zu Grunde liegt.

    Ich hoffe diese sicherlich etwas knappen Ausführungen (obwohl es natürlich insgesamt ein etwas langer Beitrag geworden ist) können grob erklären, warum und wo ich Probleme in den beiden Ansätzen sehe. Vielleicht habe ich etwas Entscheidendes übersehen und ich bin dankbar für jede Korrektur und erhellende Erklärung. Meine Schwierigkeit kann im Prinzip jedoch mit dem zentralen Prinzip der Apologetik von Francis Schaeffer (mit dem Thomas von Aquin übrigens sicher noch ein Hühnchen zu rupfen hat ;-) ) beschrieben werden: Beide Ansätze erscheinen mir nicht konsequent leb-, denk- und vertretbar…

    Liebe Grüße
    Jo

  20. Schandor meint:

    @Jo
    Lieber Jo, zunächst danke ich Dir für diesen bereichernden Beitrag. Ich gestehe frei, dass meine Lücken in diesem Bereich zu groß sein dürften, um Paroli bieten zu können.
    Ich selbst halte den Molinismus für lächerlich. Dass D. A. Carson und Packer versuchen, Unlogik durch Integration von Paradoxien zu ersetzen, ist mir neu.
    Im Anfang war die Logik, und die Logik war bei Gott, und die Logik war Gott.
    Ja, ich weiß, das klingt provokativ. Aber von der Logik muss ausgegangen werden können. Wer die Logik aufgibt, mit dem ist nicht mehr sinnvoll zu diskutieren.

    Ich bitte um ein wenig Geduld, ich möchte Deinen Beitrag etwas studieren und überdenken, bevor ich schnelle Antworten schieße…

    Liebe Grüße!
    Schandor

  21. Hallo Johannes G.,
    also ich lese auch mit großem Interesse sowohl die Reihe über Augustinus als auch die Kommentare hier.
    Ohne mich hier aktiv einmischen zu wollen:
    kennst du dieses Buch?:
    Hermann Cremer – Die christliche Lehre von den Eigenschaften Gottes, hrsg. von Helmut Burkhardt, Brunnen Verlag
    http://www.cbuch.de/product_info.php/info/p3292_Cremer–Die-christliche-Lehre-von-den-Eigenschaften-Gottes.html
    Philosophie und philosophische Kategorien spielen hier eine Rolle, Kategorien wie „Freiheit“ ….
    Die Ausführungen sind nicht das, was man unter „allgemeinverständlich“ führen würde, aber für wen die Materie nicht ganz neu ist, der wird wohl weniger Probleme im Nachvollziehen bekommen.

    Gruß Lutz

  22. Johannes G. meint:

    @Schandor,

    ich hatte schon befürchtet, du würdest gleich mit einem doppelt so langen Beitrag antworten und die Sache artet in Stress aus ;-) Ich schätze es sehr, wenn nicht gleich “zurückgeschossen” wird und man sich stattdessen mit seinem Gegenüber gedanklich auseinandersetzt und zunächst einmal die Position des anderen zu verstehen versucht :) Im übrigen ist es bei mir zur Zeit insgesamt sowieso etwas stressig, da ich als guter Schwabe gerade mit meiner Frau ein “Häusle” baue und daher sicher auch nicht immer so schnell und ausführlich antworten kann, wie ich das gerne möchte.

    @Lutz,

    vielen Dank für den Hinweis. Das Buch kannte ich bisher nicht und ich werde es mir sicher mal anschauen. Der Autor ist mir ebenfalls unbekannt, aber Pannenberg kenne ich zumindest vom Namen her, da William Lane Craig bei ihm seine Dissertation geschrieben hat ;-) In diesem Bereich ist mir bisher eigentlich nur angelsächsische Literatur bekannt (z.B. “The Nature of God: An Inquiry Into Divine Attributes” von Edward Wierenga). Gerade im Bereich der theologischen Philosophie gibt es leider so gut wie keine deutschen Bücher.

    Liebe Grüße
    Jo

  23. Schandor meint:

    @Jo
    Lieber Jo!
    Zum ersten möchte ich Dir viel Gelingen beim Häuslebauen wünschen (ich weiß, welche Belastung das für alle Lebensbereiche sein kann). Zum zweiten möchte ich den Blog nicht für laaaange und überlange Beiträge missbrauchen (bin schon einmal zu recht dafür von Alexander gerügt worden ;-) ).
    Ich habe gestern lange über diese Dinge nachgedacht und bin zum Schluss gekommen, dass ich argumentativ nicht mithalten kann (was freilich nichts für die Wahrheit einer Sache bedeutet, denn eine Sichtweise steht und fällt ja nicht mit meinem Mangel, sie hinlänglich gut vertreten zu können :-) )

    Naja, was soll ich sagen? Also sag ich einfach nur wenig:

    “Middle Knowledge”? Das ist mir Jesuitenunsinn. Gott hat kein “mittleres Wissen”, sondern absolutes Wissen. Gott ist Gott ist allmächtig ist allwissend ist Gott. Er hat alle Dinge zum Voraus bestimmt, und nicht eines, was gemacht ist, ist in letzter Konsequenz nicht auf ihn zurückzuführen. Und ja, ich glaube, dass auch die Sünde dazuzählt, wenngleich er nicht der Urheber derselben ist (für mich widerspricht sich das nicht, denn was beim Menschen eine abgeschlossene Handlung ist, ist in Gottes Plan eingezeichnet, der wiederum nicht wie das menschliche Handeln in einzelne Akte zerlegbar ist und daher auch nicht Sünde sein kann). Gottes Handeln ist immer mit seinem Plan konform, umgreift aber alle menschlichen Handlungen, die sündig sein können (besser: sind). Loraine Boettner hat das in seinem Buch “The Reformed Doctrine of Predestination” anhand vieler Beispiele illustriert.
    Wie Gott zu seinem Wissen kommt? Die Frage amüsiert mich ehrlich gesagt ein wenig. Er kommt m. E. gar nicht dazu. Ich glaube, erst die Philosophie lässt ihn zu etwas kommen. Die Schrift kann sich nicht widersprechen (wenigstens kann sich der Heilige Geist nicht widersprechen). Stellen, die von einem “mittleren Wissen” sprechen, können den Stellen etwa in Jes 45 46 nicht widersprechen, aus denen klar hervorgeht, dass Gott nicht nur alles weiß, sondern auch alles verursacht.

    Lieber Jo, ich kann all dies nur bekenntnishaft sagen, da ich apologetische Philosophie per se für nicht zielführend erachte (ich glaube aus prinzipiellen Gründen nicht daran, dass sie zur Einigung verschiedener Sichtweisen führen kann).
    Das calvinistische “Problem” der Vereinbarkeit hat man mit der Komplementaritätstheorie zu “erklären” versucht, aber ich halte dies für Ausflüchte. Ein Gordon Clark z. B. hat so etwas nicht gebraucht, und ich finde seine Ausführungen sehr überzeugend (er ist ein “Die-Hard-Calvinist gewesen).

    Das Problem liegt darin, dass jeder was anderes unter “Willensfreiheit” versteht. Des Menschen Wille ist ganz sicher frei, aber er ist nicht neutral: darin auch besteht seine Gefallenheit. Im Moment der Zeugung und der ersten Zellteilung ist der Mensch kata dynaton zur Sünde prädisponiert (der unglücklich gewählte Begriff der “Erbsünde”).

    Der Mensch bildet sich ein, Willensfreiheit bedeute arbiträrer Wille (aber das ist Unsinn, wie etwa der Schweizer Philosoph Peter Bieri gezeigt hat).

    Ich selbst würde mich als “biograpischen Deterministen” bezeichnen: Ich finde mich selbst in einer Welt, die auf mich einwirkt und meinen Willen beeinflusst. Der Wille ist nicht Antrieb, sondern Entscheidungsinstanz aller auf mich wirkenden Motive (äußerer und innerer). Insofern bin ich be-stimmt.

    Ich habe nicht so viele Bücher zur Apologetik gelesen wie Du, das steht zweifelsfrei fest. Aber ich habe einige gelesen, und sie haben mich nie überzeugt. Ich stehe irgendwo zwischen Präsuppositionalismus und Fideismus (jedenfalls bin ich pragmatischer Fideist: Apologetik halte ich nur für ein — wenn auch schönes — Spielen mit der Vernunft, eine Art akademisches Kräftemessen). Wenn man schon apologetisieren ( ;-) ) muss, dann ziehe ich entschieden den präsuppositionellen Ansatz vor, da ich einfach von ihm überzeugt bin. Gott hat uns geschaffen, und damit auch die Struktur unseres Denkens. Somit kann nur er bestimmt haben, wie wir denken. Wollen wir zur Wahrheit gelangen, kann es nur über die Offenbarung gehen.

    J. I. Packers Aussage teile ich ganz und gar nicht und gebe Dir in Deiner Einschätzung völlig Recht — das *ist* ein durch und durch arminianisches Konzept.

    Ich halte die ach so freie Entscheidungsfreiheit (oder Willensfreiheit), wie sie sich der Arminianismus denkt, für eine Illusion, nichts weiter.

    Ich würde vorschlagen, wir “zweinigen” uns: Ich muss bei meiner Meinung bleiben, Du bei Deiner Deinung :-).

    Die Frage: Wie Sünde ins Universum eintreten konnte bzw. weshalb Gott sie nicht verhindert hat, beantworte ich mir mit Deuteronomium 29,29: “Was verborgen ist, das steht bei dem Herrn, unserem Gott; was aber geoffenbart ist, das ist ewiglich für uns und unsere Kinder bestimmt, damit wir alle Worte dieses Gesetzes tun.”

    Sorry, hier sitze ich, ich kann nicht anders ;-)

    Liebe Grüße und gutes Gelingen!

    Schandor

  24. Johannes G. meint:

    Lieber Schandor,

    vielen Dank für die guten Wünsche und deine Rückmeldung. Und ja, wer zu einem Thema besser oder umfangreicher argumentieren kann muss natürlich deswegen nicht automatisch im Recht sein. Das lernt man spätestens dann schmerzlich, wenn man eine Zeit lang verheiratet ist ;-) Mir geht es auch nicht darum irgendeine Position oder Doktrin um jeden Preis zu verteidigen. Ich möchte versuchen mir einen lernenden Charakter zu bewahren und offen für Korrektur bleiben. Jeder, der gute Argumente gegen meine Einwände oder Bedenken vorbringen möchte, ist mir willkommen.

    Aus deiner Aussage über den Molinismus könnte man versucht sein, ein gewisses “genetisches Vorurteil” im Sinne von “Von den Jesuiten kann ja sowieso nichts Brauchbares kommen” herauszulesen ;-) Du konterst das Konzept zudem mit einem Text aus der Schrift. Darauf könnte ich wiederum z.B. mit 1. Samuel 23, 1-13 oder Matthäus 11,23 antworten. Welche Schriftstelle “sticht” jetzt die andere aus? Ich habe meine Zweifel, dass dieses Thema durch das gegenseitige Ausspielen von Bibelversen eindeutig geklärt werden kann. Auch wenn Gott an sich alles verursacht, kann dies immer noch verschieden verstanden und gedeutet werden. Ist hier z.B. eine formale oder wirkungskausale Verursachung gemeint?

    Vielleicht habe ich dich falsch verstanden, aber mit “Middle Knwoledge” ist nicht eine Art eigenständiges “mittleres” oder gar “unsicheres” Wissen gemeint, sondern eine metaphysische (Denk)kategorie, die “zwischen” Gottes notwendigem und freiem Wissen angesiedelt ist (wobei die Platzierung selbst bereits kontrovers diskutiert wird). Alle diese Arten des Wissens sind unzweifelhaft absolutes und ebenso sicheres Wissen und schmälern keinesfalls Gottes Allwissenheit (manche Molinisten, wie z.B. William Lane Craig, argumentieren gar, dass dieses Konzept Gottes Allwissenheit am besten beschreibt). In die Kategorie des notwendigen Wissens fallen z.B. die Gesetze der Logik. Die Kategorie des freien Wissens umfasst alle freien Handlungen Gottes wie z.B. sein Wissen um die Erschaffung des Universums. Bei dieser Unterscheidung sind sich eigentlich (fast) alle Christen soweit noch einig. “Middle Knowledge” ist hingegen dann das Wissen um kontrafaktische Konditionale von freien/rationalen erschaffenen Kreaturen.

    Ein interessantes zentrales Problem dieses Ansatzes hast du selbst angedeutet: Es scheint als müsste Gott bei diesem Konzept logische Regeln wie z.B. Modus Ponens anwenden, um das Wissen dieser kontrafktualen Konditionale erlangen zu können. Mit dieser Annahme könnte man argumentieren, dass hier eine Art Prozess stattfindet, in welchem Gottes Wissen in gewisser Weise “gebildet” wird. Diese Vorstellung ist für einen, der christlichen Orthodoxie verpflichteten, Theisten unzweifelhaft ein Problem. Auf dieses Problem gibt es natürlich wiederum entsprechende Antworten und letztendlich bleibt eben die Frage, wie man das gesamte Für und Wider persönlich bewertet.

    Wie bereits erwähnt, stehe ich diesem Konzept ebenfalls kritisch gegenüber und lehne es ab. Als “Unsinn” möchte ich es aber nicht bezeichnen. Der Molinismus und der thomistischen Ansatz sind die einzigen beiden mir bekannten Konzepte, welche das Gesamtzeugnis der Schrift über die Verantwortlichkeit des Menschen und die Souveränität Gottes ohne innere Widersprüche, Abstriche oder willkürliche Umdeutungen in Einklang bringen können. Ich sehe die Apologetik oder die theologische Philosophie übrigens nicht als netten Zeitvertreib oder gar als ein intellektuelles Kräftemessen an. Vielmehr sehe ich in dieser Disziplin ein hilfreiches Werkzeug zur Beurteilung von systematischen Theologien hinsichtlich ihrer Konsistenz. Oder um es mit Aquinas zu sagen: “Philosophy is the Handmaiden of Theologie” :-)

    Dann noch ein paar Worte zur Willensfreiheit. Die meisten Libertarianer, die ich kenne, sprechen sich entschieden gegen die Auffassung aus, dass ein “freier” Wille willkürlich ist. Eine sehr umfangreiche, aber wie ich finde sehr gut verständliche Abhandlung über eine Theorie der Agenskausalität ist z.B. die Habilitationsschrift von Daniel von Wachter. Wie du angemerkt hast, gibt es bezüglich des libertären aber auch kompatibilistischen Freiheitsbegriffs natürlich sehr unterschiedliche Konzepte und Vorstellungen. Das thomistische Verständnis von libertärer Willensfreiheit ist z.B. auch ein anderes als das, welches Daniel von Wachter beschreibt. Der Thomist sieht den Menschen als Geschöpf immer in einer Abhängigkeit zu Gott, da Gott quasi die Freiheit des Menschen durch seine erhaltende Kraft überhaupt erst ermöglicht und fortlaufend aktiv gewährleistet. Für den Thomisten reitet unser freier Wille quasi “Huckepack” auf Gottes freiem Willen ;-)

    Ich denke es ist offensichtlich, dass der Mensch nicht im “luftleeren” Raum Entscheidungen fällt. Jeder Mensch hat eine Geschichte, Gründe, Neigungen etc. und ist Umwelteinflüssen ausgesetzt, die in seine Entscheidungen einfließen und auch einwirken. Die Frage ist jedoch, ob diese Faktoren alle Entscheidungen und Gedanken determinieren und der Mensch lediglich ein (passiver) Teil des ihn umgebenden Kausalnexus oder eine fremdgesteuerte Maschine ist. Ein Problem des Determinismus ist z.B., dass er rationales Denken letztendlich ad absurdum führt. Dies ist u.a. ein Grund, weshalb z.B. ein klassischer Calvinist wie Greg Koukle Libertarianer ist (ausgenommen natürlich die Entscheidung bezüglich des Heils ;-) ).

    Ich denke in manchen Punkten sind wir gar nicht so weit auseinander, wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheint. Aber ich kann gut damit leben, wenn wir uns darauf einigen, dass wir uns in einigen – auch wichtigen – Punkten dann doch wiederum ziemlich uneinig sind ;-)

    Liebe Grüße und auch Dir alles Gute
    Jo

  25. Schandor meint:

    @Johannes G

    Je komplizierter die Dinge werden, desto näher kommt man der Wahrheit offenbar…
    Nein, im Ernst: ich glaube Dir ganz einfach nicht. Ich glaube nicht, dass es sich so verhält, wie Du sagst. Willensfreiheit ist und bleibt eine Illusion. Unsere Motive sind unsere Determinanten; der Wille re-agiert hier nur. Wir sind nichts als Automaten, aber solche, denen der Automatismus durch den Denkapparat verborgen bleibt. Es ist, wie Calderon de la Barca sagt — ein “Welttheater”.
    Freilich kann man philosophiegeschichtlich alle möglichen Konzepte ausgraben und gegeneinander abwägen, aber damit wird man in eintausend Jahren nicht fertig. Und wenn Du das “richtige Wissen” hättest, was hättest Du dann? Nichts als noetische Ruminationen, tauglich für — gar nichts. Ein Gott, der den Modus Ponens anwenden muss, um das wissen einer kontrafaktualen Konditionale … das Zeitalter der Scholastik ist doch schon vorbei, nicht :-)
    Das Problem verhält sich so: Solange der Mensch versucht, etwas zu verstehen, was ihn transzendiert, solange verrennt er sich in metaphysischen und metalogischen Spekualtionen, bis ihm die Fremdwörter ausgehen. Wir sind offenbar darauf angelegt, uns selbst ständig transzendieren zu müssen. Aber es bleibt: Alles nichts als ein intellektuelles Kräftemessen, bei dem ich mich gerne geschlagen gebe.
    Gute Einwände stehen in Büchern. Man liest sie, lässt sich überzeugen und glaubt solange an diese Überzeugungen, bis man in anderen Büchern Überzeugenderes liest. Das gelangt an kein Ende, und selbst wenn: An diesem Ende steht leider — nichts.
    lg
    Schandor

  26. Schandor meint:

    @Johannes G

    Ach so ja, ein kleiner Nachtrag muss noch her:

    Offenbar gibt es viele, viele, viele verschiedene Meinungen, Deinungen, Seinungen, Irrungen und Wirrungen — alle von echten Christen vertreten.

    Scheint so, als sei es Gott nicht allzu wichtig, dass seine Kinder die richtigen Thesen über die philosophisch-theologischen Implikationen systematischer Theoriebildungen zustande bringen, nicht wahr?

    Damit will ich nicht den Wert des Denkens schmälern, nein, das sei ferne! Aber Apologetik ist nur Gedankenspielerei für Christen, die sich selbst stets auch gedanklich versichern müssen, dass sie das Richtige glauben. Evangelistisch etwa sind sie völlig wertlos. Leider. Ich habe mich jahrejahrejahrelang mit allen möglichen Philosophien und Theorien beschäftigt. Sport für die Synapsen, sonst nichts. Am Ende wird das stehen, was Aristoteles an den Anfang gesetzt hat — das Staunen. Das wenigstens weiß ich sicher.

    Gott jedenfalls dürften unsere Gedankenspielerein ziemlich egal sein, denke ich ;-)

    Liebe Grüße, und setz einen Ziegel für mich mit rein ins Haus ;-)

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