Aus Liebe zu Jesus

2009 reisten die Bibelschülerinnen Anita und Rita in den Jemen, um in einem Krankenhaus zu helfen. Dort wurden sie von Extremisten hingerichtet. Als die deutschen Medien vom Mord an den beiden Schülerinnen erfuhren, wurde ein sehr einseitiges Bild der Ereignisse gezeichnet. Zwei junge Frauen seien in der Bibelschule zu todgeweihten Fanatikern ausgebildet worden. Es entstand gelegentlich der Eindruck, sie selbst seien für ihren Tod verantwortlich, nicht ihre Mörder.

Die WELT AM SONNTAG hat diesen verzerrten Eindruck durch einen Verweis auf eine Filmdokumentation korrigiert:

Als die deutsche Öffentlichkeit vom Mord an den beiden Schülerinnen einer westfälischen Bibelschule erfuhr, wurde ein verzerrtes Bild der Ereignisse gezeichnet: Zwei junge Frauen seien in der Bibelschule zu todgeweihten Fanatikern ausgebildet worden, die im Jemen grob fahrlässig missioniert hätten, um daraufhin von muslimischen Extremisten hingerichtet zu werden. Diese Deutung verletzte die Angehörigen der Opfer derart, dass sie für lange Zeit die Öffentlichkeit mieden. Nun aber berichten sie erstmalig in einer Dokumentation des Fernsehsenders Bibel-TV über Schmerz und Trost, aber auch über das Vermächtnis der beiden Ermordeten – womit dem Filmemacher Joachim Auch ein tiefer Einblick in die Lebenswelt zweier Familien gelungen ist, die in frommen Kreisen als Märtyrerfamilien gelten.

Dass die Medien diesem Phänomen damals nicht gerecht wurden, macht der Film fast verständlich. Denn was die Ermordeten bis zum Tod antrieb und ihren Angehörigen seitdem Halt gibt, dürfte vielen Skeptikern und Agnostikern geradezu befremdlich erscheinen: »Liebe zu Jesus«. Diese Worte waren auch die letzten, die Anita in ihren Kalender eintrug, neben den Flugzeiten für die Hin- und Rückreise. Immer wieder hatten Anita, die Kinderkrankenschwester, und Rita, die Verwaltungsfachkraft, ihren Eltern vor der Abreise erzählt, sie müssten einfach den Ärmsten der Armen in aller Welt helfen – erst in Malawi, nun im Jemen. Sie fühlten sich »von Gott so geliebt«, dass sie jetzt »etwas von dieser Liebe abgeben« wollten. Deshalb reisten die Cousinen, Baptistinnen und Töchter volksdeutscher Einwanderer im Frühjahr 2009 nach Jemen. Ein Praktikum an einem christlich geführten Krankenhaus hatte ihnen die westfälische Bibelschule vermittelt – um Erfahrungen für den karitativ-missionarischen Einsatz zu sammeln, nicht aber, so die Schulleitung, um zu missionieren.

Hier mehr: www.welt.de.

VD: EP

Kommentare

  1. Ich verstehe allerdings nicht, warum die Bibelschule so darauf bedacht ist zu betonen, es habe sich nur um einen karitativen Einsatz und nicht um einen missionarischen im ursprünglichen Sinne gehandelt…

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