Automatisierter Hass im Netz

Immer mehr Hetzkommentare im Internet stammen von Maschinen. Mit ihnen werden die sozialen Netzwerke manipuliert – doch das hat auch Folgen für die reale Welt.

Immer mehr Roboter wie Tay, sogenannte Social Bots, greifen mit Hetzkommentaren in die Leserdebatten der sozialen Netzwerke ein und lenken die Diskussionen im Auftrag obskurer Auftraggeber in eine bestimmte Richtung. Ganze Nutzerprofile werden von Computerprogrammen angelegt und mit Menschlichkeit und damit zugleich mit Glaubwürdigkeit erfüllt: Die Roboter-User posten erst von einem erfundenen Frühstück, dann etwas Belangloses über ihre „Freunde“ und schließlich Hetzkommentare etwa zur Flüchtlingskrise.

Das soziale Phänomen des „Echokammerprinzips“, wie der amerikanische Soziologe Cass Sunstein es genannt hat, wird dadurch noch verstärkt: Auch in den sozialen Medien umgeben wir uns vor allem mit Menschen, die die gleiche Auffassung vertreten – mit der Folge, dass abweichende Meinungen immer mehr an den Rand gedrängt und in der „Blase der Gleichgesinnten“ schon bald nicht mehr wahrgenommen werden. Wenn diese Tendenz des gegenseitigen Bestärkens jetzt noch durch künstliche Intelligenz aufgegriffen wird, wird die übelriechende Brühe aus Hetzparolen, halbgaren Mutmaßungen und Beschimpfungen noch ungenießbarer.

Mehr: www.faz.net.

VD: JS

Kommentare

  1. Warum erscheint dieser alte und unsägliche Artikel auf theoblog.de? Wer soll damit entlarvt werden? Es geht nur darum, jeden zuvor von Frau Kahane als Hass-Kommentar qualifizierten Kommentar zu entmenschlichen. Die Meinungen sollen als so absurd abgestempelt werden, dass nur eine Maschine sich diese ausdenken kann. Was ist der Unterschied von Tay zum automatisierter SPAM, außer dass Tay die Besonderheiten von Twitter nutzt?

    P.S. Der Artikel sollte noch dem Stichwort Humor zugeordnet werden.

  2. Peter Geerds meint:

    24.05.2016 ist alt?

  3. @Peter Geerds

    Ok, nicht wirklich alt. Es gibt viele Dinge, die älter sind. Aber die Zwischenzeit hätte eine tiefer gehende Reflexion ermöglichen sollen und womöglich nicht mit dem Aufreißer beginnen lassen: „Immer mehr Hetzkommentare im Internet stammen von Maschinen.“ Ich habe das „hinter den feindlichen Linien“ selbst schon erlebt, dass Argumente einfach mit dem Hinweis, dass sie ja nur von einem Robot stammen können abgebügelt und diffamiert wurden. Bisweilen lohnen sich die Leser-Kommentare in der FAZ und anderswo mehr als der Artikel, was in vielen Fällen auch die wirkliche Intention des Autors, die er mit provokativen Texten bei anderen verifizieren will, widerspiegelt – aber auch nicht immer.

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