Baden-Württemberg und das LSBTTIQ-Netzwerk

Die rot-grüne Landesregierung in Baden-Württemberg schafft Fakten. In dieser Woche hat die Sozialministerin des Landes eine Zielvereinbarung über die Zusammenarbeit mit der „LSBTTIQ-Community“ ausgehandelt und unterzeichnet. Hinter dem Lesbisch-Schwul-Bisexuell-Transsexuell-Transgender-Intersexuell-Queer-Netzwerk stehen ungefähr  70 Gruppen, Vereine und Organisationen, die nun auf die Förderung durch die Landesregierung zählen dürfen.

Es geht um folgende Ziele:

1. Die Landesregierung setzt den Aktionsplan „Für Akzeptanz & gleiche Rechte Baden-Württemberg“ einschließlich der aufgeführten Maßnahmen und einer breiten Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel um.

2. Die Kooperationspartner verfolgen die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen des Aktionsplans und entwickeln den Aktionsplan weiter.

3. Das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg erhält dafür finanzielle Unterstützung im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel.

4. Die Kooperationspartner arbeiten konstruktiv und partnerschaftlich zusammen und treffen sich mindestens einmal im Jahr, um den vertrauensvollen und nachhaltigen Dialog fortzuführen. Der Austausch wird auf Ebene des zuständigen Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren koordiniert.

5. Zur Weiterentwicklung des Aktionsplans treten die Kooperationspartner in den Dialog mit gesellschaftlich relevanten Gruppen wie beispielsweise Parteien, Trägern der Freien Wohlfahrtpflege, Kirchen, Familien-, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen, Verbänden, Akteuren aus Sport, Kultur und Wissenschaft.

6. Die Landesregierung setzt sich mit geeigneten Initiativen für die Anerkennung und Gleichstellung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgendern, intersexuellen und queeren Menschen ein.

Die Zielvereinbarung gibt es im Wortlaut auf der Internetseite des Sozialministeriums. Den in der Charta erwähnten Aktionsplan  „Für Akzeptanz & gleiche Rechte Baden-Württemberg“ gibt es hier: Aktionsplan_Akzeptanz_und_gleiche_Rechte.pdf.

Kommentare

  1. daniel meint:

    Da wundert man sich schon, wie in einem offiziellen Dokument der Quellenbeleg für die Anzahl der LSBTTIQ-Personen einfach unterlassen wird. Im Aktionsplan heißt es ohne weiteren Querverweis lapidar: „Verschiedene nationale und internationale Studien haben sich mit dem Anteil homosexueller Menschen an der Bevölkerung beschäftigt. Zusammenfassend gehen Fachexpert_innen davon aus, dass 5 bis 7 % der Bevölkerung homosexuell, also lesbisch oder schwul sind. “
    Ganz andere Zahlen hat Thomas Schirrmacher recherchiert, vgl. http://www.thomasschirrmacher.info/archives/3880
    Leben in Baden-Württemberg wirklich bis zu 740.000 homosexuelle Menschen?

  2. Roderich meint:

    OH weia. (Damit ist der Grundstein dafür gelegt, entsprechend „Druck“ aufzubauen auf z.B. Kirchen und Gemeinden, die praktizierte Homosexualität als Sünde ansehen).
    Eigentlich müssten Kirchen und Gemeinden darauf beharren, mit der Landesregierung „zusammenzuarbeiten“, so dass die Sichtweise, Homosexualität ist nicht nach dem Willen Gottes, mehr Geltung erlangt. Eine rein defensive Diskussion (so schlimm sind wir aber nicht) bringt da wenig.

    Diejenigen Christen, die sich gerne in ihre Gemeinden zum Lobpreis zurückziehen, aber mit unangenehmen Themen nicht konfrontiert werden wollen, (denen also der Einsatz für christliche Werte und für die Wahrheit zu unangenehm ist), werden bald sehen, dass dieser Rückzug nicht mehr lange funktioniert.

  3. Alexander meint:

    Pedantische, aber wichtige Fußnote: grün-rote Landesregierung (nicht rot-grüne).

  4. Schandor meint:

    @Alexander

    eigentlich: regenbogenfarbig …

  5. Robertus Theophilus meint:

    … und wer war auf der Demo in Stuttgart? 😉

  6. Peter Friedrich meint:

    @Roderich, Zitat: „… so dass die Sichtweise, Homosexualität ist nicht nach dem Willen Gottes, mehr Geltung erlangt. …“ –

    Nicht nach dem Willen Gottes?
    Nur das?
    Gottes ausdrückliche Handlungsanordnung ist die Tötung von Männern, die zusammen intim geworden sind.
    Haben Sie auch schon Ihren Nachbarn getötet, wenn er denn mit seiner menstruierenden Frau intim geworden ist?

  7. Jutta meint:

    gestern auf ntv gelesen:

    „Höchstes US-Gericht urteiltHomoehe in den USA wird legal

    Das höchste US-Gericht hat die Homoehe in allen 50 Bundesstaaten für zulässig erklärt. Die amerikanische Verfassung garantiere landesweit ein Recht auf gleichgeschlechtliche Eheschließungen. Die bislang bestehenden Verbote in 14 Bundesstaaten müssen damit aufgehoben werden. Derzeit erlauben 36 Staaten sowie der Bundesdistrikt Washington D.C. die Homoehe. “

    Was, glaubt ihr, wie lange das dauern wird, dass es bei uns ebenso ist ?

  8. Schandor meint:

    ca. 3 Jahre.
    Außerdem ist das amerikanische Gesetz damit verfassungswidrig – eine Art Sport, den die amerikanische Regierung betreibt: Die Verfassung aushebeln, umdeuten, für veraltet erklären. Und das abschaffungssüchtige Deutschland – als nicht-eigenständige Zone Amerikas – kann da nicht lange nachhinken.

    Der KGB-Agend Yuri Bezmenov hat klar beschrieben, wie man gesellschaftliche Subversion betreibt: Durch die Durchsexualisierung eines Gesellschaftskörpers. Das ist in Deutschland längst durch. Der Sarrazin-Slogan kommt viel zu spät. Deutschland hat sich längst abgeschafft. Was geblieben ist, ist der verträumte und ewiggestrige Blick auf irgendwelche längst ausgehebelten Gesetze. Manche begreifen es eben nie.

    Laws permitting gay marriage would be clearly unconstitutional, since they would not be blind to the sexual orientation of the persons involved.

  9. @Peter Friedrich
    Du ‚zitierst‘ hier aus den 5 Büchern Mose: „Gottes ausdrückliche Handlungsanordnung ist die Tötung von Männern, die zusammen intim geworden sind.“ Viele, die hier schreiben und mitlesen, sind aber Christen. Und da gibt es zwischen den Gesetzbüchern und dem Neuen Testament einen Bruch. Du kannst ihn in Apostelgeschichte 15 nachlesen. Dein Kommentar oben zeigt also, dass du dich inhaltlich nicht mit christlichen Aussagen auseinandergesetzt hast. Schade – wenn du Fragen hast, dann stelle sie doch einfach.

    vg
    Peter

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