Bavinck: Der christliche Glaube passt zum Leben

Hermann Bavinck schreibt in Christliche Weltanschauung (Bonn: VKW, 2008, S. 21–22):

Denn dort, wo die Versöhnung, welche das Christentum bietet, abgewiesen wird, kommt unvermeidlich der Zwiespalt zum Vorschein, der inwendig in des Menschen Herzen wohnt. Hat doch alle Disharmonie in unserem Wesen darin ihren Ursprung, dass wir, nach dem Zeugnis unseres Gewissens, durch unsere Sünden von Gott geschieden sind und doch die Gemeinchaft mit ihm nicht entbehren können. Wenn wir das Christentum als für uns nicht passend verwerfen, erweist es sich in demselben Augenblick für uns als unentbehrlich. Wenn die Welt ruft: »Fort mit Christus«, zeigt er gerade in seinem Tode, dass er allein der Welt das Leben gibt. Zu den Inbegriffen, die der moderne Mensch sich über Welt und Leben bildet, passt das Christentum nicht, es steht ihnen diametral gegenüber. Aber desto besser passt es zu Welt und Leben, wie sie in Wirklichkeit sind. Wer sich los macht von den Idolen des Tages, von der öffentlichen Meinung, von den herrschenden Vorurteilen in Wissenschaft und Schule; wer die Dinge mit freiem Blick anschaut, nüchtern und mit offenem Sinn, wer Welt und Menschen, Natur und Geschichte nimmt, wie sie in sich wirklich sind, dem wird sich stets stärker die Überzeugung aufdrängen, dass das Christentum die einzige Religion ist, deren Welt­ und Lebensanschauung auf Welt und Leben passt.

Kommentare

  1. Roderich meint:

    Ein hervorragendes Buch. (Nicht ganz einfach, z.T. philosophisch, aber das liegt ja in der Natur der Sache. Es ist aber sehr klar geschrieben).

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