Beten ohne Langeweile

Donald S. Whitney sagt:

Oft fühlen wir uns dann beim Beten wie Versager. Wir halten uns für Christen zweiter Klasse, weil unsere Gedanken so schnell abdriften – obwohl wir uns Christus doch wirklich hingeben wollen, obwohl wir Gott lieben und uns nach einem tiefen Gebetsleben sehnen! Aber was wäre, wenn nicht wir das Problem wären, sondern unsere Methode? Ich glaube, die einfachste, effektivste und schriftgemäßeste Lösung für dieses Problem ist, damit aufzuhören, sich ständig eigene Gebete auszudenken, die letztlich in floskelhaften Wiederholungen enden. Stattdessen sollten wir durch die Bibel beten. Konkret heißt das, mit Gott über die Dinge zu reden, die uns in den Sinn kommen, wenn wir Sein Wort lesen.

Mehr: D.Whitney_Beten_ohne_Langeweile.pdf.

Kommentare

  1. Mein Name ist unwichtig meint:

    Eine Frage an die älteren Leute hier, so ab 50 aufwärts vielleicht: Ist es noch ehrfürchtig vor Gott, wenn ich mich beim Gebet in einen Sessel setze und laut zu oder mit Gott spreche?

    Es ist nämlich so, daß ich auf Knien in der Regel nur zwei bis drei Minuten bete und extrem schnell müde oder unkonzentriert werde. Das ist bei mir immer so ein „Runterrasseln“, während ich im Sitzen mitunter auch mal zwanzig Minuten oder eine halbe Stunde beten beziehungsweise zu Gott sprechen kann. Mir ist aufgefallen, daß das meinerseits viel ehrlicher und lebendiger ist als das „Kniegebet“ … (Ich bin durch die geschlossene Brüdergemeinde extrem darauf „konditioniert“, auf Knien zu beten und ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich es nicht so mache.)

    Wie schätzt Ihr das ein als erfahrene Alte?

  2. Schandor meint:

    Die Brüder haben freilich Menschengebote über Gottes Gebote gehoben.

    Aber urteile doch selbst: Ist es schicklich, im Sessel zu Gott (!) zu beten?

    Welche Haltung gebührt Gott?

    Da ist die Antwort relativ leicht.

    Wer das anders sieht, bedenkt nicht, wer Gott ist und wer er ist.

    Freilich: Man kann nicht immer auf die Knie gehen. Aber man sollte das in Ehrfurcht vor Gott überall dort tun, wo man es kann.

  3. @Schandor
    Ist ein Gebet demütiger, wenn man in die Knie geht?

  4. Schandor meint:

    @Adler

    Nicht das Gebet. Das ist auch nicht die Frage. Es geht um die Haltung, die Du vor Gott einnimmst – oder eben nicht.

  5. Mein Name ist unwichtig meint:

    Ich verstehe Sie nicht @Schandor: Erst schreiben Sie, die Brüder hätten „ihre Gebote“ über die Gottes gestellt, und dann lassen Sie mich verstehen, daß das Gebet auf Knien ehrfürchtiger ist, oder? Das widerspricht sich doch, denn die Brüder in der AV betonen ja das Gebet auf Knien.

    Es ist für mich ein Dilemma. Natürlich wirkt das lockere Sitzen im Sessel fast schon frech vor einem heiligen Gott. Auf der anderen Seite kann ich nicht glauben, daß Gott ein Gebet auf Knien, bei dem ich einfach nicht richtig mit dem Herzen dabei bin und es floskelhaft knapp ausfällt, besser findet als das Gebet im Sitzen, bei dem ich leidenschaftlich zu Gott rufe, zu ihm spreche und IHN in mein Leben einbeziehe.

    Ich möchte Ihnen aber dennoch danken, daß Sie mir diesen Hinweis, um den ich gebeten habe, gegeben haben. Das hilft mir, es besser einzuschätzen.

    (Übrigens hilft leider auch nicht die Tatsache, am „Kniegebet“ zu arbeiten, denn ich habe es ganze fünf Jahre versucht – und trotzdem werde ich mit dieser Gebetshaltung nicht warm. Es bleiben mangelnde Konzentration, Müdigkeit und Knappheit, die ich nicht bewußt anziele. Schade.)

  6. Johannes Strehle meint:

    @ Mein Name ist unwichtig
    Meine Überlegungen:
    Die Bibel schreibt Christen keine Körperhaltung und Kleidung und Uhrzeiten
    für das Gebet vor.
    Es kommt, wie Schandor schreibt, auf die innere Haltung an,
    die dann in der äußeren Haltung ihre Entsprechung findet.
    Sich dabei eine Haltung aufzuzwingen, die die Konzentration beeinträchtigt,
    halte ich für un-sinnig.
    Ich halte den Rat von Whitney für sehr gut
    (und würde ihn um das Beten von Psalmen ergänzen).
    Dieser Rat bedeutet doch, dass die meisten in unserem Kulturkreis
    dann im Sitzen oder (am Stehpult) im Stehen beten werden.
    Prof. Wilder-Smith meinte, dass gerade die Körperhaltung im Knien,
    wenn man die Ellbogen in der richtigen Höhe auf- bzw. abstützt,
    optimale Konzentration ermögliche.
    Ich kann am besten im Gehen beten. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte,
    dann in einer Nachbarschaft mit Christen
    einen „Kreuzgang“ zum Beten und Nachdenken, wie er in Klöstern üblich ist.
    Wenn ich den Bericht richtig verstehe,
    dann redet Abraham mit Gott (über Sodom) im Stehen
    wie auch Mose zum Beispiel in der Begegnung am brennenden Busch.
    Gott fordert ihn dort auf, seine Schuhe auszuziehen,
    ohne dass daraus ein Gesetz wurde (außer für Muslime).
    Eine Zeit lang besuchte ein Russlanddeutscher
    gerne unseren damaligen Hauskreis.
    Er wehrte sich lange dagegen, auf Gottes Einladung einzugehen,
    aus Stolz, wie er selbst sagte. Wir übten keinerlei Druck aus.
    Nach seiner Bekehrung ging er dann sofort auf Distanz zu uns
    und mied die Gemeinschaft, weil wir nicht im Stehen beteten.
    Ich bin in einer guten landeskirchlichen Gemeinde aufgewachsen
    und ziehe solche Gemeinden bis heute vor.
    Ich schätze die in der Kirchengeschichte entwickelte Liturgie,
    wenn sie gefüllt ist und dienende Funktion hat.
    Freikirchliche Gottesdienste finde ich in mancher Hinsicht dagegen armselig.
    Zur Liturgie gehört das Aufstehen zum Gebet und zur Schriftlesung.
    Ein Gesetz darf aus alledem nicht gemacht werden.
    Aber gute Übungen haben ihr Gutes.
    Christen, die zum Beispiel mit den Händen in den Hosentaschen
    oder übereinandergeschlagenen Beinen beten, nerven mich, weil ich meine,
    dass das keine angemessene Haltung vor Respektspersonen ist,
    geschweige denn vor Gott. Das gilt auch für die Kleidung.
    Das gehört aber nicht in ein Gesetzbuch, sondern in den Knigge
    und in die Kinderstube für Christen.
    Man kann auch sehr unterschiedlich sitzen und stehen.
    Aber ich finde, mit einer guten Kinderstube und dem nötigen Bewusstsein
    ist das alles kein Problem.
    Wir sollen und dürfen allezeit für alles danken
    – dann kämen wir garnicht mehr von den Knien.
    Da wir ein Schauspiel für Engel und Menschen sind,
    würde ich einen Unterschied zwischen lautem und leisem Gebet machen.

  7. Hallo!

    Ich bin für mich zu einer Entscheidung gekommen: Ich werde weiterhin auch im Sitzen zu Gott beten, mit ihm sprechen, zu ihm sprechen, ihn anflehen, ihn anrufen und ihn in mein Leben einbeziehen, was Gebete auf Knien natürlich nicht ausschließt. Das nur als Rückmeldung.

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