Blutrünstiger Zombieschocker

Die Zombieschocker-Serie erzielte die bislang höchste Einschaltquote eines Kabelsenders in der US-Fernsehgeschichte. Nun zeigt RTL 2 die Filmreije The Walking Dead in einem Marathon von Freitag bis Sonntag.

Was die expliziten Details wie zerberstende Schädel, zerfleischte Körper und spritzendes Blut angeht, steht „The Walking Dead“ den Zombie-Klassikern von George A. Romero in nichts nach. Ihre Spannung aber bezieht die Serie aus den grundlegenden menschlichen Konflikten, die Darabont in den sechs Episoden der ersten Staffel erzählt.

Zombieschocker waren bislang im Horrorfilmkino beheimatet. Beschwörungsformeln wie: „Ab jetzt wird es weniger Gewalt im TV geben“ haben weniger Aussagekraft als die Treueschwüre eines Casanovas. Ich ahne, was so manche Kids jetzt denken: „The Walking Dead ist so öde, das schaut sich hier sowieso keiner an.“

Mehr: www.welt.de

Kommentare

  1. Roderich meint:

    Wie muß man als Christ das Phänomen von „Zombiefilmen“ eigentlich beurteilen?

    Dazu mal ein Gedanke: fast immer werden alle Zombies als abgrundtief „böse“ dargestellt, wollen töten, etc.Z.T. haben sie noch übernatürliche Kräfte.

    Im Prinzip verhalten sich die Zombies in den Filmen – fast genau – wie von Dämonen Besessene…

    Also ist ein Zombiefilm eine Möglichkeit für einen Regisseur, eine größere Zahl von von Dämonen besessene Menschen filmisch darzustellen. Manch ein Regisseur mag dies mangels besserer Ideen tun. („Was woll’n wir für einen neuen Film machen? Ach – machen wir halt noch einen Zombiefilm“).
    Wenn aber wirklich mal ein malevolenter Regisseur dabei ist, der bewußt dem Dämonischen in Filmen mehr Raum geben will, so ist ein „Zombiefilm“ die perfekte Tarnung. Unter dem Vorwand von „Kunst“ oder „Unterhaltung“ kann man das Böse verherrlichen.

    Ich kenne mich mit Dämonologie bzw. den Gesetzen der geistlichen Welt des Dämonischen Bereichs (zum Glück) nicht so gut aus. Die Frage ist aber: kann der häufige Konsum von Zombiefilmen eine dämonisierende Wirkung auf die Zuschauer haben? (Besonders auf die, die nicht durch Jesus Christus geschützt sind?)
    Gegenfrage: wenn man – als Nichtchrist – ständig ECHTE Besessene sehen würde, würde einen das negativ beeinträchtigen? Ich denke – ja.

    Für die Schauspieler selber ist das sicher auch nicht gut. (Ich hörte mal die Meinung: der schnellste Weg, um selber besessen zu werden, ist es, als Schauspieler einen Besessenen DARZUSTELLEN; denn man muss sich als guter Schauspieler ja tief in seine Rolle eindenken und einfühlen; und dadurch öffnet man sich für den Einfluß des Bösen etc.)

    Es ist schon erstaunlich, dass „Zombiefilme“ ein eigenes Genre sind, ähnlich wie Vampierfilme oder Werwolffilme. Sicher gibt es schon 100e, vielleicht schon 1000e Zombiefilme. Das ist doch erstaunlich, dass so eine „Idee“ sich so nachhaltig festgesetzt hat im Bereich der „Horrorfilme“.
    (Über andere „Ideen“ werden nur ein oder nur ein paar wenige Filme gedreht; warum sind dann „Zombies“ als „Idee“ schier unerschöpflich, und die neuen „Zombiefilme“ sprudeln nur so hervor?)

    Vielleicht liegt die Antwort ja auch außerhalb der Kunst („Kreativität“) oder Ökonomie („Box Office“ Erwägungen der Produzenten), und ist nur theologisch zu erklären, bzw. nur mit Berücksichtigung der Tatsache eines geistlichen Kampfes, der um die Herzen und Köpfe der Menschen in JEDER Gesellschaft geführt wird.

    Vielleicht hat es damit zu tun, dass der Mensch ja im Ebenbild Gottes geschaffen ist. Gott will Menschen erlösen, will in den Menschen wohnen durch Jesus Christus und durch den Heiligen Geist, und will den gebrochenen Menschen wieder vollständig in sein Ebenbild wiederherstellen.

    Wenn ein Mensch hingegen von Dämonen besessen ist, geschieht das Gegenteil, der Feind nimmt davon Besitz und bringt Menschen NOCH weiter von ihrer ursprünglichen Bestimmung weg.
    Vom Bösen besessene Menschen – daran müssen Regisseure, die das Böse lieben, ihre Freude haben.
    Irgendwie scheint es die Zuschauer ja auch anzusprechen.

    Ein Zombiefilm stellt also genau das Gegenteil von dem dar, wo Gott die Menschen hinbringen will. Es ist also das Gegenteil eines Filmes zur Verherrlichung Gottes.

    Pessimistische Endzeitler könnten darin eine Strategie des Feindes sein, die breite Bevölkerung „für das Böse“ zu öffnen bzw. zu desensibilisieren, und das Kommen des Antichristen vorzubereiten. (Da gibt es ja eine interessante DVD über Das Dämonische in Hollywood“ (Name ist mir entfallen), in der diese These propagiert wird).

    Man muss aber gar nicht so weit gehen und gleich an das große Ende aller Dinge denken.

    Man liest oft in Büchern über Dämonenaustreibungen, dass Menschen, die sich durch irgendwelchen Kontakt mit dem Dämonischen „verunreinigt“ haben, also die dem Bösen einen Spalt breit die Tür geöffnet haben, später schwieriger zu Christus kommen können; denn sobald dieser (dämonisch beeinflußte) Mensch später in „Gefahr“ steht, sich dem Evangelium zu öffnen, wird der Teufel seine erworbenen „Rechte“ bei diesem Menschen voll ausspielen und versuchen, diesen Menschen von der Bekehrung zu Christus fernzuhalten.
    (Paulus schrieb ja, dass der Teufel denen die Augen zuhält, die Gott nicht kennen, damit sie das helle Licht des Evangeliums nicht sehen).

    Das Hauptproblem von Zombiefilmen sehe ich also darin, dass eine breite Masse von Menschen dadurch potentiell „geistig verunreinigt“ werden, mehr oder weniger dämonisch beeinflußt werden, und dadurch gegenüber dem Evangelium fast immun werden. Dann bedarf es der Christen, die diese Einflüsse durch Gebet wieder brechen, also einen – noch stärkeren – gegengesetzten Einfluß zur Geltung bringen, bevor diese Personen zu Christus kommen können.

    Erweckung in BRD?

    Erst mal nicht, so lange es sooo viele Filme und Medieninhalte mit (leicht oder schwer) dämonischem Inhalt gibt, uns sooo wenige Filme oder Serien, die christliche Inhalte haben.

  2. Mario meint:

    Ich könnte mir vorstellen, die Untoten als Metapher unserer Gesellschaft zu lesen: Die Mehrzahl der Menschen geistert doch mehr oder weniger untot vom Frühstück in die Arbeit und von dort vor das Fernsehgerät. Von Bewusstsein oder bewusstem Handeln kann da nicht die Rede sein. Wer dann in der Gesellschaft wirklich etwas zum Guten verändern will, stoßt sofort auf den Widerstand der Untoten (d. h. der Meisten). Wenn Untote in der Regierung Fuß fassen, so versuchen sie, die Gesellschaft durch untote Gesetze umzuformen, damit die Untoten auf weniger Widerstand stoßen und ihre Gegner mundtot gemacht oder eliminiert werden.

  3. Joel213 meint:

    Zombies oder Wutinfizierte haben nicht viel mit Besessenen gemein. Die Menschen sterben ja zuerst durch Viren, Strahlung oder sonst was, um dann als seelenlose Körper wieder aufzuerstehen und ihren Fresstrieb weiter zu befriedigen. Die „Apokalypse“ durch Zombies oder Wutinfizierte ist demnach „Null-Okkult“, da hier alles ohne „Magie“ oder „dämonischen Kräfte“ abgeht, sondern alles wissenschaftlich-rational sich gestaltet. Puh, RTL 2 wird eh nur ne geschnittene Vision zeigen, also das christliche Abendland bleibt uns noch weiterhin erhalten. 😀

  4. Roderich meint:

    @Mario,
    das ist auch ein guter Vergleich (zum Schmunzeln), allerdings sind die Leute bei uns in BRD nur „harmlose Untote“, während die in den Horrorfilmen gerne Gehirne essen. Das kann man – bei aller berechtigten Kritik – doch dem Durchschnittsdeutschen noch nicht anhängen. Oder? 😉

    @Joel,

    Zombies oder Wutinfizierte haben nicht viel mit Besessenen gemein.

    Hmm, Jesus sagte ja, der Satan ist ein „Mörder von Anfang an“. Die Zombies in den Horrorfilmen haben ja im Prinzip nur ein Ziel: Menschen umbringen, bzw. essen.

    Warum sollten „sich harmlos verhaltende“ Menschen plötzlich „abgrundtief böse“ werden und alles umbringen, was ihnen in den Weg kommt, bzw. warum haben sie es in ihrem Freßtrieb nun plötzlich auf andere „Ebenbilder Gottes“ abgesehen, nachdem sie gebissen werden?

    Bei dem sog. „Zombie-Phänomen“ in Haiti handelte es sich um Menschen, die durch ein Nervengift in einen trance-ähnlichen Zustand kamen, somit eigentlich halb gelähmt waren, und so – harmlos – durch die Gegend liefen. (Siehe den Wikipedia Artikel dazu).
    Eine Art Lähmungszustand oder „Herumlaufen mit glasigem Blick“ ist aber ethisch gesehen neutral, während die Zombies in den Horrorfilmen allesamt böse sind und hinter Menschen her sind.

    Die „Zombies“ in den Filmen haben also durchaus manches gemeinsam mit Besessenen.

  5. Joel213 meint:

    Die Hollywood Ur-Zombies waren via Voodoo verhexte Menschen, die auch nicht untot waren. Die „modernen“ Zombies sind aber meistens durch Viren etc. getötete Menschen, deren Leichname etwas aggro durch die gegend wandeln. Deswegen kann man sie grds. auch nicht als böse bezeichnen, genauso wenig wie man einen Tiger als böse bezeichnen kann. Er hat halt Triebe und will fressen. Die Ebenbildlichkeit Gottes ist ja eh laut refomierter Lehre kaum bis garnicht mehr beim gemeinen Menschen vorhanden. Zudem ernähren sich Zombies auch nicht ausschließlich von anderen Menschen. Das Fleisch muss nur roh sein, dann tuts nen Tierkadaver auch. Warum sie es auf andere Menschen oder speziell auch auf ihre schmackfhaften Gehirne abgesehen haben, dass kann mannigfaltige Gründe haben. Z. B. könnten die Viren vom Militär gezüchtet worden sein, um den Feind in wandelnde Untote zu Verwandeln, die dann als Waffe dienen. Dies wäre nur eine Erklärung und es obliegt jedem Regisseur eine andere zu geben oder auch nicht. Ich hab noch keinen Bessesenen bewusst gesehen. Falls mir mal einer über den Weg läuft, dann achte ich darauf, ob er auf mich wie ein Zombie wirken wird. Im NT werden die Besessenen meist anders beschrieben. Zumindest steht da nirgends das sie andere Menschen beissen oder sie gar zu fressen beabsichtigen.

  6. logan meint:

    Ich kann zwar die Gegenüberstellung von Zombies und Besessenen (trotz mangelnder Kenntnis über das Verhalten von Besessenen) ansatzweise nachvollziehen, finde den Einwand von Joel213 aber auch berechtigt.

    Ich bin kein ausgewiesener Zombie-Kenner, habe aber den einen oder anderen Film gesehen. Ich habe bis zum heutigen Tag noch nie Zombies mit Besessenen assoziiert und ich vermute, den meisten anderen Menschen geht es auch so. Das Argument, es würde zum Okkultismus verleiten, halte ich daher für eher schwach.

    Zum einen wird es von den meisten Zuschauern, das ist der Punkt von Joel213, als Horror-Science-Fiction wahrgenommen und eben nicht als Fantasy.

    Mein Punkt wäre die Gefahr solcher Filme, insbesondere die Nachahmungsgefahr: Warum sollte die Darstellung des „abgrundtief Bösen“ einen Einfluss auf den Zuschauer haben, wenn solches „abgrundtief böses“ Verhalten in den allermeisten Fällen wohl nicht im Erfahrungshorizont eines normalen Menschen liegt oder sein potentiell mögliches Verhaltensrepertoire darstellt? Wenn der Konsum eines Zombiefilms effektiv dämonisch abhängig machen könnte, dann bestünde hier tatsächlich eine außergewöhnliche Gefahr.

    Wenn das aber nicht zutrifft, dann unterscheidet sich ein Zombiefilm nur wenig von jedem beliebigen anderen Film, in dem Verhalten dargestellt wird, das nicht Gottes Willen entspricht. Eigentlich sind gerade die „harmlosen“ Filme die schlimmsten, wenn man die „Gefahr“ durch einen Film danach bemisst, wie extrem die antizipierte Reaktion der Umwelt (soziale Missbilligung, strafrechtliche Sanktionierung) auf ein entsprechendes Verhalten ausfällt, also, wie hoch die Hemmschwelle ist.
    Bei Zombiefilmen wird der Reiz zur Nachahmung von vornherein dadurch stark herabgesetzt, dass die Handlung in einer fiktiven Welt oder zumindest fiktiven Zuständen spielt.

    In normalen Horrorfilmen aber, wo blutrünstige Menschenschlächter – vorzugsweise in abgelegen Gebieten Osteuropas oder Redneck-Provinzen des amerikanischen Südens – ihr Unwesen treiben, fehlt diese Komponente der Fiktion. Hier handelt der Mörder aus ihm eigenen Trieben heraus, seine Boshaftigkeit ist nicht durch einen Virus oder eine übernatürliche Macht induziert. Hier rückt die Handlung in den eigenen möglichen Erfahrungshorizont.

    Jede Handlung, die Gott missbilligt, ist böse. Ich würde da kein Kontinuum konstruieren von „latent böse“ über „manifest böse“ bis „dämonisch“, sondern einfach unterscheiden zwischen „gut“ und „böse“. Ich sehe nicht, warum Zombiefilme ganz exklusiv dämonisch beeinflussen sollten und andere Filme nicht. Können Filme überhaupt dämonisch beeinflussen? Ich wage zu bezweifeln.

    Wie man an deinem Zombie-Beispiel sehen kann, unterscheidest du den Grad der Boshaftigkeit anhand visueller Eindrücke, hier anhand der Ähnlichkeit von Zombies und Besessenen. Das Problem, das ich dabei sehe, ist, dass man damit ein Genre oder eine bestimmte Art der Darstellung von anderen Darstellungen der Boshaftigkeit abgrenzt und es theologisch auflädt, und damit die Gefahr der „harmloseren“ Sachen verwischt.
    Denn nicht der Schockeffekt der Darstellung sollte Bewertungsmaßstab sein, sondern die ausgehende Gefahr (hier definiert als Abstand zwischen Alltagskontext und Darstellungskontext)

    Dass es trotzdem nicht gut ist, weil es Gewalt und anderes darstellt und damit zweifellos auch nachhaltig prägt, dürfte klar sein. Der Aspekt der Verherrlichung des Bösen ist auch einleuchtend und nicht von der Hand zu weisen. Insofern sind solche Filme sicher Kampfgebiet oder gar Kampfwerkzeug des Teufels. Warum also nicht vom Ende her denken? Aber wenn man das tut, dann sollte man das konsequent bei allen Dingen tun. Das ist nicht als Kritik an dir zu verstehen, sondern als allgemeiner Vorschlag zum ausgewogenen(?) Verhalten gegenüber Kino und Flimmerkiste.

  7. Roderich meint:

    Liebe Zombies, liebe Menschen,
    (zunächst möchte ich voranschicken, dass ich mit meinen Ausführungen Zombies nicht diskriminieren will)… 😉

    OK, Spass beiseite.

    @Joel,

    Die “modernen” Zombies sind aber meistens durch Viren etc. getötete Menschen, deren Leichname etwas aggro durch die gegend wandeln. Deswegen kann man sie grds. auch nicht als böse bezeichnen, genauso wenig wie man einen Tiger als böse bezeichnen kann.

    Hmmm, kennst Du irgend einen Zombiefilm, in denen Zombies „neutrale“ Gesichtsausdrücke haben? Sie (die Zombies, nicht „Sie“ im Sinne von „Du“) sehen doch überall so böse aus, wie es der Maskenbildner nur darstellen konnte. Auch haben sie meist übernatürliche Kräfte. Beides ist das jeweils dämonische Element.

    (Das gleiche gilt natürlich für Vampire / Werwölfe, auch da liegt eine Verzerrung der Ebenbildlichkeit Gottes vor, auch dort prägt die Biester fast immer Bosheit, dämonische Kräfte etc. vorhanden).

    Im NT werden die Besessenen meist anders beschrieben. Zumindest steht da nirgends das sie andere Menschen beissen oder sie gar zu fressen beabsichtigen.

    Das stimmt. Aber ein Besessener hat jedenfalls die gleichen bösen Augen wie die Zombies – nicht die „echten“ Zombies in Haiti, sondern die in den Filmen.
    „Dein Auge ist das Licht des Leibes“, sagte Jesus in der Bergpredigt. Wer sehr böse Augen hat, hat mit recht hoher Wahrscheinlichkeit auch viel Böses in sich.

    Natürlich gibt es Filme, wo Leute explizit als Besessene dargestellt werden. (Ich persönlich fand den Film „der Exorzist“ schlimmer als manche Zombie-Filme).

    Die Ebenbildlichkeit Gottes ist ja eh laut refomierter Lehre kaum bis garnicht mehr beim gemeinen Menschen vorhanden.

    Wenn man das zu Ende denkt, wäre das „bad news“ für die Begründbarkeit der Menschenrechte. Ich glaube also, hier irrst Du ein wenig. Auch nach dem Sündenfall galt noch die Todesstrafe für Mord – wenn der Mensch nichts mehr wert wäre, dann wäre Mord ja letztlich nicht so schlimm zu ahnden. (1. Mose 4,15). Und wir sind uns sicher einig, dass Jesus die Menschen wiederherstellen will zu ihrer ursprünglichen Bestimmung – und dass eine Verwandlung in ein Monster diesem Ziel nicht gerade zuträglich ist.

    @logan

    Natürlich hast Du recht, längst nicht nur Zombie-Filme oder andere Horror-Filme sind böse – viele „normale“ Filme sind es sicher auch.

    Ich habe bis zum heutigen Tag noch nie Zombies mit Besessenen assoziiert und ich vermute, den meisten anderen Menschen geht es auch so. Das Argument, es würde zum Okkultismus verleiten, halte ich daher für eher schwach.

    Das hatte ich auch nicht gesagt – ich glaube nicht, dass Leute wegen eines Zombiefilms häufiger die Astrologie konsultieren oder Ouija-Boards benutzen werden; was ich meinte, ist, dass man – ohne das bewusst zu wollen – vielleicht durch das Anschauen von Besessenen (oder von künstlerisch als Zombies getarnten Besessenen) vom Bösen beeinflusst werden kann.

    Es gibt ja nicht nur eine Beeinflussung über den rationalen Weg, also die Gedanken.

    Der Teufel kann z.B. versuchen, Leute durch ein traumatisches Erlebnis mit einem Dämon der Furcht zu belegen. Der Teufel will gerne durch Angst Menschen kontrollieren und lähmen. Manchmal können Horrorfilme dabei eine Rolle spielen.

    Die Bibel sagt, Gott hat uns Christen nicht einen Geist der Furcht, sondern der Kraft und Liebe und Besonnenheit gegeben (2. Tim 1,7). Durch traumatische Ereignisse, sagen manche Autoren, (was zwar nur schwach biblisch belegt ist, andererseits wird dem aber auch nicht explizit biblisch widersprochen) kann evtl. eine Öffnung für dämonische Einflüsse entstehen.

    (Manche Leute träumen ja schlecht nach Horror-Filmen – das halte ich z.T. auch für dämonisch verursacht).

    Eigentlich sind gerade die “harmlosen” Filme die schlimmsten

    Ja, das mag zum Teil sein. Z.B. halte ich die subtile Beeinflussung mit weltlichen Wertmaßstäben und säkularen Humanismus durch angeblich „normale“ Filme für viel gefährlicher als durch Horrorfilme. Wenn in Soap-Operas im Schnitt pro Sendung drei Ehebrüche vorkommen, hat das auf Dauer sicher Auswirkungen auf das Denken der Zuschauer.

    Letztlich stammt natürlich auch der säkulare Humanismus und andere antichristliche Weltanschauungen vom Teufel.

    Jedoch gibt es da wie gesagt zweierlei „Beeinflussungen“:
    – Beeinflussung des Verstandes durch eine falsche Weltanschauung (der Teufel als der Täuscher)
    – Beeinträchtigung durch dämonische Kräfte

    Beide Formen der Beeinflussung sind gefährlich.

    (Und viel wichtiger, als sich auf die Gegenseite zu konzentrieren: wir Christen sollten uns der Kraft, die Gott uns in Jesus Christus gegeben hat, bewusster werden und darin leben).

  8. Joel213 meint:

    @ Roderich
    „Wenn man das zu Ende denkt, wäre das “bad news” für die Begründbarkeit der Menschenrechte. Ich glaube also, hier irrst Du ein wenig. Auch nach dem Sündenfall galt noch die Todesstrafe für Mord – wenn der Mensch nichts mehr wert wäre, dann wäre Mord ja letztlich nicht so schlimm zu ahnden. (1. Mose 4,15).“

    Die Menschenrechte sind ja auch eher naturrechtsphilosophischen Ursprungs, obwohl die Naturrechtsphilosophie auch einen christlichen Unterbau hat. Ne, ich irre mich nicht. So wie ich Calvin vertsehe, ist die Ebenbildlichkeit Gottes wenn überhaupt nur noch minimalst beim Menschen vorhanden. Sie wird durch die Wiedergeburt eines Christenmenschen teilweise wieder sichtbar und wird letztlich erst im Reich Gottes voll wieder hergestellt werden. Dein Beispiel von der Todesstrafe hinkt. Vor dem Sündenfall wo die Ebenbildlichkeit noch gegeben war gab es so eine Strafe garnicht, weil es auch keinen Mord gab. Die Strafe wurde ja erst durch das Verlassen des Paradieses nötig. Sie ist also ein Bestandteil des menschlichen Sündenfalls.

  9. Joel213 meint:

    Hier ein Link zur Ebenbildlichkeit wie Luther, Calvin etc. es gesehen haben.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gottebenbildlichkeit#Reformation

  10. Roderich meint:

    @Joel,

    Mord wurde ja in 1. Mose 9,6 mit Verweis auf die Ebenbildlichkeit Gottes des Menschen verboten. Das war ja NACH dem Sündenfall, d.h. die Ebenbildlichkeit Gottes ist immer noch vorhanden !

    Okay, was die protestantische Tradition angeht, hast Du sicher recht, dass gesagt wurde, die Ebenbildlichkeit sei durch den Sündenfall stark beeinträchtigt. Das ist auch wahr – aber dabei geht es um die Erlösungsbedürfigkeit, und dass der Mensch aber auch gar nichts zu seiner Rettung hinzufügen kann, und ganz aus Gnaden gerettet wird – weil er wegen es Sündenfalles ganz im Dunkeln tappt. Er bedarf einer „Neuschöpfung“.

    Aber – obwohl der Mensch gefallen und absolut erlösungsbedürfig ist, ist er doch noch immer ein wertvolles Geschöpf Gottes, und die Ebenbildlichkeit Gottes ist noch teilweise vorhanden, seine Geschöpflichkeit noch ganz.

    In Calvin’s Institutio 1,15,4 steht:

    Denn Adam ist unzweifelhaft seit seinem Abfall von Gott entfremdet worden. Selbst wenn wir also zugeben, das Ebenbild Gottes sei in ihm nicht ganz erloschen oder zerstört worden, so war es doch derart verderbt, dass alles Übrigbleibende nur eine grausige Entstellung war!

    Aber dennoch bleibt eben ein Rest von Gottesebenbildlichkeit. Und der Mensch bleibt Geschöpf Gottes.

    Oder wie würdest Du die Menschenwürde bzw. den Wert jedes Menschen, auch des Nicht-Christen, sonst theologisch und philosophisch begründen?
    (Der gefallene Mensch ist immer noch ein Mensch und von „reiner Materie“ grundsätzlich verschieden. Was – wenn nicht die Geschöpflicheit und Ebenbildlichkeit, Seele und Geist – wäre sonst der Unterschied des Menschen zur Materie?)

    Thomas Schirrmacher schreibt in der Ethik, Lektion 58 (Menschenrechte ) zwar, dass Menschenrechte zwar ein komplexes Thema sind, man sich aber recht einig ist, dass der Hauptimpuls für die Herausbildung eines Verständnisses der Menschenrechte aus der christlichen Tradition hervorging. Das ganze Kapitel ist lohnend, es steht zu viel Gutes drin, um es alles zitieren zu können. Nur ein kleiner Ausschnitt:

    Wenn Gott der alleinige Gesetzgeber ist, können Menschenrechte nur von Gott definiert und dem Staat und der Gesellschaft vorgegeben werden. Wenn die Menschenrechte der öffentlichen Diskussion preisgegeben und mit wechselnden Begründungen versehen werden, verlieren sie gerade ihren vorstaatlichen Charakter und können jederzeit verändert werden. Deswegen bedürfen die Menschenrechte dringend der biblischen Begründung.

    Denn worin ist die Gleichheit der Menschen begründet, wenn nicht darin, dass Gott sie alle gleichermaßen geschaffen hat? Deswegen beginnt jede christliche Begründung der Menschenrechte mit dem Schöpfungsbericht in den ersten beiden Kapiteln der Bibel, in denen es heißt: „… nach dem Bilde Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er ihn“.
    Dass der Mensch Ebenbild Gottes ist, spielt eine wesentliche Rolle für den Umgang der Menschen miteinander. So soll nach 1. Mose 9,6 Mord bestraft werden, weil damit ein Ebenbild Gottes angetastet wird. „Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll durch Menschen vergossen werden, denn nach dem Bilde Gottes hat Gott den Menschen gemacht“.

    Die ganze Schöpfung besteht zur Ehre Gottes und hat von Gott her ihren Sinn erhalten. Was für die ganze Schöpfung allgemein gilt, gilt erst recht für die „Krone der Schöpfung“, den Menschen. Er wurde unter den Schöpfungsordnungen Gottes und damit zu einem Gott wohlgefälligen Zweck geschaffen. …
    Menschenwürde und Menschenrechte sind im Wesen des Menschen als Geschöpf Gottes begründet.

    .
    Noch ein kurzer Kommentar zum möglichen negativen Einfluß von Filmen:
    – Wenn man mit jemandem zusammen ist, der stark im Geiste Gottes ist, der „voll des Wortes“ ist, so geht sicher ein segensreicher und guter Einfluß von ihm aus, der auch für die Mitmenschen sehr segensreich sein kann. (Denn an Gottes Gegenwart durch den Heiligen Geist ist alles gelegen).
    – Jesus musste man nur „berühren“, und man wurde geheilt
    – Das gilt prinzipiell auch für Christen – wir haben den Heiligen Geist, sollten uns bemühen, voll davon zu sein, auch damit ein lebensspendender Einfluß von uns auf andere ausgeht.
    – Andersherum ist das aber sicher auch so bei besessenen Menschen. Von ihnen kann potentiell ein sehr negativer Einfluss ausgehen.
    – Als Christen sind wir unter dem Schutz des Blutes Jesu Christi. Prinzipiell können auch dämonenbesessene Menschen uns nicht schaden.
    – Dennoch sollte man sich auch als Christ grundsätzlich vorsehen. (Je mehr man – durch Sünde – selbst Öffnungen für den Teufel schafft, können negative Kräfte auch Einfluss auf unser Leben nehmen).
    – Das kann z.T. auch von Filmen ausgehen, wenn dort Menschen mit viel Bosheit bzw. Besessene oder Quasi-Besessene dargestellt werden.
    – Paulus warnt in 1. Kor. 10,20.21 davor, dass man nicht zugleich die Gemeinschaft mit dem Herrn und die Gemeinschaft der Dämonen haben kann.

    Übrigens: Man erlaubt doch auch nicht der städtischen Müllgesellschaft, jeden Abend vorbeizukommen und einen große Eimer Müll im Wohnzimmer auszulehren.
    Im geistlichen Bereich ist das aber so: viele Christen schauen jeden Abend mehrere Stunden Fernsehen, und erlauben es damit anderen Menschen, geistlichen MÜLL in ihr Wohnzimmer zu kippen.

    (In dem Buch „Die Geister, die ich rief. Mein Weg aus dem Okkultismus“ von Susanne Reddig schreibt die Autorin, dass der Teufel, als sie noch Esoterikerin war, ihr angeboten hat, ihr im Geiste Geschichten zu zeigen, ihr Romane etc. zu „inspirieren“, die dann Bestseller werden, und somit viele Menschen beeinflussen. Auch manche Musiker berichten ganz offen von einer „Inspiration“ durch den Satan. Auch wenn man Erfahrungen immer anhand der Bibel prüfen muss und daraus keine Theologie ableiten kann, denke ich doch, dass es durchaus denkbar ist, dass manche Filme mehr, manche weniger vom Teufel inspiriert sind. Man sollte also wachsam sein).

    Abschließend: Man muss nun keine panische Angst haben, gar keine Filme mehr zu sehen, aber man darf davor um Gottes Schutz bitten. Und insgesamt sollte man sich MEHR dem Einfluß von Gottes Wort und Gebet aussetzen, als dem Fernsehen. Wer stark im Herrn ist, der kann auch durch kleinere negative Einflüsse nicht so schnell beeinträchtigt werden.

    Neben einer allgemeinen „Wachsamkeit“ sollte man also primär darauf sehen, MEHR von Gott zu bekommen, mehr in Gott zu sein, und nicht auf das Böse sehen. Wer nur darauf sieht, das Böse zu vermeiden, sieht indirekt auch mehr auf das Böse als auf das Gute.

    Kurzfazit: Für jeden Zombie-Film drei Stunden Bibel lesen und beten als Ausgleich … 🙂

Deine Meinung ist uns wichtig

*