Bodyhacking

Keine Sciencefiction, sondern Realität: Manche Menschen verändern mit Technik-Implantaten ihre Sinneswahrnehmung. Sie nennen sich Bodyhacker oder Cyborgs. DIE ZEIT schreibt:

Cannon und Harbisson mögen sich uneins sein, was ein Cyborg ist. Ihr Ziel aber ist das gleiche: Den Menschen zu erweitern – um Fähigkeiten, die die Natur nicht für ihn vorgesehen hat. Ethische Fragen empfinden beide als eher lästig.

Harbisson sagt, er habe die Ethikkommission seiner Klinik überreden müssen, ihn zu operieren. Das sei ihm nur gelungen, weil er auf die Möglichkeit verwiesen habe, dass Geräte wie der Eyeborg auch anderen Menschen mit Sehbehinderungen helfen könnten und entsprechend getestet werden müssten. So, wie er es erzählt, klingt das Ausräumen ethischer Bedenken wie eine Pflichtübung.

Auch Cannon schafft lieber Fakten, bevor es zu viele Gesetze und Vorschriften gibt, die seine Implantat-Ideen zunichtemachen. Er sagt, die derzeitige Abneigung gegen chirurgische Eingriffe dieser Art sei nachvollziehbar, aber die Einstellung der Menschen werde sich ändern: „Du wirst es tun, oder du wirst zurückbleiben. Es wird seltsam und ungemütlich und angsteinflößend werden. Aber entweder machst du mit, oder du könntest bald als veraltet gelten.“

Die Grenze zwischen nützlichen und verführerischen Implantaten ist wahrscheinlich fließend. Unbestreitbar wird sich der Transhumanismus die neuen Möglichkeiten durch den Einsatz technologischer Verfahren zu nutze machen. Zum Transhumanismus siehe:

Kommentare

  1. Schandor meint:
  2. Roderich meint:

    Der Uebergang zwischen ‚erlaubt‘, ‚verboten‘, ’sinnvoll‘ und nicht wuenschenswert ist da sicher fliessend.
    – Prothese fuer ein ‚ab-es‘ Bein = gut.
    – Bessere Prothese = noch besser
    – Prothese, mit der man neuer 100m-Weltmeister wird: bedenklich?
    – Seine bestens funktionierende Beine abmachen lassen und ersetzen durch ingenieurfabrizierte Stahlbeine mit Hochgeschwindigkeitsmodus fuer den Kriegseinsatz = verwerflich… !

    – Glasauge bei fehlendem Auge = gut
    – Glasauge mit Ansaetzen der Sehfaehigkeit = gut
    – Ersatzauge mit Reaktivierung zerstoerter Sehnerven durch Chips, so dass die urspruengliche Sehfaehigkeit wiederhergestellt wird = super
    – Ein ‚fast nicht mehr‘ funktionierendes natuerliches Auge mit einem kuenstlichen ersetzen, das die Sehfaehigkeit ganz und gar wiederherstellt = hmm. Gut, aber etwas bedenklich.
    – Ein gut funktionierendes natuerliches Auge ersetzen durch ein multifunktionales T1000 Auge, mit Waermesensor, 400-facher Zoomfunktion, Speicherfuktion, WLAN-Verbindung zum Laptop, Dimfunktion statt Sonnenbrille – bedenklich bis schlecht.

    Fazit: es kommen neue ethische Fragen auf uns zu. Lassen wir uns offensiv und proaktiv draufzugehen und nicht erst mal 10 Jahre den Kopf in den Sand stecken und klagen, und dann im Nachhutgefecht die Konstrukte saekularer und katholisch-humanistischer Ethiker teilweise uebernehmen und ‚absegnen‘.

    Gott hat uns in diese Zeit gestellt, fuer Ihn ist der technische Fortschritt keine Ueberraschung, und er erwartet von uns schriftgebundenes UND vernuenftiges, verantwortungsvolles Nachdenken ueber Ethik. Auch in immer abstruser erscheinenden Umstaenden.

  3. (auf Englisch)

    This is very an interesting subject. If you think in the example of Google Glasses project, one can also see that we are already using technology to augment the way we perceive our reality (so, „augmented reality“), even if we are not becoming cyborgs [1]. So, for me, this is already a type of „post-humanism“.

    A human being will always be a human being, with or without implants, technological or not; the question is (and again I’m thinking on Google Glasses example): is it always good „to augment ourselves“? What’s the purpose of that? What drives us to become „super-humans“?

    [1] http://www.kirkusreviews.com/blog/science-fiction-and-fantasy/demystifying-sci-fi-terms/

  4. Warum denn nicht? Vielleicht gibt es dann für einige ein Gehirnimplantat – zumindest würde ich es bestimmten Leuten wünschen 😉

    Gruß
    Peter

  5. Schandor meint:

    @Peter

    🙂 🙂 ROFL !!! 🙂 🙂 🙂

  6. Johannes meint:

    Nun, der Punkt bei der Sache ist doch, dass Gott in Jesus Christus sein volles Ja zum Menschen gegeben hat, wie er von ihm geschaffen wurde und dass solche Cyborgs ein klares Nein zur Schöpfung Gottes und zur Liebe zum Menschen, wie er ist, ausdrücken. Denn die Forderung ist doch, es besser zu machen als Gott und die leidige Begrenztheit des Menschen zu überwinden.

    Dass neue technische Errungenschaften für einige Menschen hilfreich sein können, ist wohl wahr – und dazu können auch Implantate, Prothesen usw. zählen. Aber darum geht es hier nicht wirklich. (Es wäre auch für sehr viele Menschen hilfreich, ihnen einfach Wasser und Brot geben – man kann natürlich auch sehr teure Roboter auf den Mars schießen.)

    Christen haben etwas besseres als elektronische Krücken, die einige menschliche Grenzen überwinden mögen. Sie haben das Evangelium von der Gnade und Liebe Gottes, das Schuld, Hass, Zorn und letztlich die für Menschen unüberbrückbare Grenze des Todes überwindet. Gott macht es immer besser als wir!

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