Brian McLaren: Eine neue Form des Christentums

Kevin DeYoung hat mit einer ausführlichen Besprechung des Buches:

begonnen.

Die Serie kann hier mitverfolgt werden: thegospelcoalition.org.

Auch Tim Challies hat das Buch gelesen und schreibt:

Er leugnet den Sündenfall, er leugnet die Ursünde, er leugnet die Verderbtheit [des Menschen], er leugnet die Existenz der Hölle …

Seine Rezension gibt es hier: www.challies.com.

Kommentare

  1. Alexander meint:

    Eine noch ausführlichere (und stellenweise sehr unterhaltsame) Besprechung bei Mike Wittmer http://mikewittmer.wordpress.com/ , der mittlerweile schon beim etwa 10. Post ist mit den Fragen 8 und 9 von McLaren „10 Fragen“.

  2. Danke!
    Liebe Grüße, Ron

  3. „Er leugnet den Sündenfall, er leugnet die Ursünde, er leugnet die Verderbtheit [des Menschen], er leugnet die Existenz der Hölle …“

    Wie „gut“ ist es dieses Buch… 🙁

  4. @Chris: Das Buch ist gut, weil es Klarheit schafft. Hier dazu noch
    ein Post von Trevin: http://trevinwax.com.

    Liebe Grüße, Ron

  5. At least, it’s good in a fashion then 😉

  6. @ Cristiano

    Right.., good for nothing but trouble!

    Jürgen

  7. Andreas meint:

    Hast Du das hier schon gelesen, Ron? http://www.christianitytoday.com/ct/article_print.html?id=86862 Ein Review von Scot McKnight, der mit folgenden Worten schließt: „Alas, A New Kind of Christianity shows us that Brian, though he is now thinking more systemically, has fallen for an old school of thought. I read this book carefully, and I found nothing new. It may be new for Brian, but it’s a rehash of ideas that grew into fruition with Adolf von Harnack and now find iterations in folks like Harvey Cox and Marcus Borg. For me, Brian’s new kind of Christianity is quite old. And the problem is that it’s not old enough.“

    Grüße,
    Andreas

  8. @Andreas: Ja, das habe ich gelesen. Klare Worte. Vor wenigen Jahren schrieb Scot noch in CT:

    … although I continue to have questions for McLaren …, I believe he can be a rich source for Christian imagination, vision, and reflection. No one today better expresses, like a beat poet, both the ironic faith of emergents and a strong sense of how the gospel should be lived today. As emergent’s pastor and confessing priest, McLaren has moved through this irony and come out the other side with a vision that has won over many.

    Liebe Grüße, Ron

  9. Andreas meint:

    Ich wusste, dass McKnight urspünglich relativ eng (wie eng?) mit McLaren verbunden war. Ich fand diese Rezension um so interessanter. Sieht man hier den Bruch innerhalb des Emerging Movement, von dem M. Patton diese nette Graphik entworfen hat? Sieht man hier ein Anzeichen der Radikalisierung McLarens, der mehr und mehr über Bord wirft und auch Freunde verwirrt zurücklässt? (vgl. Challis: „In this book we finally see where McLaren’s journey has taken him; it has taken him into outright, rank, unapologetic apostasy. He hates God. Period.“)

    Andreas

  10. @Andreas: Die EmCh in den USA ist zerbrochen. Brian, Tony, Doug usw. sind mE nicht radikaler geworden, sondern sprechen inzwischen offen aus, was sie schon länger denken. Sie liebten es ja, mehrfach kodiert zu schreiben. Jetzt bevorzugen sie das klare Wort im Blick auf original sin, sin, sexuality, mission, …

    Ich finde diese Klarheit hilfreich. Leute wie Dan, Scot usw. arbeiten nun mehr in Richtung „missional“.

    Liebe Grüße, Ron

  11. @alle: Gibt’s hier auch jemanden, der das Buch selber gelesen hat? 🙂

    Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie Menschen es lieben, über das zu reden, was andere ÜBER ETWAS sagten, statt das ETWAS selbst zu hören und darüber zu reden.

    Genauso funktioniert die traditionelle Theologie, die immer nur auslegt, was andere auslegten. Und keiner merkt, dass die ersten, die so auslegten, mehr vom griechisch-römischen Theos beeinflusst waren, als vom biblischen Elohim.

    Ungefähr das steht ja übrigens auch in „A New Kind of Christianity“.

    Vielleicht ist der böse McLaren nur damit beschäftigt, die Schrift und das Wort Jesu auszugraben (Jo 2,22) … statt bloss an seinen Namen zu glauben (Jo 2,23)?

    Herzliche Grüsse
    Markus

  12. @Markus: Es reicht, ein bis zwei Bücher von McLaren gelesen zu haben. Schade für jede Stunde und jeden Cent, die oder den man darüber hinaus investiert.
    Liebe Grüße, Ron

  13. Alexander meint:

    @Markus: Danke, dass Du McLarens Hauptthese noch einmal angesprochen hast, die da lautet, die traditionelle christliche Lektüre der Bibel als eine Erzählung über Schöpfung, (Sünden-)Fall und Erlösung des Menschen sei durch und durch griechisch-römisch, genauer: platonisch beeinflusst. Ich weiß nicht, ob McLaren jemals Platon gelesen hat. Stellt man aber die traditionell-christliche und die platonische Version der Erzählung von Schöpfung-Fall-Erlösung einander gegenüber, dann zeigen sich fundamentale Unterschiede:
    1. Schöpfung: nach traditionell-christlicher Interpretation ist die Schöpfung gut und zwar gerade auch die physische Welt. Nach Platon ist die materielle Welt schlecht.
    2. Fall: christliche Lesart: das menschliche Grundproblem ist moralischer Natur (Rebellion gegen Gott) mit ontologischen Konsequenzen (Tod). Nach Platon ist das Grundproblem des Menschen ontologisch (wir sind in unseren Körpern gefangen, von denen wir uns lösen müssen).
    3. Erlösung: christlich: unser moralisches Problem wird gelöst (Christus trägt unsere Schuld am Kreuz) mit ontologischen Konsequenzen (Auferstehung). Platon: Erlösung erfolgt durch Erziehung des Menschen zum gebildeten Menschen, durch Bildung des Geistes (im doppelten Sinne).
    Was die traditionelle christliche Theologie seit Jahrhunderten lehrt, widerspricht Platon demnach in allen entscheidenden Punkten. Angesichts dessen drängt sich mir der Verdacht auf, dass McLaren die Bücher, über die er redet, auch nicht gelesen hat.
    Schöne Grüße
    Alexander

  14. @Ron: Ich find’s halt nur schade, dass sich ausgerechnet Christen nicht von dieser „ad hominem“-Argumentation lösen können. Ausserdem wollte ich ja keine Werbung für McLaren machen. Ich würde es einfach schätzen, wenn Diskussionen mehr auf die effektiven Inhalte abzielen als auf den Urheber.

    @Alexander: Ich weiss jetzt nicht, ob Du das Buch selber gelesen hast. Eine derart simple Darstellung habe ich darin jedenfalls nicht gefunden. Vielleicht wäre es wirklich besser, wir würden über das reden, was jemand wirklich sagte, als über einen „Verdacht“, der sich Dir aufdrängt…
    McLaren sieht das römisch-griechische Denken nicht einfach nur von Platon beeinflusst. Vielmehr weist er darauf hin, dass sich die westliche Zivilisation im Wesentlichen aus der Verbindung („Hochzeit“) des römischen Reiches mit den griechisch-philosophischen Traditionen heraus entwickelt hat. Was den Aspekt griechischer Philosophie betrifft, so bezieht er sich keineswegs nur auf Platon, sondern auf die Auseinandersetzung zwischen Platon (in der Lesart Plotins) mit Aristoteles.
    Ohne das nun weiter auszuführen: Ist es kein legitimer Gedanke, „unsere“ Theologie hinsichtlich ihrer Entstehung zu prüfen? Könnte es nicht sein, dass wir – wie es McLaren in diesem Zusammenhang ausführt – Jesus rückwarts durch die getönten Brillen der Reformatoren, über Thomas von Aquin bis hin zu Augustinus hindurch betrachten, statt ihn vorwärts von der Schöpfung her beleuchten (z.B. über Adam, Abraham, Moses, David, Amos/Jesaja/Jeremia, Johannes der Täufer)?
    Auch ein Galileo Galilei sah sich einst einer „traditionellen christlichen Theologie seit Jahrhunderten“ gegenübergestellt. Eine solche Form von „Autorität“ ist m.E. nicht wegweisend.
    Herzliche Grüsse
    Markus

  15. @Markus: Ich habe die Person McLaren durchaus nett beschrieben und mich ausschließlich mit den Inhalten und Methoden beschäftigt, die McLaren anbietet. Der Vorwurf „ad hominem“ triff also nicht.

    Siehe z.B. hier:

    http://www.bucer.eu/uploads/media/mbstexte126_a.pdf
    http://theoblog.de/wp-content/uploads/2007/12/fta-emch-101.pdf

    Was den theologischen Populismus von McLaren anbetrifft, ist mir meine Zeit wirklich zu schade.

    Liebe Grüße, Ron

  16. @Ron: Danke für die Präzisierung. Theologischer Populismus … das muss ich mir noch überlegen. Als Gegengewicht zum theologischen Elitarismus, der mir persönlich auf dem Magen liegt, kann ich das aber nur begrüssen…
    Ich habe einfach bislang kaum einen „traditionellen Christen“ getroffen, der sich tatsächlich auch inhaltlich mit den Themen befasste, die McLaren in seinen Büchern aufwirft. Auch was ich hier (bislang) gelesen habe ist nur eine Gegenüberstellung seiner Gedanken mit irgendwelchen Dogmen, theologischen Floskeln und Bekenntnisschriften, die es offenbar um jeden Preis zu verteidigen gilt:

    „Er leugnet den Sündenfall, er leugnet die Ursünde, er leugnet die Verderbtheit [des Menschen], er leugnet die Existenz der Hölle …“

    „Sündenfall“, „Ursünde“, „Verderbtheit des Menschen“, „Existenz der Hölle“ … da wird mir schwindlig. Ich liebe und lese die Bibel von Kindesbeinen an. Aber diese Terminologie habe ich nicht beim Bibellesen gelernt, sondern in theologischen Ausbildungsstätten. Irgendwann lernte ich Darby’s Dispensationalismus kennen, später Calvins TULIP, dazwischen sämtliche eschatologischen Modelle, die es auf dem christlichen Markt gibt. Aber was ich einst als Kind in meinem Herzen fühlte (und bewahrte), als ich das Evangelium las und hörte, das lernte ich nicht mehr. Im Gegenteil: Ich lernte eine kalte Wahrheit kennen, die alle diejenigen verdammt, die diese Wahrheit nicht haben (weil sie nicht dazu bestimmt sind, weil sie nicht können, weil sie nicht wollen, da waren sich die Experten nicht so einig – einig waren sie sich nur in einem: verderbt sind wir alle, aber verloren nur „die anderen“.
    Heute lese ich die Bibel wieder mit diesem kindlichen Herz von damals. Und ich kann es beim besten Willen nicht fertig bringen, McLaren diese Verachtung zukommen zu lassen, die ich mancherorts erlebe (selbst wenn ich nicht in allen Punkten mit ihm übereinstimme).
    Theologischer Populismus … ich bin immer noch am überlegen.
    Herzliche Grüsse
    Markus

  17. @Markus: Spontan: Du bist auf der Suche nach „Wahrheiten“, die sich nach Deinem Gefühl richten. Deshalb findest Du auch McLaren so anziehend. Er hat nämlich keine Probleme damit, die Dinge so zu sehen, wie er sie fühlt.

    Ein angenehmes Gefühl ist leider keine Garantie dafür, nicht betrogen zu werden.

    Liebe Grüße, Ron

  18. @Ron: Dem Verstand statt dem Herzen zu folgen ist leider auch keine Garantie dafür, sich nicht zu irren („im Herzen fühlen“ ist nicht einfach nur ein Gefühl). Ausserdem ist Denken und Fühlen nicht so leicht zu differenzieren, wie manche meinen…
    Aber ich glaube, es geht weder um Denken noch um Fühlen, sondern um ein geistliches Erfassen von Inhalten, die sich nicht in theologische Lehrmodelle oder Bekenntnistexte einmeisseln lassen (sofern wir ein fleischernes Herz haben…).
    Im übrigen bin ich nicht durch McLaren auf diese „neue Art des Christentums“ gekommen, sondern durch ein intensives Studium biblischer Eschatologie.
    Ich wäre durchaus bereit, auch nur über die theologische Dimension zu sprechen, aber ich weiss nicht, ob diese Kommentarfunktion dafür geeignet ist.
    Liebe Grüsse, Markus

  19. @Markus: Das „geistliche Erfassen“ von Inhalten, die sich nicht in Aussagen fassen lassen, hat eine mit der negativen Theologie eine lange Tradition. Aber wie und wieso sollen wir darüber reden, wenn es sich nicht sprachlich etc. fassen lässt?
    Liebe Grüße, Ron

  20. @Ron: Was ist eine „negative Theologie“?
    Ich habe nicht gesagt, man könne diese Inhalte nicht sprachlich etc. ausdrücken. Ich meine nur, man könne diese Inhalte nicht in Regelwerken, theologischen Lehrmodellen und Bekenntnistexten einmeisseln. Das Wort wurde Fleisch, das Wort ist lebendig.
    Und unser Herz ist entweder aus Stein oder aus Fleisch.
    Herzlichen Gruss
    Markus

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