Brüllen im Hörsaal

Amerikanische Universitäten berichten von „Niederbrüllen“ und der Unterdrückung freier Diskussionen durch muslimische Studenten. Wie das Institut für Islamfragen meldet, fragt die Kriminologin Anat Berko in einem Artikel des Gatestone Institute (New York) vom 6. Januar 2015, warum Universitäten es muslimischen Studenten erlauben, durch Niederbrüllen oder Drohungen Hörsaalvorträge oder freie Diskussionen zu verhindern oder vorzeitig zu beenden.

Sie beschreibt eine Anzahl von Vorfällen, die sie selbst erlebt hat oder von anderen Referenten gehört habe, in denen Universitäten es Studenten erlaubt hatten, die akademische Freiheit zu missbrauchen und andere Studenten und Professoren an der Ausübung ihrer Rechte zu hindern. Sie ist überzeugt, dass das Problem weit verbreitet ist und noch zunähme. Es sei furchteinflößend, mitzuerleben, wie die akademische Freiheit in einer so großen Demokratie wie der USA von Studenten ausgehebelt würde und die Universitäten sie offenbar aus Furcht gewähren ließen.

Es gäbe aber auch Hoffnungsschimmer. Viele muslimische Studenten seien gerade wegen dieser Gewalt und Intoleranz radikaler Muslime aus ihren Heimatländern geflohen.

Kommentare

  1. Faschisten lernen eben von einander – die Nationalsozialisten und die 68er haben’s vorgemacht und die Enkel der letzteren praktizieren es (oder Varianten davon) bis heute. Frei nach Nietzsche’s Willen zur Macht: Meinungen werden verstanden als etwas, was mit Macht durchgesetzt werden muss, nicht etwas, was sich im argumentativen Wettstreit miteinander am Letztmaßstab der Wahrheit bewähren muss.
    Interessant: Die postmoderne Aufgabe des Wahrheitsmaßstabs zeitigt dasselbe Ergebnis wie das Festhalten an einem prämodernen Wahrheitsbegriff (und begünstigt damit letzteres doppelt, nicht nur ihren Kulturrelativismus), und beides gegen den modernen Wahrheitsbegriff, der sich (auch) aus dem prämodernen christlichen entwickelt hat. Was ist der hier relevante Unterschied zwischen dem christlichen und dem islam(ist)ischen Wahrheitsbegriff? Gibt es einen Unterschied jenseits der (unterschiedlichen) historischen Entwicklungen, der also nicht akzidentiell ist, sondern zum jeweiligen Wesen gehört?

  2. Schandor meint:

    @Jörg

    Dein Kommentar ist für mich ein wenig schwer zu verstehen. Ich versuche mal, ihn zu „entschlüsseln“:
    Faschisten lernen voneinander; … die Enkel der 68er praktizieren „es“ (die Gewalt? das Brüllen?)

    „Die postmoderne Aufgabe“ (meintest Du „Preisgabe“ oder „Aufgabe“ i.S.v. Pflicht?)
    Was ist ein „prämoderner Wahrheitsbegriff“?
    Was ist „letzteres“, und inwiefern begünstigt „letzteres“ „doppelt“ ??? Hier wird es besonders schwierig.
    Was ist der moderne „Wahrheitsbegriff“ (die Postmoderne hat ja keinen Wahrheitsbegriff, vielmehr liegt es in ihrem Wesen, Wahrheit gerade nicht zu begreifen).
    Was ist der Unterschied zwischen einem „relevanten Unterschied“, einem „hier relevanten Unterschied“ und einem Unterschied überhaupt?
    Du fragst zuletzt nach einem Unterschied „jenseits“ der „unterschiedlichen“ historischen Entwicklungen (gibt es mehrere?) usf.
    Darauf kann man antworten, was immer man möchte, aber wärest Du mit einer Antwort zufrieden, bei der nicht sicher ist, ob sie Deine Frage verstanden hat?
    Versuch’s nochmal! 😉

  3. Faschismus ist weder an den politischen noch an den metaphyischen Gehalt einer Ideologie gebunden – es gibt rechten Faschismus, linken Faschismus (zB innerhalb der 68er Bewegung und ihrer Nachfahren), religiösen Faschismus (zB Islamismus).
    Eines, was diesen gemeinsam ist, ist das Unterdrücken von anderen Meinungen (und damit dem freien Diskurs) auf verschiedene Weise, sei es verbal (niederbrüllen) oder physisch.
    „Aufgabe“ meint das „Aufgeben“, wie das Genitivattribut und der Gegenbegriff „Festhalten“ deutlich machen.
    Prämoderner Wahrheitsbegriff: Islam(ist)ischer Wahrheitsbegriff, da dieser vor der Moderne entstanden ist. ICh meine damit zusätzlich noch: von der Moderne begrifflich/inhaltlich unterschieden, weil der moderne Wahrheitsbegriff nicht aus dem Nichts entstanden ist sondern (chronologisch prämoderne) Vorläufer hat (zB Christentum).
    Moderner Wahrheitsbegriff: Es gibt eine absolute, für alle verbindliche Wahrheit (Norma normans). Meinungen sind Wahrheitsansprüche und müssen (und wollen) sich an der Norma normans messen und treten dazu in den argumentativen Wettstreit.
    Letzteres grammatikalisch > Festhalten am prädmodernen Wahrheitsbegriff: Die Postmoderne begünstigt den Islamismus, indem sie einerseits ihm aufgrund ihres Kulturrelativismus nicht entgegen treten will und kann und anderseits eine ähnliche „Diskussionskultur“ hervorgebracht hat – wenn Vortragsstörungen linksradikaler Studenten als alltäglich wahrgenommen werden, mit welchem Recht und aus welchem Antritt sollte dann die Uni gegen islamistische Störungen vorgehen?
    Zwei Sachen unterscheiden sich typischerweise in einer Vielzahl von Eigenschaften, die sich bei entsprechend gewähltem Maßstab bis ins Unendliche vermehren lässt. Aus dieser Vielzahl sind aber für eine bestimmte Fragestellung nur eine begrenzte Anzahl von Eigenschaften relevant – nämlich diejenigen, die Unterschiede in der Antwort auf jene Fragestellung bedingen.
    Islam und Christentum haben unterschiedliche historische Entwicklungen hinter sich – insofern mehrere. Ist es nur historisch bedingt, dass der Islamismus heute gegen die Meinungsfreiheit auftritt, das Christentum dagegen dafür?

  4. Schandor meint:

    @Jörg

    Danke für die Aufklärung!

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