Calvins Beziehung zu Luther

Hanniel hat kurz etwas über Calvins Beziehung zu Luther geschrieben.

  • Starker Einfluss
  • Beeindruckt
  • Nötiger Abstand
  • Person und Sache getrennt.

Hier: www.hanniel.ch.

Kommentare

  1. Alexander meint:

    Calvin ist eigentlich nicht ohne Luther zu verstehen, was heute meist sowohl von Calvinisten als auch von Lutheranern übersehen wird. Carl Trueman hat in einem Video über die Strömungen, die Calvin beeinflusst haben, die Bedeutung Luthers für Calvin knapp dargestellt, dort ab 2:40.
    Angeblich, ich finde den Nachweis gerade nicht, soll Luther umgekehrt sogar einmal gesagt haben, dass er Calvins Abendmahlslehre gar nicht mal so ferne stehe – immerhin der Punkt, an dem sich in der Folge Luthertum und Calvinismus dann am deutlichsten unterscheiden.

  2. @Alexander: Ich habe auch den Eindruck, dass Lutheraner gar nicht unbedingt so lutherisch sind. Durch Luthers Eigenart, Dinge stark zuzuspitzen und durch „Übertreibung“ etwas zu verdeutlichen, kann man wohl schnell übersehen, worum es ihm eigentlich ging.
    Der Nachweis dieser Lutheraussage würde mich interessieren. Wo ist er zu finden? Viele Grüße

  3. Andreas meint:

    Eberhard Busch, Warum ich Calvin schätze? In: TheolBeitr. 40/1 (2009), 28-40, hier :

    „Zum Zweck der Einigung über das Verständnis des Abendmahls schlug Calvin ein ökumenisches Konzil der evangelischen Kirche vor. Und er formulierte einen Vorschlag, was dort in der Sache zu beschließen sei: ‚Wir bekennen doch alle mit einem Munde, dass wir, wenn wir gemäß der Einsetzung des Herrn im Glauben das Sakrament empfangen, wahrhaft der eigentlichen Wirklichkeit des Leibes und Blutes Jesu Christi teilhaftig werden.’ [Johannes Calvins Lebenswerk in seinen Briefen. Eine Auswahl von Briefen Calvins in deutscher Übersetzung von R. Schwarz, Neukirchen 1961/62, 493.] Es ist überliefert, dass Luther diesem Vorschlag zugestimmt hat, was nach dessen Tod durch die Polemik der Zionswächter vergessen wurde. Und als es zu einer Verständigung zwischen Zürich und Genf 1549 hinsichtlich des Abendmahls kam, hat der lutherische Streit dagegen übersehen, dass der entscheidende Artikel 7 des Consensus Tigurinus völlig mit der Confessio Augustana Art. 13 über einstimmt.“

    Leider gibt E. Busch keine Quelle für die Überlieferung die Zustimmung Luthers betreffend an. Das hätte mich auch interessiert.

    Zur lutherischen Theologie nach Luther muss man sagen, dass die Leute z.T. wirklich päpstlicher sein wollte als der Papst, hier lutherischer als Luther. Es mag schwer sein, ein großes Werk zu schaffen, es zu erhalten ist noch schwerer. Dabei spielt immer die Angst mit, das Erbe zu verspielen. Und das umso mehr, als das Luthertum in den ersten Jahren beinahe an inneren (dogmatischen) Streitigkeiten zerbrochen wäre, die erst 1577 durch die Konkordienformel beendet wurden. (Wie sieht das hier im Calvinismus aus?) Sollte E. Busch recht haben, wäre das natürlich sehr traurig, da es Jahrhunderte gedauert hat, ehe Lutheraner und Reformierte beim Abendmahl zusammenfinden konnten (Leuenberger Konkordie 1973). Unterschiede gibt es allerdings noch andere, die ebenfalls tief reichen, sie sind nur vielleicht nicht ganz so auffällig (und für lange Zeit trennend gewesen), wie die beim Abendmahl.

    Ein Lutheraner 😉

  4. In „Johannes Calvin. Leben und ausgewählte Schriften“ von Dr. E. Stähelin Bd. 1 S. 227 findet sich etwas darüber

    http://books.google.de/books?id=PBoWAAAAYAAJ&pg=PA227#v=onepage&q&f=true

    Gruß,
    Andreas

  5. Alexander meint:

    Genau, das war die Geschichte, die ich meinte. Wer weiß, was passiert wäre, hätte Luther noch ein paar Jahre länger gelebt. Sei’s drum, es hat nicht sollen sein.
    Zu den Gemeinsamkeiten zwischen Luther und Calvin muss man sicher auch zählen, dass Luther im Grunde wie Calvin die doppelte Prädestination gelehrt hat – zum Entsetzen vieler heutiger, stärker pietistisch geprägter Lutheraner.
    Ja, tiefreichende Unterschiede zwischen Lutheranern und Reformierten sind selbstverständlich auch heute noch da, gerade in der Kanonsfrage, Materialprinzip versus Formalprinzip. Aber bei genauerem Hinsehen sind viele Unterschiede dann doch erstaunlich klein und die Gemeinsamkeiten groß, zumindest zwischen ‚lutherischen‘ Lutheranern und Reformierten, s. hierzu den Anhang von Wolf Christian Jaeschke in Adolph Zahn, Von Gottes Gnade und des Menschen Elend, ein Buch, das Ron hier vorgestellt hat und in dem es auf S. 489-523, contra Ron ;), nicht nur um die Lehrunterschiede, sondern eben auch um die Nähe zwischen den beiden Konfessionen geht.

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