China: »Die Kirche hat keine Angst«

Nach Jahren relativer Ruhe scheint sich das Verhältnis zwischen offizieller Kirche und den Untergrundkatholiken in China zu verschlechtern. Die regierungstreuen »Patrioten« versuchen, an Einfluss zu gewinnen.

Till Fähnders, von dem auch ein Beitrag im Buch Märtyrer 2010 enthalten ist, beschreibt für die FAZ die Spannungen unter den katholischen Christen in China.

In der Kulturrevolution der sechziger und siebziger Jahre waren die Christen in China besonders brutalen Verfolgungen ausgesetzt gewesen. Kirchen wurden zerstört oder geschlossen, Priester und Bischöfe kamen in Arbeitslager. Die kleine Nachbarschaftskirche in seiner Heimatstadt Qingdao sei damals zu einer Schuhfabrik umfunktioniert gewesen, berichtet Studiendekan Chen. Seine Familie habe nur in der Nacht gebetet, während andere schliefen. Doch das Christentum habe sich im Geheimen weiterentwickelt. »Die Lehre ist, dass die Kirche keine Angst vor Unterdrückung hat«, sagt der Priester. Seit der Reformpolitik von Deng Xiaoping seien viele neue Kirchen entstanden. In China gebe es heute ein geistiges Vakuum, und das Christentum werde für viele dadurch attraktiver, sagt Chen. Die Situation seit der umstrittenen Bischofsweihe bezeichnet der Dekan aber als »sensibel«. In der derzeitigen Lage müssten beide Seiten zum Dialog bereit sein. Er meint damit wohl den Vatikan und die Regierung Chinas. Die »Patriotische Vereinigung« sieht er dabei nur als Brückenbauer zwischen der Kirche und der Regierung an. »Im Glauben sind wir mit dem Vatikan vereint. In den Bereichen der Wirtschaft, der Politik sind wir auf der Seite der chinesischen Regierung«, sagt er.

Hier der vollständige Artikel: www.faz.net.

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