China: Protestantismus wächst trotz Einschüchterungen

In China breitet sich das Christentum mit einer für die Behörden beängstigenden Geschwindigkeit aus. Vor allem protestantische Gemeinden wachsen. Nach offiziellen Zahlen gibt es etwa 23 Millionen protestantische Christen in China, tatsächlich könnten es aber bereits an die 80 Millionen sein. Die Regierung will sich noch stärker einmischen. In einer kleinen Gemeinde wurden jetzt wegen „Baumängeln“ die Kreuze von den Kirchendächern gerissen. Ein Vorgeschmack auf weitere Maßnahmen?

Petra Kolonko hat für die FAZ einen einen guten Artikel über den Status der Religionsfreiheit in China geschrieben:

Nach dem, was bisher bekannt wurde, zielen die neuen Bestimmungen darauf, die Religionsgemeinschaften noch mehr als bisher unter der Kontrolle der Partei zu halten und dazu die staatliche Ausbildung und Anleitung der religiösen Lehrer und Würdenträger zu verbessern. Auch die von Parteichef Xi Jinping befohlene „Sinisierung“ der Religionen soll betont werden. Xi Jinping hatte zu Beginn des Jahres in einer Grundsatzrede daran erinnert, dass sich alle Religionsgemeinschaften an die sozialistische Politik halten müssen und der „ausländische Einfluss“ sowie eine „Infiltration“ Chinas auf dem Weg der Religion verhindert werden sollten.

Das zielt nicht nur, aber vor allem auf die christlichen Kirchen, die als besonders anfällig für westliche ausländische „Einmischung“ angesehen werden. Dabei ist das Gebot der Sinisierung nicht neu. Die chinesischen Kommunisten hatten in den sieben Jahrzehnten ihrer Herrschaft bereits alles getan, um die chinesischen Kirchen von denen im Rest der Welt zu trennen. So musste sich die katholische Kirche vom Papst lossagen, und der protestantischen Kirche wurden die „Drei Selbst-Prinzipien“ verordnet, nach denen sie sich selbst verwalten, finanzieren und ihre Lehre verbreiten sollte.

Mehr: www.faz.net.

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