Christlicher Fundamentalismus auf dem Vormarsch?

In der Universität Marburg wird am 9. Juli eine Veranstaltung zum Thema »Evangelikalismus« angeboten. Dagegen ist wirklich nichts einzuwenden. Wer allerdings eine sachliche und faire Behandlung des Themas erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. In der Einladung zur Veranstaltung heißt es:

Evangelikale werben für eine rückwärtsgewandte Sexualmoral, die einer Gleichstellung von Lesben und Schwulen ebenso entgegensteht wie der Gleichstellung von Mann und Frau; sie betreiben eine offensive Mission, die die Spannungen gegenüber anderen Religionen anheizt. Ihr weltweiter Vormarsch drängt in den Ländern des Südens kirchliche Kräfte, die sich gegen die Ausbeutung ihrer Staaten durch den reichen Norden zur Wehr setzen, konsequent zurück. Der Vortrag bietet einen Überblick über die Entwicklung der Evangelikalen Bewegung in Deutschland (mit besonderem Augenmerk auf die Situation in Marburg), über ihre inhaltliche Orientierung, über politische Vorstöße einzelner Organisationen und über ihre globale Dimension.

Einen Flyer zur Veranstaltung kann hier herunter geladen werden: s1b.directupload.net.

Kommentare

  1. statt des Vortrags wäre eine Einladung eines Vertreters der Evangelikalen zu einer Podiumsdiskussion wesentlich interessanter und herausfordernder gewesen. Wer bereit ist, sich sich mit den Argumenten des anderen auseinander zu setzen, zeigt Ernsthaftigkeit und Standhaftigkeit in den eigenen Überzeugungen.

    Wenn man die Einladung liest, muss man feststellen, dass hier den Evangelikalen/ Fundamentalisten etwas vorgeworfen wird, was aber die Grundprinzipien der Reformation angreift: sola scriptura, sola gratia, sola fide. Was in der Reformation/ im Protestantismus eindeutig betont wurde, dass Glaube und Ethik auf der Grundlage der Heiligen Schrift stehen müssen, wird hier hinterfragt.

    Leider wird zu schnell übersehen, dass gerade diese Basis unser demokratisches Verständnis in Europa geprägt und ermöglicht hat.

  2. So manches mal frage ich mich wie es soweit kommen konnte das die Evangelikalen so herunter gemacht werden.
    Wie kommt es dazu. Das Buch der ARD Journalisten zeigen als Titelbild Bonke. Der Mann ist ein Problem für die Evangelikalen durch und durch. Aber ihm allein die Schuld zu geben wäre falsch. Das negative Bild von den Evangelikalen haben sehr stark die Pfingtsler mit geprägt. Dies kann man auf jedenfall in der Buchrezension nachlesen. In dem anschreien als Geistes wirken bezeichnet wird.
    Aber auch ihnen will ich nicht allein die Schuld geben.
    Irgendwie haben wir Evangelikalen es versäumt unsere Position klarer darzustellen. Jetzt scheint es schon zu spät zu sein
    Gruß
    Peter

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