Clark H. Pinnock (1937–2010)

Der amerikanische Theologe Clark Pinnock ist am 15. August 2010 verstorben. Pinnock promovierte unter F.F. Bruce im Fachbereich Neues Testament zum Thema »Das Konzept des Geistes in den paulinischen Briefen«. Durch seine Mitarbeit bei Francis Schaeffer Anfang der 60er Jahre wandte er sich der reformierten Theologie zu. »Schaeffer«, so pflegte Pinnock damals zu sagen, »ist die wichtigste Person für mein Leben«.

Nichtsdestotrotz distanzierte sich Pinnock später von Schaeffer und migrierte zum Arminianismus. Seit den 90er Jahre zählt er zu den prominentesten Vertreter des so genannten »Open Theism«, gemäß dem die Allwissenheit Gottes nicht im traditionellen Sinn zu interpretieren sei und Gott die Zukunft nicht kennen könne (da sie keine reale Größe sei). Außerdem machte sich Pinnock für die annihilationistische Position (siehe hier) und den Heilsuniversalismus, demgemäß Menschen auch ohne Glauben an Jesus Christus das Heil erlangen können, stark.

Meine Kollege Titus Vogt stellt Pinnock’s Konzept der Allwissenheit Gottes in einer kurzen Ausarbeitung vor: Pinnock_ist_Gott_allwissend.pdf.

Kommentare

  1. Roderich meint:

    Hallo Ron,
    ein Aufsatz von Pinnock aus dem Jahre 1992 zum „Annihilationismus“ steht auch online unter Impenitent.pdf – er sagt darin, dass es keine ewige Hoellenstrafe gibt.

    Er schreibt ja recht ansprechend. (Auch wenn ich seiner Argumentation nicht folge). Ein bischen scheint er aber zu suggerieren, Christen, die an die ewige Hoellenstrafe glauben, taeten dies aus „Freude“ an der Vorstellung hegen, Unglaeubige kommen in die Hoelle. Dem ist ja (meistens) nicht so. Man kann an die ewige Hoellenstrafe glauben, und doch „ein Herz“ fuer seine Mitmenschen haben, das eine hat ja mit dem anderen nichts zu tun, denn es handelt sich ja um eine Offenbarung Gottes. Man sollte das glauben, was das Wort Gottes sagt. Ob es einem gefaellt oder nicht. Ich kann mir vorstellen, dass viele Leute aufgrund von „Humanismus“ oder einer einseitigen Betonung der „Liebe Gottes“ nicht mehr daran glauben wollen, dass es eine Hoelle gibt. – Natuerlich muss man die Argumente von Skeptikern exegetisch pruefen.

  2. Alexander meint:

    Pinnock war in den 1960ern einer der Hauptverantwortlichen für die Rückkehr der Southern Baptists zur ‚Irrtumslosigkeit der Schrift‘. In den 70ern hat er sich dann selbst von dieser Lehre abgewandt. Kurios, wie Gott Menschen gebraucht. Hier ein Nachruf auf Pinnock von einem Southern Baptist:
    http://thegospelcoalition.org/blogs/tgc/2010/08/17/why-conservative-evangelicals-should-thank-god-for-clark-pinnock/

    Gruß
    Alexander

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