D. von Wachter: „Der Mythos der Aufklärung“

Der Philosoph Daniel von Wachter schreibt:

Der Begriff „Aufklärung“ wurde von Gegnern des Christentums erfunden, um den Eindruck zu erwecken, die Christen seien naiv und intolerant, und im 18. Jahrhundert sei dagegen schließlich langsam die Vernunft zur Geltung gebracht worden, was zur Entstehung der Naturwissenschaft, zu Fortschritten in der Philosophie und zur Religions- und Meinungsfreiheit geführt habe. Die sich selbst als „Aufklärer“ Bezeichnenden wollten sich als epochemachend stilisieren. Die angeblichen Errungenschaften der Aufklärung wurden größtenteils von anderen errungen. In dieser ersten Folge wird die Grundstrategie der Aufklärung und die Diskrepanz zwischen dem Inhalt und dem Umfang des Aufklärungsbegriffes dargestellt.

Der lehrreiche Aufsatz: „Der Mythos der Aufklärung Teil 1: Eigenlob stinkt“ ist beim Professorenforum erschienen und kann hier heruntergeladen werden: Artikel_I_2014/Wachter-Aufklaerung1-2014.pdf.

Kommentare

  1. rolf eicken meint:

    Hier möchte jemand gewollt „Die Aufklärung“ falsch verstehen, um seine wie auch immer geartete Sicht der Dinge unter`s Volk zu bringen. Kants „sapere aude“ und seine Einlassungen „Was ist Aufklärung“ können auf diese Weise nicht hinweg diskutiert werden. Auch E. Lessing zu desavouieren ist, wie man in Bayern sagt, hinterfotzig. Lessings Verdienste um die Völkerverständigung der damaligen Zeit sind gar nicht hoch genug einzuschätzen (s. Ringparabel).
    Die Aufklärung hat versucht, die Menschen aus den Klauen des Absolutismus und der Bevormundung durch die Kirchen, zu befreien, nicht mehr und und nicht weniger. Alles andere ist an den Haaren herbeigeredet und überflüssige, einem bestimmten Blickwinkel geschuldete Wichtigtuerei. Ohne Aufklärung wären wir heute nicht da, wo wir incl. Demokratie und Menschenrechte sind. Das zu leugnen ist einfach dumm.

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