Das Elter

In der Schweiz soll »das Elter« die Begriffe »Vater« und »Mutter« ersetzen. Auch der Europarat will im Namen der Geschlechtergerechtigkeit die Sprachbenutzer umerziehen. Hinter beiden Projekten verbirgt sich ein Gleichheitswahn, der letzten Endes unmenschlich ist.

Bisher galt die Schweiz als Hort der Liberalität. Volksentscheide, eine kleine Regierung und das föderative Prinzip machten die Eidgenossenschaft zum Vorbild direkter Demokratie. Und jetzt das: Die Stadtregierung von Bern, der Gemeinderat, hat einen 22-seitigen Sprachleitfaden verabschiedet. Demnach droht Stadtbediensteten künftig eine Strafe, wenn sie sich im Amt nicht “geschlechtergerecht” ausdrücken. Verboten ist ab sofort “Mannschaft”, erlaubt ist “Team”. Aus dem “Fußgänger-” muss der “Zebrastreifen”, aus dem “Besucher-” der “Gästeparkplatz” werden. Noch härteres Geschütz fährt ein 192-seitiger Ratgeber aus der Bundeskanzlei auf, der für alle Schweizer Staatsmitarbeiter (Pardon: -mitarbeitende) gelten soll: Die “Mutter” gilt demnach im behördlichen Schriftwesen als ebenso diskriminierend wie der “Vater”. Geschlechterselig macht “das Elter”.

Hier der Kommentar von Alexander Kissler: www.theeuropean.de. Außerdem der Beitrag der Zeitung Blick und die kurz gefasste Broschüre der Stadt Bern.

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Nachtrag vom 16.06.2010:  Die Schweizer Bundeskanzlei hat klargestellt, daß es keinerlei Vorgaben für die geschlechtergerechte Sprache im Bund gibt, nach denen die Begriffe Mutter oder Vater durch das Wort Elter ersetzt werden müssten. Hier mehr: www.medrum.de.

Kommentare

  1. Was soll der Geiz – warum diese Zurückhaltung? Schaffen wir doch gleich die geschlechtsspezifischen Artikel (neudeutsch also das Artikel) und Wörter komplett ab! Wehe dem, der noch eine Mutter und einen Vater haben will und eine Oma und einen Opa und eine Schwester und einen Bruder – das Elter, das Großelter und das Geschwister, so einfach ist das … !?

    Haben diese Leute wirklich keine anderen Sorgen und Probleme? Mann, o Mann – sorry, ich korrigiere mich: Mensch, o Mensch! Wehe dem, der es einmal wagt, mich als „das Elter“ zu bezeichnen!

  2. Hoffentlich platzt dieser aufgeblähte Gender-Ballon bald, denn solche Verhunzungen wie „das Elter“ kratzen gewaltig an der Schmerzgrenze.

  3. Jürgen meint:

    Wie heißen denn in der Schweiz jetzt Oma und Opa? Etwa „Vielelter“..? 😉

    Gruß, Jürgen

  4. @Jürgen: So ähnlich: Großelter.
    Liebe Grüße, Ron

  5. Jürgen meint:

    @ Ron

    Ja, ich weiß. Es war ein Wortspiel mit dieser unsinnigen Bezeichnung. Vielleicht ein bisschen albern, aber naja.., mir war heute früh danach. 🙂

    Gruß, Jürgen

  6. @Jürgen: Sorry, dass ich Dich nicht verstanden hatte.
    Liebe Grüße, Ron

Trackbacks/ Pingbacks

  1. […] Ron hat darauf hingewiesen und es ist nicht zu fassen – die Schweiz will in Behörden im Rahmen des gender mainstreaming die Begriffe Vater und Mutter verbieten und statt dessen auf den neutralen Begriff „das Elter“ ausweichen. Klingt ein bisschen nach Eiter und ist auch nicht viel besser… Zitat: Auch die Bundeskanzlei hat einen Leitfaden für die Mitarbeitenden beim Staat verfasst. Der geht sogar noch weiter. Auf 192 Seiten wird erklärt, wie man in welcher Situation geschlechtergerecht korrekt formuliert. Und auch die Liste der «diskriminierenden Wörter» ist länger. Statt Vater oder Mutter sollte man laut Bund besser «der Elternteil» oder «das Elter» schreiben. «Der Leitfaden ist für amtliche Publikationen verbindlich», sagt Isabel Kamber, Stellvertretende Leiterin Zentrale Sprachdienste, Sektion Deutsch. (alle Zitate aus diesem Artikel) […]

  2. […] Nein, da ist kein Rechtschreibfehler in der Überschrift – zumindest nicht aus Sicht der Schweizer Behörden. Im Rahmen des unsäglichen “Gender Mainstreamings” werden die Begriffe “Vater” und “Mutter” als diskriminierend deklariert und sollen durch den neutralen Begriff “das Elter” ersetzt werden. Aufmerksam auf diese neueste Stilblüte wurde ich via wegbegleiter und Theoblog. […]

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