Das Evangelium des Joel Osteen

Joel Osteen und Rick Waren haben das Fernsehstudio von Oprah Winfrey besucht. Joel Osteen, Pastor der „Lakewood Church“-Gemeinde in Houston (USA,Texas), hat dabei sein Evangelium ganz gut auf den Punkt gebracht:

Am vergangenen Sonntag, den 28. Oktober, strahlte OWN den ersten Teil des Treffens in der Sendung „Oprah’s Lifeclass“ aus. Joel Osteen sprach in seiner Predigt über die Bedeutung der Aussage „Ich bin“ (I am). „Alles, was man selbst über sich sagt, wird irgendwann wahr“, lautete der Kernsatz des Vortrags. Wer sage „Ich bin tollpatschig“, der ziehe die Tollpatschigkeit förmlich an, so Osteen. Im positiven Sinn gehe das aber auch: „Wer von sich sagt: ‚Ich bin gesegnet‘, der wird auch gesegnet. Benutzt eure Worte, um eure Zukunft zu segnen, nicht um sie zu verfluchen.“ Gott habe jeden Menschen so geschaffen, wie er es gewollt habe, predigte Osteen. Im Epheserbrief stehe, dass Gott zu jedem Menschen sage: „Du bist mein Meisterstück“.

Na, dann sage ich es ruhig mal: „Ich bin ein Esel.“

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Kommentare

  1. Schandor meint:

    Huch!

    Ich bin Joel Osteen (ein reicher Fernsehprediger).

    Ich bin ich (Gurdjieff)

    I am Yu (Shaolin-Großmeister aus Rush3 [http://www.youtube.com/watch?v=dU4lYcN6zEY])

    Ich bin Christ, und das ist gut so.

    Ich bin total fertig.

    Ich dust-bin

    Ich bin durstig

    Und ich dachte, der Hype wäre mit Kenneth Hagin&Copeland vobei … bin ich ein Depp!

    So. Ich habe fertig.

  2. Alsterstewart meint:

    Je positiver ich mich sehe, desto mehr segnet mich Gott… Hört sich doch prima an. Ich segne mich, also wird mich Gott auch segnen…. Dass das so einfach geht, wusste ich bislang nicht. Ich kannte bislang nur die Kreuznummer von wegen Kreuz auf sich nehmen, Dorn im Fleisch und so.

    Dann bestelle ich bei Gott schon mal meinen Porsche. 😉

  3. Schandor meint:

    @Alterstewart

    Ja. Du hast bewiesen, dass Du die Lektion verstehst: Du hast nicht geschrieben, „Dann bestelle ich bei Gott schon mal einen Porsche“, sondern ganz richtig: „Dann bestelle ich bei Gott schon mal meinen Porsche“!

    BTW: Ich würd‘ mir aktuell eher was anderes nehmen. Den neuen RR Evoque. Den nehm ich.

    🙂

  4. Alsterstewart meint:

    @Schandor
    Auf der Site von Oprah Winfrey äußert sich eine „Wilda Maymi“: Sie brauchte ein neues Auto und glaubte für ein blaues – und sie bekam ein blaues Auto.

    Was Osteen predigt – und Oprah Winfrey nun noch weiter verbreitet, ist das „anything goes if you believe it“. Das scheint mir eine Einstellung zu sein, die tief in der amerikanischen Mentalität verwurzelt ist. An diesem Punkt treffen sich der Pastor aus Texas mit der Showmasterin in Hollywood – und da treffen sie auch den Nerv vieler, sehr vieler Amerikaner.

    Wir Deutschen sind da wesentlich skeptischer, wir sind jahrhundertelang durch die harte Schule der Begrenzung gegangen.

    Und des Weiteren offenbart sich hier die Oberflächlichkeit der größten amerikanischen Megachurch (Lakeland): Die Predigt von Osteen kommt fast ohne Bibeltext aus (obwohl die Versammlung vor der Predigt die Bibel schwenkt und ihr die Treue gelobt), dafür aber wird viel an das positive Denken appelliert, die Selbstheilungskraft des Menschen propagiert und – mit einer Prise Humor – auch das Osteen´sche Schriftgut promotet. Mit dem Evangelium hat das nicht viel zu tun, mit bestimmten Aspekten der Neurolinguistischen Programmierung eher. Mich erinnert das daher eher an Vera Birkenbihl, Emile Ratelband oder Jürgen Höller und es bereitet mir Schmerzen, wenn ich den Einfluss dieses Nonsense in Gemeinden wahrnehme.

  5. Schandor meint:

    „Schule der Begrenzung“ – das gefällt mir sehr gut.

    Es ist vielleicht auch dem superengmaschigen Beziehungsgeflecht der amerikanischen We-Kultur geschuldet, dass derlei Phänomene gerade in Amerika keine Seltenheit sind. Ich vermute einmal, dass sich das, was Du über Deutschland sagst, mutatis mutandis auf andere europäische Staaten ausdehnen lässt.
    NLP ist mE eine klare – und gefährliche – Sache. Das ist Manipulation, auch wenn das eifrige Verfechter der Methode gar nicht gerne hören. Es ist die systematisierte, gewissenlose Art und Weise, die Schwächen des anderen für sich nutzbar zu machen. Insofern kann der Vergleich gut standhalten. Vera Birkenbihl kenne ich, die anderen dagegen nicht.
    Über den Einfluss in Gemeinden bin ich dzt. nicht sehr am Laufenden …

  6. John MacArthur findet zu Joel Osteen klare und unzweideutige Worte: https://www.youtube.com/watch?v=jDuDN2FtrIo (hart, aber leider wahr)

  7. Ich hab mir zwar den Auftritt nicht angesehen, sondern nur kurz die Beiträge gelesen, aber eines kam mir dabei in den Sinn, was ich, bei aller Kritik, bemerken möchte. In meiner Lehrtätigkeit in Seminaren für Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt nur schwer vermittelbar sind, fällt mir immer wieder auf, dass diese sich selbst als „Nichtskönner“ wahrnehmen und dies auch aufällig oft über sich selbst aussprechen: „Das kann ich nicht“, „Ich bin so…“ etc. Selbst in der Psychologie sind Selbstkonzepte, also das, was ich über mich denke, von großer Bedeutung für Erfolg beim Lernen, aber auch Erfolge beim Erreichen von Zielen im Leben. Ich persönlich glaube, dass Gott gut ist und möchte, dass wir gesegnet sind und unser Potenzial für sein Reich vollkommen entfalten. (Segen ist für mich dabei nicht nur materielles Wohlergehen, sondern vor allem auch der innere Frieden Gottes). Ich bin mir sicher, dass es auch in Deutschland sehr viele Menschen gibt (mit Sicherheit auch Christen, zumindest sehe ich sie in sämtlichen Gemeinde, die ich kenne), die gering von sich denken und mit dem Aussprechen von Aussagen wie „ach, bin ich blöd“, „das schaff ich nie“ etc. dieses Denken manifestieren und damit natürlich auch ihre Ziele und Zukunft im Leben entscheidend negativ beeinflussen. Ich persönlich glaube, dass Gott will, dass wir innerlich zufrieden sind. Das bewusste Aussprechen über sich selbst: „Ich bin ein Meisterwerk Gottes“, gibt mir im Leben Antrieb und Kraft und ich bin überzeugt, dass es auch die Kraft hat, Menschen zum Positiven zu verändern. Kann das dem Willen Gottes widersprechen? Ich empfinde, die bisherige Kritik daher zum Teil berechtigt, vor allem wenig Bibelstellen (sollte dies so sein), aber insgesamt ist sie doch sehr resolut und verkennt auch die guten Aspekte, die die Kernaussage hat.

  8. Alsterstewart meint:

    @Ronsen
    Es spricht in der Tat einiges dafür, Menschen dazu zu ermutigen, selbstbewusst zu sein und für das eigene Leben Verantwortung zu übernehmen. Gerade hierzulande – im Land der Kritik – gibt es bei vielen Zeitgenossen eher einen Mangel an Selbstbewusstsein als ein Zuviel davon.

    Dies aber theologisch zu überhöhen zu einem Automatismus: „Segne Dich selbst dann segnet Dich Gott.“ wird dem biblischen Befund nicht gerecht. Das Leben geht eben auch durch viele Tiefen, die weder wir ausklammern können noch die Gott unserem Leben vorenthält. Und dann mag es auch sein, dass Du durch ein tiefes Tal musst obwohl Du den Osteen´schen Mechanismus des Sichselbstsegnens befolgt hast. Da wird dieser eher oberflächliche Glaube versagen.

    Und dann gibt es auch Bibellehrer, die Gottes Segnungen ebenso predigen wie Gottes Treue auch in schweren Lebenslagen. Osteen gehört offensichtlich nicht dazu.

  9. Wir wissen alle das das stimmt!! Wen man ständig schlecht denkt passiert auch schlechtes. Wen ich mit dem Gedanken: ich werd das sowiso nicht schaffen, an eine Aufgabe gehe schaffe ich es auch nicht! Ist eigentlich nichts neues!

  10. Hallo!

    Wir wissen alle das das stimmt!!

    Ich muss gestehen: Ich weiß es nicht und erlebe es täglich bei und anderen Menschen immer wieder so. Natürlich können negative Gedanken einen herunterziehen, aber um was es hier geht, ist, eine neue Wirklichkeit per Gedankenkraft zu schaffen.
    „Ich bin Millionär“ – Konto überprüft – funktioniert nicht, weil durch Gedanken nicht neues Geld auf mein Konto kommt (sondern durch Überweisung von anderen).
    „Ich bin gesegnet“ – funktioniert nicht, weil der Segen nicht aus meinen Gedanken kommt, sondern von Gott her, der – Gott (!) sei Dank! – unverfügbar ist.
    Was ich bei meinem „Kundenkreis“ (Schüler und Eltern) erlebe, ist bei vielen eine teils maßlose Überschätzung der eigenen bzw. kindlichen Fähigkeiten. Und das baut langfristig nicht auf, sondern verhindert eine sinnvolle Selbsteinschätzung und Förderung der vorhandenen Stärken und Schwächen.

    Gruß
    Peter

  11. Schandor meint:

    @Peter

    Prädikat: Gut gebrüllt, Löwe!

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