Das Heil des Einzelnen

Pierre Bühler, Professor für Systematische Theologie und Leiter des Instituts für Hermeneutik und Religionsphilosophie an der Universität Zürich, schreibt im Vorwort seiner Auseinandersetzung mit der politischen Theologie (Kreuz und Eschatologie, 1981, S. 1):

Es darf ruhig gesagt werden, daß das zentrale Interesse des Kreuzes, und deshalb auch des christlichen Glaubens im ganzen, das persönliche Heil des Einzelnen ist. Es muß auch ruhig – jedoch mit Entschiedenheit gesagt werden, denn sonst ist kaum einzusehen, wie man einem langsamen, aber sicheren finis christianismi entgehen will. Diese Kategorie des Einzelnen hatte schon Kierkegaard stark hervorgehoben und als eine für die Zukunft des Christentums entscheidende Dimension betont. „Der Einzelnem das ist die christlich entscheidende Kategorie, und sie wird auch entscheidend werden für die Zukunft des Christentums.“ Die Interpretation des Kreuzes hat an dieser Kategorie ihr kritisches Maß: das soll sich auch in unserer Behandlung des Verhältnisses von Kreuz und Eschatologie zeigen.

Kommentare

  1. Alexander meint:

    Zürich ist doch nicht weit von Chrischona, mal dort vorbeischicken den Mann …

  2. Mark.us meint:

    Das das Kreuz zentral „das persönliche Heil des Einzelnen“ zum Ziel hat, ist eine arge Verkürzung. Da Sünde sich in einer Atomisierung des Menschen zeigt, in einer Entfremdung und Trennung von Mensch, Gott und sich selbst, kann ja das Kreuz nicht das gleiche wollen. Es möchte den Einzelnen ja wieder in Beziehung führen. Sicher sucht es sich dafür den Einzelnen, um ihn quasi wieder an Gott und den nächsten anzufügen, aber der Einzelne ist nun nie und nimmer der zentrale Gedanke des Kreuzes. Ist nicht auch deshalb Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, aus dem Christus am Kreuz gewachsen?
    Zu sagen, das Heil des Einzelne wäre das zentrale Ziel des Kreuzes, hieße sinnbildlich zu sagen: „Die persönliche Fitness ist das zentrale Anliegen des Fussballspielens.“

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