Das Kreuz Jesu Christi – Die Mitte des Heils

IKGB_Flyer.jpgInternationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften IKBG/ICN wird vom 3.-5. Oktober in Goslar eine Konferenz zum Thema »Das Kreuz Jesu Christi – Die Mitte des Heils« veranstalten. Zum Kongressthema heißt es:

Jesus Christus ist für die Sünden der Welt den Sühnetod gestorben und hat damit Erlösung bewirkt und den Himmel erschlossen. Dieses Wort vom Kreuz ist zentrales Fundament christlichen Bekennens. In unserer Zeit erleben wir, dass nicht nur der Islam und kirchlich Distanzierte diese Botschaft des Evangeliums ablehnen. Auch innerkirchlich wird zunehmend die Heilsbedeutung des Kreuzes in Lehre und Verkündigung ausgeblendet und missdeutet. Beim IV. Ökumenischen Bekenntniskongress der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften (IKBG/ICN) soll der Kreuzestod Christi in seiner Heilsbedeutung mit Vorträgen von bedeutenden Theologen aus dem In- und Ausland und aus der Ökumene betrachtet und vertieft werden. Alle an dem Thema Interessierten sind herzlich eingeladen.

Zu den honorigen Referenten gehört auch Bischof i.R., Prof. Dr. Ulrich Wilckens, der über das Thema »Das Kreuz Christi aus biblischer Sicht« sprechen wird.

Hier der Konferenz-Flyer: IKGB_Flyer_Kongress-2011-RZ.pdf.

Kommentare

  1. Sebastian Heck meint:

    Die „Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften“ ist ein Phänomen. Sie „bekennen“ das Nizänum (bzw. Niz.-konst.) sowie das Apostolikum, um damit wahre Ökumene zu begründen, also gewissermaßen vor die Reformation und vor das große Schisma zurückzugehen.

  2. Schandor meint:

    Dazu eine Frage, und vielleicht ist es nur ein sprachliches „Problem“:

    Wenn ich höre oder lese, Jesus Christus sei für die Sünden der Welt gestorben, wofür steht hier „Welt“, z. B. in Joh 3,16? Soweit ich weiß, versteht jeder, der das liest und nicht theologisch einigermaßen bewandert ist, darunter „alle Menschen“.

    Wenn ich nun weiter — nur logisch — weitersinnen darf, dann heißt „für die Sünden der Welt gestorben“ vermutlich, dass ER die Strafe für diese Sünden (und zwar für alle Sünden, auch für die Sünde des Unglaubens und der bewussten Ablehnung des Kreuzestodes) auf sich genommen hat. Wenn dies der Fall sein sollte und Gott gerecht ist, dann wird er doch niemanden bestrafen, dessen Strafe schon sein Sohn getragen hat??? Konkret: Niemand braucht noch Strafe erleiden, denn Jesus Christus ist für die Sünden der Welt (= aller Menschen [?]) gestorben — die Hölle kann versiegelt werden, weil dort niemand hinkommt (Servus Herr Rob Bell 😉 ).

    Nun lehrt m. W. weder Rom noch Genf einen Heilsuniversalismus, und so weit ich weiß, haben sämtliche Konzilien und Bekenntnisse den HU abgelehnt. Oder?

    Wenn „Jesus Christus starb für die Sünden der Welt“ aber nicht den Heilsuniversalismus zur Folge hat, dann bleibt nur eine Möglichkeit: Jesus Christus ist zwar für die Sünden der Welt gestorben, aber gleichsam nur so, dass er (auf die Gefahr, dass dieses Angebot nur wenige in Anspruch nehmen) erst mal nur (!) eine Möglichkeit geschaffen hat, aber nicht wirklich die Strafe derer getragen hat, für die er gestorben ist. Für mich ist das reine Blasphemie.

    Sind also wahrscheinlich beide Optionen falsch. Nur: Warum sagt man dann, Jesus Christus sei „für die Sünden der Welt“ gestorben, wenn man entweder nur meint, er habe eine Möglichkeit (!) geschaffen oder wenn man einen krypto-rob-bellischen Heilsuniversalismus damit meint?

    Fällt mir nur noch eine Möglichkeit ein: „Welt“ ist hier totem pro parte, synekdochisch gemeint.

    Zuletzt: Es geht mir hier nicht um Theologisches, sondern um Sprachliches.

    Liebe Grüße 🙂
    Schandor

  3. @Schandor: Auf die theologischen Fragen kann ich nicht eingehen, da ich nicht einfach nachplappern möchte und mir für eine eigene Antwort die Zeit fehlt. Sprachlich sind solche Formulierungen sicher durch Verse wie Joh 1,29 oder 1Joh 2,2 angestoßen.
    Liebe Grüße, Ron

  4. @ Schandor: Der Puritaner John Owen hat ein m. E. meisterliches Werk zu dem Thema verfasst: Death of Death in the Death of Christ (auf deutsch erhältlich unter dem Namen „Leben durch Seinen Tod“). Darin geht er auf genau jene Problematik ein und schildert sehr exakt, was „alle“, „Welt“, etc. in der Schrift für Bedeutungen haben können. Er greift aber meiner Meinung nach etwas zu kurz, wenn er dabei schreibt, dass in Joh. 3, 16 mit „Welt“ nur exakt die Prädestinierten gemeint sind. In erster Linie ist das richtig, denn das Heil kommt nur jenen zu. Aber zugleich hat der Tod und die Auferstehung Jesu, sowie die Sendung des Heiligen Geistes zu Pfingsten darüber hinaus noch eine weitere Bedeutung, welche nicht nur die ganze Menschheit, sondern die komplette Schöpfung mit einbezieht. Denn mit der Gründung der Gemeinde hat der Herr erstens ein Gottesvolk geschaffen, welchem der Schöpfungsauftrag zur verantwortlichen Pflege der gesamten irdischen Schöpfung („macht euch die Erde untertan“) wieder gegeben ist. Zweitens hat sie die Aufgabe, auch den nicht Erwählten mit der göttlichen Liebe zu begegnen. Drittens ist sie die Hoffnung der gesamten Schöpfung auf die eschatologische Erlösung aus diesem Zustand der Sterblichkeit, in welcher sie „mitseufzt und in Wehen liegt“ und „die Offenbarung der Kinder Gottes herbeisehnt“ (Röm. 8)
    LG
    Jonas

  5. @Ron

    Das ist mir klar. Mir ist es nur darum gegangen, was jemand bei diesen Formulierungen wohl zu denken gezwungen ist …

    @Jonas

    Theologisch bin ich ganz Deiner Meinung. Meine Frage geht aber Richtung Sprache.

    LG
    S.

  6. @Schandor: Es gibt da allerlei Möglichkeiten und Versuche, mit dem bibl. Befund fertig zu werden. Sehr interessant sind die Ausführungen von Owen, wie Jonas sagte. Aber es trifft eben auch zu, dass ein großer Puritaner wie Richard Baxter die „limited atonement“-Position nicht teilte. Ich weiß nicht, ob Unterscheidungen wie „ineffectual redemption“ und „effectual redemtion“ wirklich weiterhelfen. Fakt ist, dass der „Hypothetical Universalism“ in der reformierten Theologie nicht als heterodox oder gar blasphemisch bezeichnet worden ist. Zu Calvins Position schicke ich Dir einen Aufsatz zu. 😉
    Liebe Grüße, Ron

  7. Schandor meint:

    @Ron

    Danke! Ja, ich muss eine Position logisch verstehen können, sonst begreife ich sie nicht. Mir scheint, es kommt viel auf die exegetischen Voraussetzungen an. Ich tu mir persönlich (rein von der Logik her) schwer, den Anfang oder Einstiegspunkt zu dieser Position zu finden. Liegt er in der ewigen Vergangenheit, dann ist alles Plan Gottes. Was zuletzt herauskommt, war definitiv so geplant. Das scheint mir angesichts der Allmacht Gottes auch der Fall zu sein, aber vielleicht können (oder dürfen? 5Mo 29,29) wir das nicht (so genau) wissen.
    Es ist und bleibt der blinde Fleck im dogmatischen Auge: Komplementarität „Souveränität“/“Verantwortlichkeit“ ja oder nein? Für mich sieht es nicht so aus, als habe der Mensch eine freie Wahl, allerdings die Illusion davon.
    Es geht vielleicht mehr darum, wie man über den Gegenstand spricht. Wenn mir jemand sagt, Jesus Christus sei für die Sünden aller Menschen gestorben, dann bedeutet das für mich Allversöhnung. Jede Position „in der Mitte“, hypothetisch oder nicht, finde ich unlogisch. Wenn Jesus für Hitler gestorben ist, dann ist Hitler im Himmel. Es sei denn, Jesus sei nur „für alle Fälle“ mal so gestorben, um zu sehen, welche seiner sündhaften und gottabgewandten Geschöpfe sich ihm zuwenden — ein unerträglicher Gedanke!
    Ich werde aber jetzt zunächst den Aufsatz durchstudieren!

    Liebe Grüße,
    Schandor

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