Das Leben als Christ

Der reformierte Theologe John M. Frame (früher WTS, heute RTS) hat einen weiteren Band seiner Theologie publiziert. Die Ethik The Doctrine of the Christian Life zählt 1104 Seiten und wurde wieder bei P & R Publishing herausgegeben.

Das Inhaltsverzeichnis des Buches kann hier eingesehen werden: www.wtsbooks.com.

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Kommentare

  1. Roderich meint:

    Gibt es Aspekte, die diese Ethik besonders auszeichnet? Wie unterscheidet sich die Ethik von Frame von anderen deutschprachig erhaeltlichen Ethiken?
    (Gibt es sonst Anhaltspunkte, die einem die Entscheidung erleichtern koennen, sich an diese teure Anschaffung zu wagen? :-))
    Was waere ansonsten ein gutes Einfuehrungsbuch von John M. Frame?
    Viele Gruesse und besten Dank,
    Roderich

  2. Lieber Roderich,

    mir ist derzeit, abgesehen von Th. Schirrmacher’s Werk, keine zeitgemäße reformiert-biblische Ethik auf dem deutschen Markt bekannt.

    Mit einer evtl. Anschaffung würde ich wegen der Versandgebühren warten, bis das Buch über ›deutsche‹ Händler bestellt werden kann (z.B. Amazon o. bol).

    Als Einführung zu Frame eignet sich besonders Perspectives on the Word of God: An Introduction to Christian Ethics, das derzeit für ca. 7 Euro zu haben ist, z.B. hier: http://www.bol.de.

    Zum Schluss noch ein etwas älterer Text von mir zu Frame:

    »In seinem Buch The Doctrine of the Knowledge of God plädiert der amerikanische Theologe John Frame dafür, sämtliche Erkenntnisarbeit der Herrschaft Jesu Christi zu unterstellen (vgl. 2Kor 10,5). Eine christliche Theorie der Erkenntnis darf nicht nur Reproduktion säkularer Errungenschaften sein, sondern muss originär auf der Grundlage der Heiligen Schrift entworfen werden.

    Ausgehend von einer dreifältigen Beziehung, die Gott mit seiner Welt eingegangen ist, plädiert Frame für einen perspektivialistischen Zugang zur Wirklichkeit. Als Schöpfer kontrolliert Gott alle Tatsachen und Ereignisse, seine Schöpfer- und Erhalterschaft ist also die Quelle für unsere situative Perspektive. Gottes Gerechtigkeit begründet seine letztgültige Autorität und somit die Norm für alles Wissen und ist damit Ursprung unserer normativen Perspektive. Gottes Allgegenwart in seiner Welt begründet unsere existentielle Perspektive.

    Diese dreifältige Beziehung Gottes zu seiner Welt spiegelt sich in den dem Menschen gegebenen Erkenntniskapazitäten, die sich in drei Kategorien einteilen lassen, nämlich Vernunft, Sinneserfahrung und Subjektivität. Alle drei Kapazitäten sind miteinander verwoben, sie wirken bei der Produktion von menschlichem Wissen zusammen. Obwohl sie nicht voneinander isoliert werden dürfen, macht es Sinn, sie als Aspekte, Perspektiven oder eben Seiten zu betrachten, die in jeden Erkenntnisakt einfließen, nämlich: erstens objektive Erkenntnis, etwas, das zu erkennen ist, zweitens ein Subjekt, das etwas erkennt und schließlich drittens eine Norm, die unsere Ansprüche auf Wissen rechtfertigt. Demnach können wir jeden menschlichen Erkenntnisvorgang von drei Richtungen aus beleuchten. Einmal ist Erkenntnis Übereinstimmung zwischen einer Vorstellung und einem Objekt (situativer Aspekt). Sie ist ebenfalls ein Akt der Wahrnehmung im Subjekt (existentieller Aspekt), und schließlich auch ein Denken und Handeln, dass nach bestimmten Gesetzen agiert (normativer Aspekt).«

    Liebe Grüße, Ron

  3. Roderich meint:

    Lieber Ron,
    vielen Dank fuer den Buchtipp.

    Gut zu lesen, dass John M. Frame in seiner Epistemologie nicht oberflaechlich ist, sondern sich um systematisches Ausarbeiten auf Basis des Wortes Gottes bemueht. Dass Frame offenbar unter Cornelius van Til studiert hat, hat sicher so manche Spuren hinterlassen. Der ganze Ansatz der „Lordship of Christ“, den Frame wohl in seiner groesseren Reihe verfolgt, ist sicher sehr fruchtbar, u.a. da dieser Aspekt ja bei Evangelikalen heute gerne etwas vernachlaessigt wird. (Wir sprechen als Christen gerne ueber die Erloesung, aber weniger oft ueber die Tatsache, dass Christus Herr ueber alles ist).

    Zu den deutschen Ethiken: Es gab doch zumindest vor einiger Zeit noch eine Ethik von Georg Huntemann (Biblisches Ethos im Zeitalter der Moralrevolution), die man doch auch „zeitgemaess und reformiert“ nennen duerfte, aber ich denke, sie ist z.T. vergriffen. (Was wohl nicht daran lag, dass sie nicht zeitgemaess war).
    Herzlichen Gruss,
    Roderich

  4. Das Buch von Huntemann ist in der Tat vergriffen.

    Liebe Grüße, Ron

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