Der berühmte Satz, den Galilei nie sagte

201103271635.jpg»Und sie bewegt sich doch« – dieser Ausspruch sollte die Standfestigkeit des Astronomen Galileis gegenüber der Inquisition zeigen. Der Satz fiel allerdings nie. Trotzdem wird die Geschichte um Galilei immer wieder dafür missbraucht, um die Vorstellung vom aufrechten Wissenschaftler und der fortschrittsfeindlichen Kirche zu befestigen (auch Brian McLaren hat dieses Bild eindringlich bemüht, vgl. dazu Fußnote 5 in dem Vortrag hier). Bemerkenswert ehrlich schreibt DIE WELT dazu:

Die Päpste hatten gegen die These vom heliozentrischen Weltbild gar nicht so viel einzuwenden – solange sie nicht mit dem Anspruch absoluter Wahrheit auftrat. Das war nicht nur hinsichtlich der biblischen Lehren nachvollziehbar, sondern auch wissenschaftlich: Denn ein letzter Beweis fehlte zu diesem Zeitpunkt ja noch. Von Kerkerhaft, Folter und erzwungenen Eingeständnissen konnte erst recht keine Rede sein: Galilei logierte zunächst in der florentinischen Botschaft in der Villa Medici, während des Prozesses erhielt er eine Drei-Zimmer-Wohnung mit Aussicht auf die Vatikanischen Gärten.

So viel Komfort hinderte ihn freilich nicht daran, im Prozess mit triumphaler Selbstgewissheit aufzutreten – als »geistige Pygmäen« bezeichnete er all jene, die an seinen Lehren zweifelten. Das Urteil der Inquisition, das ihm am Ende die Weiterverbreitung seiner Ideen und seine Lehrtätigkeit untersagte, ging auch auf seine trotzige Unerbittlichkeit zurück. Galilei lebte noch neun weitere Jahre, die letzten verbrachte er in seinem Landhaus im florentinischen Stadtteil Arcetri.

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