Der Götzendienst der Optionen

Wenn wir uns nicht festlegen und uns gern alle Optionen offen halten, ist das eine Form von Götzendienst, behauptet Barry Cooper in einem Beitrag für Christianity Today: „Wir beten den Götzen der offenen Optionen an.“ Dabei gibt es gute Gründe für klare Entscheide.

Livenet hat den Artikel zusammengefasst:

„Wir beten den Götzen der offenen Optionen an“, urteilt der Autor und Gemeindegründer. „Und er bringt uns um. Er killt unsere Beziehungen, indem er uns sagt, wir sollten uns nicht zu sehr festlegen. Er killt unseren Dienst an anderen, indem er uns sagt, wir hätten allein mehr von unseren Wochenenden. Er würgt unser Geben ab, indem er uns einflüstert, in diesen unsicheren Zeiten sollten wir mehr auf die hohe Kante legen.“ Besonders erschreckend an diesem Götzen sei, dass seine Verehrung gar nicht als solche wahrgenommen werde. „Denn er gibt vor, gar kein Götze zu sein. Ja, er verheisst dir Freiheit von allen Götzen, allen Abhängigkeiten.“ Doch die Israeliten, die sich nicht für ihren Gott Jahwe entscheiden wollten, seien dadurch nicht frei gewesen. Ihre Unentschlossenheit habe sich lähmend ausgewirkt.

Mehr: www.livenet.ch.

Kommentare

  1. Schandor meint:

    Ist sicher richtig, was der gute Barry Cooper da ablässt. Nur: Wenn man sich ständig fragt, welchem Götzen man jetzt gerade wieder frönt, frönt man mit der Zeit dem Götzen der ständigen Selbstbefühlung des geistlichen Pulses – und wird ganz sicher eine ekklesiale – oder sonst eine – Heiligungsneurose ausprägen.

    Fakt ist nun mal, dass man allein mehr hat von den Wochenenden – weniger Stress, weil man sich nicht mit den ultrakomplizierten Christen herumschlagen muss (und – aus arbeitsrechtlicher Sicht: – das Wochenende ist doch zur Erholung da, oder nicht? Das Zusammensein mit Christen am WE kann anstrengender sein als die Arbeit), weniger Ärger. Dass das schon ein Götze sein soll, sehe ich nicht ein.
    Was die anderen Dinge betrifft – ja.

  2. Hartmut Weißgerber meint:

    Ja, ich empfinde es auch so.
    Durchweg bin ich ja nur zu Gast in den verschiedenen Gemeinschaften.
    Beim Zuhören habe ich entweder den Eindruck, durch die Predigten soll dem Zuhörer ein Schema „christlichen Lebens“ aufgezwungen werden, oder eben das hier beschriebene: „Wir sind ja zur Freiheit in Christus berufen; du hast alle Möglichkeiten offen, was immer du tun willst.“
    Wie ist es denn mit mir?
    Ich halte dafür, die Freiheit von Gemeindezugehörigkeit ließe mich Jesus näher sein, aus folgendem Grund: entweder Gesetzlichkeit oder Gesetzlosigkeit in den verschiedenen Gruppe, beides ist so abstoßend, dass ich mir tagelang meine innere Ruhe und Zufriedenheit in Christus wieder erkämpfen muss.
    In fast 2 1/2 Jahrzehnten geistlicher Selbständigkeit war es nicht nur einmal so weit: ich war so verbittert, dass ich mich ganz vom Christenleben abwenden wollte.
    Was hat das aber mit dem Offenhalten der Optionen zu tun?
    Auch ich spüre, das kann kein Dauerzustand sein und macht nicht glücklich.
    Anderseits gibt es für mich keine Möglichkeit mich auf eine Gemeinschaft festzulegen, weil mein Gewissen es mir nicht erlaubt, eine dieser Gruppen anzuerkennen.
    Mit Sicherheit bin ich nicht mit diesem Dilemma allein.
    Ich bin überzeugt es gibt viele Gäste, die sich ein Bild gemacht haben und zu dem Schluß gekommen sind: das kann es nicht sein.
    Die Unzufriedenheit – auch mit sich selbst – wird auf diese Weise nicht geringer.
    Sollte es nicht möglich sein, die Gemeindeveranstaltungen so zu halten und das Christsein so zu leben, dass bei den Zuhörern und Gästen nicht ein bitterer Nachgeschmack bleibt?
    Für meinen Teil lege ich mich darauf fest: von den zwei Optionen, Gott zu dienen oder den Götzen, habe ich gewählt Gott zu dienen, und bleibe dabei.
    Es gibt jedoch innerhalb des Christenlebens viele Optionen, die von der Lehre der Apostel offen sind, die jedoch aus Beqeumlichkeit oft nicht anerkannt werden.
    Natürlich ist es leichter ein Gemeindegesetz aufzustellen, an das sich jeder zu halten hat. Der biblische Weg ist jedoch: Tag und Nacht unter Tränen die Einzelnen zu ermahnen und es dann Gott und der Aufrichtigkeit des Einzelnen anheim zu stellen, wie der Geist sie in alle Wahrheit leitet.
    Dann würden die üblen Nachreden und das Verleumden wohl aufhören, dass durch Gesetzlichkeit aber auch durch Gesetzlosigkeit entsteht.
    Das Christenleben sollte doch Freude sein.
    Ob wir wohl bald zu einem gesunden Miteinander kommen?

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