Der intolerante Liberalismus

SPD, Linke und Grüne sprachen sich gestern für eine Beibehaltung des derzeitigen Status aus, wonach der Ethikunterricht in Berlin ab der 7. Klasse verbindlich ist und der Religionsunterricht ein freiwilliges Angebot bleibt. Das erfolgreiche Volksbegehren Pro Reli will dagegen erreichen, dass alle Schüler ab der 1. Klasse zwischen Religions- und Ethikunterricht wählen können.

Mechthild Küpper, Ende der 90er Journalistin bei der Süddeutschen Zeitung, schreibt in ihrem heutigen Leitartikel »Manisch progressive Berliner« (FAZ vom 30.01.2009, S. 1) Klartext. Die linksliberalen Parteien, die sich mit Händen und Füßen gegen die Initiative Pro Reli wehren, wissen sehr genau, was sie unter Freiheit verstehen.

Der Berliner SPD, die im Begriff stand, ihn zum Spitzenkandidaten zu wählen, bekannte Klaus Wowereit 2001: »lch bin schwul, und das ist gut so.« Wer vor der Berliner SPD sagte: »Ich bin religiös«, der könnte für den Zusatz, das finde er »gut so«, auf Applaus nicht hoffen. Die Diskussion über das Fach Religion zeigt, wie eng Rot-Rot gesellschaftspolitische »Liberalität« definiert und wie intolerant die vermeintlichen Fortschrittsparteien auf Religion reagieren.

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