Der Kirchentag der Betroffenen

Der Philosoph Alexander Grau hat für das Magazin Cicero eine gallige Polemik zum Hamburger Kirchentag verfasst:

Doch gerade darum ist das tiefe Bedürfnis nach einfachen Wahrheiten, das der Kirchentag offenbart, so erschütternd: Einfach mal gegen Krieg sein, gegen Ungleichheit und gegen Umweltzerstörung. Das tut so gut. Nicht Denken ist gefragt, sondern Bekenntnis und eine klare Richtungsanzeige – am besten nach links.

Einen Konsens anzustreben, bedeutet hier, die eigene Weltsicht durchzusetzen, also die Uneinsichtigen und Widerstrebenden zu bekehren und all jene zu missionieren, die nicht geneigt und nicht willens sind, die heilige Dreifaltigkeit aus Antikapitalismus, Pazifismus und Ökologismus anzubeten. Dass hier das Politische in einer nicht zu akzeptierenden Art und Weise religiös überhöht wird, fällt dabei schon gar nicht mehr auf.

Schroff, aber leider in mancherlei Hinsicht zutreffend.

Hier: www.cicero.de.

Kommentare

  1. Der Blog Pi news war ja auch ganz begeistert von dieser Polemik.

  2. Pi zitiert kommentarlos einen Artikel aus dem Magazin Cicero, dem ich auch in weiten Teilen zustimme. Was bedeutet dies nun für meine Person? Stehe ich dem Gedankengut das dort ansonsten vertreten wird nahe?

  3. @nik: Was soll der Kommentar?

  4. Jemeljan meint:

    Der Spiegel-Autor Jan Fleischhauer hat schon nach dem letzten Kirchentag von Dresden 2011 geschrieben, die EKD sei inzwischen zu so etwas wie der „erfolgreichsten Vorfeldorganisation der Grünen“ geworden. Diese knappe, aber als „Faustregel“ sicher nicht ganz unzutreffende Bemerkung trifft immer noch (oder immer mehr ?) den Punkt, auf den es ankommt: Politisierung und Anpassung an den gefühlten, gesellschaftlichen Mainstream prägen die EKD. Sorry, das ist in meinen Augen aber nicht der Job der Kirche und da habe ich, ganz simpel gesagt „keinen Bock drauf“. Deshalb bin ich auch schon länger kein braver Kirchensteuerzahler mehr.
    http://gebetskreis.wordpress.com/2013/04/27/kommentar-warum-ich-kirchentagen-und-der-ekd-von-nun-an-fernbleiben-werde/

  5. Roderich meint:

    @nik,
    der Blog pi ist ja auch sehr gut.
    (Die Kommentare dort sind manchmal zu polemisch – das ist klar.)

  6. @Roderich: na dann ist ja alles klar.

  7. Grau: „Diese radikale Politisierung ist die Kehrseite einer massiven Erosion theologischer Inhalte und Fragestellungen – und damit auch Ausdruck einer Hilflosigkeit.“

    So weit so gut.

    „Und die hat nachvollziehbare Gründe: Es ist keine neue Einsicht, dass die Vorstellungswelt und das Vokabular einer antiken Erlösungsreligion, wenn überhaupt, dann nur unter größten Mühen in die Welt unserer Moderne zu übertragen sind. Doch nichts scheut man so sehr, wie die intellektuelle Anstrengung – und die schmerzlichen Konsequenzen, die eine schonungslos kritische, rationale Sichtung des christlichen Traditionsbestandes mit sich bringen würde.“

    Ich denke nicht, dass grau zum Kern des Problems gelangt ist. Auf seiner Internetpräsenz heißt es über ihn: „Sein besonderes Engagement gilt einem modernen, liberalen Protestantismus.“

  8. Roderich meint:

    @nik,
    zeige mir dann doch wenigstens einen Artikel auf pi-news.net, aus den letzten 30 Tagen, wo Du irgendeine inhaltliche Falschaussage (oder sonst etwas aus Deiner Sicht zu kritisierendes) siehst. Ich meine die Artikel, nicht die Kommentare.
    Bitte inhaltlich argumentieren, nicht Phrasen linker Medien nachplappern.

  9. @roderich. Ich frage mich gerade, wo in meinen zwei kurzen Kommentaren ich „Phrasen linker Medien nachplapper“. Da interpretierst du ja wohl irgendwas in meine Aussagen rein. Wie dem auch sei, ich hatte nicht vor groß mit dir über pi zu diskutieren. Wir sind ein freies Land, du kannst pi news gerne „sehr gut“ finden, ich finde pi news bescheuert. Und damit meine ich nicht nur die Kommentare.

  10. Roderich meint:

    @nik,
    die Grundsätze von pi sind ja:

    News gegen den Mainstream · Proamerikanisch · Proisraelisch · Gegen die Islamisierung Europas · Für Grundgesetz und Menschenrechte

    – An den Zielen kann es also nicht liegen, oder? Wenn nicht, dann liegt es daran, dass diese Ziele nicht eingehalten werden? Wenn nicht, in welcher Hinsicht?

    Du scheinst ja davon auszugehen, dass ein Kommentar, nur weil er AUCH in http://www.pi-news.net erscheint, schon deshalb fragwürdig ist.
    Abgesehen davon, dass der Schluss falsch ist: Man muss daher annehmen, Du würdest – wie manche Linke – versuchen, pi-news in eine extremistische Ecke zu stellen.
    Falls Du aber inhaltlich gar nichts gegen pi hast, sondern nur eine Beschreibung des emotionalen Zustandes von Dir vorgenommen hast, ist das natürlich etwas anderes.

  11. markus meint:

    @roderich: Der bayrische CSU Innenminister lässt seit kurzem die PI-Ortsgruppe München verfassungsrechtlich beobachten.

    Zu den Kritikern von PI News gehören auch die F.A.Z. und die Jüdische Allgemeine.

    Woran erkennt man eigentlich linke Medien? „Sie kritisieren PI-News.“
    Da hat schon wieder jemand PI-News kritisiert. „Klarer Fall, linkes Medium.“

    Unabhängig davon, was man nun als links sieht oder nicht und ob tatsächlich in allen Belangen in den deutschen Medien vorurteilsfrei und sachlich berichtet wird, zum Wahrheitsgehalt, zur Sachlichkeit und zur Ausgewogenheit von PI-News fällt mir dieser gute alte Witz ein:

    Auf einem Frachtschiff schreibt der Kapitän in das Logbuch „Der Steuermann war heute begetrunken.“
    Der Steuermann beschwert sich : „Das ist gemein, warum schreibst Du das?“ – „Weil das wahr ist – man muß hier immer die Wahrheit hinschreiben !“
    Am nächsten Tag steht im Logbuch : „Kapitän Friedrich Hansen war heute nüchtern.“

  12. Roderich meint:

    @markus,
    was sind denn die Gründe, die diese Kritiker angeben?

    (Ich nehme an, es geht darum, dass unter den Kommentatoren einige sind, die Menschenverachtendes schreiben.)

    Auch Vereine mit lauteren Absichten können nicht verhindern, dass Menschen mit unerwünschten Ansichten beitreten, bei denen es in gewissen Bereichen eine Überschneidung der Sichtweisen gibt (auch Irre können in manchen Punkten vernünftige Meinungen haben). (Und manchmal können solche „Irren“ ja auch V-Leute sein). Man kann also von der Meinung einzelner noch nicht auf das Präsidium schließen. Allerdings hat die Leitung die Aufgabe, Menschen mit offensichtlich falschen Ansichten zu sperren oder auszuschließen. Ob das bei PI-News konsequent gemacht wurde, weiss ich nicht.

    Genauer kenne ich mich mit Pi-News nicht aus (geschweige denn, was da in Ortsgruppen alles läuft), aber ich hätte eben gerne konkrete Hinweise bezüglich der ARTIKEL und deren INHALTE, was denn nun falsch daran sein soll.
    Der Rest ist sekundär, selbst wer wen beobachtet und welche linke oder halb-linke Zeitung Pi-News kritisiert. Bei der FAZ müsste man auch noch genau fragen, was nun genau kritisiert wird. Sicher würde FAZ die PI-News nicht schon per definitionem als extremistisch bezeichnen.

    Hauptmotiv für Linke, Pi-News zu kritisieren (auch wenn es inhaltlich nicht gerechtfertigt wäre), wäre dieses:
    a) Linke Gruppen möchten den Islam gerne integrieren und gleichstellen mit dem Christentum
    b) Islam-Kritik könnte ein neues Art von Sammelbecken von anti-linken (also konservativen) Strömungen sein.
    c) Pi-News hatte sehr großen Zulauf.
    d) Um diese „Strömung“ zu delegitimieren, will man irgendeinen Grund finden, sie als extremistisch bezeichnen zu können.

    Natürlich bleibt unabhängig von PI-News die Frage: wie können Menschen, die Gott nicht kennen, es schaffen, mit einer so schwer verdaulichen Tatsache umzugehen, dass Muslime in Deutschland überproportional viele Gewalttaten begehen? Natürlich sind diese Nachrichten brisant und enthalten Zündstoff. Trotzdem kann „Verschweigen“ nicht die letzte Antwort sein. Es muss doch darum gehen, eine baldigst kommende Krise in Deutschland abzuwenden. Nur wie – das ist eine andere Frage; sie ist schwierig, geht uns aber alle an, auch niks und markusse.

  13. Schandor meint:

    @Roderich

    Kaktus – Kakteen
    Markus – Markeen (nicht Markusse) 🙂

    fazit: politisch korrekt bleiben 🙂 LOL

  14. markus meint:

    @schandor: „politisch korrekt bleiben“ mit zynischem unterton ist doch genau so ein politisch korrekter spruch, nur eben in einem anderen umfeld.
    jede „seite“ hat ihr eigenes pc, ihre eigenen floskeln, die entweder den erwarteten aufschrei der „anderen“ und den applaus der eigenen seite hervorrufen. der kirchentag hat seinen „dialekt“ und die neo-reformierten haben ihren und die emergenten ihren. jeder hat do’s and don’t’s.

    es geht (mir zumindest) nicht um politisch korrekt sein. cicero wird nicht schlecht, nur weil pi-n ihn zitiert. aber: pi-n wird nicht auf einmal reflektiert und sachlich, nur weil der cicero da verlinkt ist.

    problematisch und definitiv falsch (und nicht einfach nur nicht pc) sind aussagen, die negative beobachtungen (gewalt, kriminalität etc.) an ein einziges merkmal knüpfen. (zitat roderich: Muslime in Deutschland begehen überproportional viele Gewalttaten). und? was heisst das jetzt? statistisch gesehen sitzen in den USA auch weniger weisse im gefängniss im verhältnis zur bevölkerung. das kriminalität nichts mit der hautfarbe zu tun hat, ist hoffentlich allgemeinwissen – und nicht nur vorgeschobene politisch korrekte sprache!

    auch „russland-deutsche“ liegen in der kriminalitätsstatistik recht weit oben – meist mit „chistlichem“ hintergrund. liegt das nun am christsein? oder am russisch-sein? oder an mangelnden deutschkenntnissen, schlechten perspektiven etc.? die antwort ist offensichtlich!

    „ostdeutsche“ nehmen statistisch gesehen viel häufiger chrystal meth. ostdeutsche haben einen komischen dialekt und sind atheisten. schlussfolgerung: atheisten, die sächseln sind anfälliger für drogenkonsum???

    es geht nicht um pc. es darf und muss angesprochen werden, was falsch läuft. aber aus korrelation sollte keine kausalität gestrickt werden.

  15. logan meint:

    @markus
    Offensichtlich? Das bezweifle ich.
    Wenn du schon mit statistischen Begriffen um dich schmeißen musst, dann solltest du auch bedenken, dass nichts offensichtlich ist, schon gar nicht in den Sozialwissenschaften. Die Liste der Einflussfaktoren ist schier unendlich (und Religion ist eine dieser Faktoren), und trotzdem wird – statistisch gesehen – kaum etwas erklärt. Du wirfst PI einen verengten, monokausalen Blick vor. Geschenkt. Du bist aber nicht weniger monokausal, wenn dein Set an möglichen erklärenden Faktoren so „offensichtlich“ ist, dass es von vornherein bestimmte sensible Faktoren wie die Religion ausschließt.

    Man könnte das, was PI tut, wohlwollend durchaus als ein induktives, interpretatives Mit-offenen-Augen-durch-die-Welt-Gehen bezeichnen. Es mag wissenschaftlichen Standards nicht genügen, ganz so dumm ist es aber auch nicht.

  16. Roderich meint:

    @markus,

    es geht nicht um pc. es darf und muss angesprochen werden, was falsch läuft. aber aus korrelation sollte keine kausalität gestrickt werden.

    Einverstanden. Man muss genau hinsehen, sorgfältig und rational überlegen, mit ein wenig Wohlwollen gepaart.
    Wenn viele Medien eine gewisse „Korrelation“ aber schon verschweigen, verstellen sie den Weg dazu, rational zu überlegen, wie man dies ändern könnte. Gute Maßnahmen wären:
    – Zwangssprachkurse oder Ausweisung aus dem Land (wer hier dauerhaft wohnen will, muss im Laufe einiger Jahre die Sprache angemessen beherrschen. Du wirst sehen: wenn die Regel klar formuliert ist, und deutlich kommuniziert wird, mit genügend zeitlichem Vorlauf, werden die Leute plötzlich zu erstaunlichen Sprachtalenten. Nichts anderes würde ich erwarten, wenn ich in ein fremdes Land ziehe.).
    – Mehr Marktwirtschaft, um die Möglichkeiten zum sozialen Aufstieg zu erhöhen
    – Mehr Investition in Bildung – auch für untere Schichten
    – „Upward mobility“ (siehe „The Tragedy of American Compassion“ von Marvin Olasky)
    – Verhinderung von Ghetto-Bildung. Eine gewisse Anpassung an die deutsche Kultur ist erforderlich
    – Absolute Verhinderung der Scharia
    – Abbau von sozialem Kissen für Migranten, damit der Sozialneid von arbeitenden Deutschen nicht (berechtigterweise) wächst. Kein Land mit normalem Verstand würde eine hohe Sozialhilfe an Leute zahlen, die nur deshalb nach Deutschland kommen, um sich in der sozialen Hängematte (auf Schulden finanziert, also auf Kosten der nächsten Generation) auszuruhen. Aber die Sozialhilfe muss sowieso gekürzt werden – für Deutsche wie für Ausländer in gleichem Maße ! Denn Sozialhilfe führt zu Anspruchsdenken.

    So – mit dieser Mischung aus kulturellen und ökonomischen Maßnahmen wäre wohl so einiges zu schaffen.
    (Wie Du unzweifelhaft gemerkt hast, dürfte meine Liste nicht „direkt“ im SPD-Parteiprogramm wortwörtlich genauso drinstehen :-)) So eine „Liste“ ist auch wegen der vorherrschenden Medienkaste nicht durchzusetzen. Denn wir haben einen sozialdemokratischen Konsens in vielen Medien und in den Parteien (die CDU ist ja auch schon sozialdemokratisch).
    Sozialdemokratie ist aber unbiblisch und wird letztlich zum Tod der Kultur führen, und zur Verschärfung der Problematik, wenn wir nicht umdenken und umkehren zu Gott.

  17. Schandor meint:

    @markus

    Ja, hst ja recht! Wollte die Diskussion nur ein wenig erheitern 🙂

    Nur: ich verfolge das jetzt seit 20 Jahren. Und was mir dabei auffällt: Die Dinge entwickeln sich ziemlich genau, wie das eine alte Schrift (die immer wieder als „Fälschung“ tituliert wird) voraussagt. Es geht um Gesellschaftszersetzung, die sehr gut funktioniert. Ordo ab Chao – das ist die erfolgreiche Devise der Gesellschaftsveränderer. Verunsicherung, Verwirrung, Zorn, Hass – all das wird erfolgreich geschürt. Die Einzelheiten dabei sind eher nebensächlich.
    Im Gegensatz zu Roderich glaube ich persönlich nicht, dass noch was zu machen sei. Um hier erfolgreich entgegenwirken zu können, fehlt es an Organisation und vor allem an Geld, an viel Geld, an seeeeehr viel Geld – und an Zeit, denn die Zersetzer treiben ihr Werk seit vielen Jahrzehnten. Wie gesagt, ich glaube nicht an die Möglichkeit einer Kurskorrektur, das ist alles.

  18. markus meint:

    @logan: schlechte laune gehabt?
    @schandor: deinen pessimismus kann ich nachvollziehen. aber ich sehe, die gefahr nicht von außen (durch muslime etc.), sondern von innen, durch ein überzogenes und totalitäres freiheitsverständnis (siehe aktuellen post von ron: http://theoblog.de/die-kollateralschaden-der-sexuellen-revolution/20561/)

    Aber ich bin nicht ohne Hoffnung. Dieses Zitat aus Alasdairs MacIntyres Klassiker „Verlust der Tugend“ bringt das auf den Punkt, sowohl das Thema „Barbaren von außen/von innen“ als auch eine Medizin, die helfen kann (gg. jedwede Barbarei):

    „Es stellte einen entscheidenden Wendepunkt in der älteren Geschichte dar, als Männer und Frauen mit guten Absichten Abstand davon nahmen, das Römische Imperium zu stützen und aufhörten, den Fortbestand der Zivilisation und der moralischen Gemeinschaft mit dem Fortbestand dieses Imperiums gleichzusetzen. Statt dessen machten sie sich daran, oft ohne genau zu erkennen, was sie taten, neue Formen von Gemeinschaft aufzubauen, in denen das moralische Leben aufrechterhalten werden konnte, so daß Moral und Zivilisation die heraufziehende Zeit der Barbarei und Finsternis überleben konnten. Wenn meine Darstellung unserer moralischen Lage richtig ist, sollten wir ebenfalls zu dem Schluß kommen, daß auch wir nun seit einiger Zeit ebenfalls diesen Wendepunkt erreicht haben. Was in diesem Stadium zählt, ist die Schaffung lokaler Formen von Gemeinschaft, in denen die Zivilisation und das intellektuelle und moralische Leben über das neue finstere Zeitalter hinaus aufrechterhalten werden können, das bereits über uns gekommen ist. Und da die Tradition der Tugenden die Schrecken der letzten Finsternis überstanden hat, sind wir nicht ganz ohne Grund zur Hoffnung. Diesmal warten die Barbaren allerdings nicht jenseits der Grenzen; sie beherrschen uns schon seit einer ganzen Weile. Und gerade das mangelnde Bewußtsein dessen macht einen Teil unserer mißlichen Lage aus. Wir warten nicht auf einen Godot, sondern auf einen anderen, zweifelsohne völlig anderen heiligen Benedikt.“

  19. Schandor meint:

    @Markus

    Ja. Ich frage mich seit längerem, ob es in unserer Zeit auch wieder einmal einen Augustinus, einen Luther oder eben einen „heiligen Benedikt“ geben wird, der gigantischen Einfluss auf den Westen nimmt. Ob uns Gott einen solchen Mann (oder eine Männin 🙂 ) schickt?

    Was mir auffällt, ist die ungeheure Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen. Es ist ja nicht so, dass es das in unserer Jugend nicht gegeben hat. Aber was ich da unter Jugendlichen heute beobachte, ist eher weniger Gewaltbereitschaft, als der unterschwellige Wille zur Gewalt. Man wartet eigentlich nur auf einen Anlass (der auch noch so gering sein kann). Respektlosigkeit, Verachtung, Hass – das alles scheint Leit- und Lebensmotiv der Jugend zu sein. Drogen dazu, die sexuelle Totalverrohung – es ist beängstigend. Die Medien stellen kaputte Beziehungen als Normalzustand dar; wer länger als 10 Jahre verheiratet ist, darf sich schon zu den Altlasten unserer Gesellschaftsform zählen, es sei denn, er hat „nebenher was laufen“. Einfach erschreckend.
    Gut, was die Muslime betrifft: Klar, dass die langsam aber sicher ihre eigene Struktur aufbauen wollen, mit allem, was dazugehört. Und da sie es sind, die die meisten Kinder in die Welt setzen – da braucht man nur 1+1 zusammenzählen.
    Aber Du hast zweifellos recht: Das überzogene und totalitäre(!) Freiheitsverständnis, mithin die absolute Autonomie (die ja auch manche Christen zu haben meinen) zersetzt unsere Gesellschaft. Theonomie (nicht: Theokratie), Heteronomie oder Autonomie – wobei Autonomie irgendwann notwendig zur Heteronomie (z. B. Kommunismus) führen muss. Die Gesellschaft hat der Theonomie den Krieg erklärt; die Mächtigen brauchen jetzt nur mehr warten, bis die Autonomie endgültig in eine Heteronomie überführt wird, und wir haben erneut eine Diktatur. De facto haben wir sie (beinahe) jetzt schon. Leider.

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