Der Mann sieht rot

Dass Gleichstellung vor allem Frauenrechte stärken soll, ist ein Skandal, meint Monika Ebeling in der aktuellen Ausgabe Christ & Welt (07/2012):

Gleichstellungspolitik, die in der Vergangenheit weitgehend Frauenpolitik war, hat sich mehrerer für Frauen einseitig parteilicher Grundannahmen bedient. Man ging von einer Geschlechterhierarchie zwischen Mann und Frau aus. Es wurde die Frage der Schuld des Mannes in die Debatte um die Gleichstellung von Mann und Frau implementiert. Auch pflegte man jahrzehntelang ein Täter-Opfer-Schema zuungunsten des Mannes.

Der Zeitpunkt ist gekommen, sich von diesen Grundannahmen trennen zu können. Das körperliche, seelische und soziale Wohlbefinden von Männern sollte auch aus gleichstellungspolitischer Sicht einmal bewertet werden. 2011 ist der erste Männergesundheitsbericht erschienen, ein Pilotbericht der Stiftung Männergesundheit in Berlin. Macht es uns nachdenklich, dass Männer rund sechs Jahre früher sterben als Frauen? Fühlen wir uns zum Handeln veranlasst, wenn wir erfahren, dass Männer fast doppelt so oft unter chronischen Erkrankungen leiden wie das andere Geschlecht? Winken wir müde ab, wenn wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass Männer an ihre körperlichen und seelischen Grenzen gehen? Es werden bei Männern beispielsweise 74,3 Prozent tödliche Wegeunfälle gemeldet. Die Problematik der Depression des Mannes ist seit Robert Enges Selbstmord endlich ins öffentliche Bewusstsein gedrungen. Im Männergesundheitsbericht heißt es, dass nicht erfüllbare Leitbilder Männergesundheit genauso belasten wie mangelnde Work-Life-Balance. Nur 8,6 Prozent der Männer arbeiten in Teilzeit. Viele Männer gehen berufliche Gesundheitsrisiken ein und verdienen damit ihren Lebensunterhalt. So ist es zum Beispiel bei der Berufsfeuerwehr, den Industriekletterern oder Dachdeckern.

Hier mehr: www.christundwelt.de.

Kommentare

  1. theonik meint:

    ich bin ganz froh, dass Frau Ebeling, die Dinge endlich beim Namen nennt andererseits musst sie für dieses Wachrütteln den Preis bezahlen, interessant ist das sich hier eine Frau für Männer stark macht (gemacht hat), wann machen sich die Männer (wie Frauen es längst getan haben) für das eigene Geschlecht stark und zwar in der breiten Masse? Ich will jetzt nichts falsches sagen, einzelne tun was längst… Ich bin froh, dass auch die (Großkirchen) Kirchen in Männerseelsorge, Männerpastoral und Männerarbeit die vergangen 20-30 Jahre investiert haben und in der letzten Gemeinde war ich selbst Leiter einer solchen kleinen aber sehr fruchtbaren Keimzelle, John Eldrige und Richard Rohr und Albert Frey, Wunibald Müller möchte ich als Lektüre in Sachen Männlichkeit, Mann sein, Christ sein, Mannwerdung empfehlen, ich warte aber auf den Tag an dem Hornbach und Carglass ihre Werbung endlich wieder absetzen.

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