Der Schwerkraft entgegen

Tobias beschreibt, warum er die Evangelische Kirche verlassen hat. Die Worte machen betroffen. Sie rütteln auf, auch dann, wenn einem die Rückkehr zur Katholischen Kirche nicht alternativlos erscheint. Tobias, danke für dieses ehrliche und klare Bekenntnis, das Dir, ich spüre es Dir ab, nicht leicht gefallen ist!

Je stärker in mir der Glaube an Jesus Christus wurde, desto wichtiger wurde für mich die Kirche, seine Braut. In diesem Licht fiel mir die Evangelische Kirche selten als relevante Kraft auf – weder geistlich, noch gesellschaftlich oder kulturell – sondern durch Angebote von Yogakursen, Äußerungen der Ratsvorsitzenden zu Themen der Sozial- und Umweltpolitik, ein Anbiedern an eine Geschlechter-»Gerechtigkeit«, die Umdeutung der Schöpfungsordnung und der Eindeutigkeit der Ehe als Bund zwischen Mann und Frau. Ich verstehe dies als Versuch der EKD-Leitung, eine Sprache zu sprechen, die von der Welt mit Wohlwollen vernommen wird. Vergebens halte ich Ausschau nach Beständigkeit, nach Frucht, von der die Gläubigen und die Welt leben können.

Ich suche als junger Mann nach Orientierung und Verbindlichkeit, Vorbildern und Hirten für mein Leben mit Jesus Christus. Doch mein Eindruck ist, dass die Volkskirche ihre Mitglieder nicht wirklich dahin führt, Christus zu leben, sondern vor allem sich selbst – was immer dieses Selbst sein mag. Dadurch werde ich nicht geleitet, sondern verleitet. Nämlich dazu, ein mir als stimmig, zeitgemäß und korrekt erscheinendes Gutmenschentum zu adaptieren, das vor allem politisch intendiert ist. Anmaßend finde ich, dass das als »Nachfolge« feilgeboten wird! Ich möchte nicht vorgelebt bekommen, wie ich mich der Welt anzupassen habe. Das tut sie bereits lautstark selbst kund! Das nährt nicht den Glauben, sondern die Frustration.

Hier mehr: www.ojc.de.

Kommentare

  1. In die selbe Kerbe schlägt der ehemalige Verteidigungsminister Hans Apel in seinem Buch „Volkskirche ohne Volk“ (2003, Brunnen Verlag Gießen, S. 10 li.u.): „Es gibt insbesondere in der Evangelischen Kirche zunehmend das´, was Helmut Thielicke ‚die Toleranz der Charakterosigkeit und der Verschwommenheit‘ nennt. Mit christlicher Nächstenliebe hat das nichts zu tun. Dieses verhalten ist vielmehr Ausdruck fehlender Klarheit und Zivilcourage bei Kirchenoberen und ihren Gefolgsleuten.“

    Es dauert sicher oft eine lange Zeit, bis man als Kind Gottes merkt, daß man in der evangelischen Kirche am falschen Platz ist.

    Von der röm.-katholischen Kirche wird es einem schon viel leichter gemacht, zu erkennen, daß dort keine Wahrheit praktiziert wird. Wie man die Rückkehr in die katholische Kirche ernsthaft als Alternative auffassen kann, das ist mir als ehemaligen Katholiken allerdings schleierhaft.

    Interessant übrigens die Vision, die Hans Apel im Epilog seines Buchs im Einzelnen für das Christentum in Deutschland darlegt. Freikirchen hält er nämlich ebenfalls nicht für eine ernsthafte Alternative. Er schlägt der Evangelische Kirche zehn einschneidende und unbequeme Schritte der Umkehr vor. Lesenswert!

  2. Schandor meint:

    Angenommen, es geschähe ein Wunder über nacht
    Angenommen, die evangelische Christenheit erwachte
    Angenommen, die evangelische Kirche machte diese zehn Schritte, und alle Christen mit.
    Angenommen, wir entschieden uns, gegen den Trend und gegen den Strom zu schwimmen.
    Angenommen, wir nähmen allesamt die Nachfolge Christi ernst.

    Das könnte nur durch ein geistgewirktes, höchst außergewöhnliches Wunder geschehen.

    Dann würde eines mit letzter Sicherheit geschehen: Christenverfolgung in Europa. Die Bestie aus Apk 13 erhöbe sich mit wutschnaubendem Gebrüll, da sie spürte, dass es ihr an den Kragen geht. Wo echtes Christentum so gelebt wird, wie es sich Tobias wünscht, dort kann die Finsternis nicht bestehen, da es einfach zu hell wird. Das könnte die Bestie nicht ertragen. Das ist sicher. Wollen wir das wirklich? Glauben wird das denn? Glauben wir denn, dass wir „das Land einnehmen“ können? Ich behaupte: Nein, das glaubt keiner mehr in Europa. Von den Ausnahmen rede ich hier nicht. Wie soll man denn überhaupt zu einem solchen Glauben finden, wenn man im geistigen Hinterzimmer längst an den Untergang der Welt glaubt? Wo sind denn die Christen, die glauben, dass Gott noch Großes vorhat mit dieser Welt?
    Wo sind denn die Christen, die die alte Hoffnung der Puritaner noch teilen? Und wenn es sie nicht mehr gibt, diese Hoffnung, wie sollte man denn je hinfinden zu dieser Lebensart, die Tobias sich wünscht? Wie kann ich denn leben in einer Welt, in der mich alles „verleitet“ und ich überhaupt keinen Anschluss mehr zur „Kirche“ finde?
    Ich möchte so gerne glauben.
    Schandor

  3. Es gehört offenbar inzwischen zum guten (?) Ton, hetigst auf die Evangelische Kirche (eigentlich sind es ja viele) einzudreschen. Man findet ja auch genug, was fragwürdig ist!

    Erstaunlich genug, wie nassforsch so mancher seine eigene Sicht auf die Dinge als der Weisheit letzten Schluss präsentiert.
    „Was siehst Du den Splitter in deines Bruders Auge?“, möchte man all denen dann zurufen, die ihren eigenen Horizont zum Maßstab machen.
    Früher galt Demut als eine erstrebenswerte Haltung der Nachfolger Christi – dass heute die Kritik an der Kirche neben vielen berechtigten Einwänden so maßlos und überzogen wirkt, hängt wohl auch damit zusammen, dass man zuallererst von der eigenen Sicht überzeugt ist, zuweilen bis hin zu einem fromm verbrämten Narzismus.
    Wo ist denn, frage ich, die missionarsiche Kraft, und die theologische Klarheit all derer zu spüren, die sich so sicher sind? Und wo ihre eigene gesellschaftliche Relevanz und kulturelle Strahlkraft, die sie gnadenlos von der Kirche einfordern?
    Ich fürchte: Fehlanzeige!

    Da kann ich mit Schandors Überlegungen schon viel mehr anfangen!

  4. @Ernst: Das, was Tobias schreibt, könnte man ja einfach widerlegen, liesse es sich widerlegen. Nur zu!

    Es wundert, dass gerade Du (plötzlich?) mit der Berufung auf Demut Kritikverzicht einforderst. Kennst Du denn Tobias? Weißt Du, wie viel „Herzblut“ er in seine ehemalige Kirche investiert hat? Gibt es nicht auch christliche Kreise, die Du nicht verschonst?

    Nein, die Diagnose von Tobias trifft den Nagel auf den Kopf. Nichts ist da überzogen oder selbstgerecht. Ein Christ muss sagen dürfen, wie traurig es um sie bestellt ist. Die Kriterien findet man im NT.

    Liebe Grüße, Ron

  5. Hans Otto S. meint:

    Nestwärme brauchen alle Christen. Nur das eigene Nest ist richtig. Nun existieren wie viele Denominationen (oder Sekten)? Wohl hunderte. Die Christen werden wie immer die letzten sein, die praktisch und konkret erkennen werden, was die Stunde geschlagen hat. Ihre Geschichte begann schon in Rom unter Nero so: Sie haben’s einfach nicht bemerkt, was da gegen sie im Schild geführt wird. Wie die Juden im Dritten Reich (obwohl man die vielfach gewarnt hat).

    Die Christen werden verlieren, weil sie sich nicht einigen können. Theologische, hermeneutische und konfessionelle Meinungsverschiedenheiten (und damit Lächerlichkeiten) hindern die Vereinigung der Christen. Ein vereintes Christentum in Europa wäre m. E. tatsächlich ein ernstzunehmender Gegner jener angeblichen „Bestie“. Einen solchen Gegner hat diese „Bestie“ aber gar nicht zu fürchten. Das Christentum kann nicht siegen, denn dazu müssten die Christen zuerst erkennen, was ihr Meister sie gelehrt hat: Daran wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. Wo können Nichtchristen diese Liebe sehen? Es ist das fatale Fehlen genau dieser Eigenschaft unter Christen, was mich den illustren Kreis der „Erleuchteten“ vor Jahren verlassen ließ. Insofern muss man Tobias zu diesem mutigen Schritt gratulieren.

    Das Christentum wird vermutlich weniger von einer Bestie angefallen werden als vielmehr einfach aus Europa verschwinden, ganz sang und klanglos. Die Moslems bilden Zellen und Zellverbände, um gesellschaftlich zum Erfolg zu kommen, und es gelingt ihnen auch. Das kann den Christen nicht mehr gelingen. Kirchliche Strukturen sind heute nicht mehr brauchbar. Die EKD hat sich durch die Anbiederung an den Zeitgeist in einem Maße lächerlich gemacht, welches ein Bekenntnis zu ihrem ehemaligen Herrn und Meister geradezu blasphemisch erscheinen lässt. Es war seit jeher erklärtes Ziel des Ignatius von Loyola, das Feindbild Protestantismus auszurotten. Das Ziel ist erreicht, so soll man die Kirche endlich sterben lassen. Es ist traurig um die Kirche bestellt, denn ihre Mitglieder hören ihre Totenglocken nicht läuten.

    Ist es nicht eher so, dass der Christengott Jesus den Leuchter der Christen in Europa längst umgestoßen hat, um ein Wort aus der Apokalypse zu bemühen? Aber sie erkennen es nicht.

  6. Schandor meint:

    @Hans Otto
    Wenn das von Menschen bewerkstelligt werden soll, hast Du vermutlich recht. Wird es aber nicht, denn unser „Herr und Meister“, wie Du ihn nennst, hat versprochen, dass die Pforten der Hölle die Gemeinde Christi nicht überwinden werden. Außerdem heißt „eins sein“ nicht „gleicher Meinung“ zu sein. Zum anderen gibt es viele „falsche Freunde“ auch im Christentum. Es wird auch nicht „das Christentum“ siegen (was immer Du darunter verstehst), sondern Jesus Christus. Es stimmt zwar: Viele Christen glauben das nur als Lippenbekenntnis. Für sie zählt nur der (brutale) „Endsieg“ eines mit Pauken und Trompeten wiederkommenden Christus, der alles kurz und klein schlägt, was sich ihm nicht während des gegenwärtigen Zeitalters angeschlossen hat, als Sieg. Insofern sind sie dem Judentum von einst ähnlich: Die Juden wollten ja auch einen „Endsieg“ über die Römer, und zwar mit Gewalt.
    Im Christentum sieht es aber anders aus: Nicht nur ist das Reich Gottes nicht von dieser Welt; es wird auch anders zum Sieg kommen als durch apokalyptisches Dreinhaun. Der Heilige Geist bestimmt, wann und wie er die Gemeinde (= alle Kinder Gottes) zum Sieg führen wird, denn es steht geschrieben: Nicht durch Heer und Kraft, sondern durch meinen Geist [soll es geschehen], spricht der Herr der Heerscharen!
    Das Christentum wird vielleicht aus Europa verschwinden, aber was tuts? Dann geht es eben auf einem anderen Erdteil weiter. Der „Kirche“ läuten keine Totenglocken, höchstens der institutionellen Erscheinungsform einer bestimmten Denomination. Obwohl ich glaube, dass es auch in der EKD zu tiefgreifenden Reformen kommen kann, was Du ja prinzipiell nicht zu glauben scheinst.
    Kann es sein, dass Du die Liebe der KinderGottes untereinander nicht sehen kannst, weil Du Dich gar nicht mehr in Gemeinschaft von Christen befindest?
    Gruß
    Schandor

  7. @Hans Otto- es ist wie so oft: mit Deinem Vorstellung von verschwörerischen Umtrieben, dieses Mal der Muslime („bilden Zellen und Zellverbände, um gesellschaftlich zum Erfolg zu kommen“) kann ich nichts anfangen.
    „Theologische, hermeneutische und konfessionelle Meinungsverschiedenheiten“, sagst Du, seien „Lächerlichkeiten“? Auch das kann ich nun wirklich nicht so sehen. (Wie war es denn bei MArtin Luther?)

    @Schandor- völlig d´accord, insbesondere mit den letzten 7 Zeilen!

    @ Ron- dass ich die einzelnen Teilnehmer des blogs nicht kenne, liegt wohl in der Natur der Sache, oder?
    Die Diagnose von Tobias bestreite ich nicht, wohl aber seine Schlussfolgerung. –
    „Die Kriterien findet man im NT“; OK, korrekt – aber kannst Du mir auch sagen, wo es diese Kirche / Gemeinde in dieser Welt gäbe?

  8. @ernst „Früher galt Demut als eine erstrebenswerte Haltung der Nachfolger Christi […]
    Wo ist denn, frage ich, die missionarsiche Kraft, und die theologische Klarheit all derer zu spüren, die sich so sicher sind? Und wo ihre eigene gesellschaftliche Relevanz und kulturelle Strahlkraft, die sie gnadenlos von der Kirche einfordern?“

    Die Demut, theologische Klarheit und missionarische, weil beispielhafte Kraft sehe ich in dem Beitrag des amerikanischen Lutheraners David Yeago, der zur selben Thematik wie Tobias folgenden, sehr lesenswerten Artikel schreibt:

    „Für die Traditionalisten in der Kirche schwebt mir als Zukunft vor: Anstatt uns auf die Rolle der opponierenden Dissidenten zu versteifen, könnten wir uns von Gott zu einer Buß- und Erneuerungsbewegung formen lassen. So könnte unser Verbleiben der gesamten Kirche zum Segen und zur Zierde werden. Wir könnten doch diejenigen sein, die tief in der Schrift verwurzelt Lebensbrot in Fülle hervorbringen, die sich vorbehaltlos von Gottes Wort durchleuchten und erneuern lassen, deren Gebetsleben intensiv ist und deren Fürbitte auch andere entzündet. Wir könnten zur Avantgarde im Dienst unter den Armen, Hoffnungslosen und Verachteten werden; wir könnten uns freiwillig auf die schwierigen Posten bewerben. Vielleicht würden die Bibelkritiker unter den Brüdern und Schwestern und die homosexuellen Menschen in der Kirche uns in den Begegnungen endlich abspüren, wie viel sie uns bedeuten, wie weit wir mit ihnen zu gehen bereit sind, wie viel Respekt wir ihnen entgegenbringen, selbst wenn wir uns klar von Bereichen ihres Denkens und Handelns distanzieren.“

  9. @Ernst: Nun, die Schlussfolgerung teile auch ich nicht. Tobias beschreibt seinen Weg und wünscht der EKD alles Gute und eine Rückbesinnung. Die EKD sollte auf seinen Rat und den vieler anderer hören.
    Liebe Grüße, Ron

  10. @Beob8er: Danke für den Hinweis. Das Votum gefällt mir. 😉
    Liebe Grüße, Ron

  11. @Beob8er: David Yeago kenne ich zwar nicht, aber seinen Überlegungen stimme ich zu. Würden das in die Tat umgesetzt, hätte das sicher umwälzende Folgen!
    Dass er sogar von den „Bibelkritiker(n) unter den Brüdern und Schwestern“ (sic!) spricht, denen man Respekt entgegenbringen solle, ist bemerkenswert!

  12. In Österreich würden wir sagen: „Vom Regen in die Traufe“, persönlich würde ich sagen: „von einer Gebundenheit in die andere“ bzw. von einer Gefangenschaft in die andere.
    Ich finde dass beide, sowohl die römisch katholische, als auch die evangelische Landeskirche sehr weit vom Evangelium entfernt sind. Schade um jeden Gläubigen der oder die darin verharrt. „gehet aus von ihr“ steht doch in der Offenbarung.
    Habt Mut zum Austritt, und folgt Jesus Christus nach.

  13. Schandor meint:

    @Leopold Kleedorfer
    „Geht von ihr aus“ — diese Deutung hat eine ganz bestimmte eschatologische Sichtweise zur Voraussetzung, die ganz bestimmt nicht alle Christen teilen. Ich denken, dass die allermeisten Freikirchen in Österreich auch gar nicht so eng im Evangelium gegründet sind, wie das die meisten Christen darin wohl annehmen. Die Theologie der Freikirchen, oft geprägt vom jeweiligen Nestgeruch der Bibelschule, von der der jeweilige Pastor kommt, hat sich selbst in manchen Punkten von der Reformierten/Lutherischen Dogmatik entfernt. Oder irre ich mich da sehr?
    Liebe Grüße,
    Schandor

  14. @Schandor,
    Mit Eschatologie kann ich wenig anfangen, ich kenne diesen Vers vom ganz normalen Lesen in der Bibel. Und Sie haben recht, auch die Evangelikalen stehen in der Gefahr, vom Reformationsgedanken wegzukommen. Erst kürzlich hab ich folgenden Beitrag geschrieben:
    Beheimatet im „dritten Flügel der Reformation“, waren die Evangelikalen Gemeinden anfangs wirklich herausragend einfach und „ur-christlich“, die Liebe zu Jesus Christus und zum Wort Gottes bei jedem Treffen spürbar. Die Botschaft der Gnade verband die „Gemeinschaft der Heiligen“ bzw. die Gruppe erlöster Sünder.

    Seit Anfang des 21. Jahrhunderts besteht unter den evangelikalen Christen auch die Gefahr der Institutionalisierung. Häuser werden gebaut und müssen erhalten werden, Pastoren werden angestellt, manche streben gar nach religiöser Anerkennung. Einige Gemeinden machen sogar mit bei der „Langen Nacht der Kirchen“ und setzten sich damit ins selbe Boot mit den Landeskirchen. Mit „christlichen“ Büchern, Musik und vor allem Geschenksartikeln läßt sich schon gutes Geschäft machen.

    Leopold Kleedorfer möchte diesem Trend entgegenwirken. Er setzt sich ein für ein freies Christentum, die kompromisslose Nachfolge Jesu Christi, geschwisterliche Gemeinschaft statt Hierachie. Christliche Gemeinden sollten maximal als Verein organisiert sein, lieber mit den Briefmarkensammlern und Taubenzüchtern auf gleicher Ebene stehen, statt mit den Religionen zu liebäugeln.

    Hauptsächlich schreibt er Blogs zu verschiedenen Themen, immer das Wort Gottes als höchste Autorität anerkennend.

    ————————————————————–
    Mit lieben Grüßen auch,
    Leopold

  15. @Martin:
    „Es dauert sicher oft eine lange Zeit, bis man als Kind Gottes merkt, daß man in der evangelischen Kirche am falschen Platz ist.“

    Lieber Martin, ich kenne viele Christus ergebene Menschen in der ev. Kirche; und einige, die Gott bewußt in den Dienst in der ev. Kirche gerufen hat. Mit meinem Beitrag spreche ich über meinen Weg, und über meine Sicht. Viele (Kircheleitung inkl.) teilen diese nicht.

    „Von der röm.-katholischen Kirche wird es einem schon viel leichter gemacht, zu erkennen, daß dort keine Wahrheit praktiziert wird.“
    „Wahrheit praktiziert“ – In der RKK habe ich eine geistliche Heimat gefunden; nach etlichen Jahren des Kennenlernens, des Gebetes, des Hinterfragens und der Debatte. Ich werde (römisch-) katholisch, weil dort Christus als Wahrheit „praktiziert“ wird!

    Außerdem: Ich trete nicht in die RKK ein, weil dort all das, was ich an „der“ EKD in meinem Beitrag kritisiere, besser sei. Nein. Ich habe in der RKK erfahren, dass dort durch Sakramente, Glaube, Lehre (Amt), Liturgie und Tradition die Verkündigung und Anbetung des Dreieinigen Gottes zentral im Mittelpunkt steht. Alles dient und weist auf Christus. Das gab mir, nach zehnjähriger(!) Phase des Kennenlernens nach und nach eine geistliche Heimat! Mein Austritt aus der ev. Kirche erfolgt aufgrund meiner Enttäuschung. Mein Eintritt in die RKK ist keine Reaktion auf diese Enttäuschung, sondern darin folge ich dem Ruf Christi und werde durch meine Liebe zu Ihm, zu Seiner Braut der Kirche, geleitet.

    @ernst:
    „Es gehört offenbar inzwischen zum guten (?) Ton, hetigst auf die Evangelische Kirche (…) einzudreschen. Man findet ja auch genug, was fragwürdig ist!“
    „Nassforsch“. Meine Siche als „der Weisheit letzter Schluss“. „Fromm verbrämter Narzismus“
    Nein, dem verwehre ich mich! Ausdrücklich!
    Ich schrieb ein Statement, warum ich austrete. Auf der Seite der OJC gibt es ebenso ein Statement von jemandem, der FÜR die Kirche streitet.
    Meiner Entscheidung geht ein langjähriger Prozess voraus! Mein Horizont ist mein Maßstab. Aber nicht der Maßstab. Jeder, der in „der“ EKD eine geistliche Heimat hat, ist dort am rechten Platz!
    Du forderst „missionarsiche Kraft, theologische Klarheit, gesellschaftliche Relevanz und kulturelle Strahlkraft“. Ich denke- die ev. Kirche hat davon abgelassen, „Botschafter an Christi“ statt zu sein. Ich fordere gar nichts „gnadenlos“ von der Kirche. Sondern ich verstehe sie als Braut Christi, als geistliche Heimat, als Ort an dem mir in Gemeinschaft mit vielen anderen der Gekreuzigte und Auferstandene Christus gepredigt wird. Die Gott und den Menschen dient. Basta.
    Es gibt keine „perfekte“ Kirche auf Erden. Durch Christus sind wir Gläubige, die Seinen Leib bilden, gerecht. Aber trotzdem weiterhin fehlbare Menschen!
    Ich befinde mich fern der Illusion, dass mit einem Eintritt in die RKK ab sofort alles „gut“ bzw. „besser“ würde.

    @leopold
    Ich habe nach einer geistlichen Heimat gesucht, und Gott hat mich geführt.
    Dabei suche ich nicht nach Gebundenheit, sondern Freiheit. Nämlich in und durch Christus.
    Bei dir höre ich heraus, dass dir institutionalisierte Kirche sowie tradierter Glauben(sinhalt) fremd sind. Mir (sowie 2 Mrd. anderen von Gott mit dem Glauben an Ihn begnadeten) ist die Kirche wertvoll, ein Schatz. Nicht um ihrer selbst willen; sondern weil Christus sie gegründet und berufen hat. Doch es gilt, die Schätze zu bergen, die der Kirche Jesu Christi seit und in 2000 Jahren wohlfein anvertraut worden sind.
    Ich sage: Habt Mut zum Eintritt, und folgt Christus nach!

  16. Schandor meint:

    @Tobias
    Und wie folgt man ihm nach? Von welchen Schätzen sprichst Du? Wenn Du von der RKK sprichst, meinst Du da auch das Papsttum? Das Vaticanum II.? Du sprichst von den Sakramenten, sprichst Du da auch von der Transsubstantiation? Versteh mich bitte recht: Nicht Kritik anbringen will ich, sondern verstehen. Aber das tu ich nicht. Vielleicht deshalb nicht, weil ich vor geraumer Zeit eine Predigt von Dr. Alain Cairns gehört habe (http://media.sermonindex.net/2/SID2766.mp3) und dazu eine Prise Walter Veith dazugenommen habe. Da fällt es etwas schwer, Deinen Schritt nachzuvollziehen. Ist es wirklich die RKK, der Du da beitrittst, oder könnte es sein, dass es die Menschen sind, die Du darin kennst, und die es mit dem Glauben wirklich ernst nehmen? Sind vielleicht sie es, was Du so anziehend an der RKK findest?
    Dass du in einer EKD keine Heimat finden konntest, die ihre eigenen Grenzen schneller verschwimmen lässt, als die RKK nicht müde wird, ihre eigenen Grenzen modernistisch zu verschleiern (vgl. Dr. Schirrmachers Analyse der vatikanischen „Neuerungen“ in seiner Ethik), das ist nachvollziehbar. Doch der Schritt in eine Kirche hinein, die von einigen der gottesfürchtigsten Menschen des 16., 17., 18., 18. u. 19. Jahrhunderts als Sitz Satans (und ähnlich) bezeichnet worden ist — dieser Schritt scheint schwer nachvollziehbar. („It must always be clear, when the expression ’sister Churches‘ is used in this proper sense, that the one, holy, Catholic, and apostolic Universal Church is not ’sister‘ but ‚mother‘ of all the particular Churches“ (Ratzinger)). Findest Du dies nicht alarmierend, wenigstens jedoch bedenklich?
    Da Du Gottes Kind bist, bist Du mein Bruder, mit/in/außerhalb welcher Kirche auch immer. Ich will nur verstehen.

    Lieben Gruß,
    Schandor

  17. „fremd geworden“
    @Tobias
    Schön Dich auch persönlich ansprechen zu können.
    Ich war von Kindheit an, bis etwas über 20 in der RKK, automatisch hineingeboren, wie die meisten Österreicher, inklusive Kirchensteuer, angeblich von Hitler eingeführt.
    Durch das Lesen in der Bibel, der persönlichen Beziehung mit Jesus Christus, der Führung des Heiligen Geistes, durfte ich Gott als liebenden Vater kennenlernen.
    Seither wird mir mehr und mehr alles alles an den kirchlichen Organisationen fremd.
    Angefangen vom Papsttum, über die prunkvollen Gebäude, das herrscherische Auftreten von Bischöfen, bis zur Verwobenheit der RKK in Politik, Kultur und Gesellschaft. All das ist mir erst fremd geworden seit ich mit Jesus lebe.
    Zu sehen, wie, besonders ältere Menschen, von der RKK geknechtet werden, wie sie kurz vor dem Sterben immer noch nicht wissen ob sie in den Himmel dürfen, macht es für mich sehr schwer, irgend etwas gutes an der RKK zu finden.
    Bitte, hab den Mut, wieder auszutreten, und viele andere mitzunehmen.
    Mit lieben Grüßen,
    Leopold

  18. @Tobias:

    Ich war neulich wieder einmal in einem römisch-katholischen Ostergottesdienst mit einem schwäbischen Pfarrer: „Heiliger Antonius, bitte für uns Sünder.“

    Das hatte ich ja ganz vergessen!

    Ich war Gott sei Dank ganz hinten gesessen, wäre vor Scham am liebsten in die Ritzen zwischen den Fliesen versunken und hinterher hat mich meine Frau auch noch geschimpft, weil ich dabei mein Gesicht wie betend in die Hände versteckt habe, und angeblich „alle“ haben mich dabei auch noch angeschaut.

    Da habe ich mich echt schlecht gefühlt.

    Wie geht es denn Dir? Bereits nach der ersten Beichte im Alter von zehn Jahren war mir klar, daß man jedenfalls auf diese Weise nicht in den Himmel kommen kann.

    Nix wie raus von dort!

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