Der Sozialdarwinismus des Anders Breivik

Die schrecklichen Ereignisse in Norwegen machen uns zu schaffen. Allein sich vorzustellen, was die Opfer während der Attentate durchgemacht haben, kann den Schlaf rauben. Den Betroffenen und Hinterbliebenen gilt mein tiefes Mitgefühl. Mögen sie in diesen schweren Tagen Trost finden und neue Kraft schöpfen.

Während der Berichterstattungen über die Anschläge in Oslo wurde viel über die Motive des mutmaßlichen Attentäters spekuliert. Dass Anders Breivik in ersten polizeilichen Stellungnahmen als »christlicher Fundamentalist« charakterisiert wurde, erwies sich als unglücklich. Die Ermittlungen zeigten schnell, dass diese Einschätzung im Kern falsch war. Das hasserfüllte Weltbild dieses Mannes hat mit dem christlichen Glauben wenig zu tun (aufschlussreich dazu der Artikel »Fanatische Fantasy« von Reinhard Bingenger, FAZ vom 26.07.2011, S. 3). Einmal mehr zeigte sich, dass die Bemühung des Fundamentalismusbegriffs in solchen Debatten polarisiert aber nicht weiterhilft, zumal »Fundamentalismus« semantisch sehr verschieden interpretierbar ist.

Als wichtige Quelle für die Bewertung der Motive von Breivik gilt inzwischen das Kompendium 2083 – A European Declaration of Independence, das der mutmaßliche Mörder vor seiner grausamen Tat an einige Bekannte per eMail versandte. Ich habe das Dokument kurz überflogen und kann seitdem nachvollziehen, dass es einige Leser dazu verleitete, das faschistoide Weltbild Breiviks mit dem Christentum in Verbindung zu bringen. Der Autor sieht sich als Opfer eines marxistisch-islamischen Jihads und begründet sein Widerstandsrecht seitenweise mit Bibelstellen. Ungefähr so: »Die Bibel sagt uns, dass wir nun alle gute Soldaten Jesu Christi sind« (S. 1330).

Breivik hört jedoch nicht auf die Bibel, sondern missbraucht sie. Er deutet den christlichen Gauben und das Leben als jemand, der in den Tiefen seines Herzens mit einem sozialdarwinistischen Nationalismus sympathisiert. Ein Beispiel: Die sich selbst gestellte Frage, wie er sich ein vollkommenes Europa vorstellt, beantwortet er wie folgt (S. 1386, vgl. S. 350, 1227, 1232):

»Logik« und rationalistisches Denken (eine bestimmtes Größe [engl. degree] des völkischen Darwinismus) sollte das Fundament unserer Gesellschaften sein.

Ein Christ glaubt nicht an die Logik des Stärkeren. Jeder Mensch ist unabhängig von seiner Rasse, seinem Geschlecht oder seiner Performanz Ebenbild Gottes und besitzt somit eine unveräußerliche Würde. Christen halten Mord für eine schwere Sünde und wissen, »dass kein Menschenmörder ewiges Leben als bleibenden Besitz in sich trägt« (1Joh 3,15). Anders Breivik kann sich, das wird jeder eingestehen müssen, der seine Bibel wirklich gelesen hat, nicht auf einen Glauben berufen, der Nächsten- und Feindesliebe fordert und eindringlich davor warnt, das »Schwert« selbst in die Hand zu nehmen. Der listige Versuch, den vielfachen Mord an unschuldigen Menschen mit dem Recht auf Selbstverteidigung zu begründen (vgl. 1329f.), verdient unsere Verachtung.

Kommentare

  1. Roderich meint:

    Er war uebrigens auch Freimaurer 3. Grades. (Offenbar gehoert dazu schon einiges). Das muss auch nicht notwendig etwas gegen Freimaurer sagen, seine Taten passen aber schon wesentlich besser zu manchen Lehren von Freimaurern als zum biblischen Christentum.

    Abgesehen davon kann einer auch 100% die richtige Sichtweise haben, aber sich in Methoden vergreifen. Auch wenn bei diesem Herrn wohl beides nicht stimmte.

  2. „Der Anwalt des 32-Jährigen Attentäters, Geir Lippestad, hatte gesagt, der gesamte Fall deute darauf hin, dass sein Mandant „verrückt“ sei. Psychiater sollten nun seinen Geisteszustand untersuchen. Die Geheimdienstchefin äußerte sich zu dieser Möglichkeit ablehnend:

    „Meiner Meinung nach ist er durchaus ein zurechnungsfähiger Mensch“, sagte sie. Er sei konzentriert und berechnend und habe über Jahre hinweg an seinen Plänen gefeilt. All das passe nicht zu einem verrückten Menschen. Breivik sei vielmehr „vollkommen böse“.“

    DIE ZEIT (27. Juli 2011): Anschläge in Norwegen. Geheimdienst nennt Breivik „einsamen Wolf“, http://www.zeit.de

    „Wie kann man sich gegen Anschläge auf die Freiheit schützen, ohne die Freiheit zu zerstören? Wie kann man den Opfern von Mördern Gerechtigkeit widerfahren lassen, ohne den Mördern selbst das Leben zu nehmen? Wie kann man mit Bösem leben, ohne böse zu werden? […]

    Böses mit Bösem zu überwinden, ist eine Strategie, vor der man sich hüten muss. Wenn wir die Gefährdungen der Freiheit dadurch bekämpfen wollen, dass wir die Freiheit selbst aufheben, spielen wir dem Bösen in die Hände. Der Glaube kennt es anders. Er lebt von der Erfahrung, dass Böses nicht das letzte Wort behält“

    Prof. Dr. Dr. h.c. Ingolf U. Dalferth (Februar 2010): Das Böse ist immer und überall – aber was genau ist es bloß? http://chrismon.evangelisch.de

  3. Der Täter bezeichnet sich selbst als nicht als Religiös, er schreib in seiner Hassschrift:

    „Ich will niemandem vormachen, dass ich sehr religiös bin, das wäre eine Lüge. Ich war immer sehr pragmatisch und wurde von meiner säkularen Umwelt beeinflusst. (…) Religion ist eine Krücke für schwache Menschen, und viele umarmen die Religion aus eigennützigen Gründen, weil sie dadurch geistig gestärkt werden.“
    Quelle
    http://www.pro-medienmagazin.de/nachrichten.html?&news%5Baction%5D=detail&news%5Bid%5D=4256

  4. Breivik bezeichnet sich nominell als Christ und will sich dafür engagieren, dass der Protestantismus wieder katholisch wird (S. 1369). Zugleich sagt er: „Regarding my personal relationship with God, I guess I’m not an excessively religious man. I am first and foremost a man of logic“ (1404).

  5. Mich würde interessieren, ob es große Parallelen zu Hitlers Kriegsreligion gibt.

    Dass B. Christentumsbegriff weder mit dem historisch-christlichen Glauben noch mit dem historischen Fundamentialismus (the fundamentals) noch – vermute ich – mit der Mehrzahl der Gruppierungen zu tun hat, die sich selbst heute bewusst als christliche Fundamentalisten bezeichnen oder von anderen so bezeichnet werden, zeigt m.E. nach folgendes Zitat von ihm

    Page 1360
    Q: What about atheists and Odinists, can they join the PCCTS, Knights Templar?
    A: If you want to fight for the cross and die under the “cross of the martyrs” it’s required
    that you are a practising Christian, a Christian agnostic or a Christian atheist (cultural
    Christian). The cultural factors are more important than your personal relationship with
    God, Jesus or the holy spirit. Even Odinists can fight with us or by our side as brothers in
    this fight as long as they accept the founding principles of PCCTS, Knights Templar and
    agree to fight under the cross of the martyrs. The essence of our struggle is to defeat the
    cultural Marxist/multiculturalist regimes of Western Europe before the we are completely
    demographically overwhelmed by Muslims.

  6. Wie nicht anders zu erwarten, ist Breivik für den Spiegel ein gefundenes Fressen.
    Ein Herr Volker Weiß schreibt dort allen Ernstes von einer „Talibanisierung der christlichen Rechten“. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,776735,00.html

    Weiß‘ diffamierender Artikel zielt vor allem darauf ab, die Berliner Wochenzeitung „Junge Freiheit“ und das gesamte konservative Sprektrum mit dem Gedankengut des Attentäters in Verbindung zu bringen. Weiß unterstellt der JF, dass sie sich zunehmend dem „christlichen Fundamentalismus“ zugewandt habe. Dazu die Entgegnung von JF-Autor Martin Lichtmesz. http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M586d3cb05da.0.html

  7. Roderich meint:

    Wenn einer, der sich vage auf „christliche Werte“ beruft, ein Attentat begeht, dann wird wochenlang sein weltanschaulicher Hintergrund in den Medien beleuchtet, diskutiert, analysiert, etc – das ist „Agenda-Setting“ der linken Medien, die wissen: je mehr ueber das Thema diskutiert wird, desto besser. Wer die „Agenda of discussion“ bestimmen kann, kann letztlich das Denken – und damit das Handeln – der Menschen bestimmen.

    Als etwa Pim Fortuin (niederlaendischer anti-islamistischer Politiker, der vermutlich Premierminister der Niederlande geworden waere) durch einen extrem linken Attentaeter ermordet wurde, wurde die Weltanschauung des Attentaeters durch die linken Medien weitestgehend ignoniert, das Thema wurde schamvoll uebergangen. Keine wochenlange Analyse, keine Schlussfolgerungen, dass man etwa linkes Denken mundtot machen muesste, um weitere Attentate dieser Art zu verhindern.

    Eigentlich ganz aehnlich ist es beim schlimmsten Verbrecherstaat der Welt, Nord-Korea. Weil Nord-Korea ein kommunistischer Staat ist, also ein Staat, der der Ideologie der Linken sehr nahesteht, haben die Medien eine Beiss-Hemmung. Man hoert kaum Tiefen-Analysen der Ideologie, und es werden kaum Schlussfolgerungen getroffen bezueglich dessen wie gefaehrlich die linke Ideologie im allgemeinen ist, und was man evtl. hierzulande tun muesste, um ueber die „Gefahr von links“ aufzuklaeren.

    Genauso verhaelt es sich mit den linksextremen Gewalttaten etwa in Berlin oder andernorts, deren Zahl sich im Moment rapide vergroessert. Die Medien ziehen keine Schlussfolgerungen, etwa dass die gefaehrliche Linkspartei, deren Ideologie sich nur wenig von der von Linksextremisten unterscheidet (bzw. die ja selber linksextrem ist), zu verbieten sei.

    Immer das gleiche: als Timothy Mc Veigh (ich glaube 1995) eine grosse Bombe pflanzte mit vielen Toten, war dies wochenlang ein Hauptthema der linken Medien in USA. Und das hauptsaechlich, weil der Attentaeter in gewisser Hinsicht als „rechtsextrem“ gelten konnte (auch wenn er in Wirklichkeit ueberall auf der ideologischen Karte zu finden war). So ein Ereignis schlachten die Medien dann wochenlang aus, weil sie daraus weltanschauliches Kapital schlagen koennen – etwa „Warnung vor rechts“.

    @Theo – stimmt, dieser Spiegel-online Artikel ist schon unterste Schublade und primitive Hetze gegen die Junge Freiheit. Schade, dass der Spiegel meint, das noetig zu haben; es deutet aber auf eine gewisse Angst hin, die sozialdemokratische Lufthoheit unter Intellektuellen in Europa koennte irgendwann mal verloren gehen. – Das deutet sich ja schon an in den Blogs. Etwa sieht man seit einiger Zeit, dass die Kommentare (etwa bei WELT und FAZ) wesentlich konservativer sind als die Artikel der Zeitungen selber. Genauso bei den Kommentarsektionen anderer Zeitungen. Die Leute wachen auf.

    (Es wird allerdings noch sehr lange dauern, bis in den Medien in Europa mehr Gleichgewicht hergestellt werden kann, weil die geisteswissenschaftlichen Fakultaeten in den Universitaeten, die die angehenden Journalisten besuchen, fast alle weitaus mehr links als konservativ sind).

    Der Artikel im gedruckten Spiegel („offline-Ausgabe“) ist wesentlich „ruhiger“ und differenziert mehr. Aber der Grundfehler ist der gleiche.
    Einerseits fragt die Druck-Ausgabe des Spiegel: „Koennte die starke Kritik am Islam zu solchen Attentaten gefuehrt haben bzw zu weiteren Attentaten fuehren?“. Die Frage, die andererseits vollstaendig uebergangen wird ist aber: „Koennte die sozialdemokratische / Gruene Politik und die Ideologie der multikulturellen Gesellschaft und das Verschweigen von Fakten durch die linken Medien dazu gefuehrt haben, dass das Fass mal so ueberlaeuft? Sind also nicht die linken Medien durch ihre Unterdrueckung der Wahrheit mitschuldig an diesen Morden?“ (Das klingt natuerlich uebertrieben, aber es waere eine aehnlich stichhaltige Schlussfolgerung wie andersherum).

    Genauso fehlt die Frage: koennten die vielen Morde an Christen in Islamischen Gesellschaften nicht zu einer berechtigten Sorge gegenueber dem Islam gefuehrt haben? Koennten die Misstaende in der westlichen Welt (Kriminalitaet durch Islamische Migranten in Ballungszentren, Missbrauch von Sozialleistungen durch absichtlich arbeitslose Migranten etc.) nicht zurecht zu Empoerung gefuehrt haben? Koennte die unbegrenzte Einwanderung v.a. von Moslems nicht auch dazu gefuehrt haben, dass Menschen im Westen dies als Bedrohung empfinden? Und koennte dann die Blindheit der Politik gegenueber diesen Problemen nicht erst Recht Wut bei den Buegern verursachen?

    Koennte nicht die Tatsache, dass Moslems hier volle Religionsfreiheit haben, aber in islamischen Laendern Christen und Mitglieder anderer Religionen regelmaessig verfolgt, getoetet oder zumindest diskriminiert werden, zu einem grundsaetzlichen Unbehagen gegenueber der Einseitigkeit westlicher Politik / Medien gefuehrt haben?

    Also: anstelle einer „Beobachtung“ von konservativen Blogs sollte eine Umkehr in der Politik erfolgen, bei der wieder Rationalitaet herrscht statt Nachjagen von Traumbildern wie etwa einer multikulturellen Gesellschaft (wie es etwa die Gruene Partei zum Programm gemacht hat und daher so viele wie moeglich Auslaender nach Deutschland holen will, um die christliche Kultur zu zerstoeren). Wer nicht glaubt, dass die Zerstoerung der christlichen Kultur das Ziel der Linken ist, sollte mal die neomarxistische Literatur lesen. Zerstoerung der christlichen Kultur gilt als Ziel der Neomarxisten, weil in ihrer Sicht der Sozialismus in westlichen Laendern keinen Fuss fassen konnte, weil noch zu viel von der stoerenden christlichen Weltsicht in den Institutionen (Recht, Politik, Kultur) vorhanden ist. Erst wenn das Christentum entfernt ist, kann der „neue Mensch“, den der Sozialismus verspricht, sich entwickeln.
    Leider laufen die Linken damit einem falschen Menschenbild nach. Diese Utopie kann nie funktionieren. Der Mensch ist nicht autonom, ist nicht von sich aus gut, und eine Gesellschaft ohne Werte und ohne Glauben an absolute Wahrheiten kann nicht lange stabil bleiben. Eine solche Gesellschaft gleicht einem Vakuum. (Politisch muss eine wertelose Gesellschaft hin- und herschwanken zwischen Chaos und darauffolgendem autokratischen oder totalitaeren Herrscher, da die Menschen das Chaos nicht lange aushalten werden). Ein Vakuum bleibt auch nicht lange bestehen, sondern zieht automatisch eine neue Religion oder Ersatzreligion an. Das koennte der Islam sein.
    Der Islam hat dort, wo er an die Macht kam, den Linken Gruppen, mit denen er zuvor zusammengearbeitet hat, schnell den Garaus gemacht.
    Herr Volker Beck von den Gruenen, der heute so eifrig an der vollstaendigen Gleichstellung des Islam (als Mittel der Zerstoerung der letzten verbleibenden kulturellen Einfluesse oder Vormachstellungen des Christentums) arbeitet, wird sich spaeter, wenn der Islam mal die Mehrheit bekommen sollte, in Trauer und Wehmut nach einer christlichen kulturellen Vorherrschaft (die ja heute gar nicht mehr existiert) zuruecksehnen.

    Es waere doch nett, wenn Linke den Irrtum ihrer Weltsicht erkennen, BEVOR Europa zerstoert ist.

  8. Schandor meint:

    „Timothy Mc Veigh“

    Was Gore Vidal über Timothy McVeigh – mit dem er ja in regem Briefkontakt stand – zu sagen hat, ist auch recht aufschlussreich.

    Aber warum sollten die Linken einen Irrtum erkennen? So dämlich werden sie nicht sein, dass sie die massive Gefahr der islamistischen Überfremdung nicht sähen. Nein, ich glaube nicht, dass sie darin eine Gefahr sehen, sondern eine „Chance“: In ihrem blindwütigen Hass auf alles, was da „christlich“ heißt, ist es ihnen jenem Affen unter dem Bujubaum lieber, ihren Schatz fest umklammert zu halten, auch wenn sie dann gefressen werden. Und dass sie gefressen werden, ist ja klar: Wann hätte der Islam je etwas anderes neben sich geduldet? Anders als der dialektische Materialismus seinerzeit und der Neomarxismus heute kommt der Islam ja mindestens von zwei Stoßrichtungen her: Staat & Religion. Daraus ergibt sich seine innovationsfeindliche Kultur als antichristliches Antidot.
    Könnte nicht doch etwas dran sein an jener ungeheuren Vermutung, derzufolge gewisse Personengruppen die Auslöschung des Christentums (aus welchen Zielen, sei dahingestellt) regelrecht organisiert und plant? Und gäbe es ein probateres Mittel als ausgerechnet die Installation des Islam in den eigenen Mauern?
    Schon demographisch muss doch klar sein: Der Westen vermehrt sich nicht mehr, während die durchschnittliche islamische Familie, na, wieviele Kinder hat? Damit erledigt sich das – vorerst – unblutig, dafür umso sicherer. Oder täusche ich mich da?

  9. Andauernd werden angebliche Satanisten verantwortlich gemacht wenn grausame Morde geschehen. Jetzt seit halt ihr Christen mal dran. Ist doch nur fair. Und übrigens: um Freimaurer zu werden (in Norwegen) ist es sogar erforderlich gläubiger Christ zu sein! Des weiteren möchte ich jedem nahe legen, der meint, das Mord und Hass und Gewalt unchristlich seien, doch mal die Bibel zu lesen..

  10. Kitty: Danke für Deinen Kommentar! Nett, dass Du Dich meldest.
    Kannst Du Deine Behauptungen auch belegen? Also (1): Welche Quelle behauptete, dass ein Freimaurer in Norwegen gläubiger Christ sein muss? Wo steht in der Bibel, dass Christen zum Hass und zum Mord aufgerufen werden? Danke!
    Liebe Grüße, Ron

  11. zu 1.) http://de.wikipedia.org/wiki/Den_Norske_Frimurerorden

    Die Großloge folgt seit 1818 dem schwedischen Ritus, wo sich alle Mitglieder klar zum Christentum bekennen müssen. Nach der Tradition können nur Männer Mitglied werden und man muss mindestens 24 Jahre alt sein. Des Weiteren muss man ein Mann von gutem (untadeligem) Ruf sein, eine allgemeine Solvenz besitzen, bereit sein zur Unterstützung des christlichen Glaubens (ohne besondere Anforderungen an eine bestimmte christliche Konfession) und braucht die Empfehlungen von mindestens zwei Mitgliedern der Loge.[1]

    Ein paar Bibelstellen zum Thema Mord (alle hier zu erwähnen, würde den Rahmen sprengen):

    Ez 9:5-7

    Und ich hörte wie er (Gott) zu den anderen sagte: (…) Schlagt zu! Euer Auge soll kein Mitleid zeigen, gewährt keine Schonung! Alt und Jung, Mädchen, Kinder und Frauen sollt ihr erschlagen und umbringen. (…) Er (Gott) sagte zu ihnen: Macht meinen Tempel unrein, füllt seine Höfe mit Erschlagenen! Dann geht hinaus, und schlagt in der Stadt zu.

    Ri 21:10/11

    (…) Geht hin und erschlagt die Einwohner von Jabesch-Gibead mit scharfen Schwert, auch Frauen und Kinder. So sollt ihr es machen: Alles, was männlich ist, und alle Frauen, die schon Verkehr mit einem Mann hatten, sollt ihr dem Untergang weihen.

    Deut 25:11/12

    Wenn zwei Männer, ein Mann und sein Bruder miteinander raufen, und die Frau des einen hinzukommt, um ihrem Mann aus der Gewalt des anderen, der auf ihn einschlägt, zu befreien, und wenn sie die Hand ausstreckt und dessen Geschlechtsteile ergreift, dann sollst du ihre Hand abhacken. Du sollst in dir kein Mitleid aufsteigen lassen.

    „Wenn einer zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater, seine Mutter, sein Weib, seine Kinder, seine Brüder und Schwestern […] kann er nicht mein Jünger sein.“
    (Lk 14:26)

    „Glaubet nicht, ich sei gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit der Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter.“ (Mt 10:34-35)

  12. Johannes meint:

    @Kitty: Hallo! Ich möchte nur eine kurze Anmerkung zu den genannten Quellen machen:

    1. Nirgends in dem Wikipedia-Artikel steht, dass ein Freimaurer ein gläubiger Christ (im Sinne der Bibel) sein muss. Er muss offenbar christlich sein. Zwischen „christlich sein“ und „Christ sein“ können aber durchaus Welten liegen.

    2. Die alttestamentlichen Stellen sprechen wohl weitgehend vom punktuellen Gerichtshandeln Gottes und sind keine unmittelbare Handlungsanweisung für Christen!

    3. Lk 14,26 steht, wie jeder Bibelvers, in einem Kontext. Hier macht Jesus der ihm nachlaufenden Masse deutlich, dass jeder, der ihm folgen, bereit sein muss, alles hinter sich zu lassen und ihn an die erste Stelle zu setzen. Es gibt keine Christusnachfolge ohne Selbstverleugnung.

    4. Mt 10,34-35 redet nicht davon, dass Christen das Schwert nehmen, sondern dass um des Glaubens willen sogar Familien auseinander gerissen werden – was verfolgte Christen weltweit derzeit vielfach erleben.

    5. Für Christen gelten hingen die klaren Aussagen Jesu: „Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen.“ (Lk 6,27-28) und vor allem Lk 6,35-36: „Vielmehr liebt eure Feinde; tut Gutes und leiht, wo ihr nichts dafür zu bekommen hofft. So wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Kinder des Allerhöchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“
    Dass Christen keine Gewalt ausüben sollen, wird besonders deutlich in Joh 18,36: „Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt.“
    Zudem gilt ja nach wie vor das 6. Gebot, dass eben auch individuelle Gewalt verbietet!

    Viele Grüße!

  13. Johannes meint:

    Erwähnenswert wäre in diesem Zusammenhang 1Joh 3,15 und 4,20, wo ganz deutlich wird, dass Hass nicht mit einem christlichen Leben vereinbar ist … – alle Stellen hier zu erwähnen, die den Christen zur Liebe auffordern würde den Rahmen sprengen 😉 Übrigens, dass die Bibel an vielen Stellen Mord und Totschlag erwähnt, heißt ja noch lange nicht, dass diese Dinge gut geheißen werden.

  14. Schandor meint:

    @Johannes

    Gut geheißen werden können sie schon, aber gutgeheißen werden nicht 🙂

  15. Johannes meint:

    @Schandor: :S (Der ganz Kommentar ist etwas holprig, man sollte so etwas nicht in Eile schreiben!)

  16. @Kitty

    Ich kann Deine Anmerkungen zu den (überwiegend) alttestamentlichen Bibelstellen sehr gut verstehen. Für jemanden, der sich nicht jeden Tag damit beschäftigt, erschließt sich der Kontext nicht einfach so und ohne Weiteres. Hat Johannes‘ Argumentation Dir geholfen, es besser zu verstehen?

  17. Roderich meint:

    Hello Kitty,
    Ich empfehle den sehr fundierten Artikel von Thomas Schirrmacher auf thomasschirrmacher.Info zu diesem Thema, der sehr deutlich zeigt, dass Breivik kein Christ war.

  18. Roderich meint:

    @Kitty,
    Hier noch der Link. http://www.thomasschirrmacher.info/archives/1944

    (Gibt es denn Deiner Meinung nur „angebliche“ Satanisten und keine „echten“?)

  19. @Roderich

    danke erst mal für den link, werd ich mir mal durchlesen wenn ich Zeit habe. Na gut, vielleicht muss man das alles im Kontext lesen, aber nichts desto trotz ist es für jede art von Gewalt einen Hintergrund, was nicht heißt das ich das gut finden oder nachvollziehen muss. Bei der Bibel ist es für mich genauso. Davon ausgehend das die Bibel Gottes Wort sein soll, ist die ganze Gewalt, Vergewaltigung, Tipps zum Verkauf seiner Sklaven, etc. nur um so erschreckender.

    Natürlich gibt es echte Satanisten. Nur gibt es nichts woran man diese festmachen könnte. Anders als in anderen Religionen gibt es dort einfach kein Buch oder ähnliches was ganz klar festlegt was man als satanist zu sein hat oder auch nicht. Was ja auch im Grunde der Sinn des satanismus ist.

    In den Medien werden Greueltaten immer direkt mit der satanischen szene in verbindung gebracht, da es halt schon immer einfacher war, Dämonen oder den Teufel verantwortlich zu machen. Meist stellt sich aber sehr schnell heraus, das (wie im Fall Ruda) die Betreffenden Personen gar keine Satanisten waren. Meist sind es ja auch eher irgendwelche kiddies, die nur besonders schockieren/auffallen wollen.

  20. Roderich meint:

    @Kitty,
    Im Fall von Daniel und Manuela Ruda war es ja nicht die Schuld einer Falschdarstellung durch Medien, sondern die zwei haben sich ja selbst als Satanisten bezeichnet und so aufgeführt vor Gericht – dies dann aber offenbar erst später in ihrem Buch bestritten. Siehe den Wikipedia Artikel zu den beiden.

    Bei Breivik war’s anders: Medien haben wider besseres Wissen verbreitet, dass Breivik fundamentalistischer Christ sei – siehe den guten Artikel von Prof Schirrmacher.

    Vergewaltigung wird in der Bibel NIE gutgeheissen. (Es wird faktisch berichtet, wenn es stattfand, da die Bibel die Zustände auf der Erde nicht beschönigen will. Die Bibel stellt den Menschen so dar, wie er ist – mit aller seiner Neigung zur Suendhaftigkeit, auch unter Christen, bzw. im AT auch unter Juden). Siehe dazu auch den guten Artikel von Prof Schirrmacher, welche Konsequenzen die Annahme der Suendhaftigkeit des Menschen für die Politik hat. Wenn Du davon ausgehst, der Mensch sei sündhaft, solltest Du den Staat so einrichten, dass die Macht des Einzelnen begrenzt ist, also Rechtsstaat, Gewaltenteilung und Foederalismus etc.).

    Zu dem Thema „Tipps zum Verkauf der Sklaven“: Sklaverei war damals üblich. Vergleiche mal mit anderen Völkern; die Bibel gab den Sklaven weitreichende Rechte, das war für damals geradezu revolutionär.
    Oder lies mal „Wie das Christentum die Welt veränderte“ von Alvin Schmidt (erschienen im Resch-Verlag). Es beschreibt, wie DURCH das Christentum die Menschenwürde, die Rechte der Frauen, die Rechte der Sklaven immens gestärkt wurden. William Wilberforce, entschiedener (wenn Du willst ein „fundamentalistischer“) Christ, hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Sklaverei in der westlichen Welt abgeschafft wurde – anders als etwa im Islam, wo es die Sklaverei bis vor wenigen Jahren noch gab oder heute gar noch gibt, z.B im Sudan, Saudi-Arabien, etc., oder vergleiche mit dem Kastenwesen in Indien, das im Prinzip eine ganze Kaste versklavt (die Dhalits = unterste Kaste hat dort noch immer „gelitten“).

    Der Humanismus hat sich in Europa auf Basis eines säkularisierten Christentums entwickelt. Alles, was am Humanismus „menschlich“ ist, hat er vom Christentum. (Oder wie willst Du begründen, dass der Mensch eine „Würde“ hat, wenn der Mensch nur aus Materie besteht? Für einen Christen ist jeder Mensch wertvoll weil im Ebenbild Gottes geschaffen.)

    Zum Thema „Gewalt in der Bibel“: Gott ist in der Tat auch ein Richter, und Er übt ab und zu auch mal Gericht aus auf der Erde. Das mag einem gefallen oder nicht, aber Gott ist nun mal der Schöpfer und Er ist allmächtig; Er setzt die Regeln, nicht wir. Eine Suendflut ist ein sehr hartes Gericht, aber wer bin ich, der ich Gott Vorschriften machen sollte. Wesentlich ist, dass die einzelnen Christen zur Gewaltlosigkeit aufgerufen sind, nur der Staat (als Diener Gottes) hat das Gewaltmonopol, also darf nur der Staat nach innen (Polizei) oder aussen (Armee) den Frieden und die Sicherheit durch gelegentlichen Einsatz von Gewalt sichern; im Falle der Armee nur für Verteidigungskriege, im Falle der Polizei auch nur gemäße der Gesetze. Kein Christ hat das Recht, das „Recht in die eigene Hand“ zu nehmen.
    Schau Dir doch mal das Keben Jesu Christi im Einzelnen an – wie er lebte, was er sagte und tat. Wer Christus sieht, der sieht den Vater; so wie Christus ist also auch Gott. (Siehe die Unterhaltung von Jesus mit Philippus in Johannes 14).
    Für mich ist Jesus Christus der, dem ich nachfolgen will. Lies Dir doch mal das Neue Testament durch und bitte, dass Gott sich Dir offenbart, wenn es ihn gibt. Es ist jedenfalls VIEL besser, sich selbst ein Bild von Jesus Christus zu machen, als das zu übernehmen, was die Medien oder Blogs oder andere Leute Dir vielleicht von Ihm erzählen.

    Viele Gruesse, Roderich

  21. Dann frage ich mich allerdings, was ist mit all den Ländern in denen das Christentum nicht die vorherrschende Religion ist, bzw. die ihn bis vor wenigen jahren nicht mal kannten (China, Japan z. B.). Laut deiner Aussage wären diese also nicht humanistisch, da sie ja nicht vom Christentum beeinflusst wurden.

    Was ist aber z. B. mit Levitikus 15:19-23, 1. Brief an die Korinther 14:33b-35, Levitikus 12:2-5. Es gab da auch noch ein Zitat, irgendwas über, wenn eine Frau Vergewaltigt wird und sie nicht schreit, soll sie dafür getötet werden. Finde die genaue Bibelstelle jetzt leider nicht.

    Also nochmal, als Zeitgeschichtliches Dokument kann ich die Bibel durchaus gelten lassen. Aber sie ist doch angeblich Gottes Wort! Wieso hat er solche Dinge also nicht verhindert? Wo er doch allmächtig ist und allwissend wäre das doch ein klacks für ihn gewesen. Und da er doch allwissend ist, wieso hat er nicht direkt antworten Mitgeliefert zu Themen die in der heutigen Gesellschaft relevant sind? Genforschung, Abtreibung, Atommüll und alles was die Menschen halt heute beschäftigt.

  22. Wollte noch anmerken, das mir durchaus klar ist, das die Kirche das heute natürlich nicht mehr so sieht (sehen DARF). Aber der springende Punkt ist doch, das Gott selbst gesagt hat, das die Bibel sein Wort ist, und das sein Wort unveränderlich ist. Wie also passt das dann zusammen?

  23. Roderich meint:

    @Kitty:
    China hat u.a. durch Herrn Mao TseTung den Sozialismus eingefuehrt – und der ist bekanntlich eine Abart oder Ausformung / ein zu Ende gedachtet Humanismus, da der Sozialismus den Menschen in den Mittelpunkt setzt. Und im Moment nimmt in China das Christentum stark zu; manche Funktionäre der kommunistischen Partei sind schon (z.T. heimlich) Christen; es wird z.T. Nachgedacht, dass das Christentum die beste Religion sei, weil die westliche Welt ihren Fortschritt dem Christentum verdankt. Recht haben sie…!

    Vorher gab es in China ein Gemisch aus Buddhismus, Konfuzianismus, und was sonst so aus Nachbarländern oder der westlichen Welt hinübergeschwappt war.

    Japan hatte ja verschiedenste Religionen, etwa Shintoismus, Buddhismus, die auch heute noch verbreitet sind, aber auch nach Japan sind sozialistische Ideen vorgedrungen. Aber nur mal zur Erinnerung: Im Rahmen der Meiji-Restauration hat Japan iM Jahr 1890 im Prinzip die ganze Preussische Verfassung komplett uebernommen und eingeführt, die stark christlich geprägt war: http://de.wikipedia.org/wiki/Meiji-Verfassung, ein Berliner Richter hat dabei beraten.

    Es ist ein weites Feld, die Weltanschauungen von anderen Ländern zu analysieren.
    Jedenfalls steht das Christentum in seiner Wirkungsgeschichte im Vergleich zu anderen Weltanschauungen gar nicht schlecht da.
    Siehe das Buch von Bavinck, das Ron gerade empfohlen hat.

    Besonders empfehle ich Dir das Buch „Wie können wir denn leben? Aufstieg und Niedergang der westlichen Welt“ von Francis Schaeffer, in dem er beschreibt, dass die westliche Welt durch das Christentum gross geworden ist, und durch die Abkehr vom Christentum nun niedergeht.
    (Das sollte man gleich nach dem Buch von Alvin Schmidt, siehe oben, lesen).

    Ok, Dir viel Segen beim Suchen. Und danke für Deine Kommentare.

  24. mark.us meint:

    Ich finde auch, dass es viel an der Kirche/den Kirchen auszusetzen gibt. Man findet unheimlich viel „Dreck“, wenn man unter den frommen Teppich schaut.

    Auf der anderen Seite: Wenn man das gesamte Bild der jeweiligen Epoche sieht, wird man feststellen, dass positive Veränderungen ihre Ursachen umso mehr in christlichen Kreisen haben.

    Da die Sklaverei angesprochen wurde, nehme ich diese mal als Beispiel. Wenn man da schon die Bibel ins Spiel bringt, dann sollte man auch Stellen wie diese einbeziehen: 4.Mose/Numeri 24,7:
    „Wenn ein Mann dabei ertappt wird, wie er einen seiner Brüder, einen Israeliten, entführt, ihn als Sklaven kennzeichnet und verkauft, dann soll dieser Entführer sterben. Du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen. “

    Der Historiker und Professor für Geschichte der Uni Rostock Egon Flair weist in seinem Buch zur Geschichte der Sklaverei (C.H.Beck Verlag – also ein unverdächtiger, nichtkirchlicher, liberaler Verlag) sogar nach, dass die Abschaffung der Sklaverei dem Christentum zu verdanken ist. Während berühmte Aufklärer noch Geld mit Sklavenhandel verdienten, kämpften evangelikale Christen gegen die Sklaverei:

    „Die stärkste Triebkraft des Abolitionismus waren die Freikirchen Englands und Nordamerikas. Warum hatten sie einen solchen Erfolg? Erstens agierten sie in rechtlichen und politischen Verhältnissen, die sich mit persönlicher Unfreiheit schlecht vertrugen, zweitens stießen sie auf eine jahrhundertealte geistige Empfänglichkeit für antisklavistische Argumente. Eine umfangreiche politische Semantik bereitete den evangelikalen Abolitionismus vor; in den Debatten zirkulierten Argumente, die bis in die Antike zurückreichen. […]
    Es gelang den Evangelikalen, einen Naturbegriff zu aktualisieren, den man gegen alle menschlichen Institutionen ausspielen konnte. Woher stammt er? Von östlichen Kirchenvätern im Römischen Reich. Dort schossen in der konstantinischen Ära Sekten empor, deren religiöse Radikalität mit der
    Sklaverei kollidierte. In einer Predigt Gregors von Nyssa um 370 lesen wir: „,Ich habe Sklaven und Aufwärterinnen gekauft.’ Was sagst du da? Du verurteilst einen Menschen zur Sklaverei, dessen Natur frei ist und autonom. Und du machst Gesetze gegen Gott, indem du das Gesetz umstürzt, welches er für die Natur gemacht hat. Denjenigen, der geboren wurde, um Herr der Erde zu sein, denjenigen, der in die Herrschaft eingesetzt wurde vom Schöpfer, den unterwirfst du unter das Joch der Sklaverei; und damit übertrittst du und bekämpfst du im Vollsinne das Gebot Gottes. […]
    In keiner anderen Kultur sind bisher ähnliche Texte gefunden worden; und sollte man sie je finden, dann liegt höchstwahrscheinlich ein christlicher Einfluss vor.“

    Sehr zu empfehlen ist im Allgemeinen zu dem ganzen Themenkomplex „Christentum und Gewalt“ das Buch von Arnold Angenendt „Toleranz und Gewalt“.

    Also, wie gesagt: Es findet sich viel schlechtes in und unter den Kirchen. Aber viele Dinge, die wir heute als „normal“ voraussetzen, haben allerdings auch oft Christen erkämpft. Z.B. die von vielen Atheisten geschätzte Religionsfreiheit. Siehe hier: http://www.bpb.de/publikationen/N6VK9L,0,Demokratie_und_christliche_Ethik.html

  25. Roderich meint:

    @ Kitty, sorry, ich hatte den zweiten Teil der Frage noch nicht beantwortet.
    Levitikus 15,19-23 (eine Frau, die Blutfluss hat, soll 7 Tage unrein gelten) kann man als Reinheitsgebot bzw. hygienische Vorschrift betrachten. Der Herr war also medizinisch bewandert. 😉
    Im Ernst, wenn ein Volk diese und andere Gebote aus Levitikus einhält, wird es länger leben… Damals gab es noch keine Mikroskope, man konnte also noch keine Keime und Bazillen sehen. Und doch wusste die Bibel es schon.

    1. Kor. 14, 34-36: Das Gebot, das Frauen schweigen sollten in der Gemeindeversammlung: Ich bin kein Fachmann, aber das kann damit zu tun haben, dass in der Gemeinde Ordnung halten wollte, und Frauen waren damals (und sind heute) recht mitteilsam. Männer sind, glaube ich, im Bereich der Lehre weniger leicht „verfuehrbar“ als Frauen, da Frauen mehr auf Beziehung ausgerichtet sind und auf Menschen, als auf Dinge, und lieber eine Beziehung nicht gefährden als jemanden einer Irrlehre zu bezichtigen. Aber bevor Du alles an dieser einen Stelle festmachst (und Du Dir den Zugang zu Gott deshalb verbaust), denke auch an die vielen Stellen, wo Jesus Christus die Frauen ENORM aufgewertet hat. Hier nochmals der Verweis auf das Buch von Alvin Schmidt „Wie das Christentum die Welt veränderte“, die ersten 3 Kapitel, wo er den ganz krassen Unterschied zwischen Christentum und Griechenland bzw. Römischem Reich aufzeigt.

    In 1. Kor. 7,2.4.14 siehst Du uebrigens auch, dass Frauen und Männer als gleichwertig angesehen werden. Siehe auch Roemer 16, 3.6.12.15, wo Paulus auch die weiblichen Jünger Jesu grüßt. Das würde er nicht tun, wenn Frauen ihm unwichtig wären oder er sie nicht wertschätzt.

    Jesus hatte mehrere Frauen unter den Jüngern, er hat Frauen durchweg als gleichwertig behandelt, auch wenn er nicht an Gender Mainstreaming glaubte – das heisst, er sah das Geschlacht nicht an als „von der Gesesllschaft gemacht“, sondern von Gott so gewollt. Frauen und Maenner sind gleichwertig, haben aber unterschiedliche Aufgaben. Er hat bei Frauen die bösen Geister ausgetrieben (genau wie bei Männern), sie sind ihm nachgelaufen, er hat sie in der Lehre geschult, wie die Männer.
    Nach der Auferstehung ist Jesus als erstes den Frauen erschienen. Das ist revolutionär, denn Frauen galten damals wenig als Zeugen, und doch schreibt Lukas 23,55 und Lukas 24,10 das so. Ein weites Feld – aber dass das Christentum die Stellung der Frauen gegenüber der Antike bei weitem verbessert hat, wird kein ernstzunehmender Historiker leugnen.

    In Epheser 5,21-24 steht zwar, dass der Mann das Haupt der Ehe ist, aber in Eph 5, 25-33 steht drei mal: die Männer sollen die Frauen LIEBEN wie Christus die Gemeinde geliebt hat, der sich für uns dahingegeben hat; so lieben wie ihren eigenen Leib; so lieben wie sich selbst. Welche Frau will denn nicht einen Mann, der so etwas praktiziert? Und das im Vergleich zur Stellung der Frau in Griechenland oder im Römischen Reich – das ist nahezu unglaublich. (Auch wenn es für Alice Schwarzer wohl nicht weit genug geht.)

    Ich hoffe nur, Du liest nicht nur kritische Literatur GEGEN das Christentum, sondern bist auch offen, mal ein Buch aus pro-christlicher Sicht zu lesen. Man kann immer aus einem ganzen Lehrgebaeude oder aus der ganzen Kirchengeschichte Einzelaspekte herauspicken, die – aus heutiger Sicht – negativ klingen und so das Christentum desavouieren. Ich denke, man tut sich aber damit selbst keinen Gefallen.

    Genforschung, Abtreibung, Atommüll: wir Christen sagen nicht, dass das Wort Gottes „diktiert“ wurde (willenlosen Robotern, die alles aufschreiben mussten), sondern der Heilige Geist hat Leute inspiriert, und sie mit ihrer Persönlichkeit gebraucht.
    Auch wäre es vollkommen unpassend, und keiner hätte das damals verstanden, wenn man – nach einem Abschnitt ueber die Wuestebwanderung Israels – ein Kapitel über Spar-Glühbirnen eingefügt haette, oder über die von Dir genannten Themen. Das wäre auch ein Eingriff in die Geschichte gewesen, dann hätte die Bibel wissenschaftliche Entwicklungen vorweggenommen. Denke nur an Back to the Future II und den „sports Almanach“, mit allen Resultaten von Portereignissen, der aus der Zukunft geschickt wurde – er hat die Geschichte (in dem Film) ganz verändert. So ist Gott nicht, auch wenn er es könnte.
    Aber Gott hat uns in seinem Wort allgemeine Prinzipien gegeben, mit der wir auch Themen wie Atommüll, Gentechnik etc. beurteilen können. Zum Thema Abtreibung sagt die Bibel natürlich genug: Gott hat die Menschen schon im Mutterleib gemacht, daher ist Abtreibung verboten.

    Gott will übrigens keine Roboter, sondern er will, dass Menschen erfüllt vom Heiligen Geist, und im Wissen um die Biblischen Grundprinzipien, verantwortliche Entscheidungen treffen.

    Gruesse, Roderich

  26. Sylvia meint:

    @ Kitty,
    zum Thema Okkultismus bzw. Satanismus hier noch ein recht guter Erlebnisbericht: Susanne Reddig: „Die Geister, die ich rief“. Daran wirst Du sehen, dass der Satan durchaus ganz real ist, und man den Satanismus nie und nimmer auf die leichte Schulter nehmen kann.
    Natürlich sollte man alle Aussagen, so auch die aus diesem Buch, anhand der Bibel prüfen. Aber das Buch ist aus meiner Sicht sehr lohnend. Und danach empfehle ich Dir die Bibel! 🙂
    Gottes Segen!
    http://www.amazon.de/Die-Geister-rief-Mein-Okkultismus/dp/3894379588/ref=cm_cr-mr-title

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