Der unterschätzte Gott

Ligon Duncan sprach auf der T4G-Konferenz vor allem zu treuen Pastoren, die mit Enttäuschungen zu kämpfen haben. Auch wenn die Situationen kompliziert erscheinen oder tatsächlich sind: Unterschätzen wir Gott nicht. Gerade dort, wo wir enttäuscht werden, kommt ans Licht, wen oder was wir lieben.

Eine gehaltvolle und seelsorgerische Predigt. Eine Ermutigung für entmutigte Christen im vollzeitlichen Dienst.

Kommentare

  1. Bettina Klix meint:

    Eine ganz unglaubliche Predigt! Kaum zu ertragen, wie beschrieben wird, wie Gott vorgeht und die Bilder zerstört, die wir uns von dem machten, was wir mit ihm erreichen wollten.

    Dazu passt, auch für diejenigen unter uns, die nicht Vollzeit dienen, was ich heute bei Karl Pfleger fand, der Ladislaus Boros zitiert:
    „Der Glaube kann zum endlosen Leid unseres Lebens werden. Niemand erfährt so schmerzhaft die vordergründige Sinnlosigkeit seiner Existenz wie derjenige, der an eine letzte, alles überbietende Erfüllung glaubt. Glaube ist immer „Aushöhlung“ unserer Existenz, da er Versprechen einer künftigen Erfüllung ist. ..Der Glaubende ist immer auch Fragender, Suchender, Angefochtener, mit Bitterkeit Erfüllter.“

  2. Roderich meint:

    Hallo Bettina,
    das klingt aber schon recht pessimistisch. Ich wuerde mal sagen, solche Phasen gibt es. Bei manchen halten sie auch laenger an. Aber insgesamt sagt Paulus doch: „Freut euch, und abermals sage ich freut Euch“ (Philipperbrief). Dabei war Paulus ja nicht gerade mit wenig Wahrnehmungsfaehigkeit fuer das Boese in der Welt (oder in sich) ausgestattet.
    Aber Du hast ja zitiert: „Der Glaubende ist immer AUCH…“ – insofern stimmt es.

  3. Roderich meint:

    … ich glaube, so lange wir nicht Gott an die erste Stelle setzen, so lange Sünde im Leben noch Raum hat, kann man gar nicht froh sein. Das könnte Gott nicht zulassen, da er uns liebt. Nur: leider leben nur die wenigsten Christen so, dass Paulus von ihnen sagen könnte, „sie suchen das, was Jesu Christi ist, nicht das Ihre“. (auch Philipperbrief). Ja, er sagt: „sie suchen alle das ihre“. Das ist schon erschütternd, und heute vielleicht kaum anders.
    Aber selbst Luther hat ja gesagt: „Das Leben ist ein rechtes Jammertal“. Klagen über das Leben ist erlaubt, aber dennoch hat Gott den Seinen große Freude verheissen, wenn sie ihm nachfolgen.
    „Christianity would be a great idea – if anyone would try it“ (oder so ähnlich – hat Gandhi gesagt).

  4. Bettina Klix meint:

    @Roderich:
    Es ist ein Buch von 1967, das vor allem die Glaubensschwierigkeiten behandelt, in dem Karl Pfleger dieses Zitat als eine HILFESTELLUNG zitiert, so wie er auch das ganze Buch von Boros „Der anwesende Gott“ als „einen gewaltigen Hilfsdienst“ rühmt. Boros ist ihm einer der „Glaubenshelfer“, so ist das Kapitel überschrieben, „Der große Jammer der Gläubigen ist ja der verborgene, der abwesende Gott.“, schreibt Pfleger.
    Ich wollte mit dem Zitat die Botschaft der Predigt „unterstreichen“, die ja zugleich „niederschmetternd“, nämlich Illusionen zerstörend und zutiefst ermutigend ist!

    Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: es ist zwar unglaublich befreiend, wenn deine Illusionen zerstört werden, aber du musst auch wieder aufstehen können. Und dabei akzeptieren, dass Du den Plan nie kennen wirst.
    Aber es gilt trotzdem, in Karl Pflegers Paraphrase von Boros Ermutigung:“Schaut her, macht die Augen auf, reibt sie hell, macht sie scharf und ihr werdet sehen: Gott ist anwesend…“

  5. Schandor meint:

    “Der Glaube kann zum endlosen Leid unseres Lebens werden. Niemand erfährt so schmerzhaft die vordergründige Sinnlosigkeit seiner Existenz wie derjenige, der an eine letzte, alles überbietende Erfüllung glaubt. Glaube ist immer “Aushöhlung” unserer Existenz, da er Versprechen einer künftigen Erfüllung ist. ..Der Glaubende ist immer auch Fragender, Suchender, Angefochtener, mit Bitterkeit Erfüllter.”

    Großartig! – das beschreibt ganz genau, was Glaubensleben ist.

    Aber auch „Roderich-Phasen“ gibt es, erfüllt von Freude (bei manchen dauern die auch länger an).

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