Der zeitlose Kohlbrügge

Der Biograph H.K. Hesse schreibt über Hermann Friedrich Kohlbrügge (Hermann Klugkist Hesse, Hermann Friedrich Kohlbrügge, Barmen 1935, S. 384f., zitiert nach Helmut Thielicke, Der Evangelische Glaube, Bd. 1, S. 20):

Es ist merkwürdig, wie wenig die »Zeit« ihr Echo bei diesem Mann gefunden hat. Welch einen glänzenden Aufschwung nahm in seinen Zeiten die Wirtschaft! Man denke an die umwälzenden Wirkungen des Eisenbahnnetzes in Deutschland, der Dampfschiffahrt …, an den Höhenflug der Naturwissenschaft …, der Technik und ihrer Fortschritte, die unerhörtes Gelingen versprachen. Man erwäge, wie die soziale Bewegung in Kohlbrügges Zeit fiel … Das alles hat ihn kaum berührt. Nicht weil er ein unlebendiger, wenig aufgeschlossener Mensch gewesen wäre, sondern trotzdem er eine Harfe mit vielen Saiten in seinem Herzen trug. Sie kamen nicht in Bewegung. Er … ging in seinen Predigten an der Kultur, auch an der Kultur des Protestantismus, vorüber, als ginge sie ihn nichts an … Er hatte das Wort zu künden.

Kommentare

  1. Schade, daß die Biographie von H. K. Hesse über Kohlbrügge noch nicht gemeinfrei ist. Sonst würde ich sie auf meiner Seite veröffentlichen. Aber antiquarisch kann man sie sich recht günstig erwerben und möchte sie jedem anempfehlen, der diesen außergwöhnlichen Mann besser kennenlernen möchte.
    Als Einstieg eine Lebensskizze:
    http://www.licht-und-recht.de/kohlbruegge/Lebensskizze_Kohlbruegge.pdf

    Herzliche Grüße,
    Andreas

  2. Alexander meint:

    Die größten Geister haben immer gewusst, worauf es ankommt. William Wilberforce, der namhafteste Führer der Abolitionsbewegung zur Abschaffung des transatlantischen Sklavenhandels und dann der Sklaverei insgesamt, hätte Bücher über Bücher zur sozialen Gerechtigkeit schreiben können. Er schrieb ein einziges. Über die Rechtfertigung des Sünders.

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