Die Bibel so zu verstehen ist Sünde

Zweimal im Jahr, nämlich zu Ostern und zu Weihnachten, erklären uns viele große Zeitschriften und Magazine die Bibel. Früher habe ich mich darüber geärgert, wenn z.B. DER SPIEGEL feststellte, die Autoren der alttestamentlichen Geschichtsschreibung hätten „Retrojektion eigener Großmachtträume in die Vergangenheit“ betrieben. Heute betrachte ich diese populärkritischen Artikel eher als Einladung, mal wieder zum Thema „Bibel“ ins Gespräch zu kommen.

Das NEWSWEEK Magazin hat in seiner diesjährigen Weihnachtsausgabe den Artikel „The Bible: So Misunderstood It’s a Sin“ des Journalisten Kurt Eichenwald  veröffentlicht. Ein gewaltiger Rundumschlag. Am Ende seines Beitrags fragt Eichenwald:

„Warum sollen wir die Bibel überhaupt noch studieren? Sie enthält Widersprüche, Übersetzungsfehler, wurde nicht von Augenzeugen geschrieben und ist mit Wörtern angereichert, die  von unbekannten Schreibern  eingefügt wurden, um der Kirche lehrmäßige Orthodoxie zu injizieren. Sollte sie nicht einfach aufgegeben werden?“

Ganz aufgeben will Eichenwald die Bibel dann doch nicht. Immerhin enthalte sie – ach, wie vorhersehbar – einen brauchbaren Appell zur Nächstenliebe.

Daniel B. Wallace hat sich die wichtigsten Argumente angeschaut und widerlegt. Nach der Erörterung des Vorwurfs, die Handschriften der Bibel seien so korrupt, dass wir gar nicht mehr wissen könnten, was damals passierte, schreibt er:

„Einer der bemerkenswertesten Abschnitte innerhalb der absurden Argumentation in Eichenwald Essay ist seine Erörterung zur Korruption der Handschriften. Jeder einzelne Vorwurf, den er erhebt, setzt voraus, dass er weiß, was der ursprüngliche Text sagte. Denn er behauptet, dass der Text in jedem Fall beschädigt worden war! Und mehr als einmal widerspricht er seiner Eröffnungslist, indem er mit Autorität auf das verweist, was der ursprüngliche Text tatsächlich gesagt hat. Kurz: Eichenwalds erster Absatz führt die Übertreibungen auf neue Höhen. Wenn es seine Absicht ist, konservative Christen zu beschämen, weil ihre Auffassungen realitätsfremd seien, sollte er sich vielleicht etwas Zeit nehmen, um in den Spiegel schauen.“

Hier sein Artikel: danielbwallace.com.

VD: JW

Kommentare

  1. Schandor meint:

    Mir hat jemand empfohlen, den Film „Tares among the wheat“ anzusehen, was ich auch prompt gemacht hab (findet sich auf YouTube).

    Ich kann nur jedem raten, sich diesen Film anzusehen, denn dort erfährt man, weshalb der biblische Text, der modernen Ausgaben zugrunde liegt, so dermaßen korrupt ist, dass man so viele Widersprüche findet. Dahinter steckt ein satanischer Plan: den Glauben der Christen zu zerstören – durch die „Bibel“ der Textkritiker.

  2. Hallo Schandor,
    ich mag/will mich jetzt nicht durch einen englischsprachigen Film quälen. Wenn es um die Auseinandersetzung Textus Receptus und wissenschaftlichem Text geht, werden hier unnötige Glaubenskriege geführt, da es DEN Textus Receptus nicht gibt bzw. dessen Verfechter ebenfalls textkritisch arbeiten.
    lg
    Peter

  3. Schandor meint:

    Nein, kein Glaubenskrieg. Deine „Widerlegung“ ist übrigens nicht notwendig. Hab rausgefunden, dass es dazu auch einen ersten Teil gibt (A Lamp in the Dark).
    Die Filme sind erschütternd.

  4. Eine direkte und hochwissenschaftliche Antwort auf jeden Fehler in diesem Artikel ist bei James White zu finden:

    https://www.youtube.com/watch?v=s7yxEjhiiM4

    Beste Grüße!

  5. Schandor meint:

    James White, ach … der tapfere Don Quijote der Winmühlenflügelverteidigung der Neutextredaktion; es ist zu köstlich 🙂

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