Die christliche Freiheit

Sinclair Ferguson hat vier hilfreiche Prinzipien zur christlichen Freiheit beschrieben. Das erste Prinzip lautet:

Prinzip 1: Die Freiheit des Christen darf nicht zur Schau gestellt werden. „Behandle deine Überzeugung in diesen Dingen als eine Angelegenheit zwischen dir und Gott“ (Röm 14,22, NGÜ). In Christus sind wir frei von den mosaischen Speisegeboten; Christus hat alle Speisen für rein erklärt (Mk 7,18-19). Wir dürfen sehr wohl Black Pudding essen! Doch man muss seine Freiheit nicht ausüben, um sie zu genießen. Ja, an anderer Stelle befragt Paulus diejenigen, die darauf bestehen, unter allen Umständen ihre Freiheit auszuüben, sehr penetrant: Erbaut das die anderen denn? Befreit euch das wirklich – oder hat es angefangen, euch zu versklaven (Röm 14,19; 1Kor 6,12)? Die ernüchternde Wahrheit ist, dass der Christ, der seine Freiheit ausüben muss, gerade von dem gefangen genommen wird, auf dessen Ausübung er besteht! So sagt Paulus auch: Wenn das Reich für euch aus Essen, Trinken usw. besteht, dann habt ihr den Sinn des Evangeliums und die Freiheit des Geistes verpasst (Röm 14,17).

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Kommentare

  1. Johannes Strehle meint:

    Auch wenn, denke ich, alles richtig und wichtig ist,
    was Sinclair Ferguson über die Freiheit schreibt,
    hat der Artikel einen grundsätzlichen Mangel:
    Er vermittelt (mir jedenfalls) nicht, dass Freiheit positiv ist.
    Wo bleibt das Gleichgewicht?
    „Prinzip 1: Die Freiheit des Christen darf nicht …“
    „Prinzip 2: Christliche Freiheit bedeutet nicht …“
    „Prinzip 3: Die Freiheit eines Christen sollte nie…“
    Das Prinzip 4 beginnt zwar mit der Betonung des Gleichgewichtes:
    „Die Freiheit des Christen erfordert es, das Prinzip zu verstehen,
    das dieses wahre biblische Gleichgewicht herstellt:“ Um dann sogleich zu sagen:
    „Wir … haben die Pflicht, … nicht …“
    Den Christen ist nicht geholfen, wenn wir die Fehler von heute
    wieder mit den Fehlern von gestern beantworten
    oder mit einem anderen Ungleichgewicht.
    Gestern wurde den Christen das Freiheitsverständnis eingebläut,
    die wahre Freiheit eines Christen sei, seine Freiheit nicht zu nutzen.
    Auch dieses Freiheitsverständnis entsprach dem Zeitgeist
    (des blinden Gehorsams als Tugend des Untertanen).
    Aus dem Extrem der Kombination
    von (mit dem Zeitgeist korrespondierenden) zu engen Grenzen mit viel Zwang
    sind wir heute ins Extrem der Kombination
    von Entgrenzung mit Druck der öffentlichen Meinung und viel Bevormundung
    gependelt.
    Wir alle leiden unter den Folgen, dass die ersten Menschen,
    statt ihre phantastische Freiheit zu genießen, ihre Freiheit missbraucht haben.
    Für Gott stand das Positive im Vordergrund:
    Von allen Bäumen im Garten darfst du essen außer von einem.
    Die Schlange stellte das Negative in den Vordergrund: Hat Gott wirklich gesagt:
    Von allen Bäumen im Garten dürft ihr nicht essen?
    Für den Menschen ist die mit dem Autofahren verbundene Freiheit sehr attraktiv.
    Um diese Freiheit genießen zu können, lernt er die Regeln (Gebote, Verbote),
    die es ihm erlauben, diese Freiheit zu genießen.
    Und er weist in einer Prüfung nach, dass er diese Regeln beherrscht.
    Und er weiß, wenn er diese Regeln grob missachtet
    und damit seine und die Freiheit anderer gefährdet,
    ist es früher oder später vorbei mit dieser seiner Freiheit.
    Und nicht nur das: Er unterwirft dich sogar im Interesse seiner Freiheit
    der Gebrauchsanweisung des Herstellers und füllt in den Tank nicht Wasser,
    sondern Benzin, obwohl das teuer ist und vor allem seine Freiheit
    unzumutbar einschränkt.
    Im Vordergrund muss selbstverständlich die Attraktivität der Freiheit stehen!
    Und im Interesse dieser Attraktivität müssen wir die Regeln lernen,
    die es uns erlauben, nachhaltig gemeinsam mit anderen diese Freiheit zu genießen.
    Dafür müssen wir uns auch an die Gebrauchsanweisung unseres Herstellers halten.
    Nachhaltiger Genuss ohne Reue oder kurzsichtiger Genuss mit Reue?

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