Die Entfremdung von der Bibel

Das schrieb Gerhard Ebeling vor 30 Jahren:

Der Bibelgebrauch ist weithin auf den kirchlich institutionalisierten Umgang mit ihr reduziert. Ihre Rolle als Hausbuch und als privates Andachtsmittel ist stark geschrumpft. Die Zahl derer, die keine oder nur eine ganz verzerrte Vorstellung von ihr haben, ist weiter im Wachsen. Die Bibelkenntnis ist bis in kirchentreue Kreise hinein, sogar bei Theologiestudenten, erschreckend gering. Und selbst bei gutem Willen fühlt man sich dem Dickicht dieses Buches gegenüber hilflos. Auch unter politisch denkbar freiheitlichen Verhältnissen, die den Kirchen sogar noch gewisse Privilegien wie den schulischen Religionsunterricht einräumen, ist diese Entfremdungstendenz anscheinend kaum aufzuhalten. Sie wird vom Sog des Zivilisationsgefälles und seiner vorherrschenden kulturellen Erscheinungen vorangetrieben und zum Teil noch gefördert durch fragwürdige religionsdidaktische Theorien oder auch einfach durch einen desolaten Zustand pädagogischer Praxis.

Was für Worte würde er heute finden?

Kommentare

  1. Andreas meint:

    Vermutlich würde er betreten schweigen.

  2. Was hätte er wohl vor 70 Jahren gesagt?

  3. „Es ist freilich eine der größten Plagen auf Erden, daß die HEILIGE SCHRIFT so verachtet ist, auch bei denen, die dazu von Amts wegen bestellt sind. Alle anderen Sachen, Künste, Bücher treibt und übt man Tag und Nacht, und das Arbeiten und Mühen nimmt da kein Ende. Nur die Heilige Schrift läßt man liegen, als brauche man sie nicht. Und die ihr so viel Ehre antun, sie einmal zu lesen, die können es alles im Fluge; nie ist eine Kunst oder ein Buch auf Erden gekommen, die jedermann so bald ausgelernt hat wie die Heilige Schrift. Und es sind ja doch nicht Leseworte, wie sie meinen, sondern laute LEBEWORTE darin, die nicht zum Spekulieren und hohen Betrachtungen, sondern zum Leben und Tun hergesetzt sind. Aber unser Klagen hilft nichts. Sie achten doch nicht darauf. CHRISTUS UNSER HERR HELFE UNS DURCH SEINEN GEIST, sein HEILIGES WORT mit Ernst zu lieben und zu ehren! Amen.
    Damit befehle ich mich Eurem Gebet.
    Aus der Wüste, am 1. Juli 1530.
    Martin Luther.“
    Aus: Vorrede zu Psalm 118, DANKET DEM HERRN! – Das schöne Confitemini – Bd.7 Calwer Luther Ausgabe, gtb siebenstern, s.a. hänssler tb, s.a. WA 31,1
    „Forschet nach im Buche Jahwes, des Herrn, Ich Bin’s, des Kyrios, Dominus, und leset! Es fehlt nicht eines von diesen, keines vermißt das andere. Denn mein Mund, e r hat es geboten; und sein Geist pneuma ruach, e r hat sie zusammengebracht.“
    Jesaja 34,16, Elberfelder 1905, Verlag R. Brockhaus Wuppertal, 2. Auflage Perlbibel, 69.Auflage 1986
    „Wenn sie Moses und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht.“
    Der Herr JESUS in Lukas 16,31
    „Wahrlich, wahrlich (amen, amen), ich sage euch:
    WER MEIN WORT HÖRET und GLAUBET DEM, DER MICH GESANDT HAT, der hat das EWIGE LEBEN und KOMMT NICHT in das GERICHT, sondern er ist vom TODE zum LEBEN DURCHGEDRUNGEN.“
    Jesus Christus unser Herr, in Johannes 5,24, Luther1907, durchgesehene Ausgabe mit dem von der deutschen evangelischen Kirchenkonferenz genehmigten Text, Berlin, Britische und Ausländische Bibelgesellschaft (s.a. Lu1545, Lu1890, Lu1912, Lu56, Lu75, Lu84, Lu98)
    Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, daß die Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes hören; und die sie hören werden, die werden leben. Denn wie der Vater das Leben hat in ihm selber, also hat er dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in ihm selber; und hat ihm Macht gegeben, auch das Gericht zu halten, darum daß er des Menschen Sohn ist.
    Verwundert euch des nicht. Denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden seine Stimme hören;
    und werden hervorgehen, die da Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Übels getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.“
    …..
    Suchet in der Schrift – oder – ihr erforschet die Schrift – denn ihr meinet, wenn ihr denn meinet, ihr habt das ewige Leben drinnen; und sie ist’s, die von mir zeuget; und ihr wollt nicht zu mir kommen, daß ihr das Leben haben möchtet. Ich nehme nicht Ehre von Menschen; Aber ich kenne euch, daß ihr nicht Gottes Liebe in euch habt. Ich bin kommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmet mich nicht an. So ein anderer wird in seinem eigenem Namen kommen, den werdet ihr annehmen. Wie könnet ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmet? und die Ehre, die von Gott allein ist, suchet ihr nicht. Ihr sollt nicht meinen, daß Ich euch vor dem Vater verklagen werde; er ist einer, der euch verklaget, der Mose, auf welchen ihr hoffet. Wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben.
    So ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?
    „Ihr erforschet die Schriften, denn ihr meinet, in ihnen ewiges Leben zu haben

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