Die Entmännlichung der Gesellschaft

An der Universität Leipzig wird seit kurzem ein (männlicher) Professor mit Herr Professorin angesprochen. Die Gender-Ideologen blasen zum Angriff auf die Sprache und leiten damit eine „Umbuchstabierung“ der Gesellschaft ein.

Bettina Röhl setzt sich mit den Phantasien staatlich reichlich subventionierter Gender-Ideologinnen auseinander:

Die Gender-Forschung kann man getrost als eine außerordentlich ineffiziente Arbeitsbeschaffungsmaßnahme betrachten oder einen verbeamteten Feminismus. Die Ergebnisse der Gender-Forschung sind hochgestochen präsentierte Null-Nummern. Es ist wirklich armselig, was sich da Forschung nennt und was aus dieser Forschung heraus kommt. Die Dreistigkeit, mit der die Gender-Forschung die Naturwissenschaften als Ausgeburt männlicher Herrschaft über die Frau und als dem männlichen Kapitalismus dienend ablehnen, sucht Ihresgleichen. Da geniert sich frau für das, womit Geschlechtsgenossinnen heutzutage so Furore machen. Und natürlich ist es peinlich, dass sich die tatsächlich historisch gesehen dominierenden Männer von einem derartigen Unsinn so gründlich ins Bockshorn jagen lassen.

Die Macht der Gender-Frauen, die Macht der Gender-Mafia, ist inzwischen auch für Männer karriereentscheidend. Die Quotenregelungen zu Gunsten der Frau, gefüttert mit dem „Argument“ der grundsätzlichen Diskriminierung der Frau durch den Mann, sind nur ein strategischer Anfang. 100% Frauenherrschaft, testosterongereinigte Männer in die Kindergärten oder in die Altenpflege, das sind real existierende Gender-Visionen. Nicht wissenschaftlich, aber mit der Kraft von Allmachtsphantasien aufgeladen.

Die Gender-Königinnen sind ihren Geschlechtsgenossinnen keineswegs wohl gesonnen. Die werden nur instrumentalisiert. Mutterglück? Das Glück einer Partnerschaft? Die sexuelle Lust mit einem Mann? Das müssen sich die Frauen, die Gender noch nicht verstanden haben, schon auch noch abgewöhnen. So wie die Männer in Wahrheit als die technisch-handwerklich durchaus brauchbaren Arbeitsdrohnen der Zukunft durch die Köpfe schwirren.

Hier: www.wiwo.de.

Kommentare

  1. Alexander meint:

    Das Gewitter, das Bettina Röhl über den Gender studies entlädt, ist ja berechtigt – wenn nur die falsche Behauptung nicht wäre, in Leipzig gelte für männliche Professoren die Anrede „Herr Professorin“.

  2. Schandor meint:

    @Alexanderin

    Ich hab das auch schon an verschiedenen Stellen im Internet gelesen. Da hält sich wohl ein falsches Gerüchtin …

  3. Man darf sich gerne darüber aufregen was an der Uni Leipzig passiert ist, aber schon mit den richtigen Infos. Hier zwei Links dazu.
    http://www.bildblog.de/49785/wenn-sprache-die-wirklichkeit-besiegt/
    http://www.bildblog.de/49640/mein-lieber-frau-gesangsverein/
    Oder anders gesagt: Wenn Bettina Röhl sagt, „an der Universität Leipzig wird seit kurzem ein (männlicher) Professor mit Herr Professorin angesprochen“, dann lügt sie.

  4. Alexander meint:

    Muss jetzt gleich der Holzhammer rausgeholt und eine der wenigen vernünftigen Journalistinnen, die es noch gibt, der „Lüge“ geziehen werden? Schlecht recherchiert an diesem einen Punkt, ja, aber nicht gleich zwangsläufig gelogen, denn das hieße, sie habe etwas absichtlich wahrheitswidrig dargestellt.

  5. Schandor meint:

    @nik

    Stimmt. Die Holzhammerin ist da zu stark. Und wie gesagt: Solche MeldungInnen liest man im Internet immer wieder.

  6. Johannes G. meint:

    Bleibt zu hoffen, dass es sich hierbei nicht am Ende noch um „Bullshit“ handelt… 😉

    Grundsätzlich würde ich es begrüßen, wenn man die betroffene Person auf den Fehler hinweist und zumindest erst einmal eine Stellungnahme abwartet. Falls keine Korrektur erfolgt, hat man einen guten Grund anzunehmen, dass die Wahrehit wohl eher nebensächlich ist.

    Gruß
    Jo

  7. @Alexander: gut, vielleicht nicht gelogen. Dann aber die Unwahrheit gesagt, bzw. weiterverbreitet. Wenn sie wirklich ein der wenigen vernünftigen Journalisteninnen ist, dann hätte sie mal besser recherchieren sollen. Ich würde einfach behaupten, sie hat ihren Job in dieser Kolumne miserabel gemacht. Aber ist ja auch egal, hauptsache mal wieder ein Artikel, Kolumne, Kommentar zum Thema Gender Studies worüber wir uns schön echauffieren können. Es gibt ja keine anderen Probleme.

  8. Peter meint:

    Ein Blick auf die Homepage der Uni Leipzig:
    Professoren und Professorinnen werden mit Prof. abgekürzt. Unterschieden wird z. B. bei der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie zwischen Direktorin und Direktor.
    Die Richtigstellung solcher Zeitungsenten wie „Professorin“ erfolgt hier:
    http://www.zv.uni-leipzig.de/service/presse/pressemeldungen.html?ifab_modus=detail&ifab_id=4994

  9. @nik: “ … hauptsache mal wieder ein Artikel, Kolumne, Kommentar zum Thema Gender Studies worüber wir uns schön echauffieren können. Es gibt ja keine anderen Probleme.“

    Das ist das eigentliche Zentrum deiner Kritik. Klar gibt es auch andere Probleme. Aber nicht jedes Problem muss auf diesem Blog thematisiert werden. Keiner zwingt dich, diesen Blog zu lesen oder zu kommentieren.

  10. @Theo. Das Zentrum meiner Kritik ist, dass unreflektiert Unwahrheiten weitergegeben werden, bloss weil man eine Meinung teilt. Ich halte selber auch nicht viel von Gender Studies. Ich halte aber auch nichts davon wenn Unwahrheiten dazu verwendet werden sich an einem Thema abzuarbeiten.
    Dürfen hier nur zustimmende Kommentare abgegeben werden?

  11. @nik: „Ich halte aber auch nichts davon wenn Unwahrheiten dazu verwendet werden sich an einem Thema abzuarbeiten.“

    Tut hier keiner. Das mit der Uni Leipzig kam in der von Ron zitierten Passage nicht vor. Eigentlich ist das auch nur eine Fussnote im Gender Mainstreaming-Prozess. Alexander hatte auserdem schon vor dir Stellung bezogen und auf den Fehler hingewiesen.

    „Dürfen hier nur zustimmende Kommentare abgegeben werden?“

    Was soll diese Frage? Als ob irgendjemand dir verbietet, kritische Kommentare abzugeben?

  12. @Theo: So ist es. Ich nehme diese Fußnote auf mein Kappe. Das hat mit bewusster Bewerbung der Unwahrheit nichts zu tun. Frau Röhl hat auf einen Beitrag des DLF verwiesen und verlinkt, in dem es ausdrücklich heißt:

    Die Unis in Leipzig und Potsdam lassen in bestimmten Dokumenten nur noch weibliche Berufsbezeichnungen zu.

    Mit der Gesamtargumentation hat dieses Detail wenig zu tun.

    Liebe Grüße, Ron

  13. @Theo. „Das mit der Uni Leipzig kam in der von Ron zitierten Passage nicht vor.“ In der kompletten Kolumne von Frau Röhl allerdings schon. Die Eingangspassage lautet folgendermaßen:
    „An der Universität Leipzig wird seit kurzem ein (männlicher) Professor mit Herr Professorin angesprochen. Die Gender-Ideologen blasen zum Angriff auf die Sprache und leiten damit einen neuen Orbitalsprung bei der Durchgenderung der Gesellschaft ein.“ (auch interessant wie ähnlich das den einleitenden Worten von Ron zu dieser Blogpost ist).
    Auch wenn das keine „bewußte Bewerbung der Unwahrheit“ ist, so ist das doch dumpfes „voneinander Abschreiben“, und somit Weitertragen einer Zeitungsente. Da hilft das Verlinken einer einzelnen Quelle (DLF-Beitrag), in der das Ganze etwas differenzierter betrachtet wird, nur wenig.

  14. Schandor meint:

    Ob aber Rechthaberei, äh, … naja.

  15. Schandor meint:

    Gender als Instrumentalisierung der totalen Massenverblödung; die Frau erneut unter dem Joch des Mannes, nur diesmal akademisch getarnt und geschickt gemacht. Die Frau als Massentier ist vom Massentier Mann insofern verschieden, als sie von einer Art „Beflissenheitsgen“ motiviert ist, dem sie sich nicht entziehen kann. Dieses „Gen“ rangiert im psychohistorischen Kontext der Nachkriegszeit neben typisch männlichen „Genen“ wie Herrschsucht, unersättliche Habgier (das Bankster-Gen) und skrupelloser Ausbeutung. Die Frau muss sich am Herrschermarkt beteiligen, ohne dabei an Attraktivität zu verlieren: Sie wird zur Puppe, die man(n) gebraucht, ohne dass sie merkt, dass sie als nützliche Idiotin verheizt wird. Es liegt zwar auch im Wesen der Frau, den Mann unterdrücken zu können (die Gender-Mafia strebt das ja an), aber sie hat etwas wenig Übung darin. Das wird jetzt ordentlich nachgeholt. Die mittlere Führungsebene wird mehr und mehr mit Frauen besetzt, was diese Ebene freilich nicht femininer macht, da die Femina das masculinum testosterös überholen muss, um sich zu behaupten, was ihr herrschaftstheoretisch zwar gelingt, aber eben auf Kosten ihres Wesens, des „Frauseins“, das sie dafür aufgeben muss und auch aufgibt. Dahinter stecken diverse Think-Tanks, die aus einem Milliardentopf schöpfen können. Das Ziel: Die komplette Subversion der Schöpfungsordnung. Verschwörungsleugnern – ich höre sie schon jaulen – möchte ich zur Begriffsbestimmung dieses Video ans Herz legen, das ich hier aber nicht verlinken will (youtube, eingabe: Andreas Popp Verschwörungstheoretiker).
    Was wohl Herr-Knecht-Hegel dazu sagen würde?

  16. Johannes Strehle meint:

    @ Schandor
    “Das Ziel: Die komplette Subversion der Schöpfungsordnung.”
    Genau darum geht es,
    die “Gebrauchsanweisung” für den Menschen völlig außer Kraft zu setzen
    und das als Freiheit zu propagieren.
    Da der Kontrast immer größer wird,
    werden die Voraussetzungen für Christen immer besser,
    das Licht der Welt zu sein.
    In splendid isolation können sie allerdings das neue Gebot Jesu nicht befolgen.
    Daran soll die Welt erkennen …

  17. Johannes Strehle meint:

    „Wir fahren jetzt vierzehn Nächte in den Sprachurlaub“
    Hans Martin Gauger beschreibt den Weg der Vernunft, bzw. den Rückweg zur Vernunft aus dem Wahn der „gender gerechten“ Sprache. Der Rückweg ist allerdings für Pseudowissenschaftler durch ihr ideologisches Brett vor dem Kopf verbarrikadiert. Denn „niemand ist so blind wie die, die nicht sehen wollen.“
    Aus dem Artikel:
    „Der spanische Sprachwissenschaftler Ignacio Bosque von der „Königlichen Spanischen Akademie“, „Real Academia Española“, hat im vergangenen Jahr eine gute Ausarbeitung (18 Seiten) mit dem Titel „Sprachlicher Sexismus und Sichtbarkeit der Frau“ vorgelegt („Sexismo lingüístico y visibilidad de la mujer“). Dieser Text wurde in der Vollversammlung jener Akademie am 1. März 2012 von allen anwesenden Mitgliedern angenommen.

    Bosque nimmt hier ausführlich Bezug auf eine Reihe von Leitfäden zu einer nichtsexistischen, gendergerechten Sprache, die in den letzten Jahren in Spanien herauskamen und an denen es hierzulande auch nicht fehlt. Dazu sagt er deutlich: „Ein guter Schritt in Richtung auf die Lösung des ‚Problems der Sichtbarkeit der Frau‘ wäre es,
    schlicht und einfach anzuerkennen,
    dass man, wenn man diesen Leitlinien folgte, gar nicht mehr sprechen könnte“.
    http://www.seiten.faz-archiv.de/faz/20130710/fd1201307103933692.html

  18. Johannes Strehle meint:

    Nachtrag zu
    „Wir fahren jetzt vierzehn Nächte in den Sprachurlaub“
    „Interessant wäre es aber schon zu wissen, ob bei jener Sitzung auch ein Sprachwissenschaftler, ob nun weiblich oder männlich, zugegen war. Leipzig ist nämlich für jeden Sprachwissenschaftler mit historischem Sinn ein fast magischer Name, denn die Leipziger Universität war Ende des 19. Jahrhunderts und etwas darüber hinaus das unbestrittene Mekka der Sprachwissenschaft – keineswegs nur in Deutschland, sondern überhaupt. Sprachwissenschaft hieß damals Leipzig.“
    Der Gipfel der Selbstverhöhnung der Leipziger Universität!

  19. Schandor meint:

    Schade, dass Karl Kraus nimmer is – der hätte die Gender-Sprachzerstörungsbewegung verbal in Fetzen gerissen.

  20. Johannes Strehle meint:

    @ Schandor
    Ja, das bedaure ich auch sehr.
    „Die letzten Tage der Menschheit“ …

  21. Schandor meint:

    Vielleicht hätte er gesagt:

    Die Genderforschung ist das Problem, für dessen Lösung sie sich hält …

  22. Johannes Strehle meint:

    „Vielleicht hätte er gesagt:
    Die Genderforschung ist das Problem, für dessen Lösung sie sich hält …“
    Das hätte er gesagt!
    Dazu passt mein Lieblingslied
    in der politisch korrekten und mit Karl Kraus abgestimmten Doppelversion:
    Geh aus mein Herz (Neutrum)
    und meide Freud (maskulin)
    und suche Freud (feminin)!

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