Die Evangelikalen sollten Buße tun

Wie recht der Os Guinness, ein ehemaliger Mitarbeiter von Francis Schaeffer, doch hat:

Die Seichtheit der Evangelikalen sei vergleichbar mit der Korruption der Kirche vor der Reformation im 16. Jahrhundert. „Wir lassen uns mehr von der amerikanischen Kultur prägen als vom Evangelium, und das ist unser Problem“, erklärte der 72-jährige Brite, der seit 30 Jahren in den USA lebt. Was vielen amerikanischen Christen fehle, sei die „Unterscheidung der Geister“. Zwar könnten sie einen Säkularisten auf 30 Meter Entfernung erschnüffeln, aber sie fielen immer wieder auf die Konsumkultur herein.

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Kommentare

  1. Die Kirchen der Reformation hatten nach der Reformation weitere Reformationen – weg von erkannten Grundlagen (Schrift, gekreuzigter und auferstandener Christus …). Die Evangelikalen erleben auch wieder eine Reformation – weg von erkannten Grundlagen und hin zur „Mutter“ aller Kirchen, der römisch-katholischen. Es geht immer nach dem gleichen Schema der Infragestellungen der Inhalte: Relevanz, Transparenz, Ignoranz. Zuerst wird behauptet, dass der Inhalt nicht diese Wichtigkeit besitzt, die ihm bisher zugesprochen wurde. Dann wird behauptet, dass dieser Inhalt nicht mehr so vermittelt werden kann, dass er verstehbar ist. Dann wird er völlig geleugnet …
    Achja, alle, die behaupten, dass dieser Inhalt doch noch relevant ist, sind die Ewig-Gestrigen oder Fundamentalisten.

  2. Das Bild sagt Eingeweihten alles. Und die Teilnehmer dieser illustren Gruppe wissen mit letzter Sicherheit genau, was sie darstellen, wer das Oberhaupt ist und wohin die Reise letztlich geht. E pluribus unum! Wenn man sich die Symbolik der Farben ansieht, versteht man, was der ehemalige FM-Sekten-Angehörige Erich Brüning gemeint hat, als er sagte, die FM u. die RK-Kirche – das sei eine „vollzogene Ehe“ …
    Die große Weltreligion erhebt ihr Haupt. Und viele werden ihr nachstaunen und diese neue „Einheit“ anbeten …

  3. rolfeicken meint:

    @Schandor

    @ Schandor
    die FM ist keine Sekte und hat mit der RK-Kirche aber auch gar nichts am Hut. Die RK haben mit der FM Schwierigkeiten, weil die die Machenschaften der RK hinterfragen und den Schöpfer des Universums/der Universen in ihren Toleranzgedanken einbeziehen. Das mag verwerflich für eine Kirche sein, die sich im Besitz der absoluten Wahrheit wähnt, aber die FM sehen keine Veranlassung daran etwas zu ändern, weil in der FM jeder willkommen ist, „der ein Mann/eineFrau von gutem Ruf ist.“
    LG
    Rolf

  4. Schandor meint:

    @Rolf

    Ich spreche nicht von den unteren Rängen, denen dies vorgegaukelt wird, mein lieber Freund 😉

  5. Schandor meint:

    Aber zum Thema: Mir scheint, manchen Christen bleibt nichts weiter übrig als der dritte Weg: der des Eskapismus.

  6. rolfeicken meint:

    @ Schandor

    An die Roten (AASR) habe ich gar nicht gedacht. Da kann was dran sein und deshalb bin ich auch nicht dort. Aber, wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen schmeißen. Für die meisten Menschen ist Religion doch auch ein Eskapismus. Wie viele gehen in ein Kloster, weil sie mit der Welt nicht zurecht kommen? Religionen, wer kennt die Zahl, nennt die Namen, sind auch nur >eine< Möglichkeit, die Existenz des Menschen und des Universums zu erklären. Hawkins ist der Meinung, dass die Entstehung des Universums keinen Schöpfer braucht. Da ist mir ja noch Kant mit seinem bestirnten Himmel und dem Gesetz in ihm, lieber.
    K. A. Kitchen nennt in seiner Schrift "Alter Orient und Altes Testament" (brilliant geschrieben) zwar öfters die Ugaritischen Tontafeln, sagt aber nicht, das damit der Sündenfall im Paradies a) in der Bibel mal wieder ein Plagiat ist, b) ganz anders als in der Bibel – ohne Erbsünde – auskommt. Da hat sich der gute Augustinus v. Hippo so viel Arbeit mit seiner Erbsünde gemacht und auch noch die (pardon – idiotische) doppelte Prädestination erfunden und dann tauchen Tafeln auf (ca.800 Jahre älter als die Bibel, sic!) und schmeißen alles über den Haufen. Soviel zum Eskapismus.
    LG
    Rolf

  7. @Rolf

    Jetzt wird mir einiges klar. Das mit dem Eskapismus war nur so eingeworfen, nicht unbedingt allzu ernst gemeint.
    Was die FM anlangt, so sind die Blauen im Vergleich zu den Roten wohl so einflussreich wie eine Ganges-Party im weißen Haus, wenn der Vergleich erlaubt ist. Das ist durchaus nicht bös gemeint, aber wenn ich von den Jungs rede, meine ich immer die alten und angenommenen .´. 🙂
    Dass Augustinus von Hippo die Erbsündenlehre erfunden haben soll, wäre mir allerdings neu, nicht aber, dass viele Autoren ihn dahingehend missverstanden haben. Klar drückt er sich an einigen Stellen ungeschützt aus, aber wer wollte dem alten Bischof verdenken, zu seiner Zeit so gedacht zu haben? Der Begriff „Erbsünde“ ist irreführend, denn er ist materialistisch. Die Sachlage ist viel komplexer und doch einfacher.
    Was die praedestinatio gemina anbetrifft, so ist der Begriff ebenfalls irreführend. In Christus sagt Gott dem Menschen sein Ja zu. Was für ein Taschenspieler-Gott wäre das, der von Ewigkeit her Menschen sich ausdenkt, mit denen er schon von derselben Ewigkeit in alle Ewigkeit nichts zu tun haben will? So einfach liegen die Dinge nicht 🙂

  8. rolfeicken meint:

    @Schandor

    Danke für die Klarstellung. Dann sind wir uns einig.

    LG
    Rolf

  9. Die interessanten Fragen dazu sind auch:
    -Wieso gab es die Entwicklung der Evangelikalen am reformatorischen Erbe Abstriche zu machen?
    – Was ist die Antwort auf die Entwicklung?
    Zur ersten Frage denke ich, dass in D die geistliche Wachsamkeit gefehlt hat vor allem durch die Entwicklung der charismatischen Bewegung. „Es gibt mehr, es gibt einen zweiten Segen“, so wurde es doch gesagt. Stand dabei nicht menschlicher Stolz auf gegen das Verständnis alles durch die Erlösung durch Jesus aus Gnade erhalten zu haben? Sehr viele sind wirklich mit der ehrlichen Haltung herangegangen, Jesus besser und effektiver nachfolgen zu können durch eine weitere Geisteserfahrung. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass in der Anfangszeit der charismatischen Bewegung viele Verantwortliche ein festes Angebundensein an der Schrift wollten. Das Resultat war aber im Laufe der Zeit durch immer wieder neue Wellen und Einflüsse genau gegenteilig und wirkte sich auch auf die Evangelikalen insgesamt aus.
    – Zur zweiten Frage:
    wachsam sein und den eingeschlagenen Weg unbeirrt mit unserem Herrn weitergehen, glaubhaft leben und bezeugen sowie im Vertrauen auf ihn damit rechnen, dass sich auch geistliche Veränderungen wieder in die andere Richtung hin zu mehr wirklichem reformatorischem Bibelverständnis ergeben können

  10. ConfessorReformatus meint:

    Nun, Seichtheit und oberflächliche Pop-Kultur passen sicherlich nicht zum Evangelium und dem Ernst der Nachfolge, man lese dazu nur einmal Bonhoeffer.
    Aber irgendwie muss das Evangelium „inkulturiert“ werden, Gottes Ratschluss war es, das Evangelium zuerst in einer römisch-hellenischen Kultur predigen zu lassen, sonst wäre es unter Umständen eine jüdische Sekte geblieben.
    Und zweitens darf man nicht den Fehler machen, und aufgrund von charismat. u. liberalen Fehlentwicklungen einem unreformatorischen Biblizismus verfallen, und ALLES gegen die Bibel ausspielen: Kultur, Gefühle, ja sogar die Kirche/Gemeinde (in einem Forum schrieb jemand , wir hätten ja die Bibel, müssten uns also keiner Gemeinde anschließen…) und nicht zuletzt den Heiligen Geist, der ja GOTT – die 3. Person der Dreieinigkeit – ist. Und so schütten einige nicht-charismatischen, lt. Selbstbezeichnung „evangelikal-konservativen“[ Was heißt das eigentlich?] Christen mMn. das Kind mit dem Bade aus, als ob es allein auf ein intellektuelles Verstehen des Bibeltextes ankäme, dabei macht doch die Bibel klar, dass wir ohne das Wirken des Heiligen Geistes überhaupt nichts verstehen können, Gott nicht einmal richtig erkennen können (und Erkennen hat durchaus auch was mit Gefühlen zu tun, Adam erkannte Eva) und uns nicht bekehren können.

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