„Die Juden zuerst“

Ulrich Parzany und Matthias Lohmann haben die EKD-„Erklärung zu Christen und Juden als Zeugen der Treue Gottes“ kommentiert. Parzany schreibt:

An dem Beschluss der jetzigen EKD-Synode in Magdeburg wird deutlich: Die evangelischen Kirchen haben ein großes Problem, das auch die aufwendigen Feiern zum Reformationsjubiläum nicht verdecken können. Ihre Synoden fassen Beschlüsse gegen klare Aussagen der Bibel. Luther hat geschrieben: „Ich will, dass die Schrift allein Königin sei.“ In den evangelischen Kirchen wird diese Königin entmachtet. Das führt zur geistlichen Selbstzerstörung dieser Kirchen.

Aus erneut gegebenem Anlass erinnere ich evangelische Christen an die wichtigste Bekenntnisschrift der Reformation, das „Augsburgische Bekenntnis“ (1530), auf das fast alle Pfarrer vereidigt werden. Darin heißt es in Artikel 28 ausdrücklich: „Wo das geistliche Regiment etwas gegen das Evangelium lehrt oder tut, haben wir den Befehl, dass wir ihm nicht gehorchen“.

Matthias Lohmann kommentiert:

Wenn die EKD in ihrer Erklärung zur Judenmission unter Punkt 3 vermerkt: „Die Tatsache, dass Juden dieses Bekenntnis nicht teilen, stellen wir Gott anheim. Auf dem Weg der Umkehr und Erneuerung haben wir von Paulus gelernt: Gott selbst wird sein Volk Israel die Vollendung seines Heils schauen lassen (vgl. Röm 11,25 ff)“ offenbart dies, mit welcher Leichtfertigkeit biblische Wahrheiten heute verdreht werden. Eben dieser Apostel Paulus, Autor des Römerbriefes, war es doch, der bei seinen Missionsreisen zuerst in die Synagogen ging, um dort die Juden zum Glauben an den verheißenen Messias aufzurufen.

Liebe Christen! In Demut, mit Mut, Phantasie und Dringlichkeit, wollen wir die Menschen – egal ob Juden, Heiden oder Namenschristen – mit den Worten aus 2. Korinther 5, Vers 20 aufrufen: „Lasst Euch versöhnen mit Gott.“ Lasst uns Menschen fröhlich zu Christus rufen und dabei das Kreuz hochhalten. Nur das Kreuz hat die Kraft, Sünder zu retten. „Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist’s eine Gotteskraft“ (1. Kor 1,18).

Kommentare

  1. Hallo Ron,
    An diesen sehr guten Erklärungen von E 21 und Bibel und Bekenntnis schliesst sich für mich folgendes an:
    Vieles im Rahmen der EKD wie die Erklärungen zum Reformationsjubliäum sind aus biblischer Sicht oft mehr als fragwürdig. Auch viele Stellungnahmen aus der EAD wie z.B. von S. Kern zur Judenmission kann ich nicht nachvollziehen.
    Welche Strategie gibt es da bei E 21 und Bibel und Bekenntnis? Bleibt man in den Organisationen wie EAD um in diese weiter hineinwirken zu können? Gibt es eine rote Linie, ab der es dann einfach nicht mehr geht drin zu bleiben? Ist es nicht irgendwann so, dass biblisches Verständnis und die gelebte Pluralität in Organisationen sich einfach nicht mehr miteinander vereinbaren lassen?

  2. Armin Gritzan meint:

    Also ich glaube langsam, dass genug „rote Linien“ überschritten sind. Was soll denn noch passieren? Wenn die EAD da ruhig bleibt, wenn Jesus für die Juden nicht mehr notwendig ist, was soll man da noch?
    Ich frage mich sowieso, ob man da „hineinwirken“ kann. Wäre dem so, hätte man nicht solche Zustände.
    Wieviele faule Kompromisse soll man noch eingehen oder ertragen? Von Seiten der EKD wundert mich das ja überhaupt nicht. Aber dass Kern und Diener ihr Unwesen treiben können…. Das geht zu weit.
    Das E21 und BB sich äußern ist super und wichtig. Aber wo bleibt der Aufschrei der anderen „Evangelikalen“ ? Auch dieses wird wieder im Sande verlaufen, wie so vieles.

  3. Peter Geerds meint:

    Den Aufschrei gibt es ja, nur ohne Konsequenzen, da die Evangelikalen Angst vor der eigenen Courage haben. Es könnten ohne Probleme Bekenntnissynoden innerhalb der Landeskirchen berufen werden.
    „Ohne Probleme“ ist ernst gemeint. Es gibt genügend, die das unterstützen würden.

  4. Johannes Strehle meint:

    „Die evangelischen Kirchen haben ein großes Problem“.
    Ich habe auch ein Problem: Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll,
    wenn ich die Verlautbarungen Parzanys lese.
    Das große Problem der evangelischen Kirchen ist sehr alt und verfestigt.
    Man kann das täglich, insbesondere sonntäglich feststellen oder alle Jahre wieder
    oder „aus erneut gegebenem Anlass“.
    Aber dafür brauchen wir das „Netzwerk Bibel und Bekenntnis“ nicht,
    das Parzany repräsentiert.
    Parzany zitiert Luther: „Ich will, dass die Schrift allein Königin sei.“ Und fährt fort:
    In den evangelischen Kirchen wird diese Königin entmachtet.
    Das führt zur geistlichen Selbstzerstörung dieser Kirchen.“
    Jeder Synodale würde bestreiten, dass die Bibel als Königin entmachtet wird.
    Die Synode zitiert die Bibel genauso fleißig wie Parzany.
    Es kommt auf das Bibelverständnis an. Das Verständnis der Bibel
    als Wort Gottes hat in den Kirchen schon lange abgedankt.
    Dem entsprechend ist es um ihren geistlichen Zustand bestellt.
    Aber wer im evangelikalen Glashaus sitzt,
    sollte nicht mit Steinen auf die Synode der EKD werfen, sondern erst einmal
    den Hauptvorstand der Evangelischen Allianz unter die Lupe nehmen.
    Idea hat kurz und bündig im Zusammenhang mit der Diener-Kontroverse
    geschrieben, was dazu zu sagen ist.
    Luther hat 1517 auch festgestellt, dass die Kirche ein großes Problem hat.
    Die Konsequenzen, die er daraus gezogen hat, haben zur Reformation geführt.
    So wie Parzany agiert,
    müssen die evangelischen Kirchen keine Reformation befürchten.
    Paulus hat festgestellt, dass die christlichen Gemeinden in Galatien
    ein großes Problem hatten. Er schrieb ihnen:
    Wer euch ein anderes Evangelium verkündet, sei verflucht.
    Das Evangelium das ich euch verkündet habe, ist nicht nach Menschenart,
    sondern ich habe es durch eine Offenbarung Jesu Christi erhalten.
    Wer hat euch behext? Das war nicht die feine englische Art.
    Sensibilität bei der Wortwahl war der Synode, und nicht zuletzt Michael Diener,
    sehr wichtig. Wie die EKD wohl reagiert hätte,
    wenn Parzany so deutlich wie Paulus geworden wäre.
    Jesus hat festgestellt, dass die Theologen und die besonders Frommen seiner Zeit
    ein großes Problem hatten.
    Er nahm vor den Volksmengen kein Blatt vor den Mund:
    Blinde Blindenführer, Dummköpfe, gesetzlose Scheinheilige,
    Feierexperten für (glücklicherweise) tote Propheten, Schlangen. „Wehe euch!“
    Wie die EKD wohl reagiert hätte,
    wenn Parzany so deutlich wie Jesus geworden wäre.
    Oder hat die Bibel als Anleitung für Auseinandersetzungen bei denen abgedankt,
    die das anderen vorwerfen?
    Fortsetzung folgt

  5. Johannes Strehle meint:

    Fortsetzung
    Um die Auseinandersetzung mit der EKD geht es aber gar nicht in erster Linie.
    Dieser Krieg ist verloren, weil die Vorgänger Parzanys
    wie er agiert bzw. nicht agiert haben. Die Kritik an der EKD
    ist im Sinne des Luther zugeschriebenen Kampfmottos nur Ablenkung.
    Es geht in erster Linie
    um das Verhalten der Evangelikalen-Vertreter in der Synode,
    also hauptsächlich um das Verhalten des Vorsitzenden der Evangelischen Allianz
    und Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Michael Diener.
    Das wird in der Stellungnahme von Parzany für idea mit keinem Wort erwähnt.
    Was wollen wir von den anderen Synodalen erwarten,
    wenn der erste Repräsentant der Evangelikalen mitmacht?
    Die Positionierung Dieners
    in puncto Bibelverständnis im Allgemeinen und Homosexualität im Besonderen
    war der Grund für die Gründung des „Netzwerkes Bibel und Bekenntnis“.
    Wenn Parzany und seine Mitnichtstreiter
    nur als Sanitäter und Kritiker des Gegners agieren,
    aber die offensive Auseinandersetzung meiden, ist das Netzwerk überflüssig,
    da es für die anderen (wichtigen) Aufgaben andere Aktive gab und gibt.
    Es ist nicht nur überflüssig, sondern sogar schädlich,
    da es die Gegner mit Recht darin bestärkt, dass die konservativen Christen
    in der Auseinandersetzung nicht ernst zu nehmen sind.
    Parzany hat weder seine Anhänger noch seine Gegner enttäuscht.
    Die Hunde bellen, aber die Karawane zieht weiter.
    Das Wichtigste in der Religion sind Rituale.
    „Die evangelischen Kirchen haben ein großes Problem.“
    Richtig, aber das ist nicht unser Hauptproblem.
    Die Evangelikalen haben ein großes Problem (von Francis Schaeffer
    in biblischer Deutlichkeit „großes evangelikales Desaster“ genannt.
    Leider ist auch das nicht unser Hauptproblem.
    Unser Hauptproblem wird von Parzany verkörpert.
    VW hat auch ein großes Problem:
    Die Manipulationen der Abgasmessungen und ihre Folgen.
    Zuerst musste der Vorsitzende zurücktreten.
    Die Feststellung der weiteren Verantwortlichen ist im Gange und
    wird personelle Konsequenzen haben.
    Hat Parzany jemals den Rücktritt oder die Ablösung Dieners
    und die Feststellung der weiteren Verantwortlichen und personelle Konsequenzen
    in der Evangelischen Allianz gefordert? Vielleicht habe ich das verpasst.

  6. Theophil Isegrim meint:

    Es ist nicht einfach. Wenn es so jemanden wie Parzany gibt, der sich für die Wahrheit und die Autorität der Schrift streitet. Dann hat er Vertreter der EKD gegen sich. Dann einige innerhalb der Evangelsichen Allianz, die die Bibel relativieren, so daß ihre Aussagekraft verloren geht. Und dann hat man auch noch so Leute wie Johannes Strehle. Die wissen alles besser, machen alles besser. Ich habe mir das nicht bis zum Ende durchgelesen. Mal sehen, ob ich mir das in der Zukunft überhaupt noch antuen werde.

    @ Strehle:
    Wahrheit und Liebe gehört untrennbar zusammen. Man kann weder das Eine gegen das Andere ausspielen, obwohl es ständig getan wird. Du meinst, Du stehst auf der Seite Wahrheit. Ich aber denke, Du bist von einem Richtgeist beherrscht und nicht von der Wahrheit. Von der Liebe ganz zu schweigen.

  7. Johannes Strehle meint:

    @ Theophil Isegrim
    Du hast ohne Richtgeist in Wahrheit und Liebe ohne Besserwisserei
    Dein pauschal vernichtendes Urteil über mich gesprochen:
    Ich bin von einem Richtgeist beherrscht, ohne Wahrheit und Liebe,
    weiß und mache alles besser.
    Um zu Deinem Urteil zu kommen, musstest Du nicht einmal ganz lesen,
    was ich geschrieben habe. Darauf eingehen musstest Du auch nicht.
    Diese Art Urteilsfähigkeit ist mir allerdings fremd.
    Dass die „große evangelikale Katastrophe“
    auf das Tradition gewordene Fehlverhalten der evangelikalen Leiter, der Hirten,
    zurückzuführen ist, ist wahrlich keine neue Erkenntnis.
    Ich beurteile Parzany nicht pauschal, sondern werfe ihm konkretes Fehlverhalten
    in der Tradition der „großen evangelikalen Katastrophe“ vor,
    auch in dieser Stellungnahme,
    nämlich dass die erste Adresse für einen Evangelikalen,
    die evangelikalen Vertreter in der Synode, überhaupt nicht vorkommt.
    Und dass er den Rekrutenfehler begeht, der einem General nicht passieren dürfte,
    nicht zwischen „der Bibel“ und dem „Bibelverständnis“ zu unterscheiden.
    Beides schadet der Sache.
    Und im Übrigen lehrt die Geschichte der „großen evangelikalen Katastrophe“,
    dass Rückzugsgefechte das Vordringen des Gegners verlangsamen,
    aber nicht aufhalten.
    Statt mich pauschal zu verurteilen, hättest Du beitragen können,
    welche Lehren Du aus der „großen evangelikalen Katastrophe“ für richtig hältst,
    damit sie sich nicht fortsetzt. Sie setzt sich fort.
    In Zukunft halte ich es erst dann wieder für sinnvoll, Dir zu antworten,
    wenn Du Dein vernichtendes Urteil über mich zurückgenommen hast.

  8. Hier muß ich @Johannes Strehle beispringen:
    Sinngemäß schreibst Du, dass die die Auseinandersetzung mit konservativen Christen durch die Kirchenleitung nicht ernst genommen wird.
    2 aktuelle Beispiele dazu
    – Das Thema „Gender“ kommt sehr stark in den Focus (aktuell Artikel bei idea)
    – Bei der Konferenz „dynamissio“ tritt zu seinem zentralen Thema Ulrich Parzany nicht auf. Volker Beck von den Grünen befindet sich aber in der Rednerliste. Soll man da nicht stutzig werden?
    @ Peter Geerds
    so einfach Synoden bilden geht auch nicht. Man braucht dafür bekannte Leute, die sich davor entsprechend positionieren und für diese Sache hinstehen. Dies muß man sich als Verantwortlicher in einer Kirche oder Freikirche schon reiflich überlegen, ob man das macht.

    Ich denke, dass die entsprechenden Verantwortlichen sich in keinen einfachen Situationen befinden. Wir sollten deshalb intensiv für diese beten, dass sie in der richtigen Weise mit den immer wieder auftretenden Konflikten umgehen

  9. Peter Geerds meint:

    Man braucht dafür bekannte Leute, die sich davor entsprechend positionieren und für diese Sache hinstehen.

    Nö – braucht man nicht. Die Bekenntnissynode kann von jedem x-beliebigen Mitglied der Landeskirche einberufen werden. Es sollen ja nicht die Namen von Berühmtheiten den Anlass geben, sondern die Inhalte. In der Praxis – so befürchte ich – wirst du aber Recht haben. Ich rechne auch nicht in den nächsten 10 Jahren mit einer Synode. Dazu sind die Evangelikalen in den Landeskirchen viel zu träge. (sorry)

  10. Theophil Isegrim meint:

    @ Johannes Strehle:

    Das ist nicht der erste Beitrag von Dir, der sich gegen Parzany richtet. Vor den Sommerferien beispielsweise hat er einen Urlaubsgruß geschickt und das reichte schon, daß Du ihn attackiert hast. Er hätte etwas anderes schreiben sollen. Du liest nur Parzany und schon weißt Du, was der alles falsch macht. Das zieht sich bei Dir so durch.

    Woher weißt Du denn, was der alles probiert oder auch nicht. Gut, ich bin auch kein Insider. Ich weiß es auch nicht. Aber allein schon, daß er dieses Netzwerk gegründet hat läßt tief blicken. Er hat letztes Jahr Diener in einem offenem Brief widersprochen. Unter anderem weil Diener immer wieder evangelikale Positionen relativiert, die die Evangelikalen eigentlich gemeinsam vertreten. Daraus schließe ich, daß Parzany oft ein Vier Augen Gespräch mit Diener führte. Diener wohl einen versöhnlichen Kurs einschlug und dann mal wieder über die Medien was raushaute und relativierte. Dabei dann noch die „selbstgerechten“ evangelikalen Christen angriff.
    Ich denke, Diener scheint nicht mehr zugänglich zu sein. Und was ich so gehört habe, ist Diener nicht der einzige seiner Art. Sieht man ja jetzt. Steffen Kern stößt im Prinzip ins gleiche Horn. Was ich damit sagen will, ich gehe davon aus, daß die „Relativierer“ bei der EAD in der Mehrheit sind und Parzany und Co gar nichts mehr großartig machen können. Da blieb ihm nur noch übrig so ein Netzwerk zu gründen und die Bibeltreuen zu sammeln, damit nicht jeder einsam und verlassen an seiner Ecke sich abkämpft.

    Ich bin sehr froh darüber, daß Parzany widerspricht. Es widersprechen auch andere, aber die sind längst nicht so bekannt wie er.

    Wenn sich bei der EAD nichts tun, dann können wir sie vergessen. Die werden immer mehr bibeltreue Positionen aufgeben und sich mit Spitzfindigkeiten und Wortklaubereien zu rechtfertigen wissen. So läuft das ja immer. Eigentlich ist es nicht mehr nötig sich mit diesem „Laden“ zu befassen. Der ist durch.

    Mache ich mir Sorgen? Nö. Gott hat es immer verstanden seine Leute, seine Kirche durchzubringen. Die EAD – wenn sie sich nicht korrigiert – wird die gleiche Zukunft erwarten, wie die EKD/Landeskirche, sie wird dem Siechtum preisgegeben.

    Wir sollten beten, daß wir uns einiger werden und uns durch übersteigerte Kritik nicht selber lähmen! Wir sollten beten, daß der Herr seine Leute sammelt und uns Einigkeit schenkt, damit wir ihm dienen können. Es gibt so viele, die nicht errettet sind. Aber wenn wir uns nur unnütz streiten, dann passiert gar nichts.

  11. @Theophil Isegrim: Johannes ist ein Satiriker und gelegentlich sehr direkt. Dass bei ihm die Liebe fehlt, kann ich überhaupt nicht bestätigen. Er ermutigt mich regelmäßig, in Liebe. Er kritisiert mich auch! Die Zeiten sind sehr ernst. Wir brauchen die klaren Worte, die Du – und ich danke Dir dafür – gelegentlich sprichst. Der HERR gebe uns die Weisheit, jetzt mutig das Notwendige zu tun.

    Liebe Grüße, Ron

  12. Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und vergleiche Parzany mit Luther 🙂 Sicherlich hatten und haben beide ihre Fehler, auch auf theoligischem Gebieten. Luther wollte keine neue Kirche, sondern in seiner Kirche die Mißstände abstellen (warum gibt es wohl noch Kindertaufe, Liturgie, …,?). Und da zu der Zeit Kirche und weltliche Macht wahlweise miteinander verbandelt oder im Clinch lagen, kam es zur Trennung. Hätte die katholische Kirche den kleinen Mönch ignorieren können, wäre nichts passiert.
    Die EAD und die EKD kann heute aber die Ausscherer locker ignorieren, weiß sie doch, dass die breite Masse und die Politik zu träge ist und zufrieden, wenn kirchliche Amtshandlungen / Folkloreveranstaltungen wie Taufe, Hochzeit, Beerdigung von der Kirche durchgeführt werden. EKD und EAD sind nicht mal biblisch genug bzw. haben die satanische Schläue, um gegen Parzany und andere ein Kirchenzuchtsverfahren einzuleiten.
    Wenn also kein Ausschlußverfahren kommt, oder mindestens mal Suspendierungen, wird also nichts passieren, außer daß es eine kleine innerkirchliche Opposition gibt. Nun kann man nach Austritt oder zweiter Reformation rufen, mit der Konsequenz, dass der kleine Kreis der ausgescherten nicht mehr gehört wird und sich in spätestens 150 Jahren (so es denn noch so lange geht) in der EAD wiederfindet und liberale Positionen vertritt, wie es z.. der FeG-Bund in seinem Werdegang vorgemacht hat.

  13. Johannes Strehle meint:

    Ulrich Parzany hat für „Bibel und Bekenntnis“
    den Beschluss der Synode massiv kritisiert:
    „Was bildet sich eigentlich eine Kirchensynode ein …“
    „Vergesslich scheinen die Verantwortlichen in der Evangelischen Kirche
    auch zu sein.“
    „Ihre (der evangelischen Kirchen) Synoden fassen Beschlüsse
    gegen klare Aussagen der Bibel. Luther hat geschrieben:
    „Ich will, dass die Schrift allein Königin sei.“
    In den evangelischen Kirchen wird diese Königin entmachtet.
    Das führt zur geistlichen Selbstzerstörung dieser Kirchen.“
    Und er ruft unter Berufung auf die Confessio Augustana
    zum Ungehorsam gegenüber dem „geistlichen Regiment“ auf.
    Über die Rolle der evangelikalen Vertreter in der Synode schweigt er sich aus.
    Warum sollten die Synodalen nicht einen Beschluss fassen,
    der von den Vertretern der Evangelikalen und Pietisten gutgeheißen wird,
    allen voran Michael Diener, dem Vorsitzenden der Evangelischen Allianz
    und dem Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes?
    Umso erfreulicher ist es, dass der Matthias Lohmann,
    der Vorsitzende von Evangelium 21, das Thema zur Sprache bringt.
    „Werden sich auch die Evangelikalen in Deutschland
    bald freiwillig einen Maulkorb anlegen
    und den Missionsbefehl durch eine Dialogverordnung ersetzen?“
    Er kritisiert den Beschluss der Synode,
    dem Michael Diener und Steffen Kern zugestimmt haben,
    die Erklärung der EKD stehe „im klaren Widerspruch zum biblischen Auftrag …“.
    Die Berufung der Synode auf Paulus offenbare,
    „mit welcher Leichtigkeit biblische Wahrheiten heute verdreht werden“.
    Steffen Kern hat den Beschluss der Synode, in dem es heißt
    „Christen sind … nicht berufen,
    Israel den Weg zu Gott und seinem Heil zu weisen.“ in idea gerechtfertigt.
    Evangelium 21 sollte Diener als Vorsitzenden der Evangelischen Allianz,
    Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes und Synodalen und Kern
    als Vorsitzenden des württembergischen Gemeinschaftsverbandes und Synodalen
    zu einer öffentlichen Disputation über die „Kundgebung“ der Synode einladen.

  14. Einladen kann man, nur wieso sollte jemand der Genannten der Einladung folgen? Die werden soweit politisch bewandert sein, dass sie durch Wahrnehmung einer Einladung die E21-Gruppe in ihrer Bedeutung aufwerten würden. Also: Einladung wird ignoriert / höflich abgelehnt, bestenfalls werden Subalterne zu einem Disput geschickt, dessen Ergebnis man dann wahlweise nicht anerkennen wird (weil Aussage von Subalternen) oder nach eigenem Gutdünken interpretiert.
    Und wenn es zu einem echten Disput käme mit den gewünschten Beteiligten: beide Seite werden mit der Bibel argumentieren, die einen mit Heiligem Geist, die anderen ohne, 98% der Kirchensteuerzahler verstehen sowieso nicht, um was es geht bzw. ignorieren den Disput, und hinterher war das dann ein fruchtbares Gespräch, in dem man sich gegenseitig die Positionen dargelegt hat, aber alles bleibt wie es ist, in dieser Frage wird dann leider kein Konsens erzielt, und man bleibt in weiterhin allerbester Gemeinschaft und betont, wie wichtig das miteinander Reden doch so sei. BlaBlaBla.
    Aber warum darüber großartig lamentieren, wenn der Weg der Gemeinde doch in den Sendschreiben vorgezeichnet ist? M.E. bleibt es eine Gewissensfrage, ob ich weiterhin innerhalb der EKD/EAD versuche zu retten, was zu retten ist, oder austrete und mich mit anderen zusammen tue.

  15. Was hat das, was ihr da schreibt, eigentlich noch mit der Ausgangsfrage zu tun?

    Es geht doch um die Frage der Judenmission, oder habe ich das was falsch verstanden?

    Und Ihr verliert Euch in Diskussionen um die Rolle Parzanys, seinen Streit mit Diener und die Synode. Als wäre Ulrich Parzany das die eigentliche Problem … oder gar seine Lösung.

    Wenn die EKD so etwas schreibt:

    „Wir bekräftigen: Die Erwählung der Kirche ist nicht an die Stelle der Erwählung des Volkes Israel getreten. Gott steht in Treue zu seinem Volk. Christen sind – ungeachtet ihrer Sendung in die Welt – nicht berufen, Israel den Weg zu Gott und seinem Heil zu weisen. Alle Bemühungen, Juden zum Religionswechsel zu bewegen, widersprechen dem Bekenntnis zur Treue Gottes und der Erwählung Israels.“

    … dann heißt das doch: Die Erwählung des Volkes Isreal steht über oder neben der Erwählung der Kirche Jesu Christi.

    Oder wie ist das sonst zu verstehen?

    Heißt das nun, dass Christen im Dienst des von Gott erwählten jüdischen Volkes stehen? Oder ist egal ob man Jude oder Christ ist, weil beide gleich erwählt sind und der Alte Bund ebenso gültig wie der Neue Bund ist?

    Erklärt mir das doch bitte! Ich bin verwirrt.

  16. Wie soll man etwas verständlich erklären, was falsch ist?
    Da sind wir wieder bei Parzany, der hat auch was gesagt, was aus biblischer Sicht richtig(er) ist.

  17. Theophil Isegrim meint:

    @ sapere aude:

    Die EKD meint: Gott hat mit seinem Volk, den Juden einen Bund geschlossen. Allerdings hat er auch einen Bund mit jedem Menschen geschlossen, dessen Herr Jesus Christus ist. Diese Gesamtheit bezeichnet die EKD als Kirche. Und der neue Bund hat den alten nicht aufgelöst. Wenn nun ein Mitglied dieser Kirche versucht Juden zu missionieren, dann versucht dieses Mitglied den alten Bund Gottes mit seinem Volk zu brechen. Aber damit richtet er sich gegen Gottes Treue und damit gegen Gott selbst.

    So etwas können die Vertreter der EKD aber nur den Leuten erzählen, die sich in der Bibel nicht auskennen. Das Prinzip kommt sehr häufig vor. Es wird eine Konkurrenz geschaffen, die nicht existiert. In diesem Falle ist es Gottes Treue und Jesus Christus.

    Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen – Ja!
    Israel hat diesen Bund immer wieder gebrochen – Ja!
    Gott hat diesen Bund dennoch nicht aufgelöst – Ja!
    Gott hat seinem Volk Isreal einen Erlöser versprochen und angekündigt? – Ja!
    Der alte Bund kommt somit in Jesus dem verheißenen Erlöser zur Vollendung? – Ja!

    Oder mit anderem Worten: Jesus Christus ist keine Erfindung der christlichen Kirche. Jesus Christus ist der verheißene Erlöser für das alte Volk Israel. Und er ist auch der Erlöser für die ganze Welt. Jeder findet durch Jesus Zugang zu Gott, wenn er möchte. Oder anders ausgedrückt, nur über Jesus gibt es Zugang zum Vater. Das gilt für Christen und auch für Juden. Aber ohne Jesus läuft gar nix.

    Was die Vertreter der EKD – zu denen auch zwei Evangelikale gehören – verlautbaren – und dann auch noch mit dieser Drohkulisse – nimmt schon antichristliche Züge an! Ein ganz übles Fahrwasser.

  18. Stephan und Theophil, vielen Dank für Eure Kommentare. Ich dachte schon, ich liege hier falsch. ^^

    Dann können wir uns das mit der Politik ja sparen. ^^

    Gott, Jesus, Glaube, Schrift und Gnade sprechen in dieser Frage doch eine mehr als eindeutige Sprache.

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