Die Kranken selbst sollen eliminiert werden

Constantin Magnis hat für Cicero mit dem Philosophen Robert Spaemann über die Präimplantationsdiagnostik (PID) gesprochen:

Wie beurteilen sie als Moralphilosoph grundsätzlich die Haltung unserer Gesellschaft zum Leben?

Es geht uns zunehmend gar nicht mehr ums Leben selbst, sondern um Wohlbefinden. Das oberste Gesetz unserer Gesellschaft ist heute: Wohlbefinden vermehren, Leiden vermeiden. Aber wenn dies unser oberstes Prinzip ist, hat das ganz brutale Folgen. Und sie betreffen nicht nur unseren Umgang mit Embryonen, sondern auch mit dem Thema Sterbehilfe. In Holland werden heute schon Leute ohne ihre Zustimmung zu Tode befördert. Man muss sich klar machen, in welche Richtung sich das entwickeln kann. Goebbels hat damals sein Euthanasieprogramm mit »Ich klage an« vorbereitet, einem Film, der übrigens nur mit Mitleid operiert: Eine kranke Frau bittet darum getötet zu werden und ihr barmherziger Mann tut das schließlich. Am Ende wird er vor Gericht angeklagt, der Sinn des Filmes war es, das Gesetz anzuprangern, das Sterbehilfe unter Strafe stellt. Goebbels wollte damit freie Bahn für die Massentötung schaffen. Aber es begann mit dem hedonistischen Argument, mit Mitleid.

Für uns ist der Sinn des Lebens heute, Träger angenehmer Gefühle zu sein. Wenn es das nicht mehr ist, dann hat es zu verschwinden. Man versucht dem Leidenden zu helfen, aber wenn das nicht mehr gelingt, dann beseitigt man ihn.

Hier: cicero.de.

VD: EP

Kommentare

  1. Johannes Strehle meint:

    Wie wäre es mit einer Dank-Demonstration aller Evangelikalen für Angela Merkel und die knappe Mehrheit der CDU-Delegierten in Berlin?
    (Wo war die Demonstration der Evangelikalen beim CDU-Parteitag?)
    Wie steht es mit der Vernetzung und Spontaneität der Evangelikalen? Oder schaffen das nur die neuen Protestanten und die Homosexuellen?

  2. Johannes Strehle meint:

    „Wir haben nicht ein Zuviel an Islam, sondern ein Zuwenig an Christentum.“
    Angela Merkel beim CDU-Parteitag

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