Die Kristall Kathedrale bekommt Risse

Robert Schullers Crystal Cathedral wurde auf dem Fundament eines Selbstwertgefühl-Evangeliums aufgebaut.  Im Oktober 2010 ist nun der Prototype der Mega-Kirche in den Konkurs gegangen. Dieser Bankrott hat Signalwirkung für einen Evangelikalismus, der sich einseitig auf die emotionalen Bedürfnisse der Menschen fokussiert. Christianity Today (CT) schreibt ausgewogen aber bestimmt:

Christianity Today both the Crystal Cathedral and the theology that undergird it seem woefully inadequate buildings in which to house the gospel. In an age deeply sensitive to energy conservation, a glass house of worship is a sinful extravagance. In a culture increasingly addicted to the self, the gospel of self-esteem is clearly part of the problem. In short, the Schuller enterprise is filing for bankruptcy on more than one front.

Some are tempted to hit the man while he is down, but this is unwise. Robert Schuller is not the problem—contemporary evangelicalism is. Schuller was only leading the parade of those who believe they are responsible for making the gospel relevant. The lesson is not that Schuller got it wrong or that his theology is out-of-date; it is not that we just need to find a better, more current point of cultural contact. The lesson is that our attempts to find and exploit a point of cultural contact inevitably end in bankruptcy.

Hier: www.christianitytoday.com.

Kommentare

  1. Roderich meint:

    The lesson is that our attempts to find and exploit a point of cultural contact inevitably end in bankruptcy.

    Hmmm, also, nur wenn man das verabsolutiert. Ich denke, „Kontaktpunkte suchen“ per se ist nicht das Problem. Man muss nur die Prioritaeten richtig geordnet haben.
    1.) Gottes Wort, Wahrheit (in Liebe), und erwecktes Glaubensleben, also die „eigentliche Botschaft“,
    2.) Wie bringt man sie rueber?

    Bei Schuller war ja schon ein „Knacks“ in der eigentlichen Botschaft. Der Fokus im Denken liegt zu sehr – wie Du sagst – in der Betonung des Selbstwertgefuehls etc. – zu wenig auf der Furcht Gottes, auf Kreuz, auf der Botschaft des Evangeliums (die ja vor dem Hintergrund des Alten Testamentes verstanden werden muss; keine Gnade ohne vorheriges Gesetz) etc.

    Wenn Gemeinden einschlafen, also den Aspekt des „erweckten Glaubens“ vernachlaessigen, dann hilft die richtige Lehre auch wenig. Man hat dann zu wenig Liebe zu den Verlorenen, um ihnen nachzugehen.
    Solch eine Gemeinde hat aber nur den ANSCHEIN der richtigen Lehre, denn wenn die persoenliche Beziehung zu Gott von kaum einem Gemeindeglied mehr eifrig gepflegt wird, muss auch was an der Lehre (also der Kernbotschaft) falsch sein.

    Wenn Gemeinden auch eine falsche (dualistische) Theologie haben, werden sie z.B. kein Interesse mehr an Aspekten des gesellschaftlichen Zusammenlebens haben. (Politik, Recht, Wirtschaft, Medien, Erziehung etc.). Diese sind aber fuer Gott eminent wichtige Aspekte.

    Das Problem ist, dass wir heute oft auf der einen Seite konservative (in Bezug auf die Kernbotschaft) bibeltreue Gemeinden haben, die aber dualistisch sind (in der Hinsicht also nicht bibeltreu).
    Dann gibt es Leute, die sehen, dass in solchen (aus falschen Gruenden abgekapselten und evtl. eingeschlafenen Gemeinden mit „richtiger Theologie) etwas falsch sein muss, und die die FALSCHE Schlussfolgerung ziehen: „Wir muessen die Lehre WENIGER betonen, und uns mehr der Welt zuwenden“. Aus dieser falschen Schlussfolgerung ist z.B. Emerging Church geboren, oder liberale Theologie, etc.

    Die richtige Loesung ist eigentlich einfach:
    – Rueckbesinnung auf die Bibel, und Gottes Wort muss zentral stehen
    – Wiedergewinnung der klassischen Theologie, nach der man beim Alten Testament (Schoepfungsordnung) anfaengt und also auch versucht, die Gesellschaftlichen Aspekte (Recht, Politik, Wirtschaft) aus konservativ-biblischer Sicht zu verstehen.
    – Versuch, vom Wort Gottes ausgehend und von einer biblischen Sicht der Welt, wieder Einfluss zu nehmen in der Welt (allerdings als sekundaerer Aspekt, als Resultat des lebendig gelebten Evangeliums).
    – Christen, die sich auskennen in Politik, Gesellschaft, etc., ohne dabei aber an den Zeitgeist angepasst zu sein. D.h. Christen, die nicht abgekapselt sind, sondern Einfluss nehmen koennen, mitreden koennen, aber ohne Kompromisse zu machen.

    Eine Predigt kann sehr wohl gleichzeitig relevant sein und bibeltreu.

  2. @Roderich: Du hast natürlich recht. Gemeint ist sicher die „Verbiegung“ des Evangeliums, um kulturrelevant zu sein. Dass das Evangelium relevant IST, wie es ist, steht außer Frage.

    Liebe Grüße, Ron

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