Die Muslimbrüder und die Zukunft Ägyptens

Viele Medien erwecken seit dem Umsturz in Ägypten den Eindruck, die Muslimbruderschaft habe sich für einen gemäßigten Islam entschieden und werde bei der Demokratisierung des Landes eine maßgebliche Rolle spielen. 65 Prozent der Bundesbürger sind inzwischen der Auffassung, dass die Bundesregierung eine ägyptische Regierung unter Führung der Muslimbruderschaft anerkennen sollte (siehe hier).

Unter Mubarak waren die Muslimbrüder jahrzehntelang offiziell verboten, wurden aber als größte politische Oppositionsgruppe geduldet. Jetzt bereiten sie die Gründung einer »Partei für Frieden und Gerechtigkeit« vor. Am vergangenen Freitag kehrte einer ihrer offiziellen Chefideologen, der gebürtige Ägypter Yusuf al-Qaradawi, zum »Tag des Sieges« nach Kairo zurück. Nach über 30 Jahren Predigtverbot durfte al-Qaradawi erstmals wieder das Freitagsgebet leiten – vor Hunderttausenden auf dem Tahrir-Platz. Ausgerechnet die »Koalition der Jugend der Revolution« hatte den derzeit über Fernsehen und Internet einflussreichsten muslimischen Gelehrten eingeladen – laut Islamwissenschaftlerin Christine Schirrmacher ein Besorgnis erregendes Signal angesichts der Haltung al-Qaradawis zu Demokratie und Menschenrechten, Israel und Selbstmordattentaten.

Erst kürzlich hatte ich darüber berichtet, dass Yusuf al-Qaradawi lobend davon spricht, Hitler habe durch die Schoah die Juden dorthin gebracht hat, wo sie hingehörten. Beim nächsten Mal, so al-Qaradawi, werden die Juden, so Allah es schenkt, den gläubigen Muslimen überlassen.

Hier eine Pressemeldung des Islaminstituts zur ägyptischen Muslimbruderschaft: PM0058.pdf.

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