Die Über-Ich-AG von Jürgen Fliege

Niemand hat den Glauben so konsequent zum Geschäftsmodell ausgebaut wie der Ex-Fernsehpfarrer Jürgen Fliege (und wohl so manch andere Prediger einer esoterischen Selbsterlösung).

Fliege ist heute Herausgeber der nach ihm benannten Zeitschrift und produziert eine nach ihm benannte Talkshow, die in einigen Regionalfenstern zu sehen ist. Er schickt Leute mit Fliege-Reisen in die Türkei und bittet sie um Spenden für die Stiftung Fliege. Er lässt Menschen in seiner Online-Kirche unter fliege.de virtuelle Kerzen anzünden und vermietet sich selbst als Coach, Referent, Seminarleiter. Kurzum: Er bietet Lebenshilfe aus erster und einer Hand an, geleistet von der Über-Ich-AG Jürgen Fliege.

Fliege sagt: »In den USA ist es gang und gäbe, mit Religion Geschäfte zu machen, mit Medizin wird doch auch ein Geschäft gemacht«, und bei ihm kommt nun alles zusammen: der Glaube, die Medizin, das Geschäft. Leute kämen im Lokal aus zwei Gründen an seinen Tisch. Wenn sie ein Autogramm haben wollten – oder um ihm ihre Krankengeschichte zu erzählen. Weshalb sich ihm Fragen stellen: Warum kommen sie immer noch, die Menschen, und, vor allem: Was kann er ihnen anbieten?

Das Warum sieht Fliege im Versagen der Kirchen und »wo die Kirchen versagen, da wachsen die Sekten«. Ein ICE am Tag verlasse die Kirche, sagt er: »1000 Leute. Daraus rekrutiere ich, ich bediene erlebbare Frömmigkeit, nicht geglaubte.« Oder anders: »Esoterik ist eine riesige Macht.«

Hier der vollständige Artikel der SZ: www.sueddeutsche.de.

Kommentare

  1. Walcher meint:

    Der Artikel in der Süddeutsche ist gezeichnet von fehlendem journalistischen Ethos, oberflächiger Recherche und einseitigem Blick.
    Dass Sie ausgerechnet diesen Artikel in ihrem Blog aufnehmen, sagt über bestimmte Vorlieben und Qualitätsansprüche ihrerseits genügend aus, um zu wissen, wie weit und tief ihr Blick in die Welt ist.
    Elisabeth Walcher

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